Forum: Gesundheit
Sport in der Kälte: "Ein bisschen frösteln ist okay"
Corbis

Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt in kurzen Hosen zu joggen ist keine gute Idee, erklärt der Sportmediziner Klaus-Michael Braumann. Wer sich gegen Kälte abhärten will, sollte lieber auf heiß-kalte Duschen setzen.

Seite 2 von 2
eisschwimmeralt 23.01.2015, 09:47
10. Immer diese Ärzte

Vielleicht sollte man bei Befindlichkeiten, die mit Lust oder Vergnügen zu tun haben, und sich nicht im Krankheitsbereich befinden, den Arzt als Kompetenz mal außen vor lassen. Ich bin schon ein sehr altes Semester, bin seit vielen Jahren Eisschwimmer, meine Erkältungen ( nicht der normale Husten und Schnupfen - habe ich gar nicht ) sind, wenn die Virusgrippe mal auch mich über eine Ansteckung erreicht, in einem bzw. 2 Tagen erledigt und ich bin fit. Ich bade nackt mit einer Kopfbedeckung. treibe vorher und nachher Sport - Kraftsport. Vor dem Eisbaden mit Mühe, danach mit ungehemmter Energie. Ein warmes Bad danach macht mich nicht unbedingt warm. Ein Fußbad kombiniert mit kräftigen Essen (einem Eisbein mit Erbsbrei und 1 oder 2 Kümmelschnäpse, sowie einem oder zwei Liter Bier sind sehr zu empfehlen und nachher eine gute Zigarre) schon eher. Alles zusammen eine echtes Vergnügen. Exhibitionist? Ich ersuche die Leute nicht mir zuzuschauen. Wenn dann mal einer fotografiert, den Alten da im ins Eis gehackten Wasserloch- ja wenn es ihm Spass macht? Gerne. Wozu brauche ich da einen Arzt, der mir seine Kenntnisse mitteilt? Oder gar die Laborwerte? Soll er diese nehmen und dann zu mir ins Wasser - dann werden wir sehen, ob er ( nicht ich ) lebendig wieder rauskommt. Das nennt man praktische Erfahrung!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
celondir 23.01.2015, 10:04
11. Viele schinen den Artikel misszuverstehen

Ich glaube nicht, dass der Artikel jedem vorschreiben soll ab 10° lange Hosen zu tragen (was aus den vielen relativierungen klar sein sollte). Die informelle Stütze richtet sich wohl weniger an Langzeitsportler mit gutem Tempo sondern mehr an Leute, die sich extra kalt anziehen, um einen Immuneffekt zu erhalten. Er sagt ja selbst, dass kalt anziehen aus ideologischen Gründen falsch ist und erwähnt keineswegs, dass das auch falsch sei, wenn einem trotzdem warm ist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
strixaluco 23.01.2015, 10:24
12. Unterschiedlichstes individuelles Temperaturempfinden

Es gibt Leute, denen frieren in einer geheizten Wohnung mit Pulli noch die Finger ein, und es gibt Leute, die im Winter noch im T-Shirt herumlaufen und das Fenster aufreißen, weil sie sonst schwitzen (ich kenne persönlich Beispiele für beides). - Macht sich im Großraumbüro nebeneinander besonders genial ;-) ... Da muss man sich einig werden. - Jedenfalls finde ich die Aussagen im Artikel auch eher zu pauschal. Sich quälen, wenn man so nicht gemacht ist, ist ganz bestimmt nicht gut, aber was Frieren betrifft, sind Menschen offensichtlich extrem unterschiedlich veranlagt (was auch immer das macht - Fettanteil - und verteilung, Gefäß - und Nervenanatomie...).
Mir persönlich, eher Frostbeule, hilft kaltes Abduschen nach der normal-warmen Dusche sehr. Einmal kurz (!) abzukühlen macht wach und danach friere ich erstmal nicht mehr, weil die Haut sich kurz und schmerzlos auf die kühlere Umgebung eingestellt hat.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
dequincey 23.01.2015, 11:39
13. Die üblichen Besserwisser

Das alte Problem. Viele Menschen glauben, dass, nur weil sie bestimmte Erfahrungen haben, ihre Erfahrungen allgemeingültige Tatsachen sind. Diese ichbezogene Weltsicht ist in der Regel um so ausgeprägter, je geringer der allgemeine und spezielle Bildungsgrad ist. Als Unfallchirurg/Sportmediziner begegnet mir solche Selbstüberschätzung immer häufiger bei Patienten, die sehr viel besser wissen was ihnen fehlt und welche Therapie erfolgen sollte. Als ehemaliger Langstreckenläufer habe ich über 20 Jahre Leistungssport betrieben mit, im Winter, zeitweilig 160 km/Woche. Soweit ich mich erinnern kann, ist niemand von meinen Trainigsgruppen, egal ob im Verein oder bei Lehrgängen, auch nicht im Ausland, auf die Idee gekommen, bei niedrigen Temperaturen mit kurzen Hosen zu laufen. Selbst bei Wettkämpfen, also maximaler Belastung des Herz-Kreislaufsystems und damit erhöhter Durchblutung der Beine, laufen viele Profis lieber mit Leggins. Der Grund liegt ist offensichtlich: Je schlechter die Durchblutung um so schlechter die Muskelleistung und um so größer die Verletzungsgefahr. Beim laufen kühlt der Windchill noch zusätzlich,sodass bei einer Luft Temperatur von 5 Grad und einem Lauftempo von 20kmh ein Auskühlungsefekt von - 3 Grad entsteht, bei null Grad von ca. -10 Grad.
Hat man schon einmal einen Skilangläufer bei einem Wettkampf mit kurzen Hosen gesehen? Normalerweise sagt einem schon der gesunde Menschenverstand was zu tun ist. Aber es gibt immer Menschen bei denen die Gesetze der Physiologie und allgemein der Naturwissenschaften nach deren eigenen Verständnis nicht gelten.
Wie sagte schon Einstein: ...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
abby_thur 23.01.2015, 12:16
14. xxx

Zitat von sackpfeife
Mit Verlaub, aber das ist völlig am Thema vorbei. Ich friere an den Beinen fast nie, daher laufe ich auch bei unter 5 Grad noch in kurzen Hosen. Nur obenrum muss es warm sein. Weiter unten schreibt der Interviewer, man solle sich beim Laufen nach dem Zwiebelprinzip kleiden. Verwechselt er das vielleicht mit dem Wandern? Zwiebelprinzip macht ja nur Sinn, wenn ich die einzelnen Schichten auch ausziehen kann, wenn mir zu warm wird. Und wohin damit beim Laufen? Sorry, aber da ist das Unsinn!
Sie nutzen halt nur Ihre Gelenke schnell ab. Das wird keinen stören ausser Ihnen in ein paar Jahren.
Wenn Sie das so haben wollen - machen Sie's halt.

Ich ziehe mich auch manchmal beim joggen aus, binde mir die Sachen halt einfach um.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
utopia777 23.01.2015, 16:26
15. Thema ist komplex, aber subjektiv betrachtet ...

nach vielen Veranstaltungen (Laufen/Triathlon) und Trainingseinheiten kann ich - aus eigener Erfahrung - nur sagen: Die besten (Ziel-)Zeiten habe ich immer dann erzielt, wenn ich so wenig Kleidung wie möglich am Körper hatte (auch bei Minusgraden/Wind/Schnee/im Winter etc.). Natürlich kann es sich vor der Belastung unaufgewärmt schon mal kalt anfühlen, aber sobald man ein forcierteres Lauftempo anschlägt, ist der "Wohlfühleffekt" dafür umso größer. Sollte sich jeder mal gönnen/individuell ausprobieren. Wichtig bei Kälte sind eigentlich nur Mütze und Handschuhe! Ansonsten wirkt die heiße Dusche danach Wunder. Wirklich leistungsmindernd wirken sich beim Laufen aus meiner Erfahrung viel eher höhere Temperaturen aus. Wer schon mal einen Marathon bei +30° absolviert hat, weiss wovon ich spreche.
Was nun Laufen bei Kälte & mit wenig Kleidung mit "Exhibitionismus/falsch verstandenem Körperkult/ Männlichkeitswahn" (Artikel) zu tun haben soll, bleibt mir ein Rätsel. Solche "Läufer/Sportler/Persönlichkeiten" habe ich (nach 10 Jahren Ausdauersport) bisher noch nicht kennengelernt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
utopia777 23.01.2015, 16:58
16. Haben sie schon mal Kenianer in Leggins ...

Zitat von dequincey
Das alte Problem. Viele Menschen glauben, dass, nur weil sie bestimmte Erfahrungen haben, ihre Erfahrungen allgemeingültige Tatsachen sind. Diese ichbezogene Weltsicht ist in der Regel um so ausgeprägter, je geringer der allgemeine und spezielle Bildungsgrad ist. Als Unfallchirurg/Sportmediziner begegnet mir solche Selbstüberschätzung immer häufiger bei ..... ...
... Weltrekord laufen sehen? ("Je schlechter die Durchblutung um so schlechter die Muskelleistung"!?) Wirklich kontaproduktiv für die Gesundheit sind eher ihre 160 km/Woche Trainingsbelastung, insbesondere als (Lauf-) Amateur und ohne Profistatus. Und: Der Vergleich Skilanglauf/Laufen hinkt, wie der Glöckner von Notre-Dame. Die Vermutung zur "ichbezogenen Weltsicht" trifft wohl am ehesten auf sie selbst zu.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
rollerfan 23.01.2015, 22:29
17. Kenianer Weltrekord

Zitat von utopia777
... Weltrekord laufen sehen? ("Je schlechter die Durchblutung um so schlechter die Muskelleistung"!?) Wirklich kontaproduktiv für die Gesundheit sind eher ihre 160 km/Woche Trainingsbelastung, insbesondere als (Lauf-) Amateur und ohne Profistatus. Und: Der Vergleich Skilanglauf/Laufen hinkt, wie der Glöckner von Notre-Dame. Die Vermutung zur "ichbezogenen Weltsicht" trifft wohl am ehesten auf sie selbst zu.
Also ich hab aber auch noch keinen Kenianer bei Minusgraden in kurzer Hose gesehen. Weltrekorde werden auch nicht im Winter gelaufen. Liegt aber nicht daran, dass die Kenianer dann Leggins tragen, sonder dass es einfach zu Kalt ist um schnell zu laufen.

Und warum der Vergleich Skilanglauf/Laufen hinken soll, müssen Sie mal erklären. Man ist ähnlich schnell unterwegs wie beim Laufen und von der Belastung ist es sogar noch intensiver, man produziert also mehr Körperwärme. Aber da würde ich ja nie auf die Idee kommen mit kurzer Hose zu laufen. Heute bei 0° in der Loipe gewesen und selbstverständlich lange Hose mit Windstopper getragen, langärmelige Wollunterwäsche und Windstopperjacke drüber.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 2 von 2