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Raynaud-Phänomen: Das Rätsel der Leichenfingerkrankheit
Corbis

Weiße Finger, eiskalte Hände: Bei Menschen, die am Raynaud-Phänomen leiden, stoppt plötzlich die Blutzufuhr in die Finger. Nicht immer ist die Durchblutungsstörung harmlos.

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MacGeifer 11.11.2015, 18:18
1. problem gelöst

ich leide seit meiner pubertät an genau diesem problem, ärzte wissen nichts damit anzufangen. seit einigen wochen nehme ich traubenkernextrakt (OPC) was eine deutliche verbesserung der durchblutung gebracht hat. ich kann sogar mal ohne handschuhe fahrrad fahren, was früher im herbst unmöglich gewesen wäre. selbst wenn die hände dann mal kalt sind, werden sie auch von alleine in absehbarer zeit wieder warm.

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Schnulli 11.11.2015, 20:41
2.

Durch unglückliche Zufälle Mitte der Achtziger beim Militär gelandet, wurde auch bei mir bald das Raynaud-Syndrom diagnostiziert.

Beim ewigen Wachestehen mit Händen in Nähe der Hosennaht froren mir immer wieder derart die Pfoten ab, daß ich mich eines Tages im Lazarett wiederfand, wo sich eine Dame, die Eide sowohl auf Hippokrates als auch auf die Fahne geschworen hatte, über meine zarten Hochschülerfinger beugte, Wechselbäder empfahl und gleich probeweise vom anwesenden Hilfspersonal anwenden ließ.
Die von mir vorgeschlagene, naheliegendere Medikation: "Hände in die Hosentasche" sah sie zwar als erfolgversprechend, aber nicht praktikabel an: "Während der 'Engländer' mit der Hand in der Tasche durchaus eine gute Figur machen kann, wirkt der 'Deutsche' in gleicher Haltung lümmelhaft und nachgerade unsittlich." Für einen Soldaten der BW unvorstellbar. Lieber den Verlust der Glieder hinnehmen.
Sonst nicht unbedingt mit einem guten Namensgedächtnis ausgestattet, blieb mir der jener Uniformierten auch nach Jahrzehnten im Gedächtnis. Denn einen Menschen, den Schicksal und Ehepolitik mit dem Nachnamen "Genius-Herrguth" ausgestattet haben, stellt einem der Herrgott nicht jeden Tag in den Weg. Ich persönlich hätte wahrscheinlich aus reiner Bescheidenheit eine Namensänderung in Betracht gezogen.
Keine Frage, daß die etwas mehr als anderthalb Jahre (Nachdienen) Dienst am Vaterland zu den unglücklicheren Zeiten meines Lebens zählen.

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mkQuickborn 11.11.2015, 21:03
3. Nitrate bringen es

Mein Hautarzt in Hannover hat mir eine Rezeptur mit Isosorbitdinitrat verschrieben. Creme im Winter morgens die Hände ein, 80% Besserung!

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Newspeak 11.11.2015, 21:34
4. ...

Wirksamstes Gegenmittel ist Wärme. "Die Hände dürfen gar nicht erst kalt werden", sagt Fahrig. Handschuhe sollten deshalb schon in der Wohnung angezogen werden. "Außerdem bringen selbst die dicksten Lammfellfäustlinge nichts, wenn sie Nähte haben, die Kälte hereinlassen", so der Gefäßmediziner. Bewährt habe sich das Zwiebelprinzip: Über dünne Seidenhandschuhe, die am besten auf der Heizung aufgewärmt werden, kommen winddichte Modelle mit Klimamembran. Eine High-Tech-Alternative sind beheizbare Handschuhe.

Ich weiß nicht, aber wenn ich solche Sachen lese, denke ich immer, in was für einer Welt leben wir eigentlich? Dieses Phänomen (soll man es wirklich Krankheit nennen?) ist sicher lästig, aber die Abhilfen sind offenbar einfachste Hausmittel, Dinge, die man sich durch eigenes Nachdenken schon überlegen kann, aber natürlich klingt es besser, wenn es ein Gefäßmediziner sagt. In meinen Ohren würde es aber noch besser klingen, wenn sich der Gefäßmediziner mal fachlich auf hohem Niveau äußern könnte. So hört es sich für mich nur wie eine weitere Modekrankheit für verwöhnte Europäer an, die langsam den Sinn für die Realität verlieren, z.B. für "echte" Krankheiten, und die darin von "Experten" unterstützt werden, denn mit Wellnessmedizin läßt sich viel einfacher viel mehr Geld verdienen. Die damit einhergehende Verblödung wird billigend in Kauf genommen. Wir leben in einer Welt in der es vermutlich soviele Mediziner gibt, wie niemals zuvor in der Geschichte der Menschheit, aber Krebs o.ä. Krankheiten sind immer noch ein Problem. Stattdessen wird sich lieber Scheinproblemen gewidmet, die aber natürlich so präsentiert werden müssen, als ob es ganz schlimme Dinge wären.

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mariendistel 11.11.2015, 22:03
5. Mineralstoffmangel

Ich habe mal irgendwo gelesen, daran könnte ein Chrommangel schuld sein. Werte abklären lassen und dann ggf. entsprechende Nahrungsergänzungsmittel ausprobieren.

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barbarine 11.11.2015, 22:10
6. @#4: Sie wissen offensichtlich nicht, wovon Sie reden ...

Zitat von Newspeak
So hört es sich für mich nur wie eine weitere Modekrankheit für verwöhnte Europäer an, die langsam den Sinn für die Realität verlieren, z.B. für "echte" Krankheiten, und die darin von "Experten" unterstützt werden, denn mit Wellnessmedizin läßt sich viel einfacher viel mehr Geld verdienen.
... diese "Leichenfinger" sind durchaus eine sehr schmerzliche Erkrankung. Ich habe z.B. noch keine Handschuhe gefunden, die mir selbst in den milden Wintern des Rheintals helfen. Ich kann mich auch nicht jedesmal erst vorsorglich mit Handschuhen bewaffnen, wenn ich nur etwas aus dem Kühlschrank nehmen will, oder im Geschäft aus einer Kühltheke. Dummerweise löst auch nicht jeder Kältereiz dieses Syndrom aus: So kann ich an manchen Tagen problemlos etwas Tiefgefrorenes anfassen, während an anderen Tagen das kühle Wasser aus der Leitung ausreicht. Die Durchblutungsstörung dauert auch nicht immer gleich lang, denn manchmal ist sie nach wenigen Minuten, ein andermal erst nach Stunden wieder vorbei. In jedem Fall aber ist das "Auftauen" der Finger mit stechenden Schmerzen verbunden. Während der Störung haben die Finger fast kein Gefühl mehr, so dass es in der Tat gefährlich ist: Ich spüre dann nicht, ob ich mich grade verbrühe oder schneide, selbst das Tippen ist dann extrem erschwert. Trotzdem muss der Alltag ja weitergehen.

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hermanngaul 11.11.2015, 22:54
7. @chromfinger

ja genau. Glauben Sie einem Unbekannten aus dem Internet, der irgendwo was gelesen hat und belästigen Sie Ihren Hausarzt mit unsinnigen Blutwerten (aber nicht klagen, wenn Sie so lange im Wartezimmer rumhängen müssen, weil der Arzt sich um andere halbwissende internet-Schlauberger kümmern muss).

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georg7of9@privatoria.net 11.11.2015, 23:09
8. Die Gefässmediziner und das Raynoud-Syndrom:

Ich empfehle hier Aufnahme von Vitamin D und Traubenkernmehl. Tabletten sind okay. Ich empfehle Vitamin D3 in Kombination mit Vitamin K2, Vitamin K1 (grünem Zeug) nebst Kalzium (enthalten im Brokkoli). Das stärkt auch die Knochen. Clemens Fahrig und Konsorten nebst viele Gefäßmedizinern wissen nur um operative Heilungsmethoden. Wenn jemand hemmunglos sezieren möchte ist das okay mit mir als Leser. Jedem das Seine.

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georg7of9@privatoria.net 11.11.2015, 23:17
9. Ein guter Einwurf hier, barbarine.

Zitat von barbarine
... diese "Leichenfinger" sind durchaus eine sehr schmerzliche Erkrankung. Ich habe z.B. noch keine Handschuhe gefunden, die mir selbst in den milden Wintern des Rheintals helfen.
Wieviel Fisch essen Sie pro Woche? Haben Sie ein gutes Vitamin-B-Supplement mal ausprobiert über 2 Wochen für die Nerven? Was sagt und verschreibt Ihr Arzt? Letzteres würde mich sehr interessieren! Vielen Dank für ein Feedback vom Georg.

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