Forum: Gesundheit
Spahn zu Trisomie-Test: "Die Kassen müssen das zahlen"
DPA

Gesundheitsminister Jens Spahn unterstützt die Pläne, Schwangeren einen Bluttest auf Downsyndrom zu bezahlen. Kritiker befürchten, dass es durch den Schritt zu mehr Abtreibungen kommen könnte.

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tonhalle 08.04.2019, 16:13
1. So lange das freiwillig ist.....

...und es geht schließlich "nur" um einen Test, ist die Diskussion schwer zu verstehen.
Auch bisher konnte jeder diesen Test kaufen, es soll lediglich die Möglichkeit auch für weniger wohlhabende Menschen geöffnet werden.
Die sich ggf. anschließenden Entscheidungen sind schwierig genug, aber die Trennung zwischen Test und Abtreibung fällt vielen wohl schwerer, als gedacht.

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Crom 08.04.2019, 16:18
2.

Die Debatte ist mal wieder scheinheilig hoch drei. In Deutschland kann straffrei ohne Grund abgetrieben werden. Da wird demonstriert und radikale Verfechter fordern sogar noch die Abtreibung bis kurz vor der Geburt. Ab wehe man möchte ein Test machen, dann ist das alles unethisch und unmoralisch. Das soll mir mal einer erklären.

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yebo 08.04.2019, 16:25
3. Mein Bauch gehört mir

Warum steht in dem Artikel, dass sich "viele ELTERN nach einem positiven Ergebnis für eine Abtreibung entscheiden"? Ich dachte, das wäre eine Entscheidung allein der Frau. Wenn das Deutsche Downsyndrom InfoCenter (wie am 20.03.19 auf SpOn berichtet) fürchtet, dass durch die Kostenübernahme des Trisomie-21-Bluttests weniger Kinder mit Down-Syndrom geboren werden, und wenn die betroffenen Frauen fürchten, dass ihr Recht am eigenen Körper beschnitten wird, dann richten sich die Interessen von zwei als benachteiligt selbst-empfundenen Gesellschafts-Teilmengen gegen einander (und ausnahmsweise mal nicht gegen den alten weißen Mann). Interessant wäre die Frage, welches Geschlecht, Alter und Hautfarbe diejenigen haben, die letztlich entscheiden, ob der Test nun von den Krankenkassen getragen wird oder nicht. (Allerdings wäre die Frage nur für diejenigen interessant, die sich um solche Merkmale scheren - für mich persönlich also nicht, ehrlich gesagt.)

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permissiveactionlink 08.04.2019, 17:32
4. Die Heuchelei der Konservativen

ist zum Haareraufen und Davonlaufen ! Der Test ist frei verkäuflich, jeder kann ihn erwerben. Ein Tropfen Blut aus der Fingerkuppe reicht vermutlich schon für ein Ergebnis. Was wäre denn die Alternative der strenggläubigen Lebensschützer ? Dass alle betuchten angehenden Mütter sich den Test problemlos leisten können, aber die ärmeren unter ihnen gezwungen werden zu einer eben nicht komplikationsfreien Fruchtwasseruntersuchung auf Kosten der Solidargemeinschaft und möglicherweise des ungeborenen Kindes ? Das ist auch eine Form der Selektion, diesmal eine pekuniäre ! Zu den Äußerungen bezüglich der Tatsache, dass die Würde jedes menschlichen Lebens gleich wertvoll und schützenswert ist sei festgestellt, dass das Leben nun einmal erst bei der Geburt beginnt, und nicht davor. Das sehen sogar andere Religionen so. Aber das ist eben die Scheinheiligkeit der Konservativen (und der christlichen Kirchen) : geschützt werden die Kinder nur während ihrer Zeit im Mutterleib, schon allein um Frauen das Selbstentscheidungsrecht über sich und ihren Körper per Gesetz zu nehmen, danach sind die Kinder dem Staat (und besonders den Kirchen) völlig wurscht, besonders dann, wenn sie in prekären Verhältnissen aufwachsen müssen und womöglich Behinderungen besitzen, die ihnen ein normales Leben für immer verwehren.

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Makrönchen 08.04.2019, 17:52
5.

Zitat von permissiveactionlink
... sei festgestellt, dass das Leben nun einmal erst bei der Geburt beginnt, und nicht davor.
Ach ist das wirklich so "nun einmal"? Das kann man auch komplett anders sehen. Ich denke ab der Befruchtung ist der einzig sinnvolle Zeitpunkt. Denn auch vor der natürlichen Geburt herausgeholte Frühchen sind überlebensfähig. Wo will man da die Grenze ziehen.
Wie irgendwelche Religionen das sehen ist mir ziemlich egal.

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Braveheart Jr. 08.04.2019, 18:25
6. Bluttests verbindlich und gratis für alle ...

... und bei positivem Testergebnis sollten sich die Eltern (vor allem die Mutter) sehr genau überlegen, was sie sich selbst und der Sozialgemeinschaft antun, wenn das Kind mit Dow-Syndrom zur Welt kommt. Wer mit der Welt von heute (und erst recht mit der Welt von morgen) zurechtkommen will, muß seine gesunden 5 Sinne zusammen haben. Ein Kind (zumal das eigene) vorsätzlich in eine Welt zu setzen für die es nie und nimmer fit ist, grenzt für mich an unfaßbaren Hochmut. "Hallo Solidargemeinschaft, ich lebe meinen Kinderwunsch aus! Wehe euch, wenn ihr mich und mein Kind nicht auf Händen tragt ...!!".
Im Ernst: Es gibt genug Menschen (auch Kinder) denen im Laufe ihres Lebens ein schweres Handicap auferlegt wird. Ihr Los zu erleichtern ist Aufgabe der besagten Solidargemeinschaft. Ihre Zahl vorsätzlich zu erhöhen, ist unsolidarisch (Achtung: Untertreibung des Jahres). Und wer jetzt mit "Mutterliebe" kommt: Eine Antilopenmutter wird sich rührend um ihr dreibeiniges Kälbchen kümmern. Bis die Hyänen kommen und die Herde fliehen muß ...! Sapienti sat.

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1579 08.04.2019, 18:55
7. Bigotte Debatte

Warum gehen Frauen zum Ultraschall? Doch, um zu sehen, ob mit dem Kind alles in Ordnung ist. Wenn man den Test wegen Downsyndrom macht, dann ist das doch nichts anderes. Sonst könnte man auch die Ultraschalluntersuchung gleich lassen. Oder führen die etwa zu mehr Abtreibungen?

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Zaphod Bee. 08.04.2019, 19:12
8. Überlebensfähig...

Zitat von Makrönchen
Ich denke ab der Befruchtung ist der einzig sinnvolle Zeitpunkt. Denn auch vor der natürlichen Geburt herausgeholte Frühchen sind überlebensfähig.
Eher nicht, zumindest ohne Intensivmedizin. Von den statistischen Langzeitschäden ganz zu schweigen.

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remedias.cortes 08.04.2019, 20:13
9. Scheinheilige Christdemokraten.....

Reiche Frauen kaufen sich den Test, arme Frauen sind auf die risikoreiche Methode angewiesen. Außerdem sollen sie das "kostbare Leben " zur Welt bringen , hat ja auch eine innere Logik, nachdem Integration und Inklusion eh auf die unteren Schichten abgewälzt werden . Und Hauptsache das vorgeburtliche Leben schützen, nach der Geburt kommt es nicht mehr so darauf an. Hier in S-. H wurde das Blindengeld eben mal halbiert -interessiert keinen. Eine Freundin von mir kann jetzt sehen, wie sie an ihre Hilfsmittel kommt. Das Leben von Eltern mit behinderten Kindern ist ein einziger Kampf mit KK und Behörden. Mein Vorschlag: Den Test finanzieren und GLEICHZEITIG die Hilfen für Behinderte entbürokratisieren und ausweiten.

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