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Psychische Störungen im Film: Von irren Mördern und anzüglichen Therapeuten
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"A Beautiful Mind", "Rain Man", "Das Schweigen der Lämmer": In vielen Filmen sind Protagonisten psychisch krank. Wann zeichnen Filme ein realistisches Bild, wann bilden sie bloß Vorurteile ab?

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Dokwart 02.02.2015, 12:25
30. Filmtip

Ich könnte mich jetzt über diverse Aspekte des Artikels auslassen, aber das ist alles ganz gut mit "Filme sind keine Darstellung der realen Welt" zusammengefasst. Wer das nicht kapiert, kapiert psychologische Krankheiten so oder so nicht.

Konstruktiverweise hier noch ein Film zum Thema:
"Ordinary People" (1980)
Dieser Film thematisiert schön die Angst vor Psychoanalyse von dem Betroffenem und seinem Umfeld. Außerdem nervt mich dieses "Psychoanalyse ist out" Gefasel. Besonders in diesem Gebiet kann man eben nicht so einfach mit dem Finger auf ne Zahl deuten und sagen: Ja, so wirds ab heute gemacht! Auch wenn viele Statistiker sehr sehr seeeehr bemüht darum sind.

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nütztnichts 02.02.2015, 13:10
31. Gandalf und Hobbits sind unrealistisch

Das ist wirklich heftig, wie in manchen Filmen bestimmten Figuren Eigenschaften unterstellt werden. Zum Beispiel gibt es keine wissenschaftlichen Belege, dass Magier wirklich teleportieren können. Und dennoch sieht man ein solches angebliches Verhalten immer wieder. Genauso sind die besonderen Eigenschaften von Hobbit-Füßen ein ganz unerforschtes Gebiet. Wieso werden die dann als knubblige haarige Gebilde dargestellt. Und was ist, wenn ein menschliches Wesen Hobbit-ähnliche Füße hat? Ist dieser dann nicht für sein Leben stigmatisiert? Hier muss endlich mal aufgeräumt werden. Wie können angebliche Superhelden, ganze gegnerische Armeen auslöschen, ohne jemals nachladen zu müssen? Erhöht eine solche Darstellung nicht den Druck auf unsere Jungs in Afghanistan, ohne besondere Hilfestellung die Taliban am besten ganz alleine zu besiegen?
Das geht so wirklich nicht mehr weiter.
:-P

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nik.macchiavelli 02.02.2015, 14:32
32.

Ach, Tatort bedient Klischees? Wär mir gar nicht aufgefallen!

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margei 02.02.2015, 15:06
33. Einer flog übers Kuckucksnest

Dieser Film ist aus den 1970er Jahren und ist wohl mit der heutigen Psychatrie hoffentlich nicht mehr vergleichbar. So gesehen irrt sich die Autorin, wahrscheinlich wird wohl eher das Bild der Psychatrie der End 60er Jahre dargestellt. Weil spezifische Informationen wohl etwas dauern bis auch die Drehbuchautoren davon hören. Man sollte Filme auch immer in ihren zeitlichen und örtlichen Aspekt einordnen können.
Ein Film Brubacker wird wohl nicht mehr die Gefängnisszustände von heute in der USA beschreiben, diesen dann ranzuziehen und zu sagen das ist unrichtig weil deutsche Gefängnisse ... wäre genauso fehl geleitet.

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nettes Gespräch 02.02.2015, 15:13
34.

natürlich haben die Recht, die sagen, ein Film solle ja gar nicht die Realität Widerspiegeln. Natürlich haben Filme nicht per se einen pädagogischen Anspruch oder Auftrag.
Wenn eine bestimmte Gruppe (in dem Fall psychisch Kranke oder Psychotherapeuten) immer auf eine bestimmte falsche Art dargestellt wird, finde ich das schon nicht ganz unproblematisch.

Ähnlich problematisch sind z.B. rassistische Klischees in Filmen (z.B. der lustige, etwas minderbemittelte Schwarze) oder soziale Klischees bei RTL (die dumme fette Hartz 4-Empfängerin die den ganzen Tag raucht und säuft).

Was wir sehen bestimmt wie wir die Welt sehen... Also kann man schon zumindest darauf hinweisen.
Die Autorin spricht sich ja nicht für generelle Verbote unrealistischer Darstellungen oder sowas aus.

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diego666 02.02.2015, 15:59
35.

Zitat von alleghieri
Ich weiß nicht, wie man auf die Idee kommen kann, Krimis sollten realistisch sein. Wenn es als Diskriminierung psychisch Kranker gelten soll, dass häufig Verrückte morden , na gut, dann soll man sich halt an englische Krimstandards halten: Der Mörder ist immer der Gärtner. Aber dann würde die Gärtnerinnung protestieren und einer muss schließlich der Mörder sein.
"Verrückte" morden nicht so häufig, eher werden sie häufiger Opfer von Gewalttaten als "normale" Menschen.
Und zwar oft durch die Hand "normaler" Menschen.

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cosmologic22 17.11.2015, 13:43
36. Vielschichtigkeit

Viele haben es ja schon geschrieben: Fiktion ist keine Wirklichkeit (oder doch?)
In der Wechselwirkung Psychiatrie/Film/Fiktion läuft alles aber noch perfider ab. Einige Filme haben tatsächlich Diagnostikgeschichte geschrieben: Sybil z.B.
Etliche Filme, das sollte man nicht vergessen, haben aber den Anspruch, die "Realität" der jeweiligen Diagnosen zu zeigen - und schrammen halt doch nur am üblichen popkulturellen Klischee vorbei. Man muss den Zeitgeist sehen, Sublimiertes, nicht nur bei der Fiktion, sondern auch bei den oftmals sehr wankelmütigen Diagnosen, die sich auch gern mal komplett ändern. Nichts scheint auf ewig festgeschrieben. "Einer flog übers Kuckucksnest" z.B. hat als Anti-Psychiatriefilm die Machtlosigkeit des entmündigten Patienten angesprochen. Dr. Jekyll/Mr. Hyde war einerseits Metapher, andererseits ernste Psychiatriereflektion (double personality etc.). Oftmals bedienen sich Psychiater den Metaphern der Filmgeschichte. Und so befruchten sich alle gegenseitig. Man muss da sehr vorsichtig sein.
Wenn hier alle so schön die Fiktion von der Realität unterscheiden können, naja, Roboter etc. sind halt doch anders als das xte Klischee von Demenz und Autismus.

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Olaf 17.11.2015, 13:52
37.

Die Amokläufer in Schulen waren aber zum größten Teil schon vor dem Amoklauf psychisch Auffällig und in Behandlung.

So ganz ohne Zusammenhang ist das nicht.

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