Forum: Gesundheit
Schätzung für Europa: Multiresistente Keime verursachen 33.000 Todesfälle pro Jahr
imago/ Science Photo Library

Wenn Antibiotika nicht mehr anschlagen: Multiresistente Bakterien erschweren die Behandlung von Patienten. Wie viele Menschen daran sterben, ist umstritten. Nun legt eine Studie neue Zahlen vor.

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werner-xyz 06.11.2018, 15:25
1. Und wenn man das jetzt

in Relation zu den Toten durch Terroranschläge pro Jahr setzt, dann sollte auch der letzte Trottel kapieren, dass es deutlich wichtigere Baustellen gibt, wie massiv Feste durch Sicherheitsauflagen einzuschränken nur um eine Sicherheit vor zu gaukeln die es gar nicht geben kann. das Geld wäre besser in Krankenhaushygiene investiert.

Vielleicht sollte man mal statt Zombies Realfilme von Leuten zeigen, die offene Wunden durch multiresistente Keime haben, damit die Gefahr auch optisch erkannt wird.

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permissiveactionlink 06.11.2018, 17:31
2. Das Hauptproblem

der Antibiotika-Resistenzen besteht nicht darin, dass diese unablässig durch Zufallsmutationen entstehen und erst dann ein Selektionsdruck zur Vermehrung dieser Mutanten durch Antibiotika-Einsatz entsteht, bei der die Blaupause für die Resistenz vertikal an Nachkommen der mutierten Zelle weitergegeben wird, sondern in der Möglichkeit der Bakterien, auch anderen, bisher womöglich harmlosen Arten eine Kopie des Resistenzgenes (im Erdboden, in Gülle, im menschlichen Verdauungstrakt etc) in das Cytoplasma zu schleusen. Auf diese Art entstehen aus einfach resistenten Arten schnell auch multiresistente, andere Arten (horizontaler Gentransfer). Diese multiresisten Keime sind das echte Problem. Weil dann irgendwann kein nutzbares Antibiotikum mehr hilft. Und dann ist schnell alles aus.

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Bananenschale 06.11.2018, 20:03
3. dt. Krankenhaus

Ein wesentliches Problem ist die mangelnde Hygiene ( höflich ausgedrückt ) in dt. Krankenhäusern ( Ich weiß nicht, ob es in andern Ländern anders ist. ). Da werden die resistenten Keime geradezu konzentriert gezüchtet. Die bevorzugte Art ein Krankenhaus kranker zu verlassen, als man hineinkam, ist neben Nierenversagen, die Infektion mit irgendeiner Bazille.

Die Suche nach Heilung ist endet immer in einer Wette gegen den Tod.

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genesys 06.11.2018, 20:24
4. Mögliche Lösung

Eine mögliche Lösung ist der Einsatz von Bakteriophagen (Phagentherapie) als Alternative zum Antibiotika.
Links zu mehr Infos:
https://de.wikipedia.org/wiki/Phagentherapie
https://de.wikipedia.org/wiki/Georgi-Eliava-Institut_für_Bakteriophagen,_Mikrobiologie_und_Vir ologie

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krautrockfreak 06.11.2018, 21:00
5. Auch deshalb esse ich kein Fleisch mehr, denn dieses Problem kommt

auch von der Tatsache, dass in der Massenfleischproduktion oftmals unnötig Antibiotika angewendet wird, und zwar gleich die Superantibiotikas, die dann der Mensch zu sich nimmt. Ein bekanntes Problem, das - wie so viele andere - dank Lobbyarbeit der Wirtschaft (hier der Fleischlobby) - von der Politik verdrängt wird. Ist ja alles nicht so schlimm.... uns geht's doch gut!

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ardbeg17 06.11.2018, 21:26
6. @krautrockfreak #5

"Auch deshalb esse ich kein Fleisch mehr, denn dieses Problem kommt auch von der Tatsache, dass in der Massenfleischproduktion oftmals unnötig Antibiotika angewendet wird, und zwar gleich die Superantibiotikas, die dann der Mensch zu sich nimmt.(...)"
Welche Superantibiotika sind das?
Davon abgesehen sehr löblich, kein Fleisch zu essen, denn für's Weltklima ist das in jedem Fall ein guter Beitrag.

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biofri 06.11.2018, 21:29
7. Woher haben Sie denn diese Kenntnisse?

Es ist eine weit verbreitete Unsitte der Grünen und Naturfreunde auch das Antibiotikaproblem durch multiresistente Keime der Landwirtschaft anzulasten und zwar der bösen "Massentierhaltung". Antibiotika werden in Europa und in Deutschland schon lange nicht mehr in der Tiermast eingesetzt - meines Wissens seit ca. 2 000. Das ist ausdrücklich verboten und wird in Unterschied zu you-tube-Videos und Agitationsbroschüren nicht mehr in Deutschland durchgeführt. Man sollte lieber mal die Fehlverschreibungen der Ärzte und die mangelnde Hygiene in deutschen Krankenhäuser aufs Korn nehmen. Demzufolge sind Sie mit Ihrer Fleischangst völlig auf der falschen Fährte!

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ardbeg17 06.11.2018, 21:35
8. @permissiveactionlink #2

Sehr richtig. Aus diesem Grund sollte endlich mit dem Gerede aufgehört werden, zu kurze AB-Einnahmen würden Resistenzen fördern. Je länger sich Bakterien mit AB auseinandersetzen "dürfen", desto mehr Resistenzgene werden selektiert. Daher scheint strategisch sinnvoller zu sein, resistenten Bakterien möglichst viele nicht pathogene, nicht resistente Bakterien als Konkurrenz zu belassen und Therapien möglichst nur so kurz wie nötig durchzuführen.

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permissiveactionlink 06.11.2018, 22:11
9. #8, ardbeg17

Ja genau, die alte Faustregel "Antibiotika- Packung immer ganz aufbrauchen" ist völlig überholt. Hätte man bei Darwin schon viel früher erfahren können, wenn man denn gewollt hätte. Kurze Therapiezeiten sind von Vorteil, weil sie a) den Selektionsdruck nur kurzfristig aufrecht erhalten und b) die Nebenwirkungen (!) niedrig, die bei manchen Antibiotika beträchtlich sein können. Die erforderlichen Therapiezeiten sind aber vom jeweiligen Patienten abhängig und keineswegs konstant. Multiresistente Erreger werden (sofern noch möglich !) besser a priori mit einem Antibiotika-Cocktail behandelt : Die Wahrscheinlichkeit für die zufällige Entstehung einer Resistenz gegen mehrere in ihrem Wirkmechanismus völlig verschiedener Antibiotika ist sehr gering, deshalb tötet ein Cocktail alle Vorstufen mit einzelnen Mutationen ab, b e v o r diese durch Plasmidtransfer einen Killer durch Kombination mehrerer Resistenzgene bilden können. Die Therapie der Tuberkulose wäre in diesem Zusammenhang zu nennen, vergleichbar ist aber auch der Einsatz antiviraler Cocktails bei der Behandlung von HIV, wo auch Resistenzen auftreten, aber zunächst immer vereinzelt. Die Cocktails verhindern auch hier gefährliche Multiresistenzen, auch wenn hier natürlich keine Antibiotika i.e.S involviert sind.

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