Forum: Gesundheit
Psychische Notlagen: Brauche Therapie, warte Monate
DPA

Monatelang müssen gesetzlich Versicherte oft auf einen Platz für eine Psychotherapie warten - auch bei ernsten Krisen und Depressionen. Ein neues Gesetz soll das ändern, mit einer Notfallsprechstunde. Reicht das?

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nilaterne 31.07.2015, 22:10
270. Ja schade ,dass du aufgegeben hast.

Zitat von london2008
Diese Erfahrung musste ich auch machen, nach einem Selbstmord meines Vaters den ich nach Tagen der Suche erhängt im Wald gefunden, in kurzer Zeit danach einen schweren Herzinfarkt überlebt und dann noch die Kündigung meines Arbeitsplatzes erleben musste. Mit genau diesen Infos habe ich versucht einen Psychologen/- Psyschotherapeuten Termin im Umkreis von 30Km um meinem Wohnort zu ergattern leider ohne Erfolg. Das ganz an Sich war schon schlimm aber die Krönung hat dann ein bekannter Psychologe in Bensheim drauf gesetzt und mir trotz der vorliegenden Infos mir eine " Privatsprechstunde " seines Privatdozenten in Höhe von 180,- für 45 min angeboten. Danach habe ich alle weiteren Versuche Hilfe zu finden eingestellt...... Lost in Space so fühle ich mich.
Es gibt eigentlich überall Hilfen, die einem an die Seite stellen. Auch Selbsthilfegruppen wissen da gut bescheid.
Selbst Krankenkassen wissen,wo man Hilfe beziehen kann,sei es bei Kirchen,Caritas oder DRK.
Das hilft einem zwar nicht schneller einen Termin beim Facharzt zu bekommen, aber es hilft.
Krankenkassen stellen Listen zusammen, mit den Ärzten die von der Kasse bezahlt werden,wo auch die Anrufzeiten vermerkt sind. Wenn nämlich ein Therapeut keine Sprechstundenhilfe haben,kann man nur zu bestimmten Zeiten anrufen.
Gut ist es, wenn es einen AB gibt eindringlich aber knapp formuliert, warum man die Hilfe benötigt.
Auch eine Reha kann da gut tun,das kann man dann aber mit seinem Arzt besprechen.

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nilaterne 31.07.2015, 22:28
271. Mein zweiter Beitrag

Zitat von gough
Tja, so ist das. Ich arbeite seit 32 Jahren. Seit 32 Jahren zahle ich Krankenversicherung. Vor 3 Jahren habe ich gemeinsam mit meinem Hausarzt und dem Caritas Zentrum eine Kur beantragt. Zu diesem Zeitpunkt war ich bereits seit Monaten bei einem Verhaltenstherapeuten und wegen Suchtproblematik bei der Caritas. Die Kur wurde mit der Begründung abgelehnt, ich sei zu krank und müsste mich erst in stationäre Behandlung in die Psychiatrie begeben, bevor eine Bewilligung möglich wäre. Damals und bis heute bin ich in einem Arbeitsverhältnis und arbeite 40 Stunden die Woche. Ich schleppe mich zur Arbeit, bin zu nichts anderem mehr fähig, hab kaum mehr soziale Kontakte und nach wie vor ein Suchtproblem. Kann mir bitte jemand erklären, wozu ein stationärer Aufenthalt mit immensem Kostenaufwand nötig sein soll, wenn ich die Problematik erkenne und trotz allem noch arbeite? Würde ich von einer Brücke springen, hätte ich wohl schneller Hilfe. Also ist Eskalation anscheinend gewollt, statt vorausschauendem eigenbestimmtem Handeln. Ein Armutszeugnis ist das und eine Schande.
für dich: Ich war Jahrzehnte lang Krank. Natürlich war ich nicht krank,brauchte keine Hilfe, war so gut, allen anderen helfen zu können.
Es war wirklich schwer zu sagen.Doch das bin ich,krank.
Da hatte ich zu allem psychischem, Schmerzen in jedem einzelnen Gelenk, an den Sehnenansatzpunkten,in den Muskeln. Als ich mich dann endlich krank schreiben lies, und bemerkte all die Schmerzen,fragte ich mich echt,wie ich das geschafft hatte all die Jahre. Dabei habe ich PTBS, das wurde in der Reha überdeutlich.

Also,du musst einsehen,dass du krank bist, dir einen Therapeuten suchen. Es gibt vielleicht in deiner Nähe eine Tagesklinik,frage danach. Du scheinst mir zu wach zu sein für die Brücke,aber zu unnachgiebig für dich. Du bist krank,lass dir bitte helfen.

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nilaterne 31.07.2015, 22:37
272. Ich hoffe doch

Zitat von obscuro
Meine Frau litt unter schweren Angststörungen und Depressionen. Es war für sie unmöglich, einen Job länger als 3-4 Monate zu halten. Wir haben das Glück, das ich uns mit meinem Gehalt problemlos über Wasser halten konnte. Andere Menschen können das nicht. Sie sind auch evtl auf sich alleine gestellt weil es niemand lange mit diesen Menschen aushält. Jeder ist sich heutzutage selbst der nächste. Es war nicht immer leicht, aber meine Frau hatte die Zeit und Möglichkeit, sich ihren Problemen zu witmen. Diese Menschen brauchen Hilfe, und nicht Krankenkassen die sich quer stellen und sie zum Medzinischen Dienst der Krankenkasse schickt, um nicht mehr zahlen zu müssen! Meine Frau wurde beim MdK in Bielefeld gesund geschrieben! Von einem Arzt, der alleine auch Brüche und Bänderrisse beurteilte! Dieser Arzt war nichteinmal Psyhologisch geschult! Meine Frau war am Boden zerstört und wollte aufgeben. Wenn in solch einer Situation niemand da ist und diese Menschen führt, ihnen zeigt: "Da gehts lang!", dann kann soetwas extrem schlecht ausgehen!
ihr habt Einspruch erhoben.
Bei mir,rief der MKD an und meinte, ich würde bereits wieder arbeiten gehen. Ich reichte das Telefon aufgelöst meinem Mann weiter.
Der MKD hatte ohne mich auch nur gesehen zu haben, beurteilt.
Zum Glück war alles um mich herum schon so aufgestellt, dass ich mich nicht einschüchtern lies.
Es dauert zwar,bis man einen Therapeuten hat, doch das lohnt sich. Es gibt vielleicht in eurer Nähe eine Tagesklinik für psychisch Erkrankte, bei uns gibt es das und es hilft ungemein. Auch schon,dass es anderen nicht anders ergeht,beim Behörden und Therapeuten Marathon.
Auch kann man sich selbst einweisen, die Angst dort eingesperrt zu werden braucht keiner zu haben. Man kann jederzeit gehen. Eine Reha ist dann um einiges leichter zu erhalten.
Mein Mann bewies für mich die Stärke,aber achtet darauf dass ich alles für mich tat.
Genau die Stärke wünsche ich dir auch.

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nilaterne 01.08.2015, 23:03
273. An MScholli und Softship

All das was ihr schreibt, was sich ändern soll oder nicht,was einer falsch verstanden hat oder nicht....
Es ändert NICHTS an den Problemen der Betroffenen.

Euer Zank erinnert mich an Vorstandssitzungen, bei der sich zwei Streithähne gegenüber sitzen und einer weiß es besser als der andere wie etwas verbessert werden kann, nur es ändert NICHTS!

Es führt ja nicht einmal zu einem anderen Denken für uns Betroffene. Wie viele lesen das und stecken dann den Kopf noch tiefer in den Sand?

Betroffene benötigen kein Gelaber, sondern Hilfe!!

Die bekommen sie beim VDK, die helfen beim Ausfüllen von Formularen und setzen Einsprüche durch. Das ist ein Verein,der nimmt geringe Gebühren.
Die Krankenkassen stellen eine Liste von allen Therapeuten die anrechnungsfähig sind zusammen,auch mit den Zeiten wie sie angerufen werden können.
Es gibt Tageskliniken für psychisch Kranke.
Man kann sich auch selbst einweisen, in eine Klinik, die sperren nicht ein und man kann auch wieder gehen,wenn es nichts ist.
Es gibt Selbsthilfegruppen,die wissen über die rechtlichen Dinge oftmals besser bescheid,als die Kasse oder ein Arzt.
Es gibt kirchliche Träger, oder Caritas,DRK, die auch Mittel und Wege wissen.
Ich hoffe ich konnte helfen.
Aber es ist so,jeder muss sich helfen lassen.
Ich weiß,ich weiß, ich musste das auch erst lernen.

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HaPeGe 03.08.2015, 13:53
274. Wenn man ...

Zitat von Softship
Immer dieselbe Leier... Was meinen Sie würde sich verändern, wenn die 10% der Bevölkerung, die zurzeit privatversichert sind, noch Kassenversichert wären? Bevor Sie antworten, berücksichtigen Sie bitte, dass Privatversicherte im Schnitt weniger Leistungen in Anspruch nehmen als Kassenversicherte aber die in Anspruchnahme der Leistung in der Regel teuerer bezahlen. Meinen Sie tatsächlich, dass die Wartezeiten für Kassenpatenten kürzer werden würden? Meinen Sie tatsächlich, dass Ärzte noch für das selbe Geld Sie behandeln würden? Meinen Sie tatsächlich, dass keiner dieser Menschen sich einfach die ärztliche Leistung als Selbstzahler in Anspruch nehmen würden? Was Leute wie Sie gerne "vergessen", ist dass auch die Beiträge der Privatversicherten letztendlich im Gesundheitssystem landet - und kommt auch Kassenpatienten zu Gute.
Wenn man als Grundlage das Schweizer System nehmen würde, dann würde sich einiges ändern. Dann gäbe es keine Zwei-Klassen-Medizin mehr, die wir heute haben. Dann wäre es vorbei mit den Wartezimmern für Privatpatienten u. ä. Dann müsste jeder, auch Unternehmer, Freiberufler, Beamte, usw., in die gleiche Kasse einzahlen.

Und was die Leistungen angeht:

https://www.vdi-versicherungsdienst.de/privatpatienten-erhalten-deutlich-mehr-heilmittel/

Dort können Sie nachlesen, dass Privatpatienten zweieinhalb Mal soviele Heilmittel bekommen als GKV-Patienten. Pro Kopf gerechnet ! Das Gesundheitssystem insgesamt also deutlich höher belasten.

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practicus 03.08.2015, 19:11
275.

@275
"Dort können Sie nachlesen, dass Privatpatienten zweieinhalb Mal soviele Heilmittel bekommen als GKV-Patienten. Pro Kopf gerechnet ! Das Gesundheitssystem insgesamt also deutlich höher belasten."
Das liegt aber nur daran, dass gesetzlich Krankenversicherte einem "Heilmittelbudget" unterliegen, das mit dem Instrument des Regresses durchgesetzt wird (bei Überschreitung bezahlt der Arzt für die verordnete "unwirtschaftliche" Leistung!)
Dieses erlaubt höchstens für einen von 10-20 Versicherten die einmalige Verordnung von Heilmitteln.
Braucht jemand 2 oder mehr Verordnungen, muss dafür jemand andere verzichten.
Privatversicherte dagegen sind selbst Vertragspartner des Arztes und des Physiotherapeuten und müssen ggfs mit ihrer Versicherung klären, wieviele Heilmittel die bezahlt, die leisten auch selber Vorkasse beim Physiotherapeuten.

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mensch-maennlich 03.08.2015, 19:46
276.

Zitat von keine-#-ahnung
Denk ich noch mal drüber nach ... versprochen! Was Sie vergessen haben: UND Facharztprüfung UND Spezialisierungsprüfung UND Dissertation UND Habilitation UND Honorarprofessur. UND natürlich Unwissen UND Vorurteilen UND keinerlei klinischer Erfahrung (ausser den letzten fast 25 Jahren) UND überhaupt ... SRY, dass ich mich überhaupt getraue, den "professionellen" Psychopathen zu widersprechen - viel Spass beim Blaumachen!
Genau solche Ignoranz kostet Menschenleben. Gab da mal einen sehr informativen Artikel in GEO unter der Rubrik "Der Patient meines Lebens". Da beschrieb ein Psychiater, wie ein solch großkotziger Internist wie sie einer sind das Lithium bei einer bipolaren Patientin ohne Rücksprache abgesetzt hat, weil er sowas für Quatsch hielt. Wenige Wochen später hatte die Patientin sich umgebracht.

Und wieder...Textverständnis bei ihnen nicht mal mehr mangelhaft sondern gar nicht vorhanden. Das Unwissen und die Vorurteile unterstelle ich der Bevölkerung, die aus diesem Grund nur äußerst widerstrebend psychologische oder psychiatrische Hilfe in Anspruch nimmt. Was für mich stark darauf hindeutet, daß nur sehr wenige Menschen unnötig solche Leistungen in Anspruch nehmen.

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HaPeGe 05.08.2015, 11:24
277. Ja und ...?

Zitat von practicus
@275 "Dort können Sie nachlesen, dass Privatpatienten zweieinhalb Mal soviele Heilmittel bekommen als GKV-Patienten. Pro Kopf gerechnet ! Das Gesundheitssystem insgesamt also deutlich höher belasten." Das liegt aber nur daran, dass gesetzlich Krankenversicherte einem "Heilmittelbudget" unterliegen, das mit dem Instrument des Regresses durchgesetzt wird (bei ......
Erstens ist es längst nicht so krass geregelt, wie Sie es beschreiben.
Zweitens, was hat das damit zu tun, dass die Aufwände für privatversicherte Patienten wesentlich höher sind ? Selbst wenn ich die Budgetierung berücksichte, ergibt sich doch daraus nicht der Schluss, dass die Aufwände gleich sind zwischen GKV- und PKV-Versicherten.

Letztendlich bleibt es auch dabei, dass die absoluten Aufwände für die PKV-Versicherten höher sind.

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