Forum: Gesundheit
Start der neuen Servicestellen: So bekommen Kassenpatienten rasch einen Facharzttermi
dapd

Die Terminservicestellen für gesetzlich Versicherte starten. Sie sollen dafür sorgen, dass Patienten mit entsprechender Überweisung binnen vier Wochen einen Termin beim Facharzt haben. Doch das neue Konzept hat ein paar Haken.

Seite 1 von 14
HaraldKönig 25.01.2016, 11:23
1.

Es gibt natürlich Ärzte, die bei Jameda mit "mangelhaft" bewertet werden. Die kriegen jetzt diese Patienten vermittelt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
sag-geschwind 25.01.2016, 11:35
2. Kassenpatient

Ich stell's mir super und sehr hilfreich vor, wenn ich mit dem Makel "Kassenpatient" und dem Supermakel "Von Termin-Servicestelle aufgenötigt" vom sichtlich genervten Arzt durchgeschleust werde ....

Beitrag melden Antworten / Zitieren
finsteraar08 25.01.2016, 11:47
3.

"Die KBV spricht von einem deutschen "Luxusproblem",
ja klar, die feinen Herren sind Privatpatienten! Die KVs gehören abgewickelt, die verprassen unsere Beitragsgelder!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jakam 25.01.2016, 11:56
4.

Die Auswüchse des 2-Klassensystems - viel Spaß beim Termin bei einem Arzt ohne ihr Vertrauen. Für Notfälle aber dennoch eine "besser-als-nichts" Lösung - denn wie soll man als Patient rausfinden können, welcher Arzt in der Stadt evtl einen Termin frei hat und in einem echten Notfall ist man vermutlich deutlich weniger wählerisch. Das kommt davon, wenn alles Überlebenswichtige privatisiert wird und der Profitgier unterworfen wird - skandalös, daß gerade beim Thema Gesundheit so wenig staatliche Subventionen ankommen. Dasselbe gilt für Energiekosten und Grundbedürfnisse, zB Wasser. Unfassbar eigentlich, daß man diese ganzen Privatisierungen damals für gut befunden hat - wider besserem Wissen, was Profitgier daraus machen wird.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
leierbündchen 25.01.2016, 12:03
5. Kaputtes System

Bevor über irgendwelche Details verhandelt wird, gehört das Zweiklassen - Gesundheitssystem, sprich die Privatversicherungen, abgeschafft. Ebenso die Beitragsbemessungsgrenzen, das bedeutet, dass von jedem beliebigen Bruttoeinkommen derselbe Prozentsatz an Krankenkassenbeiträgen zu entrichten ist. Dann hätte die GKV mehr Geld zur Verfügung als heute GKV und PKV zusammen. Wenn man dann noch überflüssige ärztliche Maßnahmen und völlig unsinnige Verfahren wie z.B. die Homöopathie von der Erstattung ausnimmt, befinden wir uns auf dem Weg zu einem gesünderen Gesundheitssystem.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
giftige_colgate 25.01.2016, 12:04
6. arzt ist arzt...

es ist durchaus das recht aller patientlnnen (fußend auf dem 'informed consent', also der informierten aufklärung), sich eine zweitmeinung eines facharztes zu holen, bevor sie z B einer riskanten op zustimmen.

auf lange sicht blockieren ggf nicht mehr soviele patientInnen mit "knieschmerzen" notfallaufnahmen in den kliniken.

wer bei 'jameda' einen arzt mit mangelhaft bewertet, muss nicht unbedingt ein vergrätzter patient sein. es gibt ausreichend 'kollegenschweine', die sowas machen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
DieButter 25.01.2016, 12:06
7. ein paar Fragen..

"vermittelt sie einen ambulanten Behandlungstermin in einem Krankenhaus"
Toll. Und da im Krankenhaus hockt dann der jeweilige Facharzt parat? Reden wir hier von Unikliniken? Das normale Wald- und Wiesenkrankenhaus hat sicherlich keinen Augenarzt, HNO-ler, Hautarzt, Frauenarzt, Urologen, Immunologen usw.

"maximal 30 Minuten länger sein als zum nächstgelegenen Mediziner"
30 Minuten was? Gehzeit, Fahrzeit, Flugzeit? So eine Aussage hätte man sich schenken können.

"Die KBV spricht von einem deutschen "Luxusproblem"
Es ist eher ein Problem der freien Arztwahl. Die Patienten suchen sich die beliebten und überfüllten Praxen aus und ignorieren die weniger beliebten oder weiter entfernten. Und dann heißt es gleich, "der nächste Termin beim Augenarzt (zumindest demjenigen, den ich haben will) ist erst in ein paar Monaten zu bekommen". Zumindest das wurde richtig erkannt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mghi 25.01.2016, 12:07
8. Verteilung des Mangels

Es wird doch lediglich der Mangel verwaltet; Endziel wird sein, dass alle gleich schlecht dastehen. Es ist evtl. einmal zu überlegen, warum ca. 25-30% der ausgebildeten Mediziner nicht als solche arbeiten. Landarztpraxis nicht attraktiv? Vielleicht dort einmal das staatl. festgelegte Bewertungssystem für ärztliche Leistungen anpassen. Jedenfalls ist diese Maßnahme des Bundesgesundheitsministers heiße Luft. Dass Privatpatienten im Schnitt eher einen Termin bekommen, hat doch auch damit zu tun, dass am Quartals- bzw. Jahresende Leistungen, die das Budget überschreiten erst einmal nicht mehr bezahlt werden.
Zudem finanzieren die Privatpatienten (2,3-Satz mindestens) viele Praxen und deren Einrichtungen, die dann auch den anderen nutzen. Hier muss man wie fast überall mehrdimensional denken.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
logomat 25.01.2016, 12:08
9.

Zitat von finsteraar08
"Die KBV spricht von einem deutschen "Luxusproblem", ja klar, die feinen Herren sind Privatpatienten! Die KVs gehören abgewickelt, die verprassen unsere Beitragsgelder!
Ich bin aus Überzeugung Kassenpatient, weil da alles Wichtige drin ist. Zuzahlen kann man immer noch.

Ich muss aber feststellen, dass bei der Terminvergabe immer ein paar leere Seiten überblättert werden.

Und dass die Kassen (bei mir die AOK) ihren Patienten nicht helfen darf. Der Patient muss sich direkt mit der Kassenärztlichen Vereinigung auseinandersetzen.

Das ist Volksverdummung, weil man sich ja bei den Fröschen über den Sumpf beschweren muss.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 14