Forum: Gesundheit
Statt Widerspruchslösung: Zweites Modell für Organspende-Regeln vorgestellt
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Soll jeder automatisch Organspender sein, solange kein Widerspruch vorliegt? Nein, findet unteren anderem Grünen-Chefin Annalena Baerbock - und stellt nun einen Gegenentwurf vor.

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mario.rosa-bian 06.05.2019, 17:02
20. Viel zu kompliziert

Oh Mann, die heute vorgestellte Lösung ist doch viel zu kompliziert: (Haus-)Ärzte müssen dafür ausgebildet werden. Wer kontrolliert das? Viele gesunde/ junge Menschen haben gar keinen Hausarzt. Wie sollen die denn erreicht werden? In Deutschland leben 4,7 Millionen EU-Ausländer, diese beantragen keinen deutschen Pass oder Perso bei einer deutschen Behörde, zumal sie keinen Aufenthaltstitel benötigen. Wie sollen diese Menschen erreicht werden? Das Transplantationsgesetz gilt für alle in Deutschland lebenden Menschen, nicht nur für Deutsche. 24 Länder in Europa haben bereits die Widerspruchsregelung. Wer nicht spenden will, soll seinen Widerspruch in dem Register ablegen (lassen). Wo ist das Problem? Die Gegner der Widerspruchsregelung bekommen zu viel Raum und Zeit in den Medien. Die Tiroler Volkszeitung hat am 1.12.2018 berichtet, dass in Österreich, wo die die Widerspruchsregelung seit mehr als 25 Jahren gilt, nur 0,47 % der Bevölkerung widersprochen hat. Und Österreich ist jetzt soziokulturell nicht so anders als wir. Das wahrscheinlich Schlimmste ist: wenn der Liebste oder das Kind ein Organ benötigt, ist das Geschrei gross, dann will jeder die beste Therapie incl. Organspende. Die Wahrscheinlichkeit, ein Organempfänger zu werden, ist 5-6 mal größer als ein Organspender zu werden. (Verhältnis Organspender vs. Neuzugänge auf die Organ-Warteliste lt. Deutsche Stiftung Organspende.)

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mwroer 06.05.2019, 17:04
21.

Zitat von barbara.lipa
Wer nicht bereit ist Organe zu spenden, sollte im Ernstfall auch keine Organe von Spendern erhalten. Wenn dies jeder unterschreiben muss, wird sich bestimmt etwas ändern
Das ist kein Lösungsansatz sondern grober Unfug. Tschuldigung.

Um es ganz klar zu sagen: Ich bin unbedingt für die Einführung der Widerspruchslösung.

Allerdings bin ich mir sehr wohl bewusst das dies eine sehr individuelle Entscheidung ist, die jeder einzelne für sich selbst treffen muss.

Daher bin auch vollumfänglich damit einverstanden wenn jemand, nach meinem Ableben, ein Organ von mir erhält der nicht selber spenden will. Die Gründe für sein "Nein" sind seine ganz eigene und private Sache. Trotzdem bin ich absolut damit einverstanden sein Leben zu retten.

Ich akzeptiere jede Antwort die "Ja" oder "Nein" lautet in dieser Frage.

Das ist allerdings der Knackpunkt und letztlich der Hauptgrund warum ich für eine Widerspruchslösung bin: Ich akzeptiere kein "Denke ich später mal drüber nach" oder "Ja, melde ich mich später an" denn "später" kann in diesem Fall heißen "nach dem Autounfall" und dann ist es zu spät - hier geht es um Menschenleben.

Von daher bin ich dafür das der Staat den Zwang ausübt sich mit dieser Frage auseinander zu setzen! Spätestens wenn man 16 Jahre alt ist. Das ist der einzige Zwang in dieser Frage den ich dem Staat zugestehe aber der ist offensichtlich notwendig.

Ein anderer Grund ist:

Angehörige mit so einer Frage zu belästigen wenn jemand im Sterben liegt ist brutal. Ich habe das hinter mir. 2 Mal und ich habe nicht den geringsten Bedarf das noch mal zu erleben (und ich wünsche es auch niemandem). Es ist also schon eine Frage des Respekts meinen Angehörigen gegenüber dass ich(!) das zu Lebzeiten abkläre.

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lucky.sailor 06.05.2019, 17:05
22. Unverhältnismäßig und verfassungswidrig!

Bei der Spahn-Lösung wird das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit von Millionen "Spendern" zugunsten weniger (bedauernswerter!) Organempfänger unverhältnismäßig verletzt. Dabei liegt das wahre Problem in der Organisation der Organspenden und der mangelnden Mitarbeit der Kliniken. Hier sollte die Politik ansetzen, bevor sie Millionen Bürger zu "Zwangsspendern" macht. Und ja, wer sich aktiv gegen eine Spende ausspricht, der sollte auch selbst keine bekommen.

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lasalette13 06.05.2019, 17:06
23. Problem beim Wiedesrpruch ?

Zitat von schulzejh
Wo ist denn eigentlich das Problem beim Widerspruch? Jeder der sich gegen diese Idee echauffieren und viel dazu posten kann, wird es doch auch schaffen, seinen Widerspruch gegen seine Spendereigenschaft zu erheben. Da bleibt auch die körperliche Unversehrtheit bestehen, ohne dass man argumentativ die Verfassung bemühen müsste.
Ganz einfach : Bei Flüchtlingen/Asylanten sprechen die Politiker vom GRUNDGESETZ ! Bei Organspenden spielt offensichtlich das Gesetz keine Rolle ! Außerdem sind dann dem Missbrauch Tür und Tor geöffnet, vor allem bei alten Leuten. ICH lasse mich nicht von ein paar Politiker vorschreiben, wann, wie und ob ich spende ! Denken Sie mal nach wie es in der Praxis läuft : Tot bei Verkehrsunfall oder sonstigen Unfällen, d.h., das Organ muss schnellstens herarusgenommen und in die (eine) Klinik gebracht werde und man findet die Erklärung nicht so schnell, bzw.,bis der dann gefunden wird (wenn überhaupt) ist das Organ schon längst verpflanzt !!!

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oaonorm1 06.05.2019, 17:10
24. Nicht genug!

1. Der Standard: Jeder ist Spender!
2. Egoisten können per Ausnahme, weil sie an irgendeinen Humbug (mir egal welchen) glauben, Nein sagen. Dazu müssen sie den NICHTSpenderAusweis am man tragen (zwecks schneller Entscheidung).
3. Wer einen NICHTSpenderAusweis trägt, bekommt keine Organspende.

Eigentlich halte ich nichts von nihilistischen Ansätzen, aber bei dem Thema fehlt mir so langsam jegliches Verständnis für Neinsager.

Ich will die Neinsager sehen, die im Angesicht des Todes sagen "och nee ich bin da dagegen, Gott will das ich verrecke, passt scho".
Ohne das Angesicht des Todes scheinen einige keinerlei emphatisches Verständnis für Menschen und Familien in so einer Lage aufbringen zu können, um Ihre eigene Meinung mal zu hinterfragen.

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CancunMM 06.05.2019, 17:12
25.

Zitat von w.diverso
was komplizierter machen können, dann machen sie es. Was gibt es einfacheres als sich wo registrieren lassen und einen Ausweis zu bekommen der klarstellst, man will keine Organe spenden. Wenn man das nicht macht, dann will man spenden und will mit seinen Organen Leben retten. Aber natürlich ist den Ärzten so langweilig, dass sie jeden Patienten möglichst oft fragen wollen, ob er Spender sein will oder nicht. Dazu noch schöne Listen die in jedem Bundesland dann sicher noch anders sind oder sonstige Unterschiede haben. Warum einfach wenn es kompliziert auch geht!
Sie haben auch die DGSVO vergessen. Dann wird es sicher auch noch alle 2 Jahre nötig sein ein dreiseities Papier nur für den Datenschutz durchzulesen. Und die Ärzte sollen diese Befragung sicher auch noch für lau machen. Ist alles in der Pauschale enthalten. Jeder kann doch widersprechen. Wo zum Teufel ist das Problem ?

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rst2010 06.05.2019, 17:12
26. schaut doch mal in die länder

mit widerspruchslösung. haben dort die bürger kein vertrauen mehr in organspende und was damit zusammenhängt, oder phantsasieren die kritiker sich da was zusammen. warum keine lösung, die ziemlich billig kommt, kaum verwaltungsaufwand bedeutet und das mangelproblem löst? und trotzdem jedem die freiheit lässt, nein zu sagen?
@bibabutzemann: ethisch wäre natürlich, dass sofort jeder sich einen organspenderausweis zulegt. alles andere ist egoistisch.

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ceroc 06.05.2019, 17:13
27. Für mich ...

ist Spahn Modell deutlich besser.
Würde mich jemand beim Amt fragen würde wahrscheinlich mit Nein antworten. Für extra widersprechen bin ich zu faul und ist auch egal.
So wie ich denken Hunderttausende.
Problematisch wird das ganze bei Gläubigen Muslimen die in ihrer Heimat im kompletten Zustand beigesetzt werden müssen.
Hat sich da schon mal einer mit beschäftigt.

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Ailton 06.05.2019, 17:13
28. Ein Akt der Nächstenliebe

Aufklärung und gutes Zureden haben über viele Jahre wenig erfolgt gehabt. Ganz offenbar wurde das Gegenteil erreicht. Die Bereitschaft zur Organspende war und ist vielfach nur in der Theorie gegeben. Also muss sich ganz grundsätzlich etwas ändern, JA zur Wiederspruchslösung. Wer sein Recht auf Unversehrtheit in Gefahr sieht, sagt halt nein, fertig. Auch hier kann ich mir Rat vom Hausarzt holen. Auch hier befasse ich mich (hoffentlich) vorher mit dem Thema Organspnde. Auch hier kann ich eine bewusste und freie Entscheidung treffen. Und ich kann eine Entscheidung für oder gegen eine Organspende jederzeit ändern.
Wo ist das Problem? In vielen Ländern funktioniert die Wiederspuchslösung sehr gut, darunter in sehr christlich geprägten Länder wie Spanien. Weil es ein Akt der Nächstenliebe ist. Wir Deutschen reden erstmal wieder viel, bevor wir auch nur in Erwägung ziehen zu handeln.

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CancunMM 06.05.2019, 17:16
29.

Zitat von mario.rosa-bian
Oh Mann, die heute vorgestellte Lösung ist doch viel zu kompliziert: (Haus-)Ärzte müssen dafür ausgebildet werden. Wer kontrolliert das? Viele gesunde/ junge Menschen haben gar keinen Hausarzt. Wie sollen die denn erreicht werden? In Deutschland leben 4,7 Millionen EU-Ausländer, diese beantragen keinen deutschen Pass oder Perso bei einer deutschen Behörde, zumal sie keinen Aufenthaltstitel benötigen. Wie sollen diese Menschen erreicht werden? Das Transplantationsgesetz gilt für alle in Deutschland lebenden Menschen, nicht nur für Deutsche. 24 Länder in Europa haben bereits die Widerspruchsregelung. Wer nicht spenden will, soll seinen Widerspruch in dem Register ablegen (lassen). Wo ist das Problem? Die Gegner der Widerspruchsregelung bekommen zu viel Raum und Zeit in den Medien. Die Tiroler Volkszeitung hat am 1.12.2018 berichtet, dass in Österreich, wo die die Widerspruchsregelung seit mehr als 25 Jahren gilt, nur 0,47 % der Bevölkerung widersprochen hat. Und Österreich ist jetzt soziokulturell nicht so anders als wir. Das wahrscheinlich Schlimmste ist: wenn der Liebste oder das Kind ein Organ benötigt, ist das Geschrei gross, dann will jeder die beste Therapie incl. Organspende. Die Wahrscheinlichkeit, ein Organempfänger zu werden, ist 5-6 mal größer als ein Organspender zu werden. (Verhältnis Organspender vs. Neuzugänge auf die Organ-Warteliste lt. Deutsche Stiftung Organspende.)
Haben Sie noch nicht mitbekommen, wie immer mehr Menschen in Österreich einfach verschwinden ? Weggefangen von der Transplatationsgesellschaft. Wie nur konnte Niki Lauda so schnell eine neue Lunge bekommen ? :)

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