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Psychische Probleme: Arbeit macht krank - und gesund
Corbis

Schuften, abrackern, ausbrennen: Arbeit kann weh tun. Doch ein angemessener Arbeitsplatz kann vor allem psychisch Erkrankten auch helfen, wieder gesund zu werden.

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Kirk70 10.01.2014, 14:04
20. Simulieren?

Zitat von lachina
Psychische Erkrankungen lassen sich eben nicht einfach simulieren, was beispielsweise dazu führt, dass Patienten mit dem Münchhausensyndrom so gut wie nie psychische Symptome erfinden. ....
Nach dem Test mehrerer sogar stationärer Einrichtungen, wo ALLES simulierte "fachlich" bestätigt wurde, sagten die betroffenen Psychologen sogar, sie können nur bestätigen, seien abhängig davon, was die Probanten denen erzählen. Ich weiß nicht mehr wie die Studie heißt. Ist sehr bekannt.
Und übrigens. Das Münchhausen-Syndrom ist extremer Narzissmus. Und das ist CHARAKTERSACHE und keine Krankheit, da völlig der Determinismus einer Erkrankung fehlt.
Münchhausen heißt übrigens Opfer seines eigenen Opfers zu sein, oder ein Opfer zu missbrauchen um Vorteile zu erlangen.

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Kirk70 10.01.2014, 14:06
21. Psychologe sagt...

Zitat von sysop
Schuften, abrackern, ausbrennen: Arbeit kann weh tun. Doch ein angemessener Arbeitsplatz kann vor allem psychisch Erkrankten auch helfen, wieder gesund zu werden.
Wer für so eine Erkenntnis einen Menschenkenntnis-EXPERTEN - und NUR das sind Psychologen/Psychiater - braucht und über 25 ist, soll besser nach Hause gehen. Hinzu kommt, das ein Experte der sagt, wer nackt ins Wasser springt wird nass wohl kaum ein Experte ist.
DIE Hochstaplerbranche Numero Uno, ausgenommen ausdrücklich die Therapeuten, die wirklichen URSACHEN von Problemen auf den Grund gehen und den dann therapieren.

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darkview 10.01.2014, 16:39
22. Eigene Erfahrungen

Ich bin seit etwa 15 Jahren in durchgender psychotherapeutischer Behandlung aufgrund einer Persönlichkeitsstörung, die sich in freundlicher Zusammenarbeit mit der Familie entwickelt hat. Kurz nach dem Abi habe ich mir selbst Hilfe gesucht, die ich vorher nicht bekommen habe. Inklusive der folgenden Ausbildung arbeitete ich etwa 8 Jahre bis zum endgültigen KO. In dem Zusammenhang: Nein, Arbeit ist nicht nur "gut". Nach insgesamt 5 Jahren intensiver Therapie und Umschulung ging die Zuständigkeit für mich an die Arbeitsagentur. Vermittlungsvorschläge in Zeitarbeit und Callcenter - entgegen jeglicher Absprache - ließen mich erneut vom Stuhl fallen. Ärztliche Stellungnahme, dass sowas gar nicht geht, eingeholt. Zuständigkeit wechselte zum Jobcenter, zum Glück zu einer kompetenten, interessierten Kraft. 1 Eur Job zum Aufbau, zum Glück dort ganz tolles Team mit Unterstützung im menschlichen Bereich, wie auch bei Bewerbungen. Noch vor Ende der Zuweisung fand ich auf eigene Initiative DEN angemessenen Job. 30 Stunden - maximal leistbare Arbeitszeit - in meinem Umschulungsberuf. Ein winziger Verein, faire Vergütung, gutes Team, unbefristeter Vertrag. Lange vor Ende der Probezeit hab ich mich unentbehrlich gemacht. Jetzt die Neuverteilung der Aufgaben: Die Buchhaltung, inklusive der Verantwortung, wechselt von meinem Kollegen - 25 Jahre im Haus - in meine Hände. Das ist eine Arbeitsstelle, die leidensgerecht ist aber auch meinen Fähigkeiten entspricht. Diese Kombination ist fast nicht zu bekommen als Berufsanfänger und Mensch mit großer Lücke im Lebenslauf. Man wird entweder in die Zeitarbeit getrieben oder in befristete Jobs. Mit Glück vielleicht in eine fähigkeitenentsprechende Stelle. Ich hab unheimliches Glück gehabt. Einer von 10 hat das vielleicht. Und daran ist diese Person nicht selbst schuld sondern die Entwicklung der Gesellschaft, gefördert durch die neoliberalen Kräfte.

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harwin 10.01.2014, 16:47
23. Mittelmaß ist das Maß aller Dinge

Mittelmaß ist das Maß aller Dinge. Wer sich zuviel zumutet wird krank, wer sich zu wenig zumutet wird auch krank. Ich denke der Mensch ist einfach unterschiedlich, und der eine wird krank durch Arbeit die nicht seins ist. Der andere findet die Berufung in seinem Job, und brennt auch nicht so leicht aus. Die meisten Menschen arbeiten um zu überleben. Die Existenz muss durch Geld gesichert sein. Das ist es letztendlich was Menschen brauchen, eine finanzielle Sicherheit eine Grundlage ohne die sie krank werden. Die Arbeitswelt heute kennt allerdings auch keine Grenzen, die muss jeder Arbeitnehmer wohl heute selbst setzen, kein Gesetz hilft ihm dabei, da kann der eine oder andere schon mal psychisch erkranken. Schließlich haben Menschen auch Angst den Job zu verlieren weil sie nicht mehr so viel leisten können. Oder sie Angst davor haben Grenzen zu setzen, um den Job nicht zu verlieren. Das System ist krank, und daher gibt es auch so viele psychischen Erkrankungen.

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harwin 10.01.2014, 16:55
24. System ist krank

Zitat von analyse
"Patienten" berichten,die gar nicht krank sind ! Und dafür braucht man keine Studie um zu wissen,daß für solche Strukturierte Arbeit -möglichst körperliche mit frühem Aufstehen das beste Heilmittel ist,statt langen tiefenpsychologischen Sitzungen in denen es erfreulicherweise immer um die eigene Person geht! Zugegeben,die Diagose ist oft schwer.So könnte sich die erwähnte Arbeit vortrefflich zur Differentialdiagnostik eignen !
Also so wie ich das sehe, kennen Sie sich in der Materie nicht sonderlich gut aus.
Die Krankenkassen verschreiben einem Patienten keine langen tiefenpsychologischen Sitzungen. Der Patient bekommt in den meisten Fällen erstmal eine Kurzzeittherapie (Verhaltenstherapie) je nach Beschwerdebild, und da geht es sehr wohl um wirkliche Erkrankungen nicht um (gar nicht krank sein). Ich nehme an das es nur einfach Unwissenheit ist, wenn Sie soetws schreiben.

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lachina 10.01.2014, 19:27
25. Verwechslung?

Zitat von Kirk70
Nach dem Test mehrerer sogar stationärer Einrichtungen, wo ALLES simulierte "fachlich" bestätigt wurde, sagten die betroffenen Psychologen sogar, sie können nur bestätigen, seien abhängig davon, was die Probanten denen erzählen. Ich weiß nicht mehr wie die Studie heißt. Ist sehr bekannt. Und übrigens. Das Münchhausen-Syndrom ist extremer Narzissmus. Und das ist CHARAKTERSACHE und keine Krankheit, da völlig der Determinismus einer Erkrankung fehlt. Münchhausen heißt übrigens Opfer seines eigenen Opfers zu sein, oder ein Opfer zu missbrauchen um Vorteile zu erlangen.
Du meinst das Rosenhan- Experiment. Das basiert natürlich darauf, dass psychiatrische Symptome nicht messbar oder darstellbar sind. Auf der anderen Seite ist auch der Patient auf das Vertrauen des Psychiaters angewiesen, wenn er beispielsweise Schutz vor imperativen Stimmen sucht, die ihm Suizid befehlen.
Ein Opfer zu missbrauchen, um Vorteile zu erlangen, dass ist "Münchhausen by proxy oder Stellvertretersyndrom." Das ist das, wenn beispielsweise Mütter ihre Kinder vergiften, um ärztliche Zuwendung zu erfahren.
Außerdem gibt es aber noch Münchhausen. Menschen mit dieser Störung aber auch Simulanten wissen, wie schwierig es ist, beispielsweise durchgehend eine Schizophrenie zu simulieren.

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Kirk70 10.01.2014, 19:53
26. Re

Zitat von lachina
Du meinst das Rosenhan- Experiment. Das basiert natürlich darauf, dass psychiatrische Symptome nicht messbar oder darstellbar sind. Auf der anderen Seite ist auch der Patient auf das Vertrauen des Psychiaters angewiesen, wenn er beispielsweise Schutz vor imperativen Stimmen sucht, die ihm Suizid befehlen. Ein Opfer zu missbrauchen, um Vorteile zu erlangen, dass ist "Münchhausen by proxy oder Stellvertretersyndrom." Das ist das, wenn beispielsweise Mütter ihre Kinder vergiften, um ärztliche Zuwendung zu erfahren. Außerdem gibt es aber noch Münchhausen. Menschen mit dieser Störung aber auch Simulanten wissen, wie schwierig es ist, beispielsweise durchgehend eine Schizophrenie zu simulieren.
Ja Rosenhan. Aber mit Menschenkenntnis und Plausibilitätsprüfung bei deim Therapeuten mit erweiterter Menschenkenntnis, die auch normales Verhalten zu erkennen erfordert, der geschilderten Lebensumstände kann man mit einer brauchbaren Fehlerquote erkennen, ob jemand nur etwas labert oder es passt. Was ich da erlebt habe in Münster und Köln, würde eh keiner glauben. Ich erzähle es nur noch sehr selten Menschen, die mich lange persönlich kennen.
Eines aber als nachvollziehbares Argument:
Kein Therapeut kann sich selbst therapieren, indem er andere therapiert. Schwachsinn, aber Binsenweisheit, dass die es tun.
Auch eine Binsenweisheit, wie katastrophal viele Therapeuten im echten Leben klar kommen und vor allem einen Fehler einräumen können. Wie soll man da Spezialist für abnormale Reaktionen sein.
Gönn Dir mal Ruhe, Denk auch mal an Dich, Versetz Dich in die Perspektive anderer etc etc sind LEBENSRATSCHLÄGE, KEINERLEI Therapie, die auf einem oder mehrerer erheblichen Erlebnisse basiert und als spezielle Beziehung nur geht. Das ist bei guten und vor allem Therapeuten, die up to date sind LEERMEINUNG.
Da ist ein Dilettantismus bis zu Straftaten (§ 174 StGB versteht fast jeder als Belästigung) am Werk, dass es kracht.
Ich kann Dir da ganze Platten besingen.

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Newspeak 10.01.2014, 22:52
27. ...

"Arbeit ist ein Platzanweiser in der Gesellschaft. Sie stiftet Sinn im Leben, gibt den Menschen einen Rahmen", sagt der ehemalige Berliner Gesundheitssenator Ulf Fink

Vielleicht lenkt sie aber auch nur ab, betäubt die Symptome, täuscht Wohlbefinden vor...und wenn derjenige dann nicht arbeitet, dann fällt er wieder in dasselbe tiefe Loch wie zuvor. Und mit der Sinnstiftung ist es wie mit der Gabel...die Gabel hat einen Sinn, für den, der sie benutzt, aber nicht für sich selbst. Auch die Arbeit macht Sinn, für den, der den anderen ausbeutet, aber nicht für den, der ausgebeutet wird.

Das soll nicht heißen, daß Menschen bei freier Wahl ihrer Tätigkeit nicht auch Glück und Zufriedenheit finden. Aber das ganze obige Zitat steht für Fremdbestimmung ("Platzanweiser", "Rahmen").

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albert schulz 10.01.2014, 23:05
28. Unterbeschäftigung

Das Ding heißt Beschäftigungstherapie. Man beschäftigt in Psychiatrien, in Werkstätten für geistig Behinderte, in Gefängnissen. Natürlich auch bei Banken, Versicherungen und Behörden. Das war schon immer so und diente nur dem Zweck, die Leute von der Straße zu haben und sie zu beglücken mit Aufgaben, damit sie ihr schäbiges Dasein als wert- und sinnvoll ansehen. Anspruchsvoll oder interessant dürften diese Betätigungen allesamt nicht sein, aber sie sorgen für ausufernde Zufriedenheit und Wohlbehagen, sind also therapeutisch sinnvoll. Daß solche uralten Erkenntnisse als neu verkauft werden, hat nur damit zu tun, daß keine neuen Erkenntnisse angeboten werden. Schließlich wollen die Psychofreaks beschäftigt sein.

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Zitat von lachina
Münchhausensyndrom: Gerade bei Psychosen besteht die Person eher darauf völlig gesund zu sein, als krank zu sein, was dann wiederum Symptom für ihre Krankheit ist.
Bekanntlich ist es genau umgekehrt. Der Kranke ist gesund und beharrt darauf krank zu sein, ein recht häufiges Verhalten bei Menschen, die einen vorzeitigen Rentenbezug ereichen wollen, weil sie faul, unfähig, erfolglos, unterfordert, unzufrieden sind.

Eine Psychose haben wohl die Gesunden, die aus Budgetgründen für krank erklärt werden sollen und abgeneigt sind.

Die von Ihnen geschilderte Symptomatik wird wohl eher von Ärzten und Psychos genutzt. Sie erkennen Krankheiten, von denen der Kranke keinen Schimmer hat, dem uralten Gesetz gehorchend, das da lautet: „Wenn Du krank sein willst, mußt Du einen Arzt aufsuchen.“ Das Phänomen gehört zum beschäftigungstherapeutischen Komplex des Krankheitswesens, das ja zu etwas gut sein will. Man kann es auch häufig bei Handwerkern, Gutachtern, Computerspezialisten beobachten. Oder bei Politikern, die eigentlich nichts zu entscheiden haben, aber stundenlang über diese Entscheidungen diskutieren können. In Branchen, die zwar keinen Sinn haben aber solide Einkünfte erzielen, wird das Verfahren in Form von „Meetings“ perfektioniert. Es werden absolut unproblematische Tatbestände problematisiert.

Letzteres machen übrigens auch Selbständige, die keine Aufträge haben. Mich hat das Nichtstun in jüngeren Jahren verrückt gemacht, und der Grund war nicht nur das Ausbleiben von Honoraren.

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el`Ol 11.01.2014, 10:49
29. welche Arbeit

Ich sehe das Problem, dass repetitive Arbeit mit hohen Anforderungen an Geschwindigkeit, Ausdauer und permanente Konzentration von Gesunden, die stolz sind auf ihre eigene hohe Qualifikation, als "einfach", da unqualifiziert angesehen wird. Das mag für Autisten und einen Teil der geistig Behinderten gelten, was psychisch Erkrankte betrifft, ist das sicher falsch. Da wäre wahrscheinlich mehr Umdenken nötig, als die Gesellschaft derzeit zu brinen im Stande ist.

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