Forum: Gesundheit
Straßenverkehr: Der Fahrradhelm wird überschätzt
Nutcase

Handelt fahrlässig, wer ohne Kopfschutz radelt? Auf keinen Fall! Radfahren ohne Helm kann extrem sicher sein, wie der Blick nach Holland und Dänemark zeigt.

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Axeman 02.04.2014, 15:06
370. Crash-RTest

Wieso gibz's eigentlich keine Versuche mit Crash-Test-Dummies? Für Airbags, Gurte, Knautschzonen usw. hat man zehntausende von KFZ geschrottet, aber so eine Puppe mal mit uns mal ohne Fahrradhelm durch die Gegend zu schleudern ist nicht drin? Stattdessen lässt man einen "Prüfkörper"fallen und interpretiert die Verletzungen von ein paar Eingelieferten in Notfallambulanzen. Und das im perfektionistischen Deutschland. Sehr merkwürdig.

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p11 02.04.2014, 15:08
371. @Martin Karmann

ich bitte um das Verbot von Fahrrädern. Nach Ihrer Argumentation hat sich das Verbot schon gelohnt, wenn ich nur einen Toten verhindern kann.
Wie weit wollen Sie das denn treiben? Mit einem Geschwindigkeitsbegrenzer in Fahrrädern oder flächendeckendem Tempo 15 für Autos kann ich auch Todesfälle verhindern. Grund genug, das alles einzuführen oder zu proklamieren?
Man muss nicht immer allen Trends hinterherlaufen und vor allem das kritische Hinterfragen auch offen diskutieren können. Bitte öffnen Sie die bereits verschlossene Gedankenschublade, in der sich das Wertekonstrukt "Helm = gut" befindet und erlauben Sie sich selbst wieder ein kritisches Hinterfragen.

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zdophers 02.04.2014, 15:10
372. Hmm,

Zitat von bokertov
Hi Ich schätze 90% der Radfahrer in Kopenhagen tragen einen Helm.
also wenn ich spaßeshalber mal eine Bildersuche "Radfahren Kopenhagen" bei Google mache stelle ich fest, dass diese 90% zum Zeitpuinkt der vielen Fotos wohl zu Hause geblieben sind.
Ich komme auf maximal 15%.

Was sich auch mit meiner persönlichen Erinnerung an einen Besuch vor 3 Jahren deckt.

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desaint 02.04.2014, 15:10
373. Holland, Dänemark... alles ziemlich flach da, genauso wie der Artikel leider

hier werden Äpfel mit Birnen verglichen. Der Helm kann schützen, Basta, dieses Herumgerede nach Ausflüchtchen suchend und zu unseren Hollandräder-Freunden blickend mit höchster Erhebung ein Maulwurfhügel finde ich ziemlich albern. Ich kenne so viele Leute bei uns im Süden, denen der Helm schon sehr gute Dienste geleistet hat. Fragen Sie mal an der Uniklinik Freiburg, ich kenne da einen Mediziner der das Radfahren sogar aufgegeben hat da es ihm insgesamt als zu gefährlich erscheint, abgeschreckt durch die täglich eingelieferten Verunglückten. In jedem Fall pro Helm!!

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Red Herring 02.04.2014, 15:16
374. Noch ein Argument

Noch ein Argument gegen die Helmpflicht: sie macht Arbeit! Jedes Gesetz muss schließlich auch durchgesetzt werden. Aber wir wollen doch nicht, dass die ohnehin überforderte Verkehrspolizei ihre Zeit mit der Verfolgung von Radfahrern wegen Lappalien verbringt. Wir wollen doch, dass sie echte Gefahren verarztet, mit anderen Worten Autofahrer. Und nicht mal das gelingt - es wird nach wie vor zu schnell gefahren, zu rücksichtslos, zu blind und bei Rot - alles während man gleichzeitig Multitasking auf dem Smartphone übt. Der Blinker ist optional und die Hupe kein Warnsignal* mehr, sondern ein Mittel zur Nötigung. Es gibt also schon genug Arbeit.

Man kann die Helmpflicht natürlich auch nur dazu benutzen, um Radfahrern Teilschuld und -schaden anzuhängen, und sie ansonsten ignorieren. Dann ist sie eine prima Sache für die Autolobby, besser als Weihnachten.

*StVO §16: "(1) Schall- und Leuchtzeichen darf nur geben, 1. wer außerhalb geschlossener Ortschaften überholt (§ 5 Absatz 5) oder 2. wer sich oder Andere gefährdet sieht."

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HansD 02.04.2014, 15:18
375. Einfach mal nach Westen schauen...

Holland ist gemeint. Fährt dort jemand mit Helm? Ne. Die lachen über uns. Ich fahr zwar mit Helm, liegt aber an der unzureichenden Fahrradinfrastruktur in Deutschland. Hätten wir hier Verhältnisse wie in Holland, würde ich auch ohne Helm fahren. Helmpflicht ist sowieso Käse! Fahren ohne Helm verbieten. Bin gespannt wann das mal die Grünen fodern, wollen die ja eh alles verbieten.

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weltverkehrt 02.04.2014, 15:19
376.

Zitat von spon-facebook-10000294691
Warum der missionarische Eifer gegen ein Ausrüstungsteil, das zumindest einem "besser als nix" Anspruch gerecht werden dürfte?
Das ist ein Teil des Problems. Er mag einen Teil des Schädels unter bestimmten Unfallbedingungen eine begrenzte Lebenszeit des Helms besser schützen, als wenn man keinen trägt. Dass überwiegend aber andere Teile des Schädels und Körpers (nur oder auch) betroffen sind (die schweren Unfälle mit Schädel-Hirn-Trauma sind gegenüber der Gesamtzahl aller Unfälle gering) und der Helm vor schwerwiegenden anderen Folgen nicht schützt, wie z.B. der Integralhelm Teile der Wirbelsäule/Genick/Kiefer/Gesicht, lässt an einer Pflicht dieses Helms doch zweifeln. Ein billiger Motorradhelm bietet nachweislich deutlich mehr Schutz, ist nicht viel teurer im Vergleich zum Sicherheitsgewinn, ist sogar aerodynamischer.

Ich kann die Foristen hier nicht verstehen, die nach höchsten Sicherheitsstandards und Pflichthelmen schreien, dann aber selbst mit Fahrradhelm statt Motorradhelm fahren. Die schreiben dann, "Wer nix im Hirn hat, braucht auch nichts zu schützen", ich entgegne denen dann eben, "Wer nur Wert auf einen großes Maul legt und eine Fahrradhelmpflicht fordert angesichts des relativen Sicherheitsgewinns, der braucht auch keine Zähne", und stelle mir dann vor wie die grinsend mit Helm und ohne Zähnen an mir vorbeifahren.

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jenoc 02.04.2014, 15:23
377. Helme? Nicht nur Unsinn sondern kontraproduktiv

Zitat von platzanweiser
Immer mehr Leute schnallen sich diese kleinen Plastikschalen auf den Kopf. Wer wissen möchte, wie gut sie schützen lege sich einen solchen über das Knie und schlage drauf. Der logischerweise folgende Schmerz demonstriert, wieviel Wucht trotzdem auf bzw. am Kopf landet. Die Schutzwirkung ist so minimal, dass sie allenthalben einen Placebo-Effekt erzielt. Jeder, der bei einem Sturz einen Helm getragen hat, wird behaupten er sei wegen dem Ding glimpflich davon gekommen, nicht weil es so ist, sondern weil er es einfach glaubt.
… und weil natürlich niemand gerne zugibt sein Geld für sowas nutzloses, ja wenn nicht gar hinderliches wie einen Fahrradhelm zum Fenster raus geschmissen zu haben.

Zitat von platzanweiser
Diese Helmchen befeuern nun diese Denkweise in größenwahnsinniger Art und Weise - Radfahrer mit Helm scheinen sich tatsächlich für sowas wie unverwundbar zu halten. Mit dem Ergebnis, dass sie noch unaufmerksamer und risikofreudiger fahren als sonst.
Korrekt. Das bedeutet: Mit Fahrradhelmen wird die sog. "Risikoüberkompensation", die man etwa bei Autofahrern, die erstmals Fahrzeuge mit ABS hatten, beobachten musste, ebenfalls einsetzen. Es wird also deutlich mehr Unfälle von und mit Helm-Radlern geben.

Untersuchungen, wonach sich Autofahrer unterbewusst behelmten Radlern in deutlich gefährlicherer Weise nähern als helmlosen, sollten dabei zusätzlich ins Kalkül gezogen werden.

Und: Dieses – vermeintliche – "In-Sicherheit-wiegen" wegen dieser lächerlichen Helmchen führt im Falle eines Falles auch zu einer unterbewusst eingenommenen, passiveren Haltung bei Stürzen. Gerade Kinder verlernen durch das vermeintliche Gefühl der Beschütztheit bei einem Sturz etwas, was sie seit Menschengedenken konnten, sich nämlich blitzschnell ein- und abrollen und mit den Händen abstützen. D. h. die ach so sicheren Fahrradhelme werden in Wirklichkeit nicht nur wie erwähnt zu häufigeren Unfällen führen, sondern dabei auch zu einer höheren Wahrscheinlichkeit von Gehirnerschütterungen, Schleudertraumata und Halswirbelverletzungen.

Legt man nun noch zugrunde, dass diese unnütze Schwitzhaube viele potenzielle Radler vom Radeln abhalten, wenn sie diese benützen müssten, entlarvt sich eine Helmpflicht für Radler als reine Beutelschneiderei zum Wohle der Hersteller und Händler diesen Unfugs.

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his.heinzness 02.04.2014, 15:27
378. Diese verdammte Amygdala!

Es gibt Dinge vor der wir Angst haben müssten. Haben wir aber nicht. Aber wir haben Angst vor dem Radfahren ohne Helm.

Unser Reptiliengehirn und Amygdala führen uns wieder an der Nase herum.

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condor99 02.04.2014, 15:27
379.

Zitat von gazettenberg
Im Übrigen vermute ich, dass Sie Radwege und Angebotsstreifen in einen Topf werfen.
NEIN, ich meine RADWEG - Radverkehrsanlage die baulich von der Straße getrennt ist.
Nur weil sie Probleme haben geschriebenes zu verstehen fahre ich kein Rad. Ist klar das ist eine bestechende Logik.

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