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Sperre für Sportlerinnen: Warum sind lange Beine okay - und viel Testosteron nicht?
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Manche Frauen haben von Natur aus viel Testosteron im Körper. Sie dürfen laut Leichtathletik-Weltverband nicht mehr auf Mittelstrecken-Läufen starten. Eine unfaire Entscheidung.

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Vournet 28.04.2018, 11:44
30.

Im Prinzip müsste man dann bei den Männern auch unterscheiden zwischen denen mit mageren 7 ng und solchen mit doppelt oder dreimal soviel Testosteron im Blut. Ein Leistungsunterschied von 1-2% rechtfertigt meiner Meinung nach keine Sperre bei den Frauen. Man will wohl verhindern, dass "unweiblich" wirkende Frauen die Goldmedaillen abräumen. Aber wenn kein Zweifel an der Identität als Frau besteht, sind solche Anomalien ähnlich zu werten wie ein genetisch vorteilhafter Körperbau.
Anders sehe ich das allerdings, wenn Intersexualität vorliegt oder die hohen Testosteronwerte Krankheitswert haben, also zum Beispiel die Frauen deshalb unfruchtbar sind. Dann stellt sich nämlich tatsächlich die Frage, ob dieser genetische Vorteil mit dem Verlust der weiblichen Fortpflanzungsfähigkeit erkauft ist und ob das noch fair gegenüber "normalen" Frauen sein kann.

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multi_io 28.04.2018, 12:08
31.

"Wenn eine Frau als Frau aufgewachsen ist und sich als Frau fühlt - dann hat sich auch das Recht, als Frau Sport zu treiben."

Ein biologischer Mann, der sich "als Frau fühlt", soll gegen biologische Frauen antreten dürfen? Wenn Sie die Regelung beim Boxen oder Ringen einführen, dann wird es Tote geben.

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TS_Alien 28.04.2018, 13:24
32.

Frauen mit "erhöhtem" Testosteronwert dürfen doch Sport treiben. Sie dürfen nur nicht bei bestimmten Wettbewerben mitmachen. Und das ist richtig so. Denn diese Frauen haben sich diese Wettbewerbe nur deswegen ausgesucht, weil sie mit ihren "erhöhten" Testosteronwerten einen Vorteil haben.

Woher diese hohen Testosteronwerte stammen, ist letztlich egal. Wenn es Grenzwerte gibt, sind diese einzuhalten.

Der Profisport ist mit Doping durchsetzt. Bei den Frauen sieht es nicht besser aus als bei den Männern. Da gibt es Leichtathletinnen, Turnerinnen, Schwimmerinnen oder Tennisspielerinnen, die grotesk proportioniert sind. Natürlich kann das nicht sein.

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Barath 28.04.2018, 13:50
33. 99% von was?

Zitat von AxelSchudak
Wenn der Testosteronwert NICHT auscchlaggebend ist, dann führt das effektiv dazu das Frauen mit den gängigen, "normalen" Werten keinerlei Chance mehr im Spitzensport haben. Effektiv wird diese Sportart für 99.9% der Frauen als Spitzensport unbrauchbar - letztendlich wird das sehr viele Sportarten betreffen. Mag so gewollt sein. Wenn aber - wie im Artikel erwähnt, männlich und weiblich nur Eckpunkte einer fliessenden Kategorie sind, was spricht dann überhaupt für eine Trennung von Wettbewerben nach Mann und Frau? Was hindert einen Läufer, der bei den Männern chancenlos ist, daran sich als Frau zu sehen? Ab wann dürfte er als Frau starten? Oder wird man irgendwo eine Grenze ziehen? Wie wäre es z.B. mit dem Testosteronwert? Fairness für alle gibt es nicht. Die Frage ist also nur, ob man 1% oder 99% benachteiligt.
Was sie sagen ist im Grunde nicht falsch, allerdings ist dieses 99-1 dann doch etwas naiv. Als ob man jeden x-beliebigen Menschen von der Straße zum Spitzensportler mit Medaillien-Aussicht trainieren könnte.
Auch die hier wieder so gelobte Simone Biles wäre nicht sooo überragend, wenn sie nicht einige angeborene Vorteile hätte, nämlich ihre geringe Größe und ihr ADHD (welches ihr erlaubt Medikamente zu nehmen, welche bei anderen Sportlern als Doping gelten würden) - mal ganz zu schweigen davon, dass sie jung und gesund ist (was auch keine Selbstverständlichkeit ist).
Das Spitzensport nichts mit den körperlichen Fähigkeiten von Joe Average zu tun hat ist ja alleine schon klar, wenn man sich das Training anguckt. Welche Ballerina kann denn schon während ihrer Karriere Kinder kriegen? Muss man da dann nicht auch die Grenze ziehen`, genauso wie beim Testosteron-Wert? Welcher Top-Sportler kann eine Woche vor einem Turnier Abends mal ein Bier trinken, oder einen Burger essen, eine Zigarette rauchen? Welche Folgeschäden haben denn manche Hochleistungssportler im Alter? Das hat alles mit "normalen" menschlichen Leistungen überhaupt nichts mehr zu tun! Die Grenze zum Doping verläuft ja auch nicht da, wo etwas "natürlich" oder "unnatürlich" ist, sondern ist letztlich auch willkürlich gezogen - und dennoch irgendwie notwendig.
Und das alles muss man sich in so einer Diskussion auch klar machen. Was bedeutet "Fairness" in diesem Kontext überhaupt noch? Was wird da eigentlich beim Leistungssport gefeiert? Wer konkuriert da? Worum wird konkuriert? Worum geht es letztlich? Und dann kann man überlegen, was für Maßnahmen / Begrenzungen / Einteilungen / Restriktionen sinnvoll sind.

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spon-facebook-10000012354 28.04.2018, 14:24
34. "Es gibt auch keine Maximalgröße beim Basketball"

Diese Aussage ist falsch, denn es gibt asiatische Ligen, in denen die Größe des Spielers früher begrenzt worden ist. Die Korean Basketball League (KBL) ist eine professionelle Basketball-Liga in Südkorea, die ihren Spielbetrieb 1997 aufnahm. Die Saison startet im Oktober und wird im April beendet. Die KBL besteht aus zehn Mannschaften, die pro Saison 54 Spiele (je 27 Heim- und 27 Auswärtsspiele) absolvieren müssen. Im Anschluss daran finden Playoffs der besten sechs Teams statt. Jedem Team ist es erlaubt maximal zwei ausländische Spieler in ihren Reihen aufzunehmen, die früher jedoch nicht größer als sechs Fuß und acht Zoll (ca. 202 cm) sein durften.
Es geht deshalb nicht um Diskriminierung von Sportlern, sondern um die Fairness und die Attraktivität der Sportart. Deshalb ist auch die Entscheidung eine Begrenzung des Hormonspiegels einzuführen durchaus sinnvoll.
https://de.wikipedia.org/wiki/Korean_Basketball_League

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sarang he 28.04.2018, 15:12
35.

Schaffen wir doch einfach diese unsägliche Differenzierung zwischen Männern und Frauen ab und dieses spezielle Problem ist gelöst. Dann würden aber bei sehr vielen Sportarten XX-Chromosomenträger zu einer Randerscheinung werden.

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keksguru 28.04.2018, 15:21
36. find ich vollkommen in Ordnung...

man liest über 2-5% Vorteil - wer sich mit einem Dopingmittel denselben Vorteil verschaffen möchte, wird jahrelang gesperrt... da muß einfach irgendwo ne Grenze sein, weil sonst eines schönen Tages nur noch Frauen mit genetischen Anomalien den Sport beherrschen würden...

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catcargerry 28.04.2018, 16:57
37. Dopingzwang

Zitat von tanteju3
Mag sein, dass es unfair den "normalen" Sportlerinnen gegenüber ist, aber ich halte diese Regelung trotzdem für scheinheilig. Man zwingt hier Menschen in eine Hormontherapie, deren Folgen gar nicht absehbar sind. Bei den männlichen Kollegen wurde diese Frage der Differenzierung aufgrund des Testosteronwertes noch nie gestellt, obwohl die Werte hier viel weiter auseinander liegen. Müsste man dann also konsequenterweise gar nicht mehr nach Geschlecht, sondern generell nach Testosteronwert kategorisieren?
Problem auf den Punkt gebracht. Hier wird Doping verkehrt herum gefordert. Ist das weniger schädlich als "normal rum"? Und wer hat diese Vorschriften eigentlich ausgeschwitzt? Wieweit hatten Frauen darauf Einfluss und wieweit haben sie ihn ausgeübt? Ich habe den Verdacht, es ging hier Männern darum, den Unterhaltungswert von Frauen in Bewegung für sie selbst zu steigern. Wissenschaftler haben übrigens herausgefunden, dass Frauenfußball interessanter - für alle - wäre, wenn die Frauschaften (oh, meine Rechtschreibprüfung ist nicht gender-maingestreamt) eine Spielerin mehr hätte.

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catcargerry 28.04.2018, 17:08
38. Nicht Ihr Ernst?!

Zitat von chriswo
Ist das tatsächlich ihr Ernst?!?! Sie befürworten Doping im Sport und wollen das im Frauensport breit zulassen? Genau das würde nämlich passieren, wenn man diesen Testosteron-Ausreißerinnnen keinen Riegel vorgeschoben hätte. "Diese Frauen mit dem hohen Testos-Wert dürfen antreten.... ja dann spritzen wir unsere Sportlerinnen auch mal voll".Jede Sportlerin müsste entweder was nehmen oder hätte keine Chance mehr auf einen fairen Wettbewerb. In gewissen Ländern würden sogar im Jugendsport die Mädels mit Testos vollgespritzt werden, ist ja legal. Warum soll hier wieder die breite Masse unter einen geringfügig betroffenen Teil der Damen mit einem dieser Anomalie leiden? Diese Damen können doch wie erwähnt einfach die Hormonpille nehmen. Genderthemen haben im Sport einfach nichts verloren, hier muss auch mal logischer Sachverstand ran.
Diejenigen, die sich so aufgefordert fühlen könnten zu dopen, tun das sicherlich schon. Und Hormonspritzen sind kein Doping? Ok, ich lerne seit über 60 Jahren. Wenn man diesen diskriminierenden Schwachsinn ernst nimmt, dann müsste man jetzt ein System von zulässigen Hormonbandbreiten geschlechterspezifisch für jede Sportart festlegen - wenn man sich auf Beschreibung und Menge der Geschlechter geeinigt hat.

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groth2 28.04.2018, 18:08
39. Eigentlich sollte immer gelten "natürlich" vs. "künstlich"

D.h. wenn ohne Gentherapie, ohne zusätzliche Hormone oder Medikamente, sprich, wenn man dem oder der Sportlerin einfach mal 4 Wochen eine normale Standardnahrung und kein Zusatztzeugs gibt, das was dann "da" ist, das ist natürlich und das gilt als Rahmenwert. Grenzwertig ist natürlich, wenn durch frühere Hormongaben man was aufgesrpitzt hat.

Da aber einige eben mehr und andere weniger testosteron haben, dann ist das so. Man stelle ich dasselbe bei Männern vor... du da raus, weil dein Testosteron über 14 liegt. Das ist Quatsch. Und der Vorteil von 1-3 Prozent, ja ist da, aber da spielt die Tagesform schon rein. Wenn das so horrend wäre, da wären alle Männer im Bereich Testosteron bei 180....

Eigentlich ist es eine Frauenfeindliche Entscheidung, denn womit man geboren wurde, das ist eben so.Fertig aus. Einzige Unterscheidung ist die gefühlte Geschlechtlichkeit. Wer genetisch ein Mann ist (was man ja mit dem netten Y im Chromosom ja klar zeigen kann), der gilt eben beim Wettlauf und sonst als genetischer Mann, auch wenn er/sie sich als Frau fühlt. Sonst fühlen sich plötzlich viele Männer mit Testosteron und 14 als Frau udn wollen da mitrennen... die Natürlichkeit ist eben das Entscheidende... und es ist klar, Betrügereien sind manchmal schwer nachzuweisen.

Daher würde ich auch hier klar eine Zweiklassensportlerei vorschlagen... die Naturals und die Pimped... wer jemals gedoprt erwischt wird,darf nur noch als pimped antreten,... fertig aus... dann gibts eben immer zwei Gruppen, die die von der Pharma hochgespritzt werden (und das ist ja dann legal, weil wer pimped ist, der darf auch mit unsichtbarem Beitrag einen sichtbaren Erfolg haben) und eben die, die sagen, ne lass mal,ich verushc mit Rohkost und passendem Training so.

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