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Studie: HIV-Medikamente schützen Drogensüchtige vor Infektion
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Pillen statt Spritzentauschprogramme? Erstmals haben Ärzte gezeigt, dass HIV-Medikamente Süchtige, die sich Drogen spritzen, vor einer Ansteckung schützen können. Experten jedoch warnen vor eiligen Rückschlüssen. Die Studie hat Schwächen.

u30 14.06.2013, 11:16
1. optional

Lieber Spiegel,
vor kurzem gab es einen Artikel darüber, dass in Afrika die Zahl der Neuinfektionen mit HIV wieder steigen. Als ein Grund wurden falsch interpretierte Informationen und Vorsorgeprogramme genannt. Durch reisserische Headlines wie in diesem Artikel, der erst in den letzten beiden Absätzen als Trugschluss entlarvt wird, tragen sie dazu bei, dass auch in Deutschland der Rückschluss gezogen wird, dass Kondome und generelle Vorsicht überflüssig seien. Einen ähnlichen Artikel mit ähnlicher Headline gab es auch im Zusammenhang mit Beschneidung. Bitte hören sie mit dieser verantwortungslosen Art Fehlinformationen zu verbreiten auf und verharmlosen sie HIV nicht.
Vielen Dank!

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tg923 14.06.2013, 12:07
2. Lächerlich.....

in den genannten Regionen ist es nichtmal möglich an sterile Spritzen zu kommen....nun soll Abhilfe mit Medikamenten geschaffen werden welche um ein vielfaches teurer sind, das ist mehr als grotesk. Nichtmal infizierte können sich selbige dort leisten. Das einzige Ergebnis wäre vermutlich, dass in anderen Regionen, wo man es sich leisten kann, die Zahl anderer Geschlechtskrankheiten ansteigt.

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genervt! 14.06.2013, 12:10
3. Kurze Recherche...

bei google hat ergeben, daß eine Tablette ca. 14 Euro kostet. Das ist fast so teuer wie der Stoff, den sich die Leute "reinballern". Wer will das dauerhaft denn finanzieren?

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Chris_7 14.06.2013, 13:58
4. Das bringt nichts, außer Resistenzen

Der Einsatz der heute (einigermaßen) wirksamen Medikamente in diesem Bereich bringt nicht viel, außer der Resistenzbildung. Ich durfte selbst mal nach einer Nadelstichverletzung im Rettungsdienst im Rahmen einer Postexpositionsprophylaxe einen Monat lang solche Medikamente schlucken. Mit genau vorgegebenen Zeiten. Glücklicherweise wohl mit Erfolg. Aber wie soll das im Drogenmilleu und in Entwicklungsländern funktionieren?
Das Ergebnis einer nicht korrekt durchgeführten Therapie ist aber im Zweifel eine Resistenzenbildung. Und dann wirken diese Medikamente irgend wann in anderen Fällen, z.B. in meinem, nicht mehr.

Und ganz ehrlich, da bin ich dann Egoist. Warum sollen wir uns Gedanken machen wie wir bestimmte Seuchen in Gebieten bekämpfen, in denen das nur eines von vielen Problemen ist? Und diese Therapie im Zweifel gar nichts bewirkt? Dafür fangen wir uns dann die Resistenzen ein.

So schlimm es klingt. Es gab in der Geschichte der Menschheit immer wieder Einflußfaktoren, die die Weltbevölkerung reduziert haben. Seien es Kriege, Seuchen oder Hungersnöte. Und so böse dieser Gedanke auch ist: Wenn ich mir das Bevölkerungswachstum auf der gesamten Erde und in bestimmten Gebieten davon so anschaue, dann wäre ein solches Korrektiv nur "natürlich".

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h.laos 14.06.2013, 14:13
5. In Thailand

sind HIV Medikamente durch Regierungsprogramme fuer die Betroffenen kostenfrei erhaeltlich. Auch sterile Spritzen sind jederzeit, ueberall leicht erhaeltlich.

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bafibo 14.06.2013, 17:25
6.

Zitat von tg923
in den genannten Regionen ist es nichtmal möglich an sterile Spritzen zu kommen ... nun soll Abhilfe mit Medikamenten geschaffen werden, welche um ein Vielfaches teurer sind, das ist mehr als grotesk ...
Zitat von genervt!
Eine Recherche bei google hat ergeben, daß eine Tablette ca. 14 Euro kostet.
Klar, für den Preis einer Tablette ist man für mindestens 10 Tage mit Spritzen versorgt, und das sogar mit null Risiko, was die Tablette niemals völlig ausschließen kann. Glaubt etwa der Autor des Artikels, Süchtige könnten nicht rechnen? Das meint vermutlich nicht mal die Pharmaindustrie. Wie schon ein anderer Kommentator gesagt hat, für Notfälle bei medizinischem Personal ist das sicher hilfreich, aber nicht flächendeckend bei Süchtigen.

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