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Straßenverkehr: Der Fahrradhelm wird überschätzt
Nutcase

Handelt fahrlässig, wer ohne Kopfschutz radelt? Auf keinen Fall! Radfahren ohne Helm kann extrem sicher sein, wie der Blick nach Holland und Dänemark zeigt.

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vulpo 02.04.2014, 22:36
440. Logikfrei

Sinnlose Aufzählung von Fakten ohne diese in einen Bezug zu setzen.
1. Faktisch gibt es mehr Fußgänger als Radfahrer, weshalb wohl auch absolut mehr verunglücken. Binsenweisheit. Wie sieht es mit Relationen aus auf gefahrene Kilometer?
2. Fußgänger stürzen seltener mit ei er Geschwindigkeit größer 10 km/h.
3. Auch Autofahrer sterben, wenn ein Panzer das Auto überrollt.
Sinnfreie Faktensammlung - Glückwunsch an den Autor.

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klausm0762 02.04.2014, 22:36
441. Die Fahrweise - der vergessene Faktor.

"wenn maximal 13% der Radfahrer einen Helm tragen, dafür aber mit 30% bei den getöteten Radfahrern vertreten sind .... ", dann ist die Fahrweise der Radfahrer bei der Studie nicht in Betracht gezogfen worden, schätze ich mal.

Es ist nunmal ein Unterschied, ob ich auf einem Hollandrad auf einem baulich getrennten Radweg durch die Stadt dümple oder wie ein Keinrin-Fahrer mit 40+ km/h durch den Feierabendverkehr steche.

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condor99 02.04.2014, 22:41
442. Alles klar?

Zitat von Red Herring
Für die besteht - Sie haben es selbst verlinkt - nur noch eine Nutzungspflicht, .
und bla bla

sollt der Radweg, wie verlinkt, mit dem Zeichen 237, 240 oder 241 gekennzeichnet sein so gilt weiterhin die Benutzungspflicht!!!
Aber sicher es gilt ja für einige Radfahrer eine eigene Auslegung der Straßenverkehrsordnung. Zum Glück halten sich die meisten an die Regeln und für den der Rest, zu dem ja einige hier zu gehören scheinen, bleibt nur zu hoffen das sie nicht mit aller Macht im Titelkampf um den Darwin Award stehen. Denn auch ein Helm ist kein 100 prozentiger Schutz.

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Gaztelupe 02.04.2014, 23:01
443.

Zitat von gazettenberg
Was bekanntlich für jedes Verkehrsmittel gilt - es wird ja auch niemand gezwungen, mit dem Bus zu fahren, zu Fuß zu gehen oder sein Auto zu benutzen.
Nun, wenn es um den Transport größerer Gegenstände geht, gar um Frachtverkehr, ist das Fahrrad naturgemäß nicht unbedingt die erste Wahl. Es ist das individuelle Verkehrsmittel schlechthin, allerdings von geringer Bedeutung. Je nachdem, was und wieviel(e) transportiert werden muss, artikulieren sich schon gewisse Zwänge.

Zitat von gazettenberg
Warum sollte ein vernünftiger Mensch auf die Idee kommen, Fahrzeuge über einen Fußweg zu führen? [...]
Weil es auf der Fahrbahn zu gefährlich ist zum Beispiel, oder weil ein Ausweichen auf den Fußweg aufgrund der bewegten Masse und den Dimensionen des Fahrrades kompatibel gestaltbar ist – eigentlich ganz vernünftig, wenn es auf den Straßen zu eng ist.

Zitat von gazettenberg
Das ausgerechnet von einem Hamburger Autofahrer zu lesen, hat mich schon sehr amüsiert. [...]
Tatsächlich? Ich habe kein Auto, ich bin Hamburger Radfahrer, der nur gelegentlich aus gewissen Sachzwängen aufs Kfz ausweicht, oder das Wetter mir zu beschissen oder zu kalt ist. Allerdings fahre ich defensiv genug, um auf Helm und Warnweste verzichten zu können.

Was die hanseatischen Autofahrer angeht: Da steht es mit der Verkehrsdisziplin nicht gerade zum Besten, allerdings habe ich mit ihnen auf dem Fahrrad bisher nicht die geringsten Probleme gehabt. Wie gesagt: Defensiv fahren, das heißt auch, vor der schon länger grünen Ampel nicht noch schnell beschleunigen, damit man noch rüber kommt, keinen irrsinnigen Slalom durch Autoschlangen veranstalten, um eine Abkürzung zu nehmen, allgemein nicht der Versuchung erliegen, ständig herum zu improvisieren (offenbar ein Volkssport unter den Radfahrern der Hansestadt). Licht ist bei Dunkelheit vielleicht uncool, aber ganz hilfreich. Und vor allem: Aus dem Radeln keine Haltung machen. Dann braucht man auch keinen Helm ...

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Stäffelesrutscher 02.04.2014, 23:06
444.

Zitat von hesekiel2517
..wenn es ,wie für jeden Autofahrer ein 1 monatiges Fahrverbot für "bei Rot fahren"gäbe,wären 80% der Radfahrer von den Strassen verschwunden!
Schöne Polemik, aber ich muss Sie enttäuschen: Nicht jeder Autofahrer bekommt ein einmonatiges Fahrverbot für "bei Rot fahren", sondern nur die, die erwischt werden, wie sie nach x Sekunden Rot noch rübergefahren sind und die sich nicht rausreden können. Wenn tatsächlich jeder Rotlichtverstoß eines Autofahrers zu einem einmonatigen Fahrverbot führen würde, dann könnten wir auf den meisten Straßen picknicken.
Übrigens habe ich noch zwei Fragen für Sie:
- Haben Sie schon mal eine Radfahrerampeln mit einer Gelbphase gesehen?
- Können Sie in jeder Situation sagen, welche Ampel für Radfahrer gilt? Die für die Fahrbahn? Die für die Fußgänger?

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saschad 02.04.2014, 23:07
445.

Zitat von caliper
Warum soll ich, als Autofahrer für Verletzungen zahlen, die man bei einer zumutbaren und üblichen Schutzkleidung hätte vermeiden können?
Warum sollte ich als Autofahrer für andere Autofahrer zahlen, die das im Rennsport übliche Tragen eines Helmes für überflüssig halten und damit Verletzungen in Kauf nehmen?

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Stäffelesrutscher 02.04.2014, 23:20
446.

Zitat von vagabondix
auch für Radler gilt innerorts 50 km/h (30 in 30er-Zone, 7 km/h in Spielstrasse), also gibt's doch diese Geschwindigkeitsbegrenzung schon längst, oder?
Nein, die spezielle Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 km/h innerorts gilt nur für Kraftfahrzeuge. § 3 Absatz 3 Ziffer 1 StVO.
Für Radfahrer gelten nur: der allgemeine Passus mit der angemessenen Geschwindigkeit in § 3 Absatz 1 StVO; Geschwindigkeitsbegrenzungen per Verkehrsschild.
Das heißt: wenn ich innerorts auf einer breit ausgebauten, übersichtlichen Gefällstrecke ohne Einmündungen bei trockenem Wetter tagsüber mit 70 Sachen runtersause, dann darf ich das (solange ich mein Rad beherrsche und keinen anderen gefährde). Taucht irgendwo ein Schild mit einer "60" im Kreis auf, muss ich bremsen.

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chakula 02.04.2014, 23:26
447. Zumutbare Eigensicherung

Zitat von caliper
Für das Fahren mit einem Fahrrad auf einer öffentlichen Straße gilt auf jeden Fall eine zumutbare Eigensicherung. Warum soll ich, als Autofahrer für Verletzungen zahlen, die man bei einer zumutbaren und üblichen Schutzkleidung hätte vermeiden können?
Dann würde ich sofort eine Halskrausenpflicht für alle Autoinsassen empfehlen, denn in über 50% der Auffahrunfälle klagt mindestens ein Unfallteilnehmer über Scheudertrauma und das würde so richtig Versicherungskosten sparen. Außerdem sollte man auch über einen Autohelm nachdenken, denn trotz zig Airbacks rundherum, sind die Autofahrer immer noch mit die größte Gruppe bei den schweren Schädelhirntraumen.
Nebenbei könnte man auch gleich die Schwimmwestenpflicht im Wasser einführen. Schließlich ist die Zahl der Ertunkenen ähnlich hoch wie die der getöteten Radfahrer.
Was gemerkt? Solange man kein oder nur Sonntagsradfahrer ist, dann ist man für die Helmpflicht, wenn es einen dann selbst in seiner Freiheit oder Bequemlichkeit trifft, dann ist die Eigensicherung plötzlich nicht mehr so wichtig.

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Stäffelesrutscher 02.04.2014, 23:31
448.

Zitat von condor99
Was man häufig sieht ist 1. Ständiger Wechsel zwischen Fußweg und Straße. 2. Ist die Ampel Rot dann geht es oft auf dem Fußweg weiter (eigentlich auch ein Rotlichtverstoß). 3. Radweg entgegen der Fahrtrichtung.....
Ich habe mal Nummern in Ihr Zitat eingebaut.
1. Es gibt leider viele Radverkehrsführungen, die mit Gebotsschildern genau dieses verlangen: alle paar Hundert Meter Wechsel zwischen Fahrbahn und Hochbord. Reine Schikane, sage ich Ihnen als Radfahrer.
2. Es gibt Radwege auf dem Hochbord ohne blaues Schild. Diese sind nicht benutzungspflichtig. Ich kann also frei entscheiden, ob ich dort fahre oder auf der Fahrbahn. In einem solchen Fall ist das kein Rotlichtverstoß, denn die Fahrbahnampel gilt nur für die Fahrbahn. (Wir reden von beampelten Fußgängerquerungen oder linksseitigen Einmündungen, nicht von Kreuzungen.)
3. Für meinen Geschmack ist das ein No-Go. Leider sehen das viele Behörden anders, die einseitige Zweirichtungswege anlegen. Und prompt radelt Ihnen als Autofahrer ein Radler rechts entgegen, teilweise sogar auf der Fahrbahn!!! (Den entsprechenden Abschnitt auf der Fahrbahn, die ich in Hamburg kenne, hat man aber irgendwann durch Entfernen der Schilder wieder abgeschafft.)
4. Es ist nicht vorgeschrieben, dass man die Abbiegeabsicht unbedingt mit der Hand anzeigen muss. Empfehlenswert ist es natürlich. Allerdings wäre es auch empfehlenswert, bei einem Radler, der den Schulterblick links macht, anzunehmen, dass der gleich links abbiegen oder zumindest nach links ausscheren möchte - oder dass er gleich die Hans ausstrecken möchte, denn Radler sind die einzigen Fahrzeugbenutzer, die sich umgucken müssen, bevor sie "den Blinker setzen" können, denn wenn ich ohne Umgucken meinen linken Arm ausstrecke, ist er womöglich gleich ab.
5. Beleuchtung ist ein Dauerthema. Vor allem, weil der Gesetzgeber kräftige, wirksame Leuchten bisher weitgehend verboten hat.
6. Don't drink and drive.
7. Weil sie es dürfen. An der Ampel darf man rechts an einer stehenden Kolonne vorbeifahren. Vorne atmet es sich besser.

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saschad 02.04.2014, 23:41
449.

Zitat von Stäffelesrutscher
Auch wenn die Gegenargumente gegen den 13 % / 30 % - Vergleich stichhaltig sind:
Um zu entscheiden, ob diese Argumente stichhaltig sind, müsste man erst einmal wissen, wie die Ermittlung der Helmtragequote durchgeführt wird. Werden da einzelne Personen zu ihren Trageverhalten befragt, oder stellt sich da jemand irgendwo hin und zählt Radfahrer mit und ohne Helm?

Wenn letzteres stattfindet, dann gehen die (angeblich ja häufiger Helm tragenden) Vielfahrer ja auch statistisch öfter in die Erhebung ein. Und damit wäre dieses Gegenargument ja schon wieder nicht mehr stichhaltig.

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