Forum: Gesundheit
Rezeptfreigabe für Triptane: Ärzte warnen vor gefährlichen Migränemitteln
DPA

Triptane gelten als Wundermittel bei Migräne. Immer mehr Pharmafirmen versuchen, diese Wirkstoffe rezeptfrei auf den Markt zu bringen. Doch Ärzte warnen: Für Patienten wird die Therapie teurer und ohne ärztliche Überwachung auch schnell gefährlich.

Seite 2 von 5
nilaterne 13.09.2013, 16:30
10. Sobald Medikamente

im freihen Verkauf sind, besucht ein Kranker auch mal den Arzt nicht und kauft selbst!! Und viele Medikamente sind feih gekauft auch noch zu niedrig dosiert! Diclophenac z.Bs! Außerdem muß dieses, wie auch Triptane anders eingenommen werden, als andere freihe Medikamente. Diclophenac macht Schmerzen bei einmaliger Einnahme nicht weg, sondern erst nach ca 3-4 Tagen regelmäßiger Einnahme. Die medizinische Indikation ist dann aber gar nicht gestellt. Und es ist so schlicht zu teuer. Das Hydrocortison wird Umworben, für Indikationen, daß es "quitscht". Ich habe diverse Kontaktallergien, die Ursache ist schwer zu finden, da die Haut immer erst nach 2-3 Tagen reagiert. Wie soll denn ein Arzt noch herausfinden, was da los ist, wenn bei jedem schlimmen Jucken das frei gekaufte Sälbchen schon drauf war und die Reaktion an sich nicht mehr sichtbar ist. Da gibt es noch mehr, was mal frei erlaubt, dann nur auf Rezept, und jetzt wieder frei im Verkauf ist...Da würde die Liste zulang. Verantwortung den Patienten zu geben, ist eigentlich richtig, aber da befürchte ich, ist der Schaden auf Dauer zu groß. Vor allem, wenn die Kranken immer älter werden, ob (auch ich) dann noch die Tragweite einer Entscheidung für ein gekauftes Medikament abschätzen kann?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
JohnC. 13.09.2013, 16:32
11. optional

Warum gibt es überhaupt noch Arztpraxen? Wir gehen einfach alle in die Apotheke, kaufen was gegen Schmerzen, Durchfall, Fieber, Gonorrhoe und behandeln uns im Ernstfall selber, natürlich nachdem wir eigenverantwortlich den Beipackzettel durchgelesen haben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Zoloft 13.09.2013, 16:39
12. Teufel im Detail

Hey SPON!
"Ärzte warnen vor gefährlichen Migränemitteln"(Überschrift über dem Blog) ist was ganz anderes als "Ärzte warnen vor Gefahren durch Migränemittel" (Überschrift Artikel)
"Einzelne Ärzte warnen vor den potentiell gefährlichen Nebenwirkungen und Störwirkungen von in Deutschland zugelassenen, extrem wirksamen Medikamenten gegen eine der volkswirtschaftlich gesehen schädlichsten Erkrankungen, Migräne."

Bisschen sperrig, aber durchaus auch ein Aspekt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ac-amc 13.09.2013, 16:46
13. Migräne ist furchtbar, aber

Triptan kann lebensgefährlich sein. Besonders, wenn man auf einen Arzt hört ...

Ich selbst leide ca. vierteljährlich einmal an Migräne. Das wünsche ich keinem. Ich war einmal zur "Untersuchung" beim Neurologen: Schon die Anforderung: Kommen Sie doch, wenn es akut ist! kann mir nur ein Lächeln abringen. Wenn die Migräne akut ist, brauche ich Dunkelheit, Stille und ein Klobecken direkt neben meinem Kopf. Ich liege dann im Bad und bete nur noch, dass alles bald vorbei ist. Dreißig Kilometer zum Arzt und Warten in der Praxis (wenn überhaupt geöffnet) gehen gar nicht. Dann: Blutdruck? Ok. Pille? Nein. Einziger Rat des Artzes: Ein Drittel der Deutschen leidet darunter, also finden Sie sich damit ab.

Ich habe eine Probepackung (2 Pillen) vom Arzt bekommen und bei der nächsten Schmerzattacke eine Tablette davon genommen (gegen 13:00 Uhr). Gegen die Migräne war es tatsächlich hilfreich, aber aufgewacht bin ich erst wieder um 9:00 Uhr am nächsten Tag. Gott sei Dank war meine 8-jährige Tochter damals im Urlaub; kümmern hätte ich mich um sie nicht mehr können. Die zweite Tablette habe ich in der Apotheke zur Entsorgung abgegeben. Das Zeug ist unverantwortlich. Dann leide ich "lieber".

Also: Triptane niemals nehmen ohne vorherige AUSFÜHRLICHE Beratung.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
nikolaus1962 13.09.2013, 16:47
14. optional

ich bin auch für den mündigen Bürger, aber man muss schon unterscheiden in wie weit man mündig sein kann. Auch ein mündiger Bürger darf nicht mit dem Auto fahren, wenn sie/er nicht im Besitz eines Führerscheins ist und so sehe ich es auch mit Medikamenten, ich finde es gut, das es Rezeptpflicht bei Medikamenten gibt und das bestimmte Medikamente nur dann gegeben werden dürfen wenn sie vom Arzt verschrieben sind Autos und Medikamente haben eines gemeinsam man muss wissen wie und wo und wer mit einem Auto fahren darf und wer nicht. Beim Medikament ist es nicht anders, wer ein Medikament nicht genau kenn und nicht weiß wie und wo es wirkt und wie die Wirkung mit anderen Medikamenten sind und welche Nebenwirkungen sie haben der sollte auch keine Erlaubnis zu freien Umgang mit Medikamenten haben und wenn wir als Ottonormalverbraucher mal ehrlich sind dann wissen wir auch, das wir nur die Hälfte von dem verstehen was auf dem Beipackzettel steht, und wenn wir weiter mündige Bürger bleiben wollen dann ist eine Endscheidung eines Medikaments beim Arzt in bessere Hände als beim Ottonormalverbraucher der wirklich nicht sehr viel weiß über die zu behandelnden Therapien, sonst bräuchten wir keine Ärzte mehr und, das dass hier niemand falsch versteht Ärzte sind keine Götter nur weil sie einen weißen Mantel tragen. Ärzte können aber die Bürger vor Medikamentenmissbrauch schützen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kirstenwegner 13.09.2013, 17:06
15. Wenn das mal alles wäre....

ich hatte am Anfang mit einem Triptan sensationellen Erfolg....bis nach 2 Jahren die Wirkung nachließ, der Migräneschmerz bis ins Unerträgliche anstieg und die Attacken statt nur an einem Tag nun 3 Tage andauerten! Das kann nämlich auch passieren, daß bei einem Wirkstoff zuerst eine gute Wirkung eintritt und dann die Beschwerden stark zunehmen und die Wirkung nachlässt. Dieses Phänomen ist übrigens bekannt, wird aber nicht kommuniziert!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Nania 13.09.2013, 17:17
16.

Zitat von ac-amc
(...) Ich habe eine Probepackung (2 Pillen) vom Arzt bekommen und bei der nächsten Schmerzattacke eine Tablette davon genommen (gegen 13:00 Uhr). Gegen die Migräne war es tatsächlich hilfreich, aber aufgewacht bin ich erst wieder um 9:00 Uhr am nächsten Tag. Gott sei Dank war meine 8-jährige Tochter damals im Urlaub; kümmern hätte ich mich um sie nicht mehr können. Die zweite Tablette habe ich in der Apotheke zur Entsorgung abgegeben. Das Zeug ist unverantwortlich. Dann leide ich "lieber". Also: Triptane niemals nehmen ohne vorherige AUSFÜHRLICHE Beratung.
Gegenfrage: Welche Beratung hätte der Arzt Ihnen geben könne, um zu verhindern, was passiert ist? Der Punkt ist: Fast jede Arznei (außer dem Zeug ohne Wirkstoff) kann Nebenwirkungen verursachen, mal mehr, mal weniger heftig. Manche davon lassen sich auch nur ganz selten vorhersagen, manche auch gar nicht.

Ich bin seit einiger Zeit allergisch gegen Aspirin und Ibuprofen. Im Grunde genommen von einem Tag auf den anderen. Das hätte mir mein Arzt nie sagen können, das habe ich (leider) über die Symptome erfahren müssen.
So gesehen gibt es nie eine hundertprozentige Absicherung, dass man keine Nebenwirkungen erlebt.

Ich persönlich begrüße es, wenn einige Medikamente mehr im freien Handel erhältlich sind - sprich: rezeptfrei in der Apotheke. Vielleicht wäre ein etwas "gestreckteres" System sinnvoll und als Kompromiss denkbar: Dauerrezepte. Der Arzt stellt für ein Jahr oder mehr ein Rezept für ein bestimmtes Medikament aus, der Kunde kann sich das Medikament nach Bedarf holen. Dann muss man nicht für jede neue Packung in die Praxis (gilt bei manchen Migränemedikamenten genauso wie für die Pille [da muss man auch nicht alle drei oder sechs Monate zur Untersuchung, nur ein Rezept holen]) sondern erst, nachdem ein bestimmter Zeitpunkt überschritten ist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
tsitsinotis 13.09.2013, 17:20
17. Krankenkassen und Pharmaindustrie

arbeiten Hand in Hand. Das ist ein Skandal.- Es geht den Krankenkassen nur darum, Geld zu sparen und zu häufen.- Triptane sind hochgefährlich, können sie doch akute Blutdruckkrisen hervorrufen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
u.loose 13.09.2013, 17:24
18. Vermutlich ist ein Migräne Patient

für einen Arzt genau so viel wert wie ein Blutdruck Patient... Ein mal in den Klauen, gibt es kein Entrinnen mehr.

Im Übrigen - man kann selbstverständlich neben rezeptpflichtigen Medikamenten auch Rezeptfreie auf den Markt bringen - das Argument dürfte also eher weniger ziehen.

DICLOFENAC als Beispiel gibt es als rezeptpflichtiges Medikament und als Rezeptfreies. Das Selbe bei Hydrokortison... 100 g = Rezeptpflichtig für 23,79 - rezeptfrei 30 g bei doppelter Stärke in der Versandapotheke für 2,98 Euro.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
gabi 13.09.2013, 17:24
19. optional

Ich habe selbst mindestens jede Woche einmal Migräne. Hier sind Triptane ein Segen. Und jeder, der Migräne hat, befasst sich auch mit den Folgen der Einnahme von Triptanen und weiß, wie oft er sie nehmen darf. Frei verkäufliche Triptane sind für mich ein Notvorrat, wenn ich nicht dazu gekommen bin, ein Rezept zu holen und ich keine verschriebenen Triptane mehr zuhause habe. Wer Migräne hat, weiß, dass ein solcher Notvorrat jedenfalls Sicherheit fürs tägliche Leben gibt, denn ein Migräneanfall kann immer kommen. Und: man spricht doch immer vom mündigen Bürger, dann sollte man sich auch hier darauf verlassen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 2 von 5