Forum: Gesundheit
Psychologie: Glücklich durch Zuversicht
Getty Images

Die Weltlage ist trübe? Umso wichtiger sind positive Beispiele. Warum es sich lohnt, für seine Ziele zu kämpfen und welche innere Haltung dabei hilft.

Seite 2 von 5
StefanZ. 20.04.2019, 02:47
10. Das effektive Handeln nicht vergessen

@thoms1957, @BurekTomate: Sie scheinen mir beide ein wenig von der Frosch-Kategorie zu stammen, die sich zurücklehnt, sagt halb so schlimm, und dann darauf wartet, daß gewiß schon irgendein anderer etwas unternehmen wird. Die Lage ist übel, aber noch nicht hoffnungslos. Wir haben da in den letzten Jahrzehnten z.B. 2/3 der Tierarten ausgerottet, weil die Masse der Überbevölkerung Platz und Ressourcen verbraucht. Das Verhältnis der Menschen zueinander leidet in dem Masse wie der Verteilungsdruck stetig steigt usw. Es wird Zeit für einen laßt-es-uns-anpacken Realismus anstatt weiterhin wie Rösling zu sagen, daß das Problem der Sahne sowieso stetig geringer wird, weil die Flüssigkeit in der Sahne bereits am Verdunsten ist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Newspeak 20.04.2019, 03:37
11. ....

"Auch der 2018 verstorbene Astrophysiker Stephen Hawking hätte allen Grund zur Verzweiflung gehabt:"

Solche anekdotischen Beispiele erscheinen mir nicht hilfreich, weil sie auf selektiver Wahrnehmung beruhen. Wir sehen nur, in der Rückschau, die Erfolgreichen. Auch die erfolgreichen Kämpfer, die es nicht einfach hatten. Der "Zwilling" von Hawking, der als vielversprechender Physiker angefangen hat, aber mit 30 an ALS gestorben ist, oder auch nur einfach weiterlebte, aber nichts Bedeutendes entdeckte, den sehen wir nicht. Und das gilt überall. Wir sehen 1% der erfolgreichen Künstler, Schauspieler, Wissenschaftler, Sportler, Journalisten, Schriftsteller, etc. Die 99%, die immer gleichzeitig scheitern, sehen wir nicht. Das erweckt den Eindruck, dass jeder es schaffen kann...es also auch schaffen wird, wenn er sich nur genug anstrengt. Das ist aber schlichtweg nicht wahr. Es ist neben einem Talent und harter Arbeit, Glück und Zufall, es sind Mentoren und Protegierte, mit Beziehungen kann man auch talentfrei sein.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
dasfred 20.04.2019, 04:59
12. Es gibt immer Alternativen

Wenn ich mit meinem Umfeld, privat oder beruflich nicht mehr klar komme, kann ich entweder lernen, mich anzupassen und einzugliedern, was das Leben sicherlich einfacher macht, ich kann aber auch meine persönlichen Bedürfnisse definieren und passe mein Umfeld daran an. Klingt jetzt etwas verkopft, dauert ewig lange, funktioniert aber. Wenn ich erst bewusst wahrnehme, was mich belastet und was mich erfreut, ändert sich die Sicht auf die Umwelt. Negatives wird nach und nach weniger Macht über mich haben, weil das Positive eine innere Wärme, ein inneres Leuchten bewirkt. Selektive Wahrnehmung, bewusst eingesetzt, kann dem Leben einen schöneren Inhalt geben. Man sieht erst jetzt, was man wirklich braucht und wo man durch Verzicht auch etwas für andere geben kann. Wem ich lächelnd begene, der nimmt mich anders wahr, als der, dem ich mit Missbilligung gegenübertrete. Achtsamkeit und Verständnis bringen im Zusammenleben mehr als Ausgrenzung.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mumuwilli1975 20.04.2019, 08:07
13. BurekTomate

Meine Erfahrungen sind andere. Ich habe in einigen Ländern gelebt und bin auch heute noch viel unterwegs. Ich muss feststellen, dass gerade die Deutschen oft pessimistisch, schlecht gelaunt und mürrisch sind. Es wird nur das negative gesehen. Da ist es schwer positiv zu bleiben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Leonia Bavariensis 20.04.2019, 09:01
14. Die Frage, die sich mir stellt

Woher stammt die innere Einstellung der Zuversicht? Hat sie eine (zumindest teilweise) genetische Basis? Ist sie erfahrungsbedingt, also auch von Erziehung etc. geprägt? Lässt sie sich fördern, indem man Kindern ihre Handlungsspielräume bewusst macht und ihnen auch wegweisende Entscheidungen zutraut und sie dabei unterstützt?
Die Fragen stellen sich mir auch persönlich, denn woher nehme ich diese Zuversicht, diese Einstellung (wer nicht kämpft, hat schon verloren) und die Kraft, auch Rückschläge zu verarbeiten? Absolut a-religiös, aber öffentlich und privat engagiert in verantwortbarem, sprich überschaubarem Rahmen. Und das, obwohl meiner leicht neurotischen Mutter Standardspruch viele Jahre lang war: das schaffst Du nie! Reichte es aus, dass das andere Elternteil einem vorlebte, dass man sich auch in miesesten Situationen nicht unterkriegen lassen soll? Oder hat dieses Elternteil mir auch ein entsprechendes genetisches Erbteil mitgegeben?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
OhMyGosh 20.04.2019, 09:26
15.

"Offenbar erleben wir derzeit nicht nur eine fossile, sondern auch eine psychologische Energiekrise:" Dieser Satz hat es in sich. Im Gegensatz zu den Freitags-Demonstranten haben wir Älteren vermutlich längst unseren Glauben an eine solidarische, freundlichere, friedlichere Welt verloren, auf der Mensch und Tier "artgerecht"und "im kontrollierten Anbau" miteinander leben können. Ein Hoffnung versprechendes Zeichen sind für mich die anstehenden Strafprozesse gegen das Verbrecherkartell bei VW und Konsorten. Für diese Prozesse wünsche ich mir auch bei uns Richter, die ihren amerikanischen Kollegen das Wasser reichen können.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
StefanZ. 20.04.2019, 09:45
16. @Leonia

Liebe Leonia, ich maße mir nicht an hier keine Predigt zu halten, aber vielleicht ein paar kurze persönliche Erfahrungen und Ratschläge dazu: die Genetik bringt in der Tat einiges an Tendenzen zu verschiedenen Denk- und Handlungsweisen mit sich. Allerdings zum Glück wirklich auch nur Tendenzen, die sich zunächst durch Erziehung von Eltern und Schule, und danach lebenslang durch die Selbsterziehung Drehen lassen. Wie erzeuge ich eine gesunde Zuversicht und all die anderen Tugenden, die eine ausgeglichene Persönlichkeit und ein erfülltes Leben bewirken? Nun, zunächst einmal gilt es zu erkennen und beherzigen, daß Gedanken Gefühle und Taten schaffen. Daß sie ebenso auf Dauer in der Lage sind Charakter, Persönlichkeit usw. umzuformen und damit das gesamte Lebensschicksal zu bestimmen. Es reicht also sich anzutrainieren auf bewußte, leicht positive Weise kontrolliert zu denken und damit sein Leben in die Hand zu nehmen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ontwoone 20.04.2019, 10:34
17. Zuversicht und Bedeutsamkeit

Ein guter Text! Eine andere Schlagzeile im Spon heute besagt, dass immer weniger Deutsche an Gott glauben. Das ist auf jeden Fall schon mal ein Unterschied zu den aufgeführten Mexikanern. In einer Welt, in der sich die Frage stellt, ob man an Gott glaubt, ohne zu wissen ob und wie es Gott gibt, ist Zuversicht schwer zu erreichen. Würden wir anerkennen, dass wir viel zu wenig wissen, um die Frage beantworten zu können, dann wäre die Zuversicht der Treibstoff unseres bedeutsamen Handelns. Denn das sind wir: bedeutsam! Viel zu lange, haben Wissenschaftler, Kirchenleute, Philosophen und Politiker uns Menschen weis gemacht, dass wir nur ein unbedeutender minimalistisch kleiner Teil eines nicht erfassbaren Größeren sind. Greta Thunberg sagt jedem von uns plötzlich die Macht zu, durch sein eigenes Handeln unseren Heimatplaneten genesen zu lassen. Denn wir sind bedeutsamer als wir glauben. Immerhin enthalten wir das Leben. Unser Planet und wir sind Lebewesen und somit im sehr großen Raum, ohne jegliches Leben weit und breit, unbedingt bedeutsam. Vielleicht tragen wir sogar die Verantwortung dafür, dass die Idee des Lebens sich im leblosen All ausbreitet. Warum soll soviel Raum keinem Leben zur Verfügung stehen? Wir Menschen sind wahrscheinlich auf unserem Planeten die Krone der Schöpfung. Also auch hier bedeutsam. Wir müssen uns klar werden, dass jedes Handeln von uns eine große Wirksamkeit auf alles hat. Erst wenn die Menschen zu großen und sich selbst bewussten Lebewesen geworden sind, wird Zuversicht zur Selbstverständlichkeit. Wissen wir um unsere Verantwortung, handeln wir kollektiv nachhaltig und global rücksichtsvoll. Das zu erleben, macht uns zuversichtlich. Und dann erst, hat das menschliche Leben die Reife entwickelt, andere Welten beleben zu dürfen. Ich hoffe, wir brechen dann erst auf!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
muellerthomas 20.04.2019, 11:30
18.

Zitat von StefanZ.
@thoms1957, @BurekTomate: Sie scheinen mir beide ein wenig von der Frosch-Kategorie zu stammen, die sich zurücklehnt, sagt halb so schlimm, und dann darauf wartet, daß gewiß schon irgendein anderer etwas unternehmen wird. Die Lage ist übel, aber noch nicht hoffnungslos. Wir haben da in den letzten Jahrzehnten z.B. 2/3 der Tierarten ausgerottet, weil die Masse der Überbevölkerung Platz und Ressourcen verbraucht. Das Verhältnis der Menschen zueinander leidet in dem Masse wie der Verteilungsdruck stetig steigt usw. Es wird Zeit für einen laßt-es-uns-anpacken Realismus anstatt weiterhin wie Rösling zu sagen, daß das Problem der Sahne sowieso stetig geringer wird, weil die Flüssigkeit in der Sahne bereits am Verdunsten ist.
Im Gegenteil, es sind die zuversichtlichen Realisten, die die Welt in den vergangenen Jahrzehnten besser gemacht haben und dies auch weiter machen werden. Die Leute, die ohnehin glauben, alles wird ständig schlechter, haben aufgegeben.

Und zum Thema Überbevölkerung: Die Geburtenziffern sinken weltweit seit Jahrzehnten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Leonia Bavariensis 20.04.2019, 12:11
19. zu @8 Great White Buffaloe

In Ihrer Kritik an dem Aphorismus von Gandhi suche ich vergebens die tatsächlich widerlegenden Fakten, die mir Ihre Haltung verständlich machen könnten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 2 von 5