Forum: Gesundheit
Rezeptfreigabe für Triptane: Ärzte warnen vor gefährlichen Migränemitteln
DPA

Triptane gelten als Wundermittel bei Migräne. Immer mehr Pharmafirmen versuchen, diese Wirkstoffe rezeptfrei auf den Markt zu bringen. Doch Ärzte warnen: Für Patienten wird die Therapie teurer und ohne ärztliche Überwachung auch schnell gefährlich.

Seite 3 von 5
foomen 13.09.2013, 17:34
20. Migräneursachen verschieden?

Ich habe schon als Kind unter übelkeitserregenden Kopfschmerzen gelitten, später wurde gesagt, das sei Migräne.

Ein Arzt meinte, es könne auch die Wirbelsäule sein, und verschrieb Massagen. Und tatsächlich: 2 Jahre hielt so ein Zyklus jeweils vor. Dann war der Masseur, der das so gut machte, allerdings nicht mehr da.

Anfangs hatte ich mich, weil es ja so empfohlen wurde, ins dunkle Zimmer gelegt, und gelitten, gekotzt, und unterum war ich auch nicht dicht.

Dann dachte ich, wenn es von der HWS kommt, kann nur Bewegung helfen. Und sobald diese Aura kam, bin ich eine Runde gegangen. Die Migräne kommt noch heute, aber diese fiesen Kopfschmerzen habe ich nicht mehr dabei. Bewegung hilft mir tatsächlich; so lange ich mich locker bewege, bleiben die Schmerzen als leichter Druck und verstärken sich nur bei falscher Kopfhaltung. Heute, ich bin 62, ist die Migräne oft mehr ein allgemeines Schwächegefühl, ich bin todmüde, das Sehen funktioniert auch nach der Aura nicht so richtig, das Denken auch nicht wirklich, im Kopf ist Watte und Gehen kann auch unsicher sein. Ich persönlich zweifle immer wieder an der Diagnose, aber die Ärzte bestehen darauf. Auf jeden Fall hat meine Aktivität (keine Schmerzmittel) mir sehr geholfen. Besser als sich von den Schmerzen überrollen zu lassen.

Das schreibe ich, weil es anderen vielleicht helfen könnte, vielleicht ist es ja nicht nur bei mir so.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
raber 13.09.2013, 17:57
21. Mondpreise der Triptane?

Normalerweise sind rezeptfreie Produkte nicht so teuer wie rezeptpflichtige. Hoffentlich wird dieses Triptan keine Mondpreise haben. Sonst wird man es wieder im Ausland kaufen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ac-amc 13.09.2013, 17:58
22. Nebenwirkungen

Zitat von Nania
Gegenfrage: Welche Beratung hätte der Arzt Ihnen geben könne, um zu verhindern, was passiert ist? Der Punkt ist: Fast jede Arznei (außer dem Zeug ohne Wirkstoff) kann Nebenwirkungen verursachen, mal mehr, mal weniger heftig. Manche davon lassen sich auch nur ganz selten vorhersagen, manche auch gar nicht. Ich bin seit einiger Zeit allergisch gegen Aspirin und Ibuprofen. Im Grunde genommen von einem Tag auf den anderen. Das hätte mir mein Arzt nie sagen können, das habe ich (leider) über die Symptome erfahren müssen. So gesehen gibt es nie eine hundertprozentige Absicherung, dass man keine Nebenwirkungen erlebt. Ich persönlich begrüße es, wenn einige Medikamente mehr im freien Handel erhältlich sind - sprich: rezeptfrei in der Apotheke. Vielleicht wäre ein etwas "gestreckteres" System sinnvoll und als Kompromiss denkbar: Dauerrezepte. Der Arzt stellt für ein Jahr oder mehr ein Rezept für ein bestimmtes Medikament aus, der Kunde kann sich das Medikament nach Bedarf holen. Dann muss man nicht für jede neue Packung in die Praxis (gilt bei manchen Migränemedikamenten genauso wie für die Pille [da muss man auch nicht alle drei oder sechs Monate zur Untersuchung, nur ein Rezept holen]) sondern erst, nachdem ein bestimmter Zeitpunkt überschritten ist.
Ich stimme Ihnen nicht zu.

Im Nachgang zu meinem ersten Beitrag möchte ich betonen, dass ich die Aufklärung zu Nebenwirkungen von meinem Arzt erwartet habe. Selbst wenn er die o. g. Probe als "Gratismuster" von Pharmareferenten erhalten hat: Ich bin kein Versuchskaninchen!
Die ohnehin schon "minimale Untersuchung" durch einen hochbezahlten Neurologen (Blutdruck messen, Frage nach der Pille - sonst nichts) nach der Untersuchung durch meinen Hausarzt lasse ich hier mal außen vor.

Und nein: von Dauerrezepten für Medikamente halte ich gar nichts (Diabetesmedikation ausgenommen). Dafür ist einfach die Gefahr des Missbrauches/unüberlegten Einnehmens gerade bei Schmerzmitteln zu groß.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kommanditente 13.09.2013, 18:21
23.

Ich habe an etwa 8 Tagen im Monat Migräne und das seit über 30 Jahren. Seit 12 Jahren nehme ich ein Triptan und meine Lebensqualität hat sich dadurch fundamental verbessert. Selbst wenn dadurch mein Leben um 10 Jahre verkürzt würde, würde sich die Einnahme dieses Medikaments lohnen. Alle Nebenwirkungen die im Artikel geschildert werden, sind mir bekannt (auch dass die Wirkung nachlassen kann, das wird durchaus kommunuziert). Ich denke allerdings, dass Triptane verschreibungspflichtig sein sollten. Als Biologe mit Nebenfach Pharmakologie meine ich schon, einen Beipackzettel verstehen zu können, das kann jeder normalintelligente Mensch. Nur gibt es halt auch Leute mit einem IQ von 80 und gar nicht so wenige Menschen können überhaupt nicht lesen. Und ich möchte keine Zweiklassengesellschaft, in der jemand wie ich darf, was anderen verwehrt bleibt. Also sollen alle sich ihr Rezept beim Arzt holen, denn der kennt sich mit der Materie halt doch am besten aus.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
#Nachgedacht 13.09.2013, 20:27
24. Triptane=Wundermittel???????????

Zitat von sysop
Triptane gelten als Wundermittel bei Migräne. Immer mehr Pharmafirmen versuchen, diese Wirkstoffe rezeptfrei auf den Markt zu bringen.......
Kein Wundermittel, bringen aber der Pharmaindustrie viel Geld.

Verschiedene Forschungen auch in internationaler Kooperation versuchen neue Wege zu gehen. Leider wird zu selten davon berichtet.
Migräne kann vielfältige Ursachen haben und genau so vielfältig ist die Wirkung von Mitteln.

Rechtszeitig die "Vorboten" wahrnehmen hilft oft schon schwere Migräneattacken einzudämmen.

Bis vor einigen Jahren war Optalidon200 ein Geheimtip, dasvon der Stiftung Warentest damals als ein sehr unwirksames Medikamet klassifiziert wurde (Warum nur? ;-(((). Nachdem der Hersteller geschluckt wurde hat man die Rezeptur verändert und damit war die Wirkung flöten.
Immer wieder schön, wie in vielen Deutschen Apotheken bestritten wird das eine bestimmte Kombination oder gar bestimmte Füllstoffe die Wirksamkeit von Medikamenten beeinflussen.
Das die Forschung genau bei diesen geänderten Füllstoffen ansetzt ist hoffnungsvoll allerding darf befürchtet werden das dann diese Medikamente ,wenn Sie dem speziellen Zweck dienen sollen auch einen viel höheren Preis bekommen werden.

Jeder kann das leicht selbst ausprobieren. Gleicher Schmerzblocker und dann im Beipack die Füllstoffe beachten.
Schon ein einfacher Wechsel hat manch Marthyrium beendet.
Und wenn ein Schmerzblocker keine Wirkung zeigt tausche ich ihn aus.
;-))))Meine Erfahrung, es sind nicht die teuren Medikament die am Besten helfen.
Das man immer zu allem eine Beratung braucht ist im D der gewollten Bildungsferne der Politik kein Wunder.
Schon erstaunlich was man in anderen Ländern so alles Rezeptfrei bekommt und trotzdem gibt es keine signifikant höheren "Fehlgriffe".

#Nachgedacht

Beitrag melden Antworten / Zitieren
nordschaf 13.09.2013, 23:28
25.

Zitat von schneegrauchen
Ich habe selber Migräne und muss von daher manchmal Triptane nehmen. Sie wirken dann recht schnell und gut - sind aber nicht frei von Nebenwirkungen. Von daher überlege ich es mir jedesmal gut, ob ich wirklich eine brauche. Zudem kostet eine freiverkäufliche Packung mit zwei Triptanen knapp 10 EUR, für dasselbe Geld bekäme ich eine Packung mit 50 Schmerztabletten.
Es geht mir ähnlich, ich versuche, den Triptangebrauch so gering wie möglich zu halten. Dennoch war es eine Offenbarung, das erste Mal die Migräne in einem frühen Stadium in den Griff zu bekommen und nicht einfach die nächste Stufe des Leidens zu erwarten.

Dass man zum selben Preis 50 Ibuprofen, Aspirin oder Paracetamol bekommen könnte, dürfte sich bald erledigt haben, denn da geht es ja offenbar auch in Richtung der 5-STück-Packung. Es will mir allerdings nicht einleuchten, warum Triptane nun rezeptfrei werden, man aber gleichzeitig den Schmerzmittelgebrauch mit kleineren Packungen bei gängigen Schmerzmitteln verringern will. Klingt, als stünde da doch eher die Suventionierung der Pharma-Industrie dahinter.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
radiantcat 13.09.2013, 23:54
26. Maxalt und Imigran Spritzen

Ich nehme schon seit 15 Jahren-ohne Rezept - 1-2mal monatlich Maxalt und manchmal spritze ich Imigran-das führt augenblicklich zur Schmerzbeseitigung ,aber auch Blutdruckerhöhung - lebe immer noch -bin schon77 !

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kotz|brocken 14.09.2013, 07:40
27. Verschreibungspflicht

Dieses Medikament hat meine Lebensqualität verbessert denn damit werde ich meinen wahnsinnigen Kopfschmerz los und muss nicht einen ganzen Tag im abgedunkelten Schlafzimmer verbringen. 1-2 Mal Sumatriptan im Monat, das brauchts bei mir. Ich begrüsse die Entscheidung zum Wegfall der Verschreibungspflicht sehr, denn es ärgert mich wenn ich alle 5-6 Monate wegen eines Rezeptes in die Praxis muss und dann mit akut kranken Menschen - häufig hustend, rotzend, triefende Virenschleudern - in das Wartezimmer gesetzt werde. Und jedes zweite Mal sagt die Sprechstundenhilfe, dass ich sogar zu Frau Doktor reinmüsse - sie hätte mich ja lange nicht gesehen. Untersucht werde ich von Frau Doktor dann zwar nicht, immerhin kann sie jedoch eine Rechnung (Privatpatient) schreiben. Überhaupt wurde ich nur und ausschließĺich vor der ersten Sumatriptan-Verschreibung untersucht - einmal Blutdruck messen, seitdem nie wieder. Und dafür soll ich zum Arzt müssen?

Mir ist absolut bewusst, was für ein Medikament ich einnehme und ich wäge jedes Mal ab, ob es wirklich notwendig ist. Manchmal verzichte ich auch, das Zeug ist schließlich auch nicht billig und nicht jeder kleine Kopfschmerz wird zu einer Attacke. Die Verschreibungspflicht ist dabei total überflüssig, kostet mich nur Zeit, Geld und im dümmsten Fall werde ich sogar noch im Wartezimmer angesteckt, während ich auf Frau Doktors Unterschrift (für 12 Euro natürlich) auf meinem Rezept warte.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
agt69 14.09.2013, 07:47
28. Verschreibungspflicht generell aufheben!

Ist doch klar, dass Ärzte dagegen sind, wenn Medikamente frei verkäuflich sind. Da würde ihnen natürlich so einiges Geld durch die Lappen gehen, wenn Patienten nicht mehr zu ihnen kommen müssten, um sich Rezepte abzuholen. Vor allem, wenn es sich auch noch um lukrative Privatpatienten handelt...

Es ist natürlich unbestritten, dass sehr viele Medikamente (auch die frei verkäuflichen) zum Teil sehr schwere Nebenwirkungen haben. An den Nebenwirkungen legaler Schmerzmittel (ASS, Paracetamol, Ibuprofen, usw) sterben in Deutschland jedes Jahr mehr Menschen als an Heroin!

Aber: Es ist nun wirklich kein Arzt von nöten, um Patienten über mögliche Nebenwirkungen aufzuklären. Ein Arzt wird dann benötigt, wenn der Patient Symtome hat, deren Ursache er abgeklärt haben möchte und Behandlungsmöglichkeiten erfahren möchte. Wer z.B. seit Jahren unter Migräne leidet, braucht bei einem erneuten Anfall sicher keinen Arzt, der ihm bestätigt, dass es auch diesmal wieder Migräne ist.

Ein Apotheker ist schließlich kein gewöhnlicher Verkäufer, sondern hat jahrelang Pharmazie studiert und kennt mögliche Wirkungen und Nebenwirkungen mindestens genauso gut wie ein Arzt (wenn nicht sogar besser). Zudem sind alle jemals bei einem Medikament beobachteten Nebenwirkungen auf dem Beipackzettel genau aufgeführt.

Wer allerdings weder den Apotherker befragt, noch den Beipackzettel liest und sich völlig unkritisch unbekannte Medikamente in selbst festgelegter Dosierung einwirft, der braucht sich über Nebenwirkungen nicht zu wundern. Es kann nicht Aufgabe des Staates sein, solche Leute vor sich selber zu schützen. Ein Mindestmaß an Eigenverantwortung sollte man von erwachsenen Menschen erwarten können.

Und außerdem: Wenn Ärzte verantwortungsvoll mit ihrem Rezeptblock umgehen würden, dann hätten wir keine 2 Mio Medikamentenabhängige in unserem Land.

Meiner Meinung nach sollte die Verschreibungspflicht für ALLE Medikamente aufgehoben werden. Die Frage, ob ein Medikament von der Kasse bezahlt wird oder nicht, sollte sich nicht nach der Verschreibungspflicht richten, sondern nach der medizinischen Notwendigkeit. Das bedeutet, wenn ein Arzt ein Medikament per Rezept verordnet, dann sollte das auch von der Kasse bezahlt werden, sofern eine Wirksamkeit des Medikaments belegt ist.

Wer allerdings ein Medikament kaufen möchte, ohne tagelange Wartezeit auf einen Termin und stundenlange Wartezeit im Wartezimmer in Kauf zu nehmen, der sollte auch das Recht haben, das zu tun.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
neoy 14.09.2013, 08:50
29. Tatsächlich...

[QUOTE=ac-amc;13732826]
Die ohnehin schon "minimale Untersuchung" durch einen hochbezahlten Neurologen (Blutdruck messen, Frage nach der Pille - sonst nichts) /QUOTE]

Auszug aus der GOÄ (Gebührenordnung für Ärzte):

Eingehende neurologische Untersuchung gegebenenfalls einschließlich der Untersuchung des Augenhintergrundes

11,37€

Eingehend sicher nicht, aber hochbezahlt???

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 3 von 5