Forum: Gesundheit
Skiunfälle: "Kunstschnee ist ein Problem"
DPA

Die Zahl der Skiverletzungen ist in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Grund zur Entwarnung? Wohl kaum: Vor allem bei Kunstschnee bergen Retter immer wieder Schwerverletzte.

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larifaris 23.01.2017, 17:07
1. 2-Fachen Wirbelkompressionsbruch...

... durch befahren einer mit Kunstschnee bearbeiteten österreichischen schwarzen Piste musste ich leider selbst erleben. Die Piste wurde meterhoch mit Kunstschnee berieselt und anstatt darüber hinweg zu gleiten fuhr ich mitten rein und schob mir innerhalb von Zehntelsekunden eine Eiswand zusammen an die ich daraufhin prallte... wiedergefunden wurde ich in einer 5 cm dicken Eisplatte 50m weiter unten! Ich hatte aufgrund meiner Geschwindigkeit keine Chance die Gefahr zu bemerken ... Kunstschnee ist Dreck!

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oschn 23.01.2017, 17:21
2. @larifaris

Das hat doch nichts mit dem Kunstschnee zu tun?

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Poco Loco 23.01.2017, 17:24
3. Maßlose Selbstüberschätzung

Ich habe als Kind in den 1960er Jahren mit dem Skifahren begonnen und habe auch festgestellt, dass zunehmend mehr Skifahrer unterwegs sind, die sich selbst zusehr überschätzen und viel zu schnell unterwegs sind, für ihr nicht vorhandenes Können. Früher konnte man sich noch schlapplachen über die Anfänger und ihre Slapstickartigen Stürze, bei denen meist nichts passiert ist, weil das Tempo angepasst war. Heute, mit den kürzeren, taillierten Ski ist das nur noch selten so, das Skifahren erscheint einfacher, aber die Geschwindigkeit haben viele Anfänger nicht mehr im Griff. Am schlimmsten sind die mit einer "Actioncam" auf dem Helm, die versuchen sich als pseudocoole Selbstdarsteller, mit einem Stunt auf YouTube gepostet, so wichtig wie nur möglich zu machen. Diese Leute auf ihrem Egotrip, haben keine Hemmungen mehr sich selbst und andere in Gefahr zu bringen. Der Kunstschnee mag einen Teil dazu beitragen, aber für die angepasste Geschwindigkeit und für die Aufmerksamkeit anderen gegenüber, ist jeder Skifahrer selbst verantwortlich.

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christiewarwel 23.01.2017, 17:36
4. unzureichende Daten

In der Grafik fehlen Zahlen zu dem Anteil der Schutzausrüstung tragenden Skifahrern und ihrem Risiko-Verhalten. Erstaunlich ist, daß trotz des relativ sprunghaften Anstiegs in der Anzahl der Helmträger in den letzten Jahren (eigene Beobachtung, bes. nach dem Unfall von Althaus), die Kopfverletzungen relativ stabil sind, mit langfristig leicht abnehmender Tendenz. Wären Helme hier der entscheidende Faktor, wäre ein starker Rückgang von Kopfverletzungen in den letzten 10 Jahren zu erwarten gewesen. Schutzausrüstung erklärt dies also genau nicht. Hinzu kommt, daß in den 80zigern munter außerhalb der Pisten durch Wald und Geröll gekurvt wurde, was mittlerweile ein NoGo ist. Außerdem sind die Pisten mittlerweile deutlich besser mit Netzen und Polstern z.B. an Masten abgesichert.
Fazit: Auf das Können und das Verhalten kommt es an. Die gute Nachtricht: Es scheint sich rumzusprechen.

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j.e.r. 23.01.2017, 17:51
5. Moderne Ski drehen leicht, sind aber unstabil

bei höheren Geschwindigkeiten. Es gibt auch hier keine Wunder: entweder einfach drehen, oder bessere Stabilität. Früher wählte man zwischen Slalomski für Spass, Riesenslaloms für höhere Geschwindigkeiten, weiche Tourenski für Tiefschnee. Die modernen, kurzen Carving-Ski geben auch Anfängern den Eindruck, dass sie wirklich fahren können - und wenn es schneller wird, knallt es halt häufiger. Dazu noch der Helm, Kopf voran ins Risiko, mir kann ja nichts passieren. Die schmalen Bänder präparierter Pisten (und mehr Skifahrer auf weniger Fläche) verschärfen das Problem - aber Hauptursache ist Überschätzung der eigenen Fähigkeiten!

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rz231 23.01.2017, 18:01
6. Wenn jemand meint...

dass er unbedingt Skifahren muss und das ohne Kunstschnee nicht geht dann soll er gefälligst auch das Risiko in Kauf nehmen.

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larifaris 23.01.2017, 18:12
7. Ein Kunstschneeberg

... ich bin IN einen Berg aus Kunstschnee gefahren...

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matteo51 23.01.2017, 18:20
8. hach...

Zitat von oschn
Das hat doch nichts mit dem Kunstschnee zu tun?
...denke ich auch. das ist wie beim Autofahren. immer dickere Autos (Stichwort SUV) suggerieren den Fahrern ultimative Sicherheit. So auch in der Skiindustrie. Damit wird die Einstellung "mir kann ja nix passieren" verstärkt und über die Pisten gedonnert, ob man es wirklich drauf hat oder nicht, denn "mir kann nix passieren" - vorbereiten ist out, Verantwortung übernehmen für sein tun auch, denn: das Material ist ja toppi und das ist ja ausschlaggebend. na ja...und dann passiert es halt.

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joe_ann 23.01.2017, 18:52
9. beim Winterurlaub vor 2 Wochen

gab es auch fast 2 Unfälle, weil von hinten kommende Skifahrer zu schnell waren und ihr Können wohl überschätzten. Als Snowboardanfänger braucht man nun mal etwas Breite bei den Kurven, aber viele von hinten kommende machen sich ja einen Spaß daraus, Slalom möglichst eng um die Überholten zu fahren. Einer hat ''nur'' das Snowboard berührt, der andere mit recht viel Schwung meine Schulter mit genommen...positiv ist mir aufgefallen, dass mittlerweile der Großteil Helme trägt.

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