Forum: Gesundheit
Sind Leihradsysteme gesund?: Forscher bewerten Londoner Stadträder
REUTERS

Leihfahrräder in Metropolen bringen Menschen zum Radeln. Das ist gesund, birgt aber auch Risiken wie Unfälle und eine erhöhte Feinstaubbelastung. Was bringen Stadtrad-Programme also wirklich? Für London haben Forscher jetzt ein Urteil gefällt.

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bruno09 16.02.2014, 20:15
50. Leider doch!

Zitat von ajf00
Das Helme unfaelle verhindern hat in der Tat noch niemand behauptet...
Traurigerweise liest man immer wieder in Unfallverhütungsfachzeitschriften wie der Apothekenumschau und irgendwelchen Käseblättchen genau dies. Immer wieder werden dort Unfallfolgen und Unfallrisiko verwechselt.
Der ADAC hat dazu bestimmt auch eine Statistik.
Den besten Zeitungsbericht zum Thema Fahrradsicherheit habe ich mir leider nicht ausgeschnitten. Aber er lautete etwa so: "Der 80jährigen fiel durch einen Herzinfarkt bedingt tot vom Fahrrad. Er trug keinen Helm."

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bruno09 16.02.2014, 20:19
51. Andere Baustelle!

Zitat von Seifert
Deswegen tragen alle Radrennfahrer,Mountainbiker usw. auch Helme. Versuchen Sie doch mal,Ihrer Aussage ein logisches Moment zu verleihen.
Radrennfahrer und Mountainbiker werden in ihrem Peloton oder downhill im Wald auch nicht von unvorsichtigen, rechtsabbiegenden LKWs zermalmt. Das ist in Großstädten mittlerweile die häufigste Unfall- und Todesursache für Radfahrer!

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7eggert 17.02.2014, 01:17
52.

Zitat von kugelsicher
Beim Fahrrad licht ist es ja wohl der Hauptgrund, dass man von vorne und hinten einfach (besser) gesehen wird. Jeder der gesehen bzw. nicht gesehen hat, wie schlecht komplett unbeleuchtete Räder zu erkennen sind, sollte für jede Funzel am Rad dankbar sein.
Ich möchte das noch ein bißchen ausführen, und das muß ich in zwei Bereiche unterteilen:

Auf Radwegen: Ob damals mit StVZO-Positionslicht vorne, ob ohne, ich habe keinen Unterschied festgestellt. Erst mit wirklich hellem Licht ergibt sich eine Änderung, aber die besteht auch zu oft noch darin, daß man statt nicht bemerkt nun hinterher blöd angeglotzt wird, nachdem einem der Vorrang genommen wurde. Ich werde also per Panzerung (unrechtmäßig) zum Anhalten gezwungen und muß so fahren, als ob ich nicht gesehen werde, und dann brauche ich auch kein Licht. Eher im Gegenteil - wenn ich denke, ich werde gesehen, dann bringt mich das Prinzip Radweg um.

Auf der Fahrbahn: Ich werde gesehen, die Autofahrer halten für mich an, wenn ich Vorfahrt habe (ich winke sie dann oft durch, wenn sie mich sonst überholen müßten), ich muß nicht an jeder Auffahrt und Kreuzung um mein Leben fürchten und lieber anhalten - Ich kann fahren, wie mit jedem anderen Fahrzeug auch. Nachts brauche ich dort Licht, genau wie Du beschreibst, und zwar zuverlässiges, gut ausleuchtendes Licht. Eine Anforderung, die übliches StVZO-Licht nur schlecht erfüllt. Auch bessere Scheinwerfer bleiben auf 2,4 W + 0,6 W hinten beschränkt, weil nur 6 V erlaubt sind, Dynamos stattdessen 500 mA liefern und Überspannung per Schutzschaltung verbraten werden muß.

Von daher meine Meinung, daß gutes Licht wichtiger ist, als überhaupt Licht.

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staubtuch 17.02.2014, 12:09
53. Feinstaub

Ich habe das zuerst nicht so recht verstanden: Fahrrad fahren und Feinstaubbelastung? Aber dann wir es ja klar: auf dem Fahrrad atmet man sehr viel mehr von dem Autodreck ein, inhaliert ihn geradezu. Ist nun die Konsequenz, weniger Fahrrad zu fahren? Nein! Die einzige Konsequenz ist, noch weniger Autos in Citys zu lassen, und zwar egal ob mit Feinstaubplakette oder Citymaut. Das senkt die Belastung aller Personen in Citys, egal ob mit Fahrrad oder zu Fuß unterwegs, und auch die der Autofahrer, da die ja irgendwann mal ihr Auto verlassen und zudem auch im Auto nicht vor Partikeln aller Art geschützt sind.

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BrunoGlas 18.02.2014, 06:59
54. Moderne Verleihsysteme nur mit Falträdern möglich.

Der empirisch ermittelte Gesundheitseffekt mit größeren Fahrrädern ist allerdings nur begrenzt möglich, da sie nicht überall mitgenommen werden können, bzw. nicht in Busse, Bahn, oder ins Flugzeug passen. Die Zukunft moderner Radverleihsysteme liegt daher bei den ultraschnellen 18- bzw. 20 Zoll-Falträdern, welche in Sekunden klappbar sind, in Kombination mit Mikro-Verleihsystemen aus Acryl-Sichtboxen.

Entsprechende moderne Verleihsysteme für Außenbereiche wurden in England bereits durch die bekannte Faltradfirma Prompton eingeführt, siehe auch http://www.bromptondock.co.uk/how-it-works/ . Der aus Köln stammende und in Genf ansässige Fahrradhändler Sulpiz Boisserèe hat wiederum in Zusammenarbeit mit der Universität Lausanne solche per Chequekarte bedienbare Leihsysteme für Faltfahrräder entwickelt, die speziell in Bahnhof-, Hotel-, Unternehmensfoyers aufgestellt werden können. Hier kann der zu erwartende Gesundheitsaspekt mehrfach honoriert werden.

Wesentlich ist dabei, dass sich an solche Verleihsysteme ausgeklügelte Mobilitätskonzepte andocken lassen, die den Fahrer auf kürzestem Parcours und ohne Stau morgens ins Untermnehmen und abnds zum nächsten Nahverkehr gelangen lassen. Dies bringt dem verleihenden Unternehmen geldwerte Vorteile und dem Radfahrer Steuerersparnis auf Basis genau abgerechneter Kilometerpauschale.

Somit wird das moderne - hierfür noch zu entwickelnde - Faltrad gleichzeitig zum sportiven Personaltrainer und zum urbanen Multi-Mobilitätsmedium, und nicht zuletzt zum Steuersparmodell par exellence. Kontaktaufnahme hierzu: http://www.bikes2fold.com/ in Genf.

Wenn es um ausgeklügelte Falttechnik für Fahrräder geht, würde ich den Erfinder des Faltfahrrades für den Mercedes CLK in die engere Wahl nehmen, gemeint ist Martin Hoerdum aus Köln, hier mit der Variante des Mercedes-Faltrades, http://www.faltraeder.com/faltrad/jango/jango-flik.htm . Vielleicht kann dieser kleine Kommentar einige Multiplikatoren durchaus anregen.

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ajf00 18.02.2014, 11:41
55. Klingt nach Werbung

Zitat von BrunoGlas
Der empirisch ermittelte Gesundheitseffekt mit größeren Fahrrädern ist allerdings nur begrenzt möglich, da sie nicht überall mitgenommen werden können, bzw. nicht in Busse, Bahn, oder ins Flugzeug passen. Die Zukunft moderner Radverleihsysteme liegt daher bei den ultraschnellen 18- bzw. 20 Zoll-Falträdern
Der Vorteil von Leihraedern ist ja gerade das man sie eben nicht in Busse, Bahnen oder gar ins Flugzeug (?) mitnehmen muss. Die Leihradstation ist direkt am Bahnhof, man kommt mit dem Zug an, nimmt das Rad zum Buero, stellt es dort in der Station ab, und abends wieder umgekehrt. Der Witz bei den Leihradsystemen ist das die Raeder moeglichst selten ungenutzt rumstehen, die mit Bus fahren zu lassen ist daher vollkommen kontraproduktiv. Von dem Weltumspannenden Leihradsystem zur Flugzeug mitnahme sind wir ohnehin noch weit entfernt ;)

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deus_ex_machina 19.02.2014, 05:49
56.

Zitat von bruno09
Traurigerweise liest man immer wieder in Unfallverhütungsfachzeitschriften wie der Apothekenumschau und irgendwelchen Käseblättchen genau dies. Immer wieder werden dort Unfallfolgen und Unfallrisiko verwechselt. [...] "Der 80jährigen fiel durch einen Herzinfarkt bedingt tot vom Fahrrad. Er trug keinen Helm."
Das ist bei unreflektierter (Des-)Informationsverbreitung immer so: allen voran suggerieren z.B. Versicherungen allenthalben, dass ein Versicherungsvertrag das Schadensereignis selbst verhindern würde. Es liegt ja an jedem Rezipienten selbst, ob er solchen Quatsch glaubt. Und wenn der Hausbesitzer entsetzt feststellt, dass sein Haus trotz vorhandener Hausratversicherung ausgebrannt ist, der findet es möglicherweise trotzdem ganz gut, eine solche abgeschlossen zu haben, wenn die dann nach vielen Jahren und vielen Gerichtsprozessen endlich einmal zahlt.


Zitat von bruno09
Radrennfahrer und Mountainbiker werden in ihrem Peloton oder downhill im Wald auch nicht von unvorsichtigen, rechtsabbiegenden LKWs zermalmt. Das ist in Großstädten mittlerweile die häufigste Unfall- und Todesursache für Radfahrer!
Es legt dennoch nahe, dass innerhalb einer Personengruppe, in der Stürze deutlich häufiger als beim Stadtradler vorkommen, und die auch nicht gerade unter übermäßiger Ängstlichkeit leidet, der Helm als sinnvolle Schutzmaßnahme durchgesetzt hat. Also scheint die Schutzwirkung in der Mundpropaganda schonmal bestätigt zu sein.

Darüber hinaus ist das LKW-Beispiel unglücklich gewählt. Wenn ihnen nämlich ein solcher auf der Autobahn unachtsam ins Stauende brettert, dann nützen kein ABS, kein ESP, kein Gurt und keine 42 Airbags etwas - also alles wegen erwiesener Unwirksamkeit abschaffen?

Persönlich bin ich absolut gegen eine Helmpflicht auf dem Rad, weil ich eben gegen jede Pflicht zum Eigenschutz bin, also auch die Motorradfahrer und die Gurtpflicht ablehne. Wer meint, sein Kopf enthielte nichts Schützenswertes, hat mit dieser Aussage die Richtigkeit derselben bereits bestätigt.
Allerdings finde ich es auch immer wieder erheiternd, dass diese Personen in alle Welt propagieren, warum sie keinen Helm tragen. Liegt das wohl eher in der Selbstsuggestion begründet? Ich habe noch nie eine Begründung dafür benötigt, warum ich eine extra helle Beleuchtungsanlage am Fahrrad habe, weder für meinen eigenen Seelenfrieden noch gegenüber jemand anderem. Warum sollte das bei jemandem mit einer trüben Funzel anders sein? Hauptsache, der StVZo ist Genüge getan.

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deus_ex_machina 19.02.2014, 06:07
57.

Zitat von 7eggert
Eher im Gegenteil - wenn ich denke, ich werde gesehen, dann bringt mich das Prinzip Radweg um.
Richtig. Jede ernsthafte Studie zu dem Thema hat gezeigt, dass abgesonderte, also auf den Bürgersteig verlagerte Radwege das Unfallrisiko in allen Bereichen erhöhen. Lediglich der Automobilverkehr auf der Geraden profitiert davon, und auch nicht in puncto Sicherheit, sondern nur wegen der Möglichkeit aufmerksamkeitsfreien Blindfluges. Und während selbst der erzkonservative Verkehrsrat solche Maßnahmen wie Radstreifen auf der Fahrbahn und Tempo 30 in Städten fordert, kommen solche Blindgänger wie der ADFC und Die Grünen ständig mit der alten Mär vom Radweg daher - und zeigen damit lediglich, dass auch sie weder die Sachkunde noch den Willen besitzen, sich qualifiziert zum Thema Radverkehr zu äußern.
Zitat von 7eggert
Nachts brauche ich dort Licht, genau wie Du beschreibst, und zwar zuverlässiges, gut ausleuchtendes Licht. Eine Anforderung, die übliches StVZO-Licht nur schlecht erfüllt. Auch bessere Scheinwerfer bleiben auf 2,4 W + 0,6 W hinten beschränkt, weil nur 6 V erlaubt sind, Dynamos stattdessen 500 mA liefern und Überspannung per Schutzschaltung verbraten werden muß.
Die Hersteller haben ja schon einiges in dieser Hinsicht getan, und dank LED Technik hat es einen ordentlichen Schub in die richtige Richtung gegeben (z.B. Lumotec IQ, Toplight Line, etc.). Jedoch stößt auch die so langsam an ihre Grenzen. Daher wäre eine Novellierung der entsprechenden Vorschriften in der StVZO nötig. Aber als Radler müssen wir uns auch eingestehen: wenn wir uns erstmal mit so richtig netten Lampen ausstatten dürfen, wird auch ein Lichttest mit fester Lampeneinstellung notwendig. Mit einem Flakscheinwerfer, der in Augenhöhe strahlt, ist in Sicherheitsfragen auch nichts gewonnen...

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ajf00 19.02.2014, 11:49
58.

Zitat von deus_ex_machina
Und während selbst der erzkonservative Verkehrsrat solche Maßnahmen wie Radstreifen auf der Fahrbahn und Tempo 30 in Städten fordert, kommen solche Blindgänger wie der ADFC und Die Grünen ständig mit der alten Mär vom Radweg daher - und zeigen damit lediglich, dass auch sie weder die Sachkunde noch den Willen besitzen, sich qualifiziert zum Thema Radverkehr zu äußern.
Ich habe mit dem ADFC oder den Gruenen nichts am Hut, aber habe interessehalber mal gerade die Webseite des ADFC angeschaut und versucht deren Meinung rauszufinden. Dabei ist die einzige Nennung von "Radweg"en in ihrem immerhin 28 Seiten langen verkehrspolitischen Program (zu finden auf http://www.adfc.de/grundsatzprogramm...sches-programm ) ein Absatz in der sie sich gegen die Benutzungspflicht von Radwegen aussprechen. Im naechsten Absatz gibt es dann noch eine Forderung nach Radschnellwegen (die mit klassischen Radwegen recht wenig zu tun haben, weil sie eben normalerweise auf Strassenniveau, einsehbar und getrennt von Fussgaengern verlaufen). Ansonsten habe ich beim surfen auf ihrer Seite noch eine positive Bewertung von "shared spaces" gefunden (also so ungefaehr das Gegenteil von segregierten Radwegen). Woher haben Sie ihre Behauptung der ADFC wuerde noch die "alte Maer vom Radweg" vertreten? Auf ihrer Webseite finde ich dazu nichts...

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deus_ex_machina 02.03.2014, 19:17
59.

Zitat von ajf00
Ich habe mit dem ADFC oder den Gruenen nichts am Hut, aber habe interessehalber mal gerade die Webseite des ADFC angeschaut und versucht deren Meinung rauszufinden. Dabei ist die einzige Nennung von "Radweg"en in ihrem immerhin 28 Seiten langen verkehrspolitischen Program (zu finden auf ) ein Absatz in der sie sich gegen die Benutzungspflicht von Radwegen aussprechen.

Ah, Donnerwetter, danke für die Information. Tatsächlich verfolge ich schon seit Jahren fast gar nicht mehr, was die so von sich geben. Da ist mir ein Grundsatzprogramm von 2013 nicht geläufig. Früher gebärdete sich der ADFC wie eine Guerillaorganisation der Autolobby, die den Feind unterwandert.
Aber jeder kann sich ändern.

Schöne Sache, das!

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