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Stiftung Warentest: Zu Risiken und Nebenwirkungen schweigt mancher Apotheker
DPA

Apotheker müssen umfassend beraten: Sie sollen auf drohende Wechselwirkungen von Medikamenten hinweisen und im Zweifel Rücksprache mit dem Arzt halten. Eine verdeckte Prüfung von Stiftung Warentest offenbart deutliche Mängel.

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grimmberg 24.04.2014, 15:33
1. optional

mit den sogenannten apothekerzeitschriften - die in der werbung auch noch dankbarkeitsgefuehle "(bezahlt von ihrer apotheke") wecken sollen, kennen sie sich aber gut aus...

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et63 24.04.2014, 15:39
2.

Bekommen die Apotheken von den GKK nicht 8€ pro verschreibungspflichtiges Medikament für ihre Beratungsleistung? Es gibt online-Apotheken, die einen beträchtlichen Teil dieser 8€ an die Kunden zurück überweisen. Meine Erfahrungen zeigen, dass die Beratung der online-Apotheken sogar besser ist, weil man da ungefragt auf manche Risiken hingewiesen wird (schriftlich).
Hier sollte unser Gesundheitsminister sich mal betätigen!

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Untergangsprophet 24.04.2014, 15:53
3.

Wer sich hier wundert, möge im Geschäft seiner Wahl (eignen sich super Bäckereien mit Angeboten aus Phantasie-namen) mal fragen, was Name x bedeutet oder Inhaltsstoff y bringen soll. In einer Gesellschaft, in der die wenigsten die geistige Leistungsbereitschaft zum kritischen Hinterfragen mitbringen, wird sich so schnell auch nix dran ändern.

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i.v. 24.04.2014, 15:55
4. viel schlimmer

finde ich, dass im Vorfeld bei verschreibungspflichten Medikamenten offenbar der verschreibene Arzt keine Ahnung hatte!

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heinrich-von-braun 24.04.2014, 15:56
5. Randbemerkungen

Eigentlich, liebe Leser, kommt es wie immer im Leben auf die einzelne Apotheke an und die Kompetenz der dort beschäftigten Mitarbeiter.
Ich selbst, der ich oft viele Medikamente für eine Bekannte besorgen muss, werde immer adäquat beraten. Dass man ASS und andere blutverdünner nicht zusammen nimmt, weis eigentlich jedes Kind.

Bei einem Krebsmittel, das den Ausbruch neuer CA-Zellen verhindern sol, das gleichzeitig die Antidepresivale Wirkung eines anderen Mittels herabsetzt erübrigt sich meiner Meinung nach die Wichtigskeitanalyse, liegt wohl auf der Hand.

In der Regel sollte der Arzt als Solches bereits beim Verschreiben darauf achten, aber was ist den Realität?
Lieschen Müller ruft an bei Arzt 1 und will gewisse Pillen. Dieselbe ruft an bei Arzt 2 und will was gegen was auch immer usw. usw.
Diese Dame/Herr kommt dann in die Apotheke und will ihren Medi-Mix abholen, wobei 90 % im Nachhinein so und so im Müll landet, und dann ist eigentlich der Apotheker gefragt, hier belehrend einzugreifen.
Diese Belehrung reicht genau bis zu der Türe der Apotheke und dann ist der Tratsch mit Lieschen Müller 2 als viel wichtiger angesagt.
Natürlich, das verstehe ich auch, ist es viel wichtiger zu wissen, dass Lieschen Müller 3 ein neues rosa Kleid von xy hat.
Also, im Prinzip können wir schon, zumindest einigermaßen zufrieden sein mit unseren Deutschen Apotheken.

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andreu66 24.04.2014, 16:01
6. Hausarzt

Mein Hausarzt weiß am Besten, welche Medikamente ich nehme, welche Unverträglichkeiten ich habe usw. Wenn er mir etwas verschreibt, klärt er mich immer schon in seiner Praxis auf. So gebe ich dem armen Apotheker dann immer zu verstehen, dass ich schon beraten worden bin. Als ich mich neulich mit Freunden darüber unterhielt, waren wir uns einig, dass Apotheker heute in der Praxis eigentlich nur noch Einzelhandelskaufleute mit langem Studium sind.
Daher geht "Warentest" an meiner Lebenswirklichkeit voll vorbei.

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Deify 24.04.2014, 16:09
7. Ich möchte nicht zu jedem Rezept

oder Kauf zugetextet werden; dafür gibt es den Beipackzettel und das Internet, nicht zuletzt soll der Arzt das abklären. Wenn Ältere eine Beratung wünschen, sollten sie das ansagen. Man bedenke, wie lange die Schlangen/Wartezeit würden, wenn jeder ausführlich beraten würde. Zudem: Kann es überhaupt objektive Beratung geben? Wer übernähme ggf. eine Verantwortung? Ich sehe sie nicht bei den Apotheken.

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lacronna 24.04.2014, 16:12
8. Was soll das?

M.E. ist die Apotheke nicht der geeignete Ort für Patientengespräche, da die notwendige Vertrautheit in einem Ladenumfeld nicht hergestellt werden kann.

Der Arzt muss sich für das Verschriebene verantwortlich zeigen und das in der diskreten Umgebung des Behandlungszimmers ausgiebig erläutern. Ich habe zu der Apothekenhelferin kein Vertrauensverhältnis und fahre jedem heftigst über den Mund, der mir irgendwelche Bemerkungen zu gekauften Medikamenten geben will: ich breite doch nicht vor dem ganzen Laden meine Krankengeschichte aus!

Wenn die Apotheker wegen ihrer großen Margen ein schlechtes Gewissen haben, sollen sie zum Therapeuten gehen und mir nicht irgendwelche Gespräche aufzwingen!

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PeterPan95 24.04.2014, 16:20
9.

Zitat von heinrich-von-braun
Eigentlich, liebe Leser, kommt es wie immer im Leben auf die einzelne Apotheke an und die Kompetenz der dort beschäftigten Mitarbeiter. Ich selbst, der ich oft viele Medikamente für eine Bekannte besorgen muss, werde immer adäquat beraten.
Dann haben Sie wohl Glück gehabt, oder ein trügerisches Gefühl von guter Beratung. Wenn ich im Baumarkt bin fühle ich mich auch öfter gut beraten, weil ich nämlich keine Ahnung habe. Erst zuhause merke ich dann dass die Schraube nicht passt. Das ist zum Glück nicht tödlich (bisher).

Zitat von heinrich-von-braun
Dass man ASS und andere blutverdünner nicht zusammen nimmt, weis eigentlich jedes Kind.
Nein.

Zitat von heinrich-von-braun
Bei einem Krebsmittel, das den Ausbruch neuer CA-Zellen verhindern sol, das gleichzeitig die Antidepresivale Wirkung eines anderen Mittels herabsetzt erübrigt sich meiner Meinung nach die Wichtigskeitanalyse, liegt wohl auf der Hand.
Es geht darum, den Patienten zu beraten, und nicht stillschweigend zu bewerten. Die Entscheidung über "Wichtigkeit" sollte beim Patienten liegen. Abgesehen davon gibt es vermutlich Alternativen ohne Wechselwirkungen, oder zumindest mit anderen. Tadaaa, willkommen in der Beratung.

Zitat von heinrich-von-braun
In der Regel sollte der Arzt als Solches bereits beim Verschreiben darauf achten, aber was ist den Realität?
Wenn Ärzte schlecht verschreiben, wären da gute Apotheker/Innen nicht umso wichtiger? Seit wann ist etwas Schlechtes egal, nur weil es noch schlechtere Sachen gibt?

Zitat von heinrich-von-braun
viel blabla
Im Testfall ging es um interessierte, aufmerksame Kundinnen, die offensichtlich an guter Beratung interessiert waren. Ihr Beispiel ist Augenwischerei.

Zitat von heinrich-von-braun
Also, im Prinzip können wir schon, zumindest einigermaßen zufrieden sein mit unseren Deutschen Apotheken.
Genau, einigermaßen. Die Kleinkinder hätten dann einigermaßen Oberdosis und der Mann wäre einigermaßen tot. Super.

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