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Psychotherapie: Das beste Mittel gegen Phobien wird kaum genutzt
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Sich seinen Ängsten zu stellen, gilt nicht nur im Volksmund als sinnvolles Heilmittel: Die Konfrontation zählt zu den wirksamsten Methoden der Psychotherapie. Doch sie wird zu selten angewendet.

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kuestenvogel 06.10.2018, 21:58
40. Schade

Als frühere Patientin einer an eine Psychiatrie angeschlossene Institutsambulanz durfte ich erleben, wie eng die Zeitpläne der Behandler sind. Ich durfte negative und positive Folgen von Behandler(-in)kompetenz erleben. Selbstverständlich kommt es auch auf die Kormobidität an... Als meine eine Nebenerkrankung in Bezug auf Ängsten mich über Jahre, mal wieder, kaum das Haus verlassen ließ, trotz selbstfinanzierter amb. Betreuungsspaziergänge jede Woche, übernahm die Therapeutin dieses zweimal, um anschließend an meinem Wunschort zu proben: Bücherei, beim ersten Besuch nach Jahren die Karte verlängern. Vier Termine, Zeitaufwand zwei, drei Std. plus Anfahrt und meine Lebensquali ward in den Himmel geschossen... Ich zehre bis heute von diesen vier Terminen vor x Jahren.
Die Behandlungsmethode muss passen (Zeitpunkt), trotz ggf. anderer Hauptdiagnose, UND der Behandler muss tatsächlich den Mut haben, die Fertig- und Fähigkeit. Trauen Sie sich, werte Behandler, bilden Sie sich angemessen fort. Merci. :)

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Hypnose wirkt 06.10.2018, 23:16
41. @vera gehlkiel

So leid es mir tut, aber ihre Aussagen zur Hypnose lassen darauf schliessen, dass Sie selber keine therapeutische Erfahrung praktischer Natur in der Hypnose mitbringen (ist OK, muss nicht sein), sich jedoch antreiben lassen in ihrer Argumentation von Hörensagen und althergebrachten Mythen und überholten Informationen, basierend auf alten Techniken und verstaubten Methoden. Es ist definitiv jeder Mensch hypnotisierbar (der auch hypnotisiert werden möchte) und etwa 90% sind sogar sehr tief hypnotisierbar. Ihre Informationen basieren auf komplett überholten Informationen.

All ihre geäusserten Sorgen, Ängste, Warnungen, Mahnfinger, sind zum guten Glück kein Teil der Welt der kompetent durchgeführten, aufdeckenden Hypnosetherapie. Auch der Warnung "Auslösen von Psychosen" muss ganz klar widersprochen werden, denn es gibt nun einmal keine wissenschaftlich fundierte Studie dazu und bis heute sind die Warner und Bedenkenträger einen Beweis schuldig geblieben.

Ihre Sicht auf die Hypnose kann dementsprechend unmöglich von therapeutischer Eigenerfahrung stammen, sondern maximal von schlecht und unsachgemäss vermitteltem Stoff, der sich jedoch wissenschaftlich nie hat beweisen lassen.
Es ist schade, dass Sie diese Meinung zur Hypnose haben. Ich bin mir jedoch sicher, dass wenn Sie sich wirklich darauf einlassen, Altes hinter sich zu lassen und neuesten Informationen und Erkenntnissen gegenüber offen zu sein, so werden Sie rasch bemerken, dass die aufdeckende Hypnosetherapie ganz neue Horizonte eröffnet, was das Therapieren von Angststörungen uvm anbelangt. Nach tausenden von solchen Sitzungen habe ich bei noch keinem einzigen Klienten eine Psychose ausgelöst und statistisch gesehen, hätte dies schon längst geschehen müssen. Wenn wir so denken, müssten wir das Autofahren, Krankenhausauftenthalte, OPs, Fliegen, Alkohol, Rauchen, etc sofort verbieten, denn dort sterben jährlich hunderttausende von Menschen alleine schon in der EU - bei einer Hypnosetherapie ist noch nie jemand gestorben oder nicht zurückgekommen, es wurde auch noch nie eine Überdosis Hypnose festgestellt...so schlimm kann es also wirklich nicht sein, wie Sie es beschreiben (die Angstkeule mit irgendwelchen Horrorszenieren zieht schon lange nicht mehr, denn keiner der sie je geschwungen hat, konnte auch nur im Ansatz eine saubere Beweisführung produzieren, um seine Aussagen zu untermauern...). Ich empfehle ihnen das eine oder andere Buch zum Thema und dies von "untypischen" Autoren - solchen die nicht zwingend einen medizinischen Hintergrund haben, sondern welche einer neuen Generation Hypnosetherapeuten/Ausbilder angehören und die die Hypnosetherapie als einfach und rasch erlernbar, einfach anwendbar, als sicher, effizient und effektiv präsentieren. Lassen Sie sich überraschen!

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mariakäfer 07.10.2018, 01:15
42. Ich habe Flugangst,

Zugangst, Busangst. Angst im Kino, bei Versammlungen, in Restaurants.... Ist ein Therapeut an Bord, der ein paar Wochen Zeit für mich hat?

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Immanuel K. 07.10.2018, 09:21
43. Da kann ich Ihnen...

Zitat von freigeistiger
Sie haben an einem Einzelfall gelernt damit umzugehen. Es fehlt die Allgemeingültigkeit. Ich bin ein Anhänger von Umlernen durch Erfahrungen und gutem Umfeld. Ich kenne Ihre jetzige Situation nicht. Für die damalige Situation, machen Sie sich einen Spaß daraus und nehmen Sie laufend Gelegenheiten wahr, kleine Höhen mit Elan zu erklimmen. Bordsteinkante, etc.. Man gewinnt Sicherheit durch ein immer mehr sichereres Körpergefühl. Dass lässt sich nach und nach steigern. Die Höhe muss mit einer Freude verbunden sein. Z.B. dass Sie vom Balkon jemandem zuwinken. Oder Spaß daran haben, jede einzelne Stufe heraufzulaufen. Tippel - Tippel. Es zu einem Spiel machen.
...leider nicht folgen: ich habe eigentlich ein gutes Körpergefühl, bin nicht unsportlich, bin als Kind auch auf Bäume geklettert, habe/hatte auch keine Schwierigkeiten auf eine Stehleiter zu steigen und wohne seit 15 Jahren im 2. Stock und nutze meinen Balkon...
In meiner Erinnerung ist das phobische Gefühl erstmals aufgetaucht mit ca. 12/14 Jahren, als ich eine Behelfstreppe aus Holz bei einem Fussgängerüberweg hochging, bei deren Stufenzwischenräume man nach unten durchschauen konnte...

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eizboks 07.10.2018, 11:42
44. Konfrontation

Nachdem Therapeuten mir vor Jahrzehnten bei der Bewältigung meiner Höhenangst nicht helfen konnten, hatte ich Fallschirmspringen begonnen und mit steigender Begeisterung und Absprunghöhe fortgesetzt. Die Höhenangst habe ich noch heute.... aber sie ist inzwischen Teil meines positiven Adrenalinerlebnisses. Konfrontation funktioniert; man muss sich nur darauf einlassen.

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brathbrandt 07.10.2018, 12:21
45. Die besten Mittel:

Viel Sport, ein Schluck guter Rotwein. OK, gerne auch zwei.

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hadschi 07.10.2018, 14:34
46. Hypnose-Therapie

Ich verstehe nicht, dass nirgends etwas über die Möglichkeiten durch eine Hypnose-Therapie steht. Genau mit diesem Mittel können wir sehr vielen Menschen helfen ihre Ängste und Phobien loszuwerden und zwar nicht durch jahrelange Therapien, sondern innert kürzester Zeit. Das kann ich aus eigener Erfahrung und von Erfahrungen von Kollegen sagen, wir helfen so vielen Menschen durch diese Technik, wieder ein normales und gesundes Leben zu führen.

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1019 07.10.2018, 16:18
47. So, so. So interessant. Und evtl. ueber-lebenswichtig

Allen vielen Dank fuer grossartige Kommentare.
Mir total sympathisch und besonders gut verstaendlich 'vera gehlkiel'.

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Emil Peisker 07.10.2018, 18:59
48. Phobien im Alltag...

Zitat von vera gehlkiel
Stimmt aber auch nicht immer. Viele Frauen leben ganz prima mit einer Spinnenphobie. So dass ich als Frau fast bedaure, einfach keine zu haben. Ich beneide die Ladies, die kreischend auf dem Stuhl stehen, und sich nach Beseitigung des meist nur winzigen Monsters von so einem weissen Ritter mit ganz starken Armen und viel hilfloser Empathie wieder herunterheben lassen, ganz eindeutig! Ich selbst wurde in der Schule von den Geschlechtsgenossinnen immer gehasst, und sogar mehrmals im Kollektiv verkloppt, unter anderem auch, weil ich anderen Mädchen unheimlich gerne Spinnen hinten in den Kragen reinlegte. Die Angst hat also auch eine sozial alle zusammenführende Funktion. Jedenfalls in ganz bestimmten Kontexten, in welchen sie prompt Beschützer auf den Plan ruft. Und alle Angststörungen basieren demzufolge auf der Reinszenierung von Schutzlosigkeit. Wichtig dabei ist, zu erkennen, ob die als auslösend gewertete Schlüsselsituation das auch in der Tat hergibt, und die Betroffenen nicht an sogenannten frei flottierenden Ängsten auf Basis einer Persönlichkeitsstörung leiden. Das sind dann sehr tief liegende Ängste, die sozusagen "auf Probe" an alles Mögliche und alle möglichen Situationen angekoppelt werden. Und die man den Probanten gar nicht ersatzlos "wegtherapieren" kann und darf, weil sie eine die Person in sich stabilisierende Funktion aufweisen. Aus dieser Gruppe rekrutieren sich die typischen Patienten, bei denen man immer wieder alles versucht, und immer wieder alles scheitert.
Es ist schon sehr empathielos, einem Mädchen mit Spinnenphobie eine Spinne in den Kragen zu stecken.
Das wäre ungefähr so, als wenn man Sie am ausgestreckten Arm aus einem Fenster im 10. Stock halten würde.

Ihre Eloquenz kann Ihre Ignoranz gegenüber Phobiepatienten nicht kompensieren.
Meine Frau leidet an Spinnen- und Schlagenphobie.
Eine Konfrontationstherapie half bei den normalen Hausspinnen 3 Jahre lang, aber dann ist ihr in Spanien eine Tarantel zu nahe gekommen und obwohl diese Art nicht wirklich giftig ist, war der Anblick der schwarz behaarten Beine der Auslöser.

Jetzt muss ich wieder jede Hausspinne aus dem Zimmer tragen. Ich nehme sie in die Hand und töte sie nie.

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Spiegelansgar 07.10.2018, 19:30
49. Ist das Flugzeug wirklich Ihr Problem?

Wer in verschiedenen Therapieformen Erfahrung hat, weiß schnell, daß es gar nicht das Flugzeug, der Tunnel oder die Spinne ist, die uns zu schaffen machen, sondern die Kaskade von irrationalen zu Gedankenabläufen, die in solcher Situation angstvoll bei mir ablaufen. Irgendwann hat man solche Reaktionen angstvoll erlernt und dann hat man immer wieder die Angst, immer aufs Neue so blöde zu reagieren und sich durch sein hysterisches Theater maßlos vor den Anderen zu blamieren... Sozusagen Angst vor der nächsten Blamage=Angst.
Dieses erlernte Panikverhalten kann natürlich in einer dialektisch-behavioralen Verhaltenstherapie auch wieder v e r lernt werden. Hierzu reicht es aber, die angstbesetzten Szenen in der Vorstellung, von mir aus auch unter Hypnose durchzuarbeiten. Da braucht man nicht jede Art von Tunnel, Flugzeug und Hochhaus in Exposition auszuprobieren. Es reicht, das eigene ängstigende Prinzip herausgefunden zu haben und die entsprechenden, hilfreichen Beruhigungsmechanismen auch gedanklich erlernt zu haben. Manchmal sind solche Ängste auch Hinweis auf einen neurotischen Konflikt, wie die Menschen beispielsweise aus dem Bereich Partnerschaft, Sexualität, Selbstbehauptung, emotionale Offenheit ect., die
einer längeren tiefenpsychologischen Betrachtung bedürfen.

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