Forum: Gesundheit
Spahn zu Trisomie-Test: "Die Kassen müssen das zahlen"
DPA

Gesundheitsminister Jens Spahn unterstützt die Pläne, Schwangeren einen Bluttest auf Downsyndrom zu bezahlen. Kritiker befürchten, dass es durch den Schritt zu mehr Abtreibungen kommen könnte.

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permissiveactionlink 09.04.2019, 15:56
40. #38, WhamO

Zugegeben, das Wort "freie" war mir in Ihrem Text entgangen. Vielleicht können wir uns darauf einigen, dass die freie Trisomie-21 keine typische Erbkrankheit ist, aber vererbbar. Die Definitionen der Humangenetiker sind sicher begründet, allerdings fragt man sich schon, warum eine Bluterin, die statistisch 50% gesunde Nachkommen bekommt (Mädchen, Konduktorinnen) sowie 50% Bluter (Jungen) eine Erbkrankheit hat, während Frauen mit freier Trisomie 21 ebenfalls statistisch 50% genetisch unauffällige und 50% Nachkommen mit Trisomie-21 bekommen ( n i c h t nach Geschlechtern getrennt), und das dann nicht Erbkrankheit genannt wird. Wahrscheinlich geht man davon aus, dass sich diese Frauen nicht fortpflanzen, früher wurden sie leider auch zwangssterilisiert. Wie auch immer, in den wesentlichen Punkten stimmen wir ohnehin überein, auch ich bin für eine Übernahme der Kosten des nichtinvasiven Tests durch die KK und gegen einen verpflichtenden Test. Ein Hinweis noch zum sogenannten Trisomie-21-Mosaik, das erst in der ersten Teilung der befruchteten Eizelle durch irreguläre Teilung entsteht : Theoretisch sollten 50% der Betroffenen völlig normale Keimzellen besitzen, sofern die Geschlechtsorgane keine Entwicklungsfehler durch das Gewebemosaik aufweisen.

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DerLaunige 10.04.2019, 16:25
41. ich denke mal so wie es aussieht

wird der Test zur Kassenleistung, die einzigen die dagegen rumprotestieren sind die katholische Kirche und die Trisomie-21 Verbände. Keine der beiden Gruppen wird durch den Test benachteiligt.

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gastundredner 11.04.2019, 15:52
42. Klasse

Die Grünen sind klasse, ansonsten für Abschaffung von 218, mein Bauch gehört mir, Selbstbestimmung der Frau, aber bei Trisomie 21 regt sich das Gewissen weil im Hintergrund dieses Euthanasiewort droht.

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pef50 11.04.2019, 19:23
43. Scheinheilige Diskussion

Ich finde diese Debatte extrem scheinheilig. Mittels Fruchtwasseruntersuchung war es immer schon als Kassenleistung möglich auf genetische Anomalien untersuchen zu lassen. Das birgt allerdings ein hohes Risiko für eine Fehlgeburt, weil es ein invasiver Eingriff ist. Wer das nötige Kleingeld hat macht lieber privat den Test. Gut dass das nun für alle möglich ist. Nicht jeder ist bereit oder fühlt sich in der Lage ein behindertes Kind großzuziehen. Schön wenn es gut gelingt, aber der Aufschrei der Down Syndrom Eltern in den Medien, die ihr super perfektes Leben so präsentieren als wäre das alles wunderschön und gut zu händeln ist wirklichkeitsfremd!! Viele Kinder sind schwer beeinträchtigt, lebenslang auf Hilfe angewiesen, Ehen scheitern daran, Geschwister leiden... über diese Seite spricht nur niemand, weil politisch nicht korrekt!! Abgesehen davon testet der Bluttest nicht nur auf Trisomie, sondern auch auf andere Anomalien. Das wird in der Diskussion nur zu gerne vergessen. Jeder hat das Recht auf Wissen und auch nicht Wissen. Der Test als Kassenleistung ist richtig, da nicht invasiv!!

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an_nette 12.04.2019, 09:53
44. Bluttest für alle? Selbstverständlich!

Ich arbeite in einem Bereich, in dem ich sehr gut Einblick über die Entwickung von Kindern mit Trisomie (welche auch immer) habe. Die Wenisten sind fit und die Folgekosten übersteigen den Bluttest um mehr als das tausendfache. Folgekosten in Form von Therapien, wie Ergo, Logo, Physio usw., in Form von Beförderungskosten zur Kita, zur Schule usw.. Ganz zu schweigen von den medizinische Kosten. Die meisten dieser Kinder benötigen eine zusätzliche Förderung, in Form einer Eingliederungshilfe. An den Kosten dafür müssen sich die Eltern beteiligen (wenn sie berufstätig sind).
Ich habe nicht das Gefühl, dass hier etwas zu Ende gedacht ist, denn in unserer Gesellschaft steht man ganz schnell am Rand, wenn man ein behindertes Kind hat. Zumal durch die Belastung eines solchen Kindes oft Beziehungen zerbrechen und die Lebensplanung einen ganz anderen Weg einschlägt. Es ist ein andauernder Kampf um Hilfe. Krankenkassen reagieren oft nur auf Widersprüche, anstatt schnell und unbürokratisch zu helfen. Bei diesen ganzen Begleiterscheinungen ist es mehr recht als billig, diesen Bluttest als normale Kassenleistung zu ermöglichen und jedem selbst zu überlassen, ob er sein Kind dann zur Welt bringen möchte.

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