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Schmerz-Patienten: Cannabis auf Rezept nur schwer erhältlich
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Das Gesetz ist noch neu, aber die Probleme schon da: Wer Cannabis auf Rezept haben möchte, findet oft nur schwer einen Arzt, der es verschreibt. Auch die Krankenkassen verweigern Genehmigungen.

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Thomas Schnitzer 21.06.2017, 16:02
110.

Zitat von spon_420
[...] Erstens: Im Verhältnis zu weltweit etwa 1-2 Millarden Cannabiskonsumenten entwickelt praktisch niemand (also nur ein paar Tausend) eine Psychose. [...] Zweitens: Die lungenschädigen Joints, [...] Drittens: faul und antriebsschwach? Sie kennen wohl keine Cannabiskonsumenten. Eine meiner Dummärtzinnen [...]
1. Nein, das ist nicht belegt. https://hanfverband.de/inhalte/cannabis-wirkung-nebenwirkungen-und-risiken#nr_4

"[Es] wurde[...] über die Eigenständigkeit einer "Cannabispsychose" diskutiert, [...] . Heute geht man davon aus, dass es eine "Cannabispsychose" nicht gibt, sondern [...] Schizophrenie vorliegt. Unklar ist [...] , ob die an Schizophrenie Erkrankten auch ohne den Konsum von Cannabis an dieser einschneidenden Krankheit leiden würden. [...]"

=> Fraglich, ob die Betroffenen den Ausbruch auch ohne erlebt hätten, und außer Konkurrenz, weil nur eine anekdotische Betrachtung: Einer der Mitkonsumenten aus meinen Studienzeiten leidet bis heute daran, und lebt in der Klinik.

2. https://www.lungeninformationsdienst.de/aktuelles/news/therapieformen/therapieformen/article/cannabis-risiken-und-nutzen-fuer-die-lungengesundheit/

"Fast gesichert ist laut DGP der Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum und [...] chronischer Bronchitis, [...] oder Asthma."

Und - wenn auch immer noch als Anekdote ausser Konkurrenz - auch an Asthma leidet einer derer, der damals da bei war, und ich war selbst kurz davor, welches zu bekommen.

3. Faulheit etc. https://hanfverband.de/inhalte/cannabis-wirkung-nebenwirkungen-und-risiken#nr_3

"Dauerhafter [...] Cannabiskonsum kann mit [...] Rückzugstendenzen einhergehen. Dabei stehen Betroffene den Aufgaben des Alltags [...] gleichgültig gegenüber."

"Dauerhafter Cannabiskonsum hat eine Beeinträchtigung der kognitiven Leistungsfähigkeit zur Folge (Aufmerksamkeit, Konzentration, Lernfähigkeit)."

=> Dabei hilft es wenig, dass davon nicht alle Konsumenten betroffen sind, entscheidend ist, dass es nicht nur vereinzelt vorkommt.

Und, noch einmal anekdotisch und ausser Konkurrenz, wenn ich mir das Publikum in Coffeeshops in NL so ansehe, dann sind da ein Drittel Menschen mit gepflegtem Äußeren dabei, ein Drittel ist in dieser Hinsicht nur bemüht, und ein weiteres Drittel ist stinkender Rest, weil es ihnen wie beim letzten Alki völlig egal geworden ist, wie sie herumlaufen.

Fazit: Nach meinen Erfahrungen sollte Cannabis nicht einfach so freigegeben werden, denn dazu sind die spezifischen Risiken für die zu groß. Und es reicht schon, dass es mit Alkohol eine Droge gibt, die man aufgrund der "kulturellen Verwurzelung" nicht mehr in den Griff bekommt, demensprechend ist "Alkohol ist aber erlaubt" kein valides Argument.

Wenn es nach mir ginge, dürfte jegliche Droge abseits von Kaffee nur an Leute verkauft werden, die per Reifetest nachgewiesen haben, dass sie damit umgehen können, und den Konsum nachweislich mit selbst legal erwirtschaftetem Geld finanzieren können. Es ist nämlich nochmal ein himmelweiter Unterschied, ob jemand gelegentlich Feierabendruhe haben will, oder den Tag wegkifft, weil sonst Langeweile herrscht.

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keine-#-ahnung 21.06.2017, 16:09
111. Nun, Sie sind selbstverständlich DER ...

Zitat von spon_420
Ich rede davon, dass Ärzte nun verschreiben dürfen (natürlich auch für Selbstzahler), und Sie zeigen mir Gesetzestexte, wann die Krankenkasse bezahlen sollen muss (oder auch nicht)? Wer ist hier der Spezialist?
... Spezialist :-). Vermutlich für Alles ...
Das von Ihnen verlinkte Gesetz regelt nur die Änderungen für bereits bestehende Gesetze und Verordnungen bezgl. BtM und Arzneimittelsicherheit.
Die Änderungen im SGB V gelten nur für Kassenpatienten, die Ärzteschaft wird die dort festgehaltenen Indikationen analog auch für Privatversicherte übernehmen, um nicht Gefahr zu laufen, gegen das BtMG zu verstossen.
Und für SELBSTZAHLER :-) ??? Sie meinen so eine Art IGeL für gesetzlich versicherte Junkies? Nette Idee ... da denke ich direkt mal drüber nach ;-)

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sir wilfried 21.06.2017, 16:09
112. Die Mafia bitte nicht vergessen

Zitat von hallo???
in jeder arztpraxis anzutreffen, legen sicherlich andere verschreibungen nah. wenn das eigene produkt bei der verschreibung durch etwas viel billigeres ersetzt würde, wäre das sicher keinesfalls in deren sinne. es bräuchte also auch eine haschlobby, die den ärzten den verdienstausfall ersetzt. ansonsten werden sie es eben nicht verschreiben
Die Mafia bitte nicht vergessen, denn deren Profite wären mit zunehmender Legalisierung ebenfalls gefährdet.
Ob eine "Haschlobby" die "Drogenmafia-Lobby" auszahlen könnte, darf allerdings bezweifelt werden. Also wird die Drogenmafia alles tun, damit auch Cannabis verboten bleibt.

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keine-#-ahnung 21.06.2017, 16:11
113. Das ist falsch ...

Zitat von Vex
Rechtschreibung bringt in der Biochemie leider nichts .....
... malen Sie sich mal kurz 'nen Citratcyclus aufs Papier und beschriften Sie ihn - orthographisch korrekt natürlich :-) !

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keine-#-ahnung 21.06.2017, 16:16
114. Sie wohnen im Südwesten?

Zitat von bartholdyOA
Wie immer behandeln sich Ärzte selbst anders als den Patienten. Skandalös und in vielen Wirkstoffgruppen gängig. Die BauchBeinePo-Girls ,die sich unberechtigterweise viel auf den 20 Seiten Drmed einbilden, sind bei Hormonen zB ganz anderer Meinung als bei Patienntinnen. Dieser Würgegriff muss durch den Beitragszahler beendet werden
Die Tagestemperaturen müssen unerträglich gewesen sein ... gehen Sie am besten ins kühle Wasser. Ach ja, und verzichten Sie drei Tage auf das Gedöhns, was Sie heute konsumiert haben - und danach wird die Welt wieder ein schönerer Ort sein :-).
Und wenn Ihnen die bösen Ärzte wieder Ihrer Hormone nicht gegeben haben, essen Sie einfach ein Steak mehr - Bauernregel #1338: "Am Steak ist nicht das Fleisch das Schöne, nein, was schmeckt, sind Estrogene."

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keine-#-ahnung 21.06.2017, 16:18
115. Jupp ...

Zitat von SarahMue
Wer Patienten ein dringend benötigtes Medikament vorenthält, sollte wegen unterlassener Hilfeleistung und auf Schmerzensgeld verklagt werden. Cannabis ist ein legales Medikament: Es gibt keinen Grund es bei entsprechendem Krankheitsbild nicht zu verschreiben. Offensichtlich wurde das Gesetz so ausgestaltet, dass möglichst wenig Menschen davon profitieren. Die CDU hat Angst konservative Wähler zu verschrecken. Mit anderen Worten: Man nimmt die Schmerzen zahlreicher Menschen hin um etwas mehr Stimmen zu bekommen. Das soll eine christliche Partei sein?
... in den Knast mit allen Weisskitteln, die Ihren Kunden keine Tüten drehen wollen. Und die komplette CDU dazu stecken ... Horst Seehofer wird es freuen :-)

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Thomas Schnitzer 21.06.2017, 16:19
116.

Zitat von cassandros
[...] Weißt du, wo ich mich über "Drogen" informiere? Z.B. hier: - http://onlinelibrary.wiley.com/journal/10.1111/(ISSN)1471-4159/issues oder hier - http://www.sciencedirect.com/science/journal/08966273 Im Gegensatz zu dir habe ich nämlich Physiologie und Neurobiologie studiert. [...]
Beide Links sind lediglich Artikel-Verzeichnisse, keine Belege, womit sie streng genommen hier nur vortäuschen, etwas zu belegen, und das sollten sie als Wissenschaftler in ihrem Studium ebenfalls gelernt haben.

Die unverschämte Reaktion (duzen und "im Gegensatz") und der unwissenschaftliche Versuch zweier Scheinbelege deuten deshalb eher an, dass sie hier lediglich heiße Forenluft ausstoßen. Ansonsten bitte die entsprechenden Artikel heraussuchen und diese dann verlinken.

Sonst könnte man nämlich glatt einem der 54 Belege unterhalb des Wikipediartikels folgen und anhand der Studie https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15448977?dopt=Abstract (Beleg #37) glauben, dass etwas, dass Entzugserscheinungen verursacht, auch eine Droge sein könnte.

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keine-#-ahnung 21.06.2017, 16:23
117. Dann muss Ihre Haftpflichtversicherung ...

Zitat von AvD
Die 3. war eine >80j. Pat, mit Fibromyalgie. Hier ist zu bedenken, dass es meines Wissens keine größeren Studien über die Nebenwirkungen der Cannabinoide bei derart betagten Pat. gibt. Zu befürchten sind zB Schwindel, Benommenheit, Gangstörungen. Was ist, wenn die Dame im intoxikierten Zustand die Treppe hinunterstürzt und sich den Schenkelhals bricht?
... wieder einspringen :-).
Aber warum mir bei dieser Konstellation gerade Hannes Wader einfällt ....???

p.s.: Bin gerade drauf gekommen ...

"Meine Tante dealt seit einem Jahr, Seitdem geht sie über Leichen, fährt 'nen Jaguar – Cocaine, all around my brain!
Immer wenn sie kommt, bringt sie ein Stückchen Shit
In der Radkappe für die Kinder mit – Cocaine, all around my brain!"

Das geht bestimmt auch mit Ommas und Gras ...

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Vex 21.06.2017, 16:24
118.

Zitat von cassandros
Achtung! Falsche Schlussfolgerung!!!!!!!!!!!! Daß eine latente Psychose ohne Cannabis zwingend zu einem anderen Zeitpunkt manifest werden würde, ist eine unhaltbare Behauptung. Vielmehr muss im Beibackzettel aller pharmazeutischen Cannabinol-Präparate das Aktivieren von Psychosen als NEBENWIRKUNG aufgeführt sein!
Das steht übrigens auf fast allen Medikamenten im Bereich Depression und Schmerztherapie.
Eine Psychose ist größtenteils ein sozialwissenschaftliches Event die Wirkung von Medikamenten oder Drogen wird hingegen naturwissenschaftlich erklärt. Die Neurowissenschaft ist noch längst nicht soweit eine Psychose 100% naturwissenschaftlich also biochemisch zu erklären.
Ihre Folgerung das THC eine Psychose auslösen kann ist eigentlich auch nicht bewiesen ohne den biochemischen Mechanismus dahinter zu kennen.
Diese ganzen Studien das 5% in der Gruppe und 7% in der anderen Gruppe irgendwas ... aber keine Ahnung wie und wieso eigentlich sind keine harte Wissenschaft.

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cassandros 21.06.2017, 16:25
119.

Zitat von d.enkmalwieder
Nicht sie haben kriminalisiert- aber sie rechtfertigen diese Praxis mit ihrem unterirdischen Blödsinn den sie hier äußern..... PS Gerne würd ich mich mit Ihnen weiter intellektuell duellieren. Leider musste ich feststellen das sie da komplett unbewaffnet sind...
Ich rechtfertige gar nichts. Ich habe nichts gerechtfertigt.
Für rezipientenseitige Verständnisprobleme bin ich nicht verantwortlich.

PS: Bewaffnet zu sein hilft auch nicht sehr, wenn die "Kanone" offensichtlich Ladehemmung hat.

PPS: ... festellen, daß.....

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