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Strahlenkrankheit: So heimtückisch tötet Polonium-210
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Für Mörder ist es die ideale Tatwaffe: Die Strahlung des radioaktiven Polonium-210 ist von außen kaum eine Gefahr. Erst wenn das Isotop in den Körper gelangt, entfaltet es seine zerstörerische Wirkung.

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kurswechsler 06.11.2013, 21:38
1. Stimmt!

Zitat von sysop
Für Mörder ist es die ideale Tatwaffe: Die Strahlung des radioaktiven Polonium-210 ist von außen kaum eine Gefahr. Erst wenn das Isotop in den Körper gelangt, entfaltet es seine zerstörerische Wirkung.
Stimmt! Plutonium ist ein ideal abzuschließendes Kontaktgift. Der Einstieg in die Plutoniumwirtschaft eine verpasste Chance an dieser Stelle. Blausäure ißt man ja auch nicht in sich hinein. Aber Atom , Atom essen Seele und Vorstand auf.

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deutschleerer 06.11.2013, 22:08
2. Leider voller Fehler. Aber Hauptsache Sensation.

"18fach über dem Normalwert sollen sie liegen."
Über welchem Normalwert? Normal im Körper oder normal im Boden? Egal, denn beides wäre harmlos. So ein Käse.

"Aufgrund seiner chemischen Eigenschaften ist das Isotop instabil und zerfällt"
Kappes. Das hat mit Chemie garnix zu tun. Po zerfällt egal in welcher chemischen Verbindung gleich schnell. Das ist Physik.

Aber Hauptsache ne wilde Geschichte. Gar nix is da bisher dran.

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spon-facebook-605431180 06.11.2013, 22:09
3. So viele Fehler

In nur einem Artikel! Ein gelegentlicher Blick in Wikipedia könnte dem Autor nicht schaden. Oder mal mit einem Physiker reden bevor man so einen Quatsch veröffentlicht.

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soltram 06.11.2013, 22:28
4. Bitte etwas mehr recherchieren

1. alpha-Strahlung besteht nicht aus Elementarteilchen, sondern aus hochenergetischen (=schnellen) Helium Kernen: 2Protonen+2Neutronen
2. Becquerel sind Zerfälle pro Sekunde. Eine Angabe ohne Bezug auf z.B. Kilo oder Liter ist sinnlos. Wenn ich 10 Kilo radioaktive Erde habe zerfällt da natürlich 10mal mehr als in einem Kilo.
3. Wo soll diese Zahl 60 herkommen? Für Erdreich hab ich auf die Schnelle nichts gefunden, aber für Trinkwasser, Quelle ist das oben genannte BFS:
http://www.bfs.de/de/ion/nahrungsmittel/TW_Bericht_2009.pdf S.25,
Dort werden 0.0004 Becquerel pro Liter im Mittel im Trinkwasser (Median).

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zensorsliebling 06.11.2013, 22:31
5. Polonium (Po) nicht Plutonium (Pu)...

Zitat von kurswechsler
Stimmt! Plutonium ist ein ideal abzuschließendes Kontaktgift. Der Einstieg in die Plutoniumwirtschaft eine verpasste Chance an dieser Stelle. Blausäure ißt man ja auch nicht in sich hinein. Aber Atom , Atom essen Seele und Vorstand auf.
Wieviele Stümper wollen eigentlich noch lesen, was sie zu kennen glauben? Plutonium (239) ist mit einer Halbwertszeit von 24000 Jahren schwach radioaktiv und damit das genaue Gegenteil von Polonium (210). Seid ihr alle total merkbefreit?

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HaraldKrause 06.11.2013, 22:40
6. .

Irgendwie sollte man alle Journalisten die nichts von Naturwissenschaften verstehen verwehren irgendwas über Radioaktivität/Biologie/Technik etc zu schreiben.

..."Aufgrund seiner chemischen Eigenschaften ist das Isotop instabil und zerfällt..."
Ein radioaktives Isotop zerfällt nicht wegen seiner "chemischen" Eigenschaften sondern weil sein Atomkern instabil ist. Hat mit Chemie genau gar nichts zu tun.

..."Doch im menschlichen Körper beträgt die Halbwertszeit von Polonium-210 nur 50 Tage. Das heißt, nach 50 Tagen ist die Hälfte der aufgenommenen Menge zerfallen."

Da ist wohl die Biologische Halbwertszeit gemeint. Das ist die Zeit in der ein Stoff nur noch zur Hälfte in einem Körper ist, entweder durch Verstoffwechselung oder durch Ausscheidung. Da aber ein menschlicher Körper kein Kernreaktor ist, ändert sich die radioaktive Halbwertszeit genau gar nicht.

Und jetzt zum wichtigsten: Die radioaktive Halbwertszeit von Polonium 210 ist ca 138 Tage. Der Typ liegt seit 13 Jahren oder 4740 Tagen im Grab, das sind 124 Halbwertszeiten. Nach so langer Zeit ist genau gar nichts mehr nachweisbar.
Nehmen wir nun einmal an, man hat gerade so an der Nachweisgrenze von Polonium 210 erkannt, wieviel Polonium 210 hätte dann mindestens da sein müssen?
Angenommen man kann 1 ppb also 1 Polonium 210 Atom unter 10^9 anderen detektieren, was ein extremen Aufwand darstellt, dann müssten 2^124 Atome Polonium 210 ursprünglich da gewesen sein, das sind gut 7.4E12 kg oder 7.4 Millionen Tonnen. Das ist bei einer jährlichen Produktion von gut 100 Gramm ziemlich unwahrscheinlich. Auch wenn der Prof. durch irgend ein Wunder noch 1000 mal geringere Spuren nachweisen kann sind immer noch Hunderdtausende Tonnen Polonium 210 notwendig um nach so langer zeit erkannt werden zu können....

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pmax 06.11.2013, 22:43
7. Leider nicht ganz korrekt berichtet.

Zitat:"Doch im menschlichen Körper beträgt die Halbwertszeit von Polonium-210 nur 50 Tage. Das heißt, nach 50 Tagen ist die Hälfte der aufgenommenen Menge zerfallen. "
Das ist lediglich die biologische Halbwertszeit.
Nach 50 Tagen wurde die Hälfte der aufgenommenen Menge vom Körper ausgeschieden.

Das ändert aber natürlich nichts daran, dass die Todesumstände von Herrn Arafat wohl ziemlich seltsam sind...

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Fam Phetial 06.11.2013, 22:54
8. skandalös schlecht

Oh Man, Spiegel! Welchen Praktikanten habt ihr denn an diesen Artikel gesetzt. In der letzten Version stand in dem Artikel noch etwas wie "Strahlung von Elementarteilchen". Ich lach mich weg. Oder auch "Halbwertszeit von 50 Tagen" für Po-210. Wo habt ihr das denn her? Es sind 138 Tage. Und das sind nur die Fehler die ich verifizieren kann. Den Rest des Artikels kann man dann auch nicht mehr glauben. Peinlich.

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mirkoklemm 07.11.2013, 23:00
9.

Zitat von deutschleerer
"18fach über dem Normalwert sollen sie liegen." Über welchem Normalwert? Normal im Körper oder normal im Boden? Egal, denn beides wäre harmlos. So ein Käse. ...
Stimmt, das wäre harmlos, aber je nach verwendetem Isotop (Po210 nehme ich hier mal an mit t ½ = 138d) kann die Konzentration zum Todeszeitpunkt durchaus höher gewesen sein. Der Artikel sagt eigentlich gar nichts, erst durch eine Analyse der primären und sekundären Zerfallsprodukte würden sich belastbarere Hinweise ergeben.

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