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Schmerz-Patienten: Cannabis auf Rezept nur schwer erhältlich
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Das Gesetz ist noch neu, aber die Probleme schon da: Wer Cannabis auf Rezept haben möchte, findet oft nur schwer einen Arzt, der es verschreibt. Auch die Krankenkassen verweigern Genehmigungen.

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steffen.ganzmann 21.06.2017, 17:12
130. Komisch!

Zitat von d.enkmalwieder
[...] Hanf VERURSACHT keine Psychosen! Bei Psychotisch veranlagten Menschen kann diese durch Hanf ggf. "getriggert" werden- aber das trifft auch auf Alkohol, Medikamente und andere Substanzen zu. Psychotisch ist man qua Veranlagung oder auch nicht- da sollte man aber die Finger von ALLEN heiklen Substanzen lassen. PS Der Anteil von psychotischen Menschen unter Hanf-Abstinenzler beträgt +- 1% unter Hanfkonsumenten sind es ca. 1.3%-1.4% Und die Wissenschaft kommt immer mehr zu der Erkenntnis das dies nicht auf den Hanf per se zurückzuführen ist sondern darauf das die P. Hanf zur "Eigenmedikation" benutzen [...]. ...
Heisst das, dass mir, als zwei Wochen in der Psychiatrie verbringen musste*, zufällig all die 1,3-1,4% durch THC psychotisch Gewordenen Über den Weg liefen? Denn ich unterhielt mich oft mit den jüngeren Patienten und jeder von denen hatte zuvor Hasch in irgendeiner Form zu sich genommen. Reichlich seltsam ...

*Begründung:
Ich hatte eine akzidentielle Medikamentenvergiftung (Überdosierung, da schneller und starker Gewichtsverlust), wegen der ich einen ganzen Monat lang im Coma auf der Anästhesie-Intensiv lag. Während dieser Zeit hatte ich zig epileptische Anfälle vom grand-mal-Typ, einige sogar in Serie. Als ich wieder wach war, schlug man mir vor, zur weiter Überwachung noch zwei Wochen im Haus zu bleiben, am Besten in der Psychiatrie (diese Klinik hat keine Neurologie), weil dort der Schwestern/Patientenschlüssel besser sei als in der internistischen Pflegestation und die Psychiatrieschwestern sähen rein berufsmässig viel intensiver nach ihren Patienten (war auch so, zog ich mich mal zum Lesen oder Musikhören in mein Zimmer zurück, kam allerspätenstens eine Schwester, um nach mir zu sehen) und gerade mich als Arzt könnte das ja auch ganz interessant werden. War es auch, so als geistig "Normaler" unter psychiatrischen Patienten zu sein, viel weniger schlimm, als man es sich normalerweise vorstellt. Spannend war, wegen welcher - in meinen Augen - Nichtigkeiten man hier in die Psychiatrie kommen kann!

Btw., sollte sich jemand sorgen, nein, weder in diesen zwei Wochen noch später habe ich bis heute keinen cerebralen Krampfanfall mehr gehabt, aber seitdem meide ich doch lieber potentielle Trigger wie e.g. Stroboskoplicht, das hatte ich auch schon Früher eh nie wirklich gut vertragen..

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Vex 21.06.2017, 17:18
131.

Zitat von cassandros
"Ihre Folgerung, daß THC...." Eine solche "Folgerung" habe ich an keiner Stelle abgeleitet ! Die Aussage wurde als Prämisse (!) von anderen (!) weiter oben eingebracht. "Eine Psychose ist größtenteils ein sozialwissenschaftliches Event"? Wer so etwas schreibt, hat wirklich keinen Schimmer, was eine Psychose ist (oder sitzt seit Stunden in der prallen Sonne).
Erklären sie mir bitte einen naturwissenschaftlichen Mechanismus der zu einen Psychose führt ... einfach neurobiologisch oder biochemisch.
Oder die Induktion durch THC ... ich konnte dazu noch nie was stichfestes lesen.

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d.enkmalwieder 21.06.2017, 17:36
132.

Zitat von steffen.ganzmann
Heisst das, dass mir, als zwei Wochen in der Psychiatrie verbringen musste*, zufällig all die 1,3-1,4% durch THC psychotisch Gewordenen Über den Weg liefen? Denn ich unterhielt mich oft mit den jüngeren Patienten und jeder von denen hatte zuvor Hasch in irgendeiner Form zu sich genommen. Reichlich seltsam ... *Begründung: Ich hatte eine akzidentielle Medikamentenvergiftung (Überdosierung, da schneller und starker Gewichtsverlust), wegen der ich einen ganzen Monat lang im Coma auf der Anästhesie-Intensiv lag. Während dieser Zeit hatte ich zig epileptische Anfälle vom grand-mal-Typ, einige sogar in Serie. Als ich wieder wach war, schlug man mir vor, zur weiter Überwachung noch zwei Wochen im Haus zu bleiben, am Besten in der Psychiatrie (diese Klinik hat keine Neurologie), weil dort der Schwestern/Patientenschlüssel besser sei als in der internistischen Pflegestation und die Psychiatrieschwestern sähen rein berufsmässig viel intensiver nach ihren Patienten (war auch so, zog ich mich mal zum Lesen oder Musikhören in mein Zimmer zurück, kam allerspätenstens eine Schwester, um nach mir zu sehen) und gerade mich als Arzt könnte das ja auch ganz interessant werden. War es auch, so als geistig "Normaler" unter psychiatrischen Patienten zu sein, viel weniger schlimm, als man es sich normalerweise vorstellt. Spannend war, wegen welcher - in meinen Augen - Nichtigkeiten man hier in die Psychiatrie kommen kann! Btw., sollte sich jemand sorgen, nein, weder in diesen zwei Wochen noch später habe ich bis heute keinen cerebralen Krampfanfall mehr gehabt, aber seitdem meide ich doch lieber potentielle Trigger wie e.g. Stroboskoplicht, das hatte ich auch schon Früher eh nie wirklich gut vertragen..
Jetzt haben sie uns viel über sich selbst- aber gar nichts mit statistischer oder empirischer Relevanz mitgeteilt.

PS der Terminus selektive Wahrnehmung ist Ihnen sicher ein Begriff? Selbst wenn sie mehrere Tausend dieser "Experten" getroffen hätten würde das immer noch gar nichts aussagen. Die mehreren Millionen "User" die völlig normal + gesund sind fallen Ihnen ja nicht auf...

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spon_420 21.06.2017, 17:45
133.

Zitat von steffen.ganzmann
Heisst das, dass mir, als zwei Wochen in der Psychiatrie verbringen musste*, zufällig all die 1,3-1,4% durch THC psychotisch Gewordenen Über den Weg liefen? Denn ich unterhielt mich oft mit den jüngeren Patienten und jeder von denen hatte zuvor Hasch in irgendeiner Form zu sich genommen. Reichlich seltsam ...
Okay - und hier ist Ihr Denkfehler: JEDER nimmt Hasch außer Ihnen und Ihren Bekannten, einfach jeder. Ich wohne in einer ganz normalen mittelgroßen deutschen Stadt, hier raucht jeder, der möchte, auf der Straße - selbst der Polizei ist das egal (denn auch die Fußläufer und Streifenfahrer wissen, dass ein Bekiffter ihnen niemals Ärger machen wird).
Und deswegen hat auch jeder in der Psychatrie schon einmal gekifft. Weil es jeder tut. Selbst die deutsche Regierung geht von 4 Millionen Cannabiskonsumenten in Deutschland aus (was eine heftige Untertreibung ist). Aber vorausgesetzt selbst diese Zahl würde stimmen - wie viele Leute mit angeblichen THC-Psychosen wollen Sie den 4 Millionen jetzt entgegenhalten? 500? 1000? 3000? 10000? Na und? Deswegen dürfen die anderen 4 Millionen (von denen ja anscheinend auch nie jemand eine Psychose bekommt) nicht mehr kiffen? Wer entscheidet denn sowas? Ist ja auch egal: hält sich ja doch keiner dran. Kinder (die entgegen Erwachsenen tatsächlich ein mehrfach erhöhtes Risiko der Auslösung einer Psychose haben) kommen leichter an Gras als an Alkohol. Und genau dies ist nur durch eine Legalisierung zu bekämpfen.

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keine-#-ahnung 21.06.2017, 17:46
134. Sie haben vermutlich ...

Zitat von Vex
Erklären sie mir bitte einen naturwissenschaftlichen Mechanismus der zu einen Psychose führt ... einfach neurobiologisch oder biochemisch. Oder die Induktion durch THC ... ich konnte dazu noch nie was stichfestes lesen.
... noch nie etwas "Stichfestes" gelesen ;-). Ich bin zwar nur Onkologe, aber ergooglen Sie sich doch mal was zum Thema "substanzinduzierte Psychosen". Wahlweise unterhalten Sie sich mal mit einem Schwerstalkoholabhängigen oder einem Meth-Konsumenten ... das mit den "neurobiologischen oder biochemischen" pathways klären wir, wenn Sie genug Elektronen geschoben haben :-).

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spon_420 21.06.2017, 17:53
135.

Zitat von keine-#-ahnung
... Spezialist :-). Vermutlich für Alles ... Das von Ihnen verlinkte Gesetz regelt nur die Änderungen für bereits bestehende Gesetze und Verordnungen bezgl. BtM und Arzneimittelsicherheit. Die Änderungen im SGB V gelten nur für Kassenpatienten, die Ärzteschaft wird die dort festgehaltenen Indikationen analog auch für Privatversicherte übernehmen, um nicht Gefahr zu laufen, gegen das BtMG zu verstossen. Und für SELBSTZAHLER :-) ??? Sie meinen so eine Art IGeL für gesetzlich versicherte Junkies? Nette Idee ... da denke ich direkt mal drüber nach ;-)
Also Sie sind ja ein richtiger Fachmann. Kurzer Schwank aus meinem Leben: Ich beziehe Marihuana der Sorte Bedrocan (22 % THC, 1 % CBD) aus der Apotheke. Ich habe dafür ein Rezept von meinem Arzt. Meine Krankenkasse weigert sich, die Bezahlung zu übernehmen. Also bezahle ich diese selbst - stolze 120 Euro für lächerliche 5 Gramm Gras. Glücklicherweise bin ich sowohl in der Lage mir dies zu leisten als auch auf andere - illegal und dennoch sorgfältig produzierte - Ware auszuweichen. Und Sie wollen mir nun erzählen, dass ich mich vertue und sich mein Dealer immer als Apotheker verkleidet, um ein Vielfaches verlangen zu können, oder was?

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spon_420 21.06.2017, 17:58
136.

Zitat von cassandros
Eine Unterscheidung "körperliche" / "psychische" Abhängigkeit ist Quatsch.
Jetzt hab ich es raus! Sie sind vom Gegenteil-Planet, wo einfach immer das Gegenteil von dem richtig ist, was hier auf unserer Erde aktuell von der Menschheit als Konsens verabschiedet wurde.

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InesH 21.06.2017, 18:03
137. Es ist immer noch Irrsinn

Zitat von keine-#-ahnung
Wenn man mit Novalgin und Valoron die Schmerzen gut eingestellt bekommt, verbietet sich selbst bei bestehender Indikation beim Kassenpatienten auch ein "Versuch" mit THC - das steht eindeutig so im §31.6 SGB V. Sonst zahlt der Kollege Ihre Tütchen in Form von Regressen an Ihre Krankenkasse ... wollen Sie doch sicher nicht, oder? Ich persönlich würde auch beim Privatversicherten nur analog der Indikationen nach §31.6 SGB V verordnen, da sichere Indikationen für das Gras anderenorts ja nicht definiert sind und ich keinen Bock habe, wegen Verstoss gegen das BtMG vor dem Kadi zu landen.
Es wären nicht meine *Tütchen*, das verbitte ich mir.
Den Begriff *Tütchen* sowieso.
Und meine Mutter, 79, inoperabel an Hüfte, Knie, Schulter und Wirbelsäule, ist zwar schmerztechnisch miitelmäßig eingestellt, hat aber mit massiven Nebenwirkungen zu kämpfen.
Noch Fragen?
Warum wäre es den Versuch nicht wert?

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guillermo_emmark 21.06.2017, 18:20
138. Hardliner aller Dörfer vereinigt Euch!

Zitat von Europa!
Die Haschrebellen lassen nicht locker. Auf dem Umweg über die Schmerzpatienten sollen dem Drogenhandel offenbar Tür und Tor geöffnet werden. Früher wurde auch Heroin als "Medizin" frei gehandelt (z.B. von Bayer), und nach dem 1. Weltkrieg wurden Tausende von Verwundeten drogenabhängig. Dass sich verantwortungsbewusste Ärzte dieser Praxis verweigern, ist nur zu begrüßen.
Als langjähriger "Haschrebell" erlaube ich mir, mich über Ihren Beitrag lustig zu machen: Wenn Sie ernsthaft Haschisch mit Heroin vergleichen, sollten Sie konsequenter Weise auch den Führerschein für Radfahrer fordern!

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steffen.ganzmann 21.06.2017, 18:27
139. Fragen:

Zitat von InesH
[...] Und meine Mutter, 79, inoperabel an Hüfte, Knie, Schulter und Wirbelsäule [...]
Sagt wer bitte? Denn das Wort inoperabel kennen wir Orthopäden eigentlich nicht, kann man es selber nicht, kennt man eben Kollegen, die darin spezialisiert sind. Die Schulter zum Beispiel wäre etwas für mich gewesen, wenn ich noch praktizieren würde.

Zitat von
[...] ist zwar schmerztechnisch miitelmäßig eingestellt, hat aber mit massiven Nebenwirkungen zu kämpfen [...]
Darf ich fragen welche? Denn sowohl Metamizol als auch Tilidin haben eigentlich recht geringe Nebenwirkungen. Ok, Tilidin kann Übelkeit und Erbrechen hervorrufen, aber dafür gibt es ja Antiemetica. Und die etwaigen Nebenwirkungen von Metamizol sind so schwerwiegend, dass jeder Arzt eine weitere Medikation damit sofort beenden würde!

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