Forum: Gesundheit
Psychische Notlagen: Brauche Therapie, warte Monate
DPA

Monatelang müssen gesetzlich Versicherte oft auf einen Platz für eine Psychotherapie warten - auch bei ernsten Krisen und Depressionen. Ein neues Gesetz soll das ändern, mit einer Notfallsprechstunde. Reicht das?

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gough 28.07.2015, 15:43
60.

Zitat von steffen.ganzmann
Der Aufenthalt in der Psychiatrie ist zur Entgiftung. Ohne wird Sie keine "psychosomatische" Klinik aufnehmen. Ohne wird kein Kostenträger zusagen. Kliniken, die psychische UND Suchtprobleme behandeln, gibt es viele. Geben Sie sich den Ruck und gehen Sie in eine geschlossene Therapie. Ganz so schlimm ist es dort nicht und eine Entgiftung dauert nicht lange, so 7 - 10 Tage. Und innert dieser Zeit besorgt Ihnen der Kliniksozialarbeiter Anschlussklinik und "Sponsor", idealiter sollten Sie nämlich direkt von der Entgiftungsklinik zur Rehaklinik fahren (Ok, klappt leider nicht immer.). Probieren Sie's! Springen werden sie dann immer noch können, wenn's nicht klappte ...
Lieber Herr Ganzmann,

ganz herzlichen Dank für Ihr Mitgefühl und Ihren Beitrag. Ich hatte es falsch dargestellt. Ich war dank Caritas Suchtberatung schon 2 Monate vor Antragstellung clean. Es ging einzig und allein um die Depression und den Erschöpfungszustand. Das war im Antrag auch so dargestellt. Trotzdem wurde er, aus mir unerklärlichen Gründen, abgelehnt.

Danke nochmals.

Alles Gute für Sie.

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querdenker13 28.07.2015, 15:46
61. Ich sehe ...

... das Problem nicht nur bei den Krankenkassen, sondern auch bei den Kassenärztlichen Vereinigungen. Denn die verteilen das Geld, was sie von den Krankenkassen bekommen, an die niedergelassenen Ärzten weiter. Und sie entscheiden auch wo welcher Arzt, je nach Fachrichtung, sich niederlassen darf.

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*Travelyunkie* 28.07.2015, 15:48
62. Wenn es diese kirchlichen Therapien gibt, wäre ein Link hilfreich.

Zitat von watermark71
So ein Unsinn. In fast jeder größeren Stadt gibt es kirchliche Therapieeinrichtungen. Die helfen gerne und sind auch kompetent und schnell. Man muss allerdings 1,50 Euro dazu bezahlen. Es ist diese Vollkaskomentalität, die ICH WILL ALLES KOSTENLOS UND UMSONST UND SOFORT, die das Problem verursacht.
Depressiven, sehr kranken und antriebslosen Menschen per Rundumschlag 'Vollkaskomentalität' zu unterstellen ist eine Unverschämtheit.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie nie an einer schweren Depression erkranken und keinen Therapeuten finden.

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mensch-maennlich 28.07.2015, 15:49
63.

Zitat von ludwig_ellermann
Für ein Paar Schuhe geben viele locker 120 Euro aus. Eine Therapiestunde bei einem Heilpraktiker für Psychotherapie kostet oft nur 60 Euro, also dem Gegenwert von einem Schuh. Mit dem Kaufpreis des neusten Smartphones kann man oft eine ganze Therapie zahlen. Versagt sich das aber, weil es nicht die Krankenkasse zahlt - ist das nicht krank?
Können sie nicht rechnen oder sind sie einfach nur ein A.....? 25 Stunden bei einer KURZzeittheraphie. Das wären 1500 Euro. Und das können sich viele Menschen nicht leisten.

Sind wir jetzt schon so weit, daß Kranke beschimpft werden, weil sie die Kosten ihrer Behandlung nicht selbst zahlen?!?

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steffen.ganzmann 28.07.2015, 15:52
64. Es gibt eine Möglichkeit!

Zitat von astraperlt
Im Prinzip kommt man schon schneller dran. Denn momentan ist es so, dass viele Psychotherapeuten ausschließlich Privatkassen-Patienten versorgen. Auch bestimmte Leistungen bekommen nur Privatpatienten, es sei denn man zahlt aus eigener Tasche. Auch ich hätte sofort einen/mehrere Therapieplätze bekommen, wenn ich Privatpatient gewesen wäre. Ich hatte aber irgendwann Glück aufgrund eines Tipps meines Hausarztes.
Aber, da es mich nicht interessierte, hörte ich nur mit halben Ohr hin:

Wenn Ihnen nachweisslich 6 (glaube ich) Psychotherapeuten keinen zeitlich nahen Termin geben konnten, gehen sie mit diesen quasi-Absagen zu Ihrer Kasse. Die ist mittlerweile verpflichtet, Ihnen einen früheren Termin zu besorgen Natürlich kann das dann nicht der Therapeut Ihrer Wahl sein, aber Sie müssen ihn ja auch nicht heiraten. ;-)

Ok, das ist alles, was ich noch davon weiss. Ein Psychiater kann Ihnen das sicherlich richtig erklären ...

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PaulPeiseler 28.07.2015, 15:52
65. Psycho-Therapie

Habe mitunter den Eindruck, daß einige Ärzte selber etliche Zeit dort verbringen müßten.

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gott777 28.07.2015, 15:54
66. @40 CancunMM

Bitte nicht falsch verstehen, mein Beitrag ging keinesfalls gegen die Therapeuten, die haben sich den vollen Kalender auch nicht ausgesucht. Nur wenn sie ein akutes Problem haben, können sie nicht monatelang auf einen Termin warten. Bei meiner Partnerin ist das ganze immer schubweise (sozusagen als ob sie alle zwei Wochen extreme PMS hätte). Es kann also durchaus sein, dass es ihr in 4-5 Monaten einigermaßen gut geht, ein Monat später aber wieder hundeelend. Daher hat sie dann dankend darauf verzichtet und sich gedacht "vielleicht geht es mir bis dahin wieder gut". Das Problem sehe ich eben darin (auch in anderen Fachbereichen), dass Menschen akute Probleme haben, ihnen aber nicht akut geholfen werden kann. Ich habe z.B. streßbedingt immer wieder mal einen blasenartigen Ausschlag an Fingern und Zehen, und das seit nunmehr 15 Jahren. Die verschwinden wieder nach einer Woche, kommen aber in der nächsten Streßsituation evtl. wieder. Tja, Hautarzttermin gemacht, Termin nach einem Monat da der Kalender übervoll, keine Blasen bis dahin mehr, er konnte nichts feststellen, nach Hause geschickt. Zwei Wochen später wieder Blasen.... etc.

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*Travelyunkie* 28.07.2015, 15:54
67. Versuchen Sie das Kostenerstattungsverfahren der Krankenkassen.

Zitat von london2008
Diese Erfahrung musste ich auch machen, nach einem Selbstmord meines Vaters den ich nach Tagen der Suche erhängt im Wald gefunden, in kurzer Zeit danach einen schweren Herzinfarkt überlebt und dann noch die Kündigung meines Arbeitsplatzes erleben musste. Mit genau diesen Infos habe ich versucht einen Psychologen/- Psyschotherapeuten Termin im Umkreis von 30Km um meinem Wohnort zu ergattern leider ohne Erfolg. Das ganz an Sich war schon schlimm aber die Krönung hat dann ein bekannter Psychologe in Bensheim drauf gesetzt und mir trotz der vorliegenden Infos mir eine " Privatsprechstunde " seines Privatdozenten in Höhe von 180,- für 45 min angeboten. Danach habe ich alle weiteren Versuche Hilfe zu finden eingestellt...... Lost in Space so fühle ich mich.
Habe ich in einem vorherigen Beitrag beschrieben. Die werden zwar keine €180 übernehmen, aber den regulären Satz auch bei nicht kassenärztlich zugelassenen Psychotherapeuten.

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KeineIdee100 28.07.2015, 15:58
68. Auch Privatpatienten leiden

Ich bin einer der gescholtenen Privatpatienten. Als Beamtin bin ich gezwungen, mich zur Beihilfe privat zu versichern. Vorteile gegenüber meinem pflichversicherten Lebenspartner kann ich nicht erkennen. Ich wohne auf dem Land und habe hier nicht den Luxus von reinen Privatpraxen. Alle Ärzte sind Kassenärzte und gestalten ihre Terminplanung nach Dringlichkeit oder Prominenz. Ich bin nicht prominent und meistens ist auch nichts dringend, ich muss also beim Hausarzt und den meisten Fachärzten genauso lange warten, wie jeder andere auch. Die einzige unrühmliche Ausnahme ist meine Augenärztin. Bei ihr bekommen Privatpatienten früher einen Termin, allerdings nur, wenn sie sich übergründlichst und aufwändigst untersuchen lassen - selbst, wenn sie nur ne Bildschirm-Brille brauchen.
Richtig ist, ich werde als PP besser versorgt, manchmal mehr als mir lieb ist. So hätte ich nach Knöchelbruch tatsächlich 110 Lymphdrainagen und Krankengymnastik-Sitzungen genießen (und, weil die Beihilfestelle ab Sitzung 30 zickte, mit 50€ Eigenatnteil bezahlen) dürfen - insgesamt also fast 5000€. Man gönnt sich ja sonst nichts.
Ich war außerdem dreimal im CT und wurde mindestens viermal geröntgt, strahle also jetzt im wahrsten Sinne des Wortes von innen und außen.
Während meine kassenversicherte Freundin nichts zu Lachen hat und mit ähnlichem Bruch ganze 10 Drainagen + 20 KG und dreimal Röntgen bekam.
Spätestens ab Drainage/Gymnastik 40 wär's sicher bei mir nicht mehr nötig gewesen, ab Sitzung 70 habe ich mich verweigert. Mir wurde aber vom behandelnden Orthopäden (und Mitbesitzer der Krankengymnastik-Praxis) wahre Horrorszenarien ausgemalt, was passieren könne, wenn ich nicht so will, wie er. Nach seinen rabiaten Untersuchungen, tat's auch jedesmal wieder weh. Aber was weiß ich schon - er ist die Koryphäe.
Auch beim Gyn und Augenarzt wurden mir schon Untersuchungen und Therapien aufgeschwatzt, die der gemeine Kassenpatient nicht zu brauchen scheint, nicht mal, wenn er igelt.
Inzwischen bin ich sehr, sehr unsicher bei Arztbesuchen geworden. Von Vertrauen zur weißen Zunft kann keine Rede mehr sein.

Leider geht das alles aber am vorliegenden Thema vorbei. Es ist eine Schande, dass Menschen, die dringenst Therapie brauchen, keine bekommen. Verursacher dieses Notstandes ist die von Ärzten dominierte Kassenärztliche Vereinigung, die trotz steigendem Bedarf, die Zahl der Zulassungen künstlich knapp hält und mit ihrer knauserigen Entlohung vielen Psychologischen Psychotherapeuten jede Motivation nimmt. Ein anderer Grund sind die Psychotherapeuten selbst, die bevorzugt Klienten mit Bagatell-Problemen annehmen, denen Seelsorger, Heilpraktiker, 'ne Mitgliedschaft im Kegelclub oder die Anschaffung eines Kanarienvogels genauso helfen würden, während die wirklich Leidenden auf der Strecke bleiben. Ganz dramatisch ist die Situation in der Kinder- und Jugendtherapie. Verursacher sind auch die Krankenkassen und starken Fachverbände, die immer noch die klassischen langwierigen Therapieverfahren, wie Psychoanalyse, präferieren und protegieren, mit 100 bis 200 Sitzungen, als auf effektivere und kürzere Verfahren zu setzen.

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steffen.ganzmann 28.07.2015, 15:59
69. Irgendwie verstehe ich das nicht!

Zitat von glen13
In meinem Einzugsgebiet habe ich die Möglichkeit, in 6 Monaten plus mal einen Therapeuten zu sehen. Aber warum soll das hier anders sein als bei Augenärzten, Lungenfachärzten etc. Schließlich bin ich n u r ein DAK Mitglied, also unbrauchbar für die Geldeintreiber im weißen Kittel.
Ungelogen bekam ich bei jeden Arzt und jedem Spital innert 7 Arbeitstagen einen Termin! In jeder Stadt! Als GKV-Patient! Und ohne den "ich-bin-auch-Arzt-Joker" ...

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