Forum: Gesundheit
Restaurants in den USA: Im Allergikerparadies
Frauke Luepke-Narberhaus

Genervt, unwissend, fahrlässig - so reagieren viele deutsche Kellner auf eine einfache Frage: Enthält dieses Essen Nüsse? Wohltuend anders ist das in den USA.

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lindenbast 09.10.2014, 15:44
1.

Man sollte nicht glauben, wie oft man falsche Auskünfte bekommt, wenn man im Restaurant nachfragt. Meine Mutter (schwere Hühnerei-Allergie) musste schon zweimal den Notdienst alarmieren, weil man ihr versichert hatte, im bestellten Gericht sei kein Hühnerei enthalten.

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Sleeper_in_Metropolis 09.10.2014, 15:48
2.

Zitat von
Amerikanische Gastronomen wollen nicht die aufmerksameren sein, sie müssen es. Vielleicht fürchten manche nur, verklagt zu werden
Ich vermute, die Angst vor der Klage ist der Hauptgrund. Da man in Amiland ja bekanntlich jeden und alles auch wegen dem allerletzten Unsinn verklagen kann, gehen die Restaurantbetreiber halt auf Nummer sicher.

Zitat von
Restaurants müssen demnach ab dem 13. Dezember ihre Gäste über allergene Zutaten informieren, also über Erdnüsse beispielsweise, Eier und Milch. Wie sie das tun, regelt die Verordnung allerdings nicht, das bleibt jedem Gastronom selbst überlassen.
Wenn sie Schlau sind, drucken sie das in die Speisekarte oder bringen unübersehbare Aushänge an. Dann ist man auch nicht mehr von der Laune der Bedienung abhängig.

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new_eagle 09.10.2014, 15:56
3. Die entscheidende Frage ist die nach dem Warum

es zu so einem drastischen Anstieg der Allergikerzahlen kommen konnte. Statt Gesetze zu erlassen die Restaurants zwingen auf jedwede Allergie vorbereitet zu sein, sollte man lieber die Ursachen erforschen und dann abstellen. Und das diese Ursachen irgendwas mit unseren "modernen" Lebens- und Ernährungsgewohnheiten, Umweltbedingungen und Anbaumethoden zu tun haben dürfte wohl jedem mit etwas Verstand klar sein. Vor 50 oder 100 Jahren waren fast alle Allergien und Lebensmittelunverträglichkeiten unbekannt.

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screammr 09.10.2014, 16:01
4. Selbstverantwortung

Bei den Amis alles besser. Auf dem Kaffee steht das er heiß sein könnte und bei den Allergenen sind Sie jetzt auch Vorreiter und die einzige Lösung der guten Frau ist ein neues Gesetz wie haben es nur die Allergiker der letzten 2000 Jahre gemacht?
Die Schulung des Mitarbeiters Zahlen alle mit die ins Restaurant gehen, also vielleicht mehr mit Füßen abstimmen und Restaurants die es ausweisen mehr besuchen und andere nicht. Das merken die Alle schnell wenn das Schule macht.
Aber nein wir brauchen mehr Vorschriften!

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misterknowitall 09.10.2014, 16:03
5.

Kein Wunder. In den USA hat gerade jemand 13 Mio. zugesprochen bekommen, weil er festgestellt hat, dass Red Bull ja nicht wirklich Flügel verleiht, wie in der Werbung "versprochen". Man kann also für alles sehr hoch verklagt werden, um Sorge für den Kunden geht es dabei nicht.

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tommahawk 09.10.2014, 16:05
6. EU-Allergenverordnung

Im Dezember kommt die Allergenenkennzeichnung auch bei loser Ware, also die Kennzeichnungspflicht ab auch für Köche, Gastronomie, Catering, Bäcker und GV.

Was auf den ersten Blick aus Allergikersicht gut klingt, ist in der Praxis aber wieder mal eine Farce, ein Bürokratiemonster. Die betroffenen "Inverkehrbringer" müssen nur solche Allergene kennzeichnen, die sie per Rezeptur zusetzen.
Wenn also im Rezept des Nusskuchens Nüsse sind, muss das deklariert werden. Wenn im daneben hergestellten Topfkuchen keine Nüsse verwendet werden, ist Nuss nicht zu deklarieren, obgleich es garantiert Kreuzkontaminationen gibt. Die sind für Nussallergiker aber überlebenswichtig!!

Nun wird den Herstellern EU-seitig also bei der Deklaration ein Riesenaufwand beschert, dessen Ergebnis dem echten Allergikern aber überhaupt nicht hilft.

Griff in die Tonne, oder wie nennt man das? Gut gemeint, aber nicht gut gemacht! Sind die EU-Experten denn allesamt blöd?

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marthaimschnee 09.10.2014, 16:05
7.

Das ist ein schönes Beispiel, woran man die Gefährlichkeit der "Freihandelsabkommen" CETA und TTIP erkennen kann. Denn während hoffnunglose Optimisten in einer göttlichen Naivität denken könnten "Hey, wäre doch toll, wenn sich dadurch in Europa die Ansichten und Vorschriften aus USA etablieren würden", wird umgekehrt ein Schuh draus. In den USA werden die Gesetze damit torpediert, daß es beim "Handelspartner" so lasch gehandhabt wird. Und dann kann der Staat entscheiden, entweder läßt er das Gesetz verschwinden, oder er zahlt für "Investitionsausfälle". Es setzt sich nicht das beste durch, sondern das schlechteste - aus Sicht der Allgemeinheit!

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dertt 09.10.2014, 16:07
8.

@new_eagle: vor 100 Jahren starben Allergiker im Kindesalter. Da Allergien zT vererbt werden, konnten diese so auch nicht weitergegeben werden.

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maxkunze 09.10.2014, 16:07
9.

An den Ursachen und der Behandlung von Allergien wird doch mit Hochdruck geforscht. In der Zwischenzeit kann man Allergiker ja wohl kaum mit ihrem Problem allein lassen, oder? Und ob die amerikanischen Gastronomen so aufmerksam sind, weil sie besorgt sind um die Gesundheit ihrer Gäste oder weil sie befürchten verklagt zu werden, ist doch wurscht. Hauptsache, sie tun es.

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