Forum: Gesundheit
Restaurants in den USA: Im Allergikerparadies
Frauke Luepke-Narberhaus

Genervt, unwissend, fahrlässig - so reagieren viele deutsche Kellner auf eine einfache Frage: Enthält dieses Essen Nüsse? Wohltuend anders ist das in den USA.

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new_eagle 09.10.2014, 16:59
20. Vor 50 oder 100 Jahren

Soso vor 50 oder 100 Jahren konnten sich die Leute weniger gut vor einer Mehlstauballergie schützen als heute!? Damals wie heute hilft es eben nicht in die Nähe von Mehlstaub zu gehen. Was aber der Unterschied zwischen damals und heute ist, ist dass es damals keinerlei Convenience Food gab. Wer kochte wusste was im essen ist, denn er/sie hat alles einzeln reingetan. Heute muss der Koch/die Köchin erstmal eine Lupe holen und das Kleingedruckte der Packung lesen. Dazu braucht er/sie oft auch noch eine Übersetzungshilfe (Internet), denn ohne die weiß oft kein Mensch was sich hinter den komischen Bezeichnungen auf der Verpackung (E...irgendwas) eigentlich verbirgt. Das gilt für die heimische Küche ebenso wie für Restaurants. Nur wer wie vor 100 Jahren alles selbst kocht und einkauft kann genau wissen was im Essen ist und hat dann auch weniger Probleme mit allergenen Stoffen im Essen.

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ProbeersEinfach 09.10.2014, 17:04
21.

Meines Erachtens nur relevant in Billigbunkern und verroteten Kneipen, denn dort wird viel TK-Müll etc. verwendet, klar, dass die Kellner nicht wissen, was da drin ist.

In nem anständigen Laden, stellt der Koch das Essen selbst zusammen und kann so vom Kellner gefragt werden, wenn dieser die Antwort nicht wissen sollte.

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derBob 09.10.2014, 17:04
22. Was hilft's dem Allergiker....

... wenn die Läden und Restaurants Pauschalaussagen als Absicherung an ihre Türen bappen.

"Alles hier kann Nüsse enthalten oder mit Milchprodukten in Berührung gekommen sein" wird doch für den Allergiker eher bedeuten "Hier kann ich nichts kaufen / essen".

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sedierung@googlemail.com 09.10.2014, 17:05
23. Genau

Zitat von whitewisent
Warum gehen Allergiker in Restaurants, und vertrauen dabei Menschen, die sie nicht kennen? Vieleicht sollte man Menschen neben dem Allergieset auch eine gesunde Portion Menschenverstand verschreiben, denn wer solches Risiko trägt, sollte nicht permanent versuchen, es auf andere Menschen abzuwälzen, die dazu weder qualifiziert noch in der Lage sind.
Soll das dumme Allergikerpack doch gefälligst zuhause bleiben und den Gesunden nicht den Tag versauen.
Es ist tatsächlich unzumutbar von einem Koch zu verlangen, dass er auch noch die Inhaltsstoffe seiner Ware jedem dahergelaufenen Kranken auf die Nase bindet.
Nicht mehr lange und es kommen sogar Rollstuhlfahrer, Blinde und Alte auf die Idee sich in der Öffentlichkeit zu zeigen und unsere Rücksicht einzufordern.
Oh man, das ist eine Geisteshaltung......

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wo_st 09.10.2014, 17:05
24.

Auch Deutschland hat solche Restaurants in denen wir nach möglichen Problemen gefragt wurden. Warum also in die Ferne schweifen?

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lce 09.10.2014, 17:06
25.

USA: "Allergy Awareness Act". EU: "Lebensmittelinformations-Durchführungsverordnung". Allein daran erkennt man ja schon, wie auf beiden Seiten des Atlantiks mit solchen Dingen umgegangen wird. Die Nichtraucherschutzgesetze sind ein weiteres gutes Beispiel.

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alex2007 09.10.2014, 17:11
26. @tommahawk

dann erzählen sie uns mal wie sie zu deklarieren gedenken um einer kreuzkontamination vorzubeugen? !
Ich mag schon den besonderen Flair der mich in einem schönen Restaurant umgibt wenn denn alles und auch wirklich jeder scheiß kenntlich gemacht ist. Speisekarten voller Warnungen von zusatzstoffen alleregen und eben die eventuelle kreuzkontamination.
Allergiker sollten in einem Restaurant informiert werden aber durch ausgebildetes Personal und nicht durch einen kennzeichnungsurwald bei dem selbst Leute vom Fach nicht mehr durchblicken.

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BettyB. 09.10.2014, 17:20
27. Sorry...

Aber wie blöd muss jemand sein, der nach Massachusetts fahren muss, um zu begreifen, was eine Allergier ist? Aber welcher Kellner soll wissen, in welchen Zutaten wirklich Nussreste sind?

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restauradores 09.10.2014, 17:27
28. Entschuldigung,

ist in den Möhren Carotin drin?
Ist im Orangensaft Fruchtzucker drin?
Enthält das gekochte Ei denn Eiweiss?
Hat die heisse Zitrone denn Vitamin C?

Allergien in diesem wachsenden Ausmass sind die modernen Erscheinungsbilder der "zivilisierten 1. Welt". Angefangen bei den Eltern, die als Beispiel mehr Wert auf ihr Auto, ihr Smartphone, etc. als auf reichhaltige, abwechslungsreiche, -frische- Ernährung legen, phobieartig ihre Kinder von jedem Staubkorn fern halten, und, und, und.
Lactose(frei), vor 30 Jahre kannten wahrscheinlich nicht einmal 1% der Bevölkerung das Wort, behaupte ich ;-).

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litke 09.10.2014, 17:54
29.

Zitat von new_eagle
Soso vor 50 oder 100 Jahren konnten sich die Leute weniger gut vor einer Mehlstauballergie schützen als heute!? Damals wie heute hilft es eben nicht in die Nähe von Mehlstaub zu gehen. Was aber der Unterschied zwischen damals und heute ist, ist dass es damals keinerlei Convenience Food gab. Wer kochte wusste was im essen ist, denn er/sie hat alles einzeln reingetan. Heute muss der Koch/die Köchin erstmal eine Lupe holen und das Kleingedruckte der Packung lesen. Dazu braucht er/sie oft auch noch eine Übersetzungshilfe (Internet), denn ohne die weiß oft kein Mensch was sich hinter den komischen Bezeichnungen auf der Verpackung (E...irgendwas) eigentlich verbirgt. Das gilt für die heimische Küche ebenso wie für Restaurants. Nur wer wie vor 100 Jahren alles selbst kocht und einkauft kann genau wissen was im Essen ist und hat dann auch weniger Probleme mit allergenen Stoffen im Essen.
Sie missverstehen mich - heute gibt es Asmthasprays und Cortison, was vielen Allergikern ein höheres Lebensalter und/ oder mehr Lebensqualität bescheren kann. Sie fragten ja danach, warum es heute so viel mehr Allergiker gibt als vor 50 bis 100 Jahren, und ich habe meine Urgroßmutter als ein Beispiel aufgeführt, dass es diese Menschen dort durchaus miserabel hatten und keine Alternativmöglichkeiten außer vollkommenes Fernhalten von Allergenen. hatten. Hätte sie beispielsweise ein Asthmaspray gehabt, hätte sie auch mal ihren Mann in der Mahlstube besuchen können und hätte mit kleinen Mehlstaubmengen kein Problem gehabt - ein nennenswerter Unterschied der Lebensqualität. (btw. kann es auch einfach sein, dass viel mehr Dinge als Allergie/Unverträglichkeit erkannt werden...)

Der Vorschlag der Kennzeichung für allergene Inhalte bezieht sich hier im Artikel nun auch auf die gängigsten Nahrungsmittelallergien - Nüsse sind, dank(?) Kreuzallergien vieler Pollenallergiker, recht häufig, und darüber kann ein Großteil von Allergikern schon befriedigt werden.
Mir ist durchaus auch klar, dass auf obskure Nahrungsmittelallergien einzugehen das alles etwas zu weit treiben würde. Bis auch für diese Menschen eine gute Lösung gefunden wird, sollte aber vielleicht ein kleiner Schritt gemacht werden. In der Zwischenzeit könnte man via Genanalyse die Übeltäter (sei es jetzt eine verkorkste Gensequenz bei Allergikern oder in Pflanzen, wahlweise auch kritische chemische Verbinden, wenns das sein muss) ausfindig machen. Dann sind wir beide glücklich :)

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