Forum: Gesundheit
Sehstörung RCS: Augen im Stress
Corbis

Gegenstände sehen verzerrt aus, ein grauer Fleck prangt im Gesichtsfeld. So macht sich ein Leiden bemerkbar, das Ärzte als Managerkrankheit des Auges bezeichnen. Stress ist der bekannteste Risikofaktor für die Sehstörung RCS.

mat_1972 10.11.2014, 13:48
1.

Zitat: Das Laserlicht sorge dafür, dass die Netzhaut wieder an ihrem Untergrund hafte. Dabei kann es zu einer leichten Narbenbildung kommen, was aber laut Roider unproblematisch ist.

Na klar. Und weil es unproblematisch ist sehe ich genau wegen dieser Narben nach der Laserbehandlung seit 13 Jahren ein "Doppelbild".
Das Probem an RCS ist einfach: Die meisten Augenärzte kennen diese Krankheit nicht mal bzw. es fehlt ihnen an Wissen um es diagnostizieren zu können. Ich z.b. musste zu 7 (!) Augenärzten bis man in einer Augenklinik RCS erkannte. Wer das hat weiss, wie nervig das sein kann :-(

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choose_v 10.11.2014, 22:58
2. Schönfärberei

Zitat Prof. Roider: "Das Krankheitsbild RCS ist definitiv noch nicht ausreichend erforscht"

Dem kann ich aus eigener Erfahrung nur zustimmen.
Schlimmer: Es besteht auch nach meiner Meinung keinerlei Interesse, diesen Zustand zu ändern:
- Weder seitens der Pharmaindustrie und der (forschenden) Ärzte, weil der Prozentsatz in der Bevölkerung dafür statisch gesehen einfach (noch) zu gering ist, um Ressourcen zu binden und die Forschung sich lieber auf die Untersuchung derjenigen Krankheiten konzentriert, deren Heilmittelproduktion ausreichend Profite in der Masse versprechen.
- Noch durch die Gesundheitspolitik des Staates.
Wobei dieser von genau dieser Bevölkerungsgruppe mit Hang zur „Managerkrankheit“, der ich mich zurechne (stressiger Job, „besserverdienend“) einen nicht unerheblichen Steueranteil kassiert und die bestehenden Arbeitsbedingungen durch seine Gesetzgebung sogar fördert.

Der noch schlimmere Skandal aber ist, dass man als Betroffener mehrfach bestraft wird:
- Keine Übernahme der teuren Behandlungskosten (Durchführung der sog. Photodynamischen Therapie) durch die KV, weil diese vom "Medizinischen Dienst" nicht als wissenschaftlich gesicherte Behandlung klassifiziert wird. Fehlende Alternativen spielen anscheinend keine Rolle.
- Das während der PDT injiziert Medikament „Avastin“ (oder vergleichbare Präparate) kostet zusammen aufgrund gebilligter Monopolbildung mit der gleichzeitigen Licht-/Laserbehandlung locker mal pro Behandlung über 2000 EUR, die nicht erstattet werden.
- Ärztefortbildung findet nicht statt. Ein erschreckend hoher Anteil der Wald- und Wiesenärzte ist gar nicht in der Lage, eine halbwegs richtige Diagnose zu stellen. Zitat der Augenärztin, die ich bei den ersten Beschwerden aufsuchte: „Diese schwarzen Punkte im Sehbereich sind normal für Männer in Ihrem Alter...“ (Anm.: Damals war ich Mitte 30)

In einem weiteren Punkt muss ich Prof. Roider und der Autorin entschieden widersprechen:
Ich kann nicht beurteilen, aus welchen Erkenntnissen sich diese „guten Nachrichten“ ziehen lassen.
Ich kann nur für mich urteilen und: Diese Krankheit zerstört bei schwerem Verlauf die Augen bis zur subjektiv empfundenen Blindheit. Der Teil der Netzhaut, der durch die Flüssigkeit angehoben wird und sich nicht nach einer bestimmten Zeit wieder anlegen kann, stirbt durch Unterversorgung der Zellen. Punkt.
Nach ca. 7 Jahren kein Lesen mehr auf dem rechten Auge möglich, kein Erkennen von z.B. Gesichtern. Eingeschränktes bis nicht vorhandenes dreidimensionales Sehen, überdies „Nachtblindheit“ bzw. verzögertes Lichtanpassungsverhalten auf beiden Augen.
Die sozialen Folgen und sonstigen Einschränkungen kann man sich denken.

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susa_pilar 11.11.2014, 12:44
3.

...mein Augenarzt hat die Diagnose am Telefon gestellt nachdem ich die Symptome geschildert habe! Natürlich funduskopisch und mittels OCT verifiziert: dauerte ca. 15 Minuten. Nach zweitem Rezidiv Medikament bekommen, aber nicht vertragen: Azetazolamid... wenigstens hätte ich dann auch keine Bergkrankheit bekommen ;)

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