Forum: Gesundheit
Regionenvergleich: Mandel-OPs bei Kindern - ein Roulettespiel
Corbis

Mandelentfernungen gehören zu den häufigsten Operationen bei Kindern und Jugendlichen - dennoch gibt es keine festen Regeln, wann der Eingriff notwendig ist. Eine deutschlandweite Auswertung zeigt: Der Wohnort spielt eine große Rolle, ob ein Kind operiert wird - die Unterscheide sind oft extrem.

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gerd33 07.05.2013, 14:16
1. Und nicht zu vergessen!

Eine gefürchtete Komplikation sin die Nachblutungen auch noch nach dem 5. Post-OP Tag.

Während Privatpatienten in den Genuss des teuren Laserskalpells kommen, werden beim Kassenpat. die Mandeln mit dem "alten" Draht gekappt. Komplikationsrate ca. 5x so hoch.

Die GKV argumentiert zynisch: "Die Kassenbehandlung hat "ausreichend" zu sein, (d.h. "befriedigend", "gut" oder "sehr gut" bleibt den Privatpatienten bzw. Selbstzahlern vorbehalten).

Jährlich nur einige dutzend tote Kinder nach TE, aber die GKV hat pro Fall vielleicht 30 EUR eingespart.

Kein Wunder, dass Deutschland im EHCI 2012 im Gesundheitswesen nur Rang 14 bekleidet, gleich vor der Slowakischen Republik.

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muttisbester 07.05.2013, 14:24
2.

Die OP ist selten gerechtfertigt.
Und die verbundenen Risiken sind einfach zu groß, vor allem für Kinder und Jugendliche. Die Symptome, die zur OP führen, verschwinden später ja fast von alleine.
Ein Arzt sagte mir mal: "...mehr Platz für Brötchen". Allerdings hat kein einziger Arzt eine OP für notwendig erachtet, alle haben die Risiken betont.
Die Mandeln haben eine wichtige Immunfunktion, und sollten bleiben wo sie sind.
Stattdessen empfehle ich allen, die Probleme mit den Mandeln haben: einen Schal oder ein Halstuch zu tragen. Wirkt Wunder!

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viertelsteinhoch2 07.05.2013, 14:27
3. Alternative

Mir wollte man vor 33 Jahren ebenfalls an die Mandeln. Hatte Glück und ein Naturheilarzt schlug mir das Ansetzen von Blutegeln an den Hals vor. 5 von 6 hatten angebissen, seitdem funktionieren meine Mandeln wieder und sie kommen ihrer Aufgabe nach, Danke Jörn-Uwe, Ruhe in Frieden !

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juergw. 07.05.2013, 14:27
4. Wer steht denn dann...

Zitat von gerd33
Eine gefürchtete Komplikation sin die Nachblutungen auch noch nach dem 5. Post-OP Tag. Während Privatpatienten in den Genuss des teuren Laserskalpells kommen, werden beim Kassenpat. die Mandeln mit dem "alten" Draht gekappt. Komplikationsrate ca. 5x so hoch. Die GKV argumentiert zynisch: "Die Kassenbehandlung hat "ausreichend" zu sein, (d.h. "befriedigend", "gut" oder "sehr gut" bleibt den Privatpatienten bzw. Selbstzahlern vorbehalten). Jährlich nur einige dutzend tote Kinder nach TE, aber die GKV hat pro Fall vielleicht 30 EUR eingespart. Kein Wunder, dass Deutschland im EHCI 2012 im Gesundheitswesen nur Rang 14 bekleidet, gleich vor der Slowakischen Republik.
auf Nuimmer Eins ?Laserskalpell kann man doch wohl Zuzahlen-sonst ist uns doch nichts zu teuer für unsere Kleinen !

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rodelaax 07.05.2013, 14:33
5. Der Pöbel hat's verdient

Zitat von gerd33
Eine gefürchtete Komplikation sin die Nachblutungen auch noch nach dem 5. Post-OP Tag. Während Privatpatienten in den Genuss des teuren Laserskalpells kommen, werden beim Kassenpat. die Mandeln mit dem "alten" Draht gekappt. Komplikationsrate ca. 5x so hoch. Die GKV argumentiert....
... und in naher Zukunft, wenn die PKV abgeschafft wird, dürfen dann die gesetzlich Versicherten, die sich ständig erhöhenden Kosten der privat Versicherten übernehmen.

Zurück zum OT:
Das Mantra diverser HNOs in unserer Nähe ist schon seit Jahrzehnten: Die Mandeln müßen grundsätzlich alle entfernt werden! Die "hätten ja keine Aufgabe."

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Sekronom 07.05.2013, 14:43
6.

Zitat von muttisbester
Die OP ist selten gerechtfertigt. Und die verbundenen Risiken sind einfach zu groß, vor allem für Kinder und Jugendliche. Die Symptome, die zur OP führen, verschwinden später ja fast von alleine. Ein Arzt sagte mir mal: "...mehr Platz für Brötchen". Allerdings hat kein einziger Arzt eine OP für notwendig erachtet, alle haben die Risiken betont. Die Mandeln haben eine wichtige Immunfunktion, und sollten bleiben wo sie sind. Stattdessen empfehle ich allen, die Probleme mit den Mandeln haben: einen Schal oder ein Halstuch zu tragen. Wirkt Wunder!
Ich habe definitiv zu chronisch kranken gezählt. Falls die Mandeln nicht entzündet waren, war das schon fast unnormal und das in einem Alter von ~ 18. Ich hatte spätestens alle 2 Monate eine Entzündung und die Medikamente haben am Ende kaum noch geholfen, so dass ich teilweise solange eine Entzündung hatte, bis die nächste kam und es effektiv gar nicht geheilt ist. Seitdem die Mandeln entfernt wurden fühle ich mich erheblich besser. Meine Beschwerden im Halsbereich sind auf ca. 2-3 Fälle auf fast 10 Jahre zurückgegangen. Bei Kindern/Jugendlichen kann ich das nicht einschätzen, ab und an eine Entzündung ist auch kein Problem. Da hätte ich sie mir auch nicht entfernen lassen, aber meiner Meinung nach gibt es auch Fälle(wie meinem) in dem eine Entfernung eigentlich unvermeidlich ist. Ansonsten bin ich eigentlich kein Fan von Ärzten oder Operationen und vermeide sie auch solange wie es irgendwie sinnvoll ist.

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gerd33 07.05.2013, 14:43
7. Platt

Zitat von juergw.
auf Nuimmer Eins ?
Die Niederlande
Zitat von juergw.
Laserskalpell kann man doch wohl Zuzahlen-sonst ist uns doch nichts zu teuer für unsere Kleinen !
Kenne Ihre finanzielle Situation nicht; aber es gibt Familien, für die sind 30 EUR das Essensgeld für eine ganze Woche!

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tea-rex 07.05.2013, 14:46
8. Manchmal eben Notwendig

Da gibt's die eine Indikation, die ich kenne, die so ein OP Notwendig erscheinen läßt und das ist OSAS - meist in Zusammenhang mit vergrößerten Rachenmandeln. Dann allerdings sollte man nicht zögern, denn in der Abwägung gegenüber keiner OP sind dann die Risiken eben geringer.

Oder es gibt eben nur geringe Risiken für gesundheitliche Nachteile ohne OP - dann eben nicht.

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Tubus 07.05.2013, 14:57
9. Binse

Zitat von sysop
Mandelentfernungen gehören zu den häufigsten Operationen bei Kindern und Jugendlichen - dennoch gibt es keine festen Regeln, wann der Eingriff notwendig ist. Eine deutschlandweite Auswertung zeigt: Der Wohnort spielt eine große Rolle, ob ein Kind operiert wird - die Unterscheide sind oft extrem.
Na ja, wie regelmäßig bei medizinischen Themen melden sich die "Experten" zu Wort, so wie "Ich hatte auch mal eine Oma, die operiert wurde". Natürlich spielen lokale Verfügbarkeiten bei Op-Frequenzen eine Rolle. Wäre auch komisch, wenn nicht. Das fehlen von klaren Leitlinien ist allerdings ein Skandal. Wo für gibt es Fachgesellschaften, wenn nicht zu dem Zweck, Expertenmeinungen zu bündeln. Im Übrigen ist MandelOP nicht gleich MandelOP und dass die individuelle Situation eines Patienten zu berücksichtigen ist, ist nun wirklich eine Binse.

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