Forum: Gesundheit
Spahn zu Trisomie-Test: "Die Kassen müssen das zahlen"
DPA

Gesundheitsminister Jens Spahn unterstützt die Pläne, Schwangeren einen Bluttest auf Downsyndrom zu bezahlen. Kritiker befürchten, dass es durch den Schritt zu mehr Abtreibungen kommen könnte.

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permissiveactionlink 09.04.2019, 09:34
20. #11, susie.soho

Aber Ihnen ist schon klar, dass es sich beim Down-Syndrom, verursacht durch eine Chromosomenaberration (Trisomie 21) sehr wohl um eine Krankheit handelt, eine Erbkrankheit ? Oder ist Ihnen das aus Ihrem Studium (?) nicht bekannt ? Niemand hat hier irgendwo behauptet, eine Schwangerschaft sei eine Krankheit. Aber Schwangerschaften bringen nicht selten kranke Menschen hervor, die, weil ihre Erkrankungen genetische Ursachen haben, darunter bisweilen erheblich leiden, oder früh daran sterben (vom Leid der Angehörigen und ihren Belastungen ganz zu schweigen). Abbrüche von Schwangerschaften sind in Deutschland in keinem einzigen Fall strafrechtlich verfolgbar, wenn eine schwerwiegende Erbkrankheit beim Fötus festgestellt wird. Der Staat zwingt keine Mutter dazu, einen Schwangerschaftsabbruch bei einem Fötus mit Down-Syndrom vornehmen zu lassen, aber unter Strafe stellt er es keinesfalls !

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carlitom 09.04.2019, 10:22
21.

Zitat von susie.soho
Es kann keineswegs "ohne Grund" straffrei abgetrieben werden. Obwohl ich einen Schwangerschaftsabbruch bei einer entsprechenden Diagnose gutheißen kann, bin ich gegen die Bezahlung des besagten Tests durch die Krankenkassen. Eine Schwangerschaft ist keine Krankheit. Wer über die üblichen Vorsorgeuntersuchungen hinaus Tests über Befindlichkeiten des werdenden Lebens machen lassen will, der muss sie auch selbst bezahlen. Diese Tests sind auch keineswegs nur Reichen vorbehalten.
Da die Fruchtwasseruntersuchung (selbes Ziel, größeres Risiko) von den Kassen bezahlt wird, ist Ihr Argument unlogisch.

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sh.stefan.heitmann 09.04.2019, 11:01
22.

Zitat von Makrönchen
Ach ist das wirklich so "nun einmal"? Das kann man auch komplett anders sehen. Ich denke ab der Befruchtung ist der einzig sinnvolle Zeitpunkt. Denn auch vor der natürlichen Geburt herausgeholte Frühchen sind überlebensfähig. Wo will man da die Grenze ziehen. Wie irgendwelche Religionen das sehen ist mir ziemlich egal.
Frage: In einem Labor das brennt sitzt ein kleiner Junge der nicht alleine raus kann und ein Behälter mit 50 befruchteten Eizellen. Eins von beiden können sie retten. Nach Ihrer Aussage müssten sie das Glas nehmen und das Kind sterben lassen.... Ist das so?
Falls nicht labern sie nur verblödeten Müll und wenn es so ist´sind sie eine ekelhafte Person!

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WhamO 09.04.2019, 11:17
23.

Zitat von permissiveactionlink
Aber Ihnen ist schon klar, dass es sich beim Down-Syndrom, verursacht durch eine Chromosomenaberration (Trisomie 21) sehr wohl um eine Krankheit handelt, eine Erbkrankheit ? Oder ist Ihnen das aus Ihrem Studium (?) nicht bekannt ?
Also wenn schon klugscheißen, dann bitte richtig. Eine freie Trisomie ist eben genau keine "Erbkrankheit", weil die Abberation erst während der Reifeteilung eintritt, die Chromosomensätze der Elternzellen aber noch völlig normal sind. Die Krankheit wird also nicht vererbt.
Ob man das Down-Syndrom als "Krankheit" bezeichnet, ist ansonsten Wortklauberei. Ob man findet, dass ein Leben mit Down-Syndrom "lebenswert" ist, spielt in der Diskussion um eine Bezahlung des Praenatests auch _überhaupt_ keine Rolle. Ich bin dafür, den Test als Kassenleistung zu übernehmen, zumindest mal in den Fällen, in denen eine Amniozentese jetzt schon bezahlt wird - es ist einfach im direkten Vergleich die viel sinnvollere Untersuchungsmethode. Ich bin allerdings strikt dagegen, so einen Test verpflichtend zu machen, wie es der eine oder andere Forist hier vorschlägt. Es gibt - gerade bei jeder genetischen Untersuchung - ein gesetzlich verbrieftes "Recht auf Nichtwissen". Niemand soll dazu gezwungen werden, sich während der Schwangerschaft entscheiden zu _müssen_. Man sollte diesen Test nur machen, wenn man _vorher_ schon eine feste Meinung dazu hat, wie man sich im Fall des Falles entscheiden würde. Und im Gegensatz zu Antilopen können wir Menschen es uns leisten, benachteiligte in unserer Gesellschaft mitzutragen.

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frenchie3 09.04.2019, 11:27
24. @9 Nein, das wird noch schlimmer

Zitat: "Das nächste ist dann Euthanasie". Und danach werden der möglichen Behindertengeburt Verdächtige kastriert oder sterilisiert, ich schwör. Mir kommen solche Reaktionen wie Sie sie bekommen auch. Bei Dummgeschwätz, beispielsweise.

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till_wollheim 09.04.2019, 11:31
25. Spinnen jetzt alle? Jedes Kind hat ein Recht gesund zu sein!

Downsyndrom ist kein Schönheitsfehler - und auch der wäre pflichtig zur Vermeidung - sondern eine schwere Krankheit. Es sollt sogar Strafbar sein, ein Kind mit Trisomie wissentlich nicht abzutreiben!!

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permissiveactionlink 09.04.2019, 12:07
26. #23, WhamO

Wenn schon Klugscheißen, dann aber bitte auch ganz richtig : Entgegen Ihrer Annahme ist die Trisomie 21 nämlich auch vererbbar. Wann genau die Chromosomenaberration auftaucht, ob sie schon in den Stammzellen der Keimzellen vorhanden war, oder erst darin entsteht, spielt dabei keine Rolle. Die Trisomie 21 zählt deshalb zweifellos zu den Erbkrankheiten, wenn auch nicht im engeren Sinne, sondern nur in vermutlich ca. 5% der Fälle, da es verschiedene Typen der Trisomie-21 gibt, und wird von Humangenetikern dazu assoziiert, wenngleich Genmutationen den entscheidenden Teil der Erbkrankheiten verursachen. Nur bei der Translokationstrisomie-21 liegt ein echter Erbdefekt vor. Allerdings sind auch Frauen mit freierTrisomie -21 fortpflanzungsfähig. 50% der Kinder mit 46,xy-Männern sind dann von Trisomie-21betroffen. Keine Erbkrankheit ? Soso ! Also besser vor dem Klugklugscheißen immer erst nochmal genaue Infos einholen !

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Mino-savi 09.04.2019, 12:38
27. Erstaunlich und beängstigend

wie hier das menschliche Existenzrecht von Schönheit (#25), Gesundheit (#19) und Kostengründen (ziemlich viele) abhängig gemacht werden soll.
Warum Frauen einen solchen Test machen? Weil es gesellschaftlich von ihnen erwartet wird - um bei entsprechenden Ergebnissen dann auch abzutreiben. Welche Auswirkungen das auf die Frauen hat, ist den Foristen irgendwie wurscht.
Wir haben auch einen solchen Test gemacht, das Ergebnis schloss eine Behinderung nicht aus, ich habe ein wunderbares Kind und würde einen solchen Test nie wieder zulassen.
Ich möchte in einer Gesellschaft leben, die viele unterschiedliche Menschen aushält - einschließlich solchen, die sich abschätzig über andere äußern. Und die ich mit meinen Steuern ggf. auch bei Arbeitslosigkeit, Alter oder Hässlichkeit unterstütze.

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CancunMM 09.04.2019, 12:42
28.

Zitat von till_wollheim
Downsyndrom ist kein Schönheitsfehler - und auch der wäre pflichtig zur Vermeidung - sondern eine schwere Krankheit. Es sollt sogar Strafbar sein, ein Kind mit Trisomie wissentlich nicht abzutreiben!!
Ja und ? Was hat jetzt das Recht eines Kindes auf Gesundheit mit dem Test zu tun ? Mit Ihrer Argumentation müsste ja jedes Kind, auch mit dem schwersten Defekt ausgetragen werden, denn der Tod ist ja viel gravierender als die Erkrankung.
Und warum sollte es strafbar sein ein Kind mit Trisomie 21 nicht abzutreiben ? Wo fangen Sie an und wo hören Sie auf. Was ist dann Mukoviszidose ? Auch abtreiben ? Gibt noch andere Erkarnkungen, die nicht so schön. Auch abtreiben ? Und wenn man keine blauen Augen hat ? Auch unter Strafe stellen ? Merken Sie was ?
Damit wir uns nicht falsch verstehen....die pränatalen Test heutzutage sind empfohlen für Risikoschwangerschaften. Und da gibt es heute Teste, die für die Mutter und das Kind heute schon angeoten werden und aber risikobehaftet sind. Und wenn man nun sowohl der Mutter als auch dem ungeboreren Kind Leid im Sinne einer Folge einer Chorionzottenbiopsie oder Amniozentese ersparen kann, dann soll man das gefälligst tun. Und 200-300 Euro kann sich eben nicht jede Familie leisten.
Natürlich darf eine Familie unter Druck geraten, die sich für oder wieder entscheidet, wenn sie das Ergebnis hat.

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Untergangsprophet 09.04.2019, 12:47
29.

Die Ganze Debatte ist doch scheinheilig. Natürliche Fehlgeburten sind ok, künstliche Fehlgeburten (Schwangerschaftsabbruch) sind böse, Leben in allen leidvollen Varianten soll erhalten bleiben, ob dies in Würde geschieht, ist höchst zweifelhaft. Einem kleinen Vielzeller, der seine Existenz als Endo-Parasit beginnt, werden Rechte eingeräumt wegen eines nicht näher definierten Potentials, dem ausgewachsenen Wirt werden dagegen von anderen Vorschriften gemacht. Darüberhinaus gibt es für den Planeten bereits jetzt zu viele unserer Art, so dass wir drauf und dran sind, erst das übrige Leben in seiner Vielfalt auszumerzen bevor es uns letzendlich doch an den Kragen geht.

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