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Studie: Jede vierte Schwangere in Deutschland trinkt Alkohol
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Vielerorts kommen mehr Babys mit Alkoholschäden zur Welt als mit Down-Syndrom. Vor allem in Europa nehmen es Schwangere mit der Abstinenz häufig nicht so genau - und riskieren damit schwere Schäden beim Kind.

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teilzeitmutti 19.01.2017, 06:53
20. Der Artikel lässt genau diesen Schluss nicht zu

Zitat von GünterLichtner
Verursacht eine Mutter durch ihren Alkoholgenuß eine Schädigung am Kind, so handelt es sich um eine schwere, nicht vorsätzliche, aber mutwillige Körperverletzung. Dennoch wird eine solche Mutter durch das Strafrecht dafür nicht belangt. Ich bin der Meinung, daß es sich um ein Verbrechen handelt und auch als solches geahndet werden muß. Ein Mann, der durch einen aggressiven Akt eine Fehlgeburt verursacht, ja sogar ein Arzt, dem ein Kunstfehler passiert, wird ja auch bestraft. Es darf nicht sein, daß eine Mutter an "ihrem" Kind quasi ein Eigentumsrecht hat und sich dementsprechend glaubt verhalten zu dürfen.
Denn die wenigsten Frauen merken "ganz genau wann sie schwanger werden". Insofern sind vielfach Frauen betroffen die im Zweifel gar nicht wissen das sie schwanger sind bzw. erst merken das sie es sind wenn ggf. die Schädigung schon eingetreten ist. Der Artikel ist in diesem Punkt wenig aussagefähig, weil in Relation auch das Thema Verhütung betrachtet werden muss.
Im übrigen legen Sie die vielfach verbreitete Bigotterie an den Tag, wonach sie es vollkommen "unerträglich finden" das nicht jede noch so "kleine Bagatelle" die andere begehen maximal bestraft wird, bei gleichzeitigem maximalen Mitleid mit sich selbst.
Abschließend: Ärztliche Kunstfehler sind in den seltensten Fällen strafbar, aber begründen i.d.R. eine Schadenersatzpflicht. Das zwei unterschiedliche Dinge.

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teilzeitmutti 19.01.2017, 06:57
21. Jein

Zitat von zr2013
Alkohol gefährdet die Gesundheit. Deshalb ist Alkohol für Kinder verboten, und für Jugendliche erst ab 16 erlaubt. Ungeborene können Alkohol noch weniger verkraften als Kinder und Jugendliche. Und sie können sich nicht gegen den Alkoholkonsum ihrer Mütter wehren. Wahrscheinlich brauchen wir da mehr Aufklärung (z.B. u.a. durch Warnhinweise auf den Flaschen), und evtl. auch (zur Abschreckung) Strafen.
Das Strafrecht ist wie für viele Dinge des Alltags kein taugliches Mittel. Aufklärung duirchaus schon, hilft aber nichts wenn die Frau in dem Moment wo sie Alkohol zu sich nimmt nicht weiß ob sie schwanger ist oder nicht.
BTW: Beim überwiegenden Teil unserer Mitmenschen mit angeborenen Behinderungen ist die Ursache entweder unklar oder ein erworbener bzw. spontaner Gendefekt. Das FAS in "klassischer" Ausbildung kommt in der Praxis außerordentlich selten vor.

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ansv 19.01.2017, 07:04
22.

Zitat von realist4
Natürlich bin ich dagegen, dass Schwangere Alkohol trinken und rauchen aber, wenn ich den Bericht lese bleiben mir noch einige Fragen. Das heißt, entweder ist die Studie schlecht gemacht, oder Frau Merlot hat zuviel gekürzt. Wie hoch ist z.B. der Anteil von Kindern mit Down Syndrom deren Mütter nicht getrunken haben im Vergleich? Wieso wird eine Frau welche wenige male und in geringen Mengen während der Schwangerschaft Alkohol trank, mit starken Trinkerinnen gleichgesetzt? Wie sind die Vergleichszahlen zu muslimischen Ländern?
Ich kann dem nur beipflichten - so ist die Geschichte nicht richtig fassbar.

Also Frauen, die "... mindestens einmal in der Schwangerschaft Alkohol trinken" kenne ich auch - man erfährt ja nicht am Tag der ersten Zellteilung, dass man schwanger ist. Artikel wie diese schüren eher hysterie als dass sie zur echten Aufklärung beitragen.

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Premiumbernd 19.01.2017, 07:11
23. Junge, Junge

Zitat von GünterLichtner
Verursacht eine Mutter durch ihren Alkoholgenuß eine Schädigung am Kind, so handelt es sich um eine schwere, nicht vorsätzliche, aber mutwillige Körperverletzung. Dennoch wird eine solche Mutter durch das Strafrecht dafür nicht belangt. Ich bin der Meinung, daß es sich um ein Verbrechen handelt und auch als solches geahndet werden muß. Ein Mann, der durch einen aggressiven Akt eine Fehlgeburt verursacht, ja sogar ein Arzt, dem ein Kunstfehler passiert, wird ja auch bestraft. Es darf nicht sein, daß eine Mutter an "ihrem" Kind quasi ein Eigentumsrecht hat und sich dementsprechend glaubt verhalten zu dürfen.
denkt ihr alles regeln und bestrafen Wollende eigentlich etwas zu Ende? Wollen sie jetzt nur die Frauen bestrafen, die Alkohol zu sich nehmen während der Schwangerschaft? Oder auch die Raucherinnen? Was ist mit ungesunder Ernährung? Fragen über Fragen.

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quark2@mailinator.com 19.01.2017, 07:17
24.

Ist mir unverständlich, warum das nicht als vorsätzliche schwere Körperverletzung geahndet werden kann. Ja, man kann den konkreten Schaden nicht dingfest machen. Dann muß eben ein eigener Straftatbestand her. Ebenso natürlich für andere Dinge wie Drogen oder was sonst noch bekanntermaßen dem Kind schwer schadet. Ich finde solches Verhalten einfach widerwärtig.

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Blankoscheck 19.01.2017, 07:39
25. Fas

Keine Studie beweist, dass FAS aufgrund von Alkohol in der Schwangerschaft basiert. Es gibt aber namhafte Studien, die belegen, dass der Alkoholkonsum vor der Schwangerschaft einen sehr großen Einfluss auf die Entstehung von FAS und andere psychische Erkrankungen hat - selbst wenn in Maßen getrunken wurde. Männer tragen mindestens den gleichen Anteil an der Entstehung von FAS bei.

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ohjeee 19.01.2017, 08:44
26. 1

Zitat von teilzeitmutti
Denn die wenigsten Frauen merken "ganz genau wann sie schwanger werden". Insofern sind vielfach Frauen betroffen die im Zweifel gar nicht wissen das sie schwanger sind bzw. erst merken das sie es sind wenn ggf. die Schädigung schon eingetreten ist. Der Artikel ist in diesem Punkt wenig aussagefähig, weil in Relation auch das Thema Verhütung betrachtet werden .....
Also normalweise merkt man in den ersten 4 Wochen, dass man schwanger ist. Bis dahin haben sich weder Nerven, noch sonst etwas zu schädigendes beim Embryo gebildet.
Bis dahin gilt ohnehin das Prinzip "Alles oder Nichts". Also entweder kommt der Embryo durch die ersten Wochoen (unabhängig vom Alkoholkonsum) und zwar gesund, oder er geht ab.

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CancunMM 19.01.2017, 09:10
27.

Zitat von Premiumbernd
denkt ihr alles regeln und bestrafen Wollende eigentlich etwas zu Ende? Wollen sie jetzt nur die Frauen bestrafen, die Alkohol zu sich nehmen während der Schwangerschaft? Oder auch die Raucherinnen? Was ist mit ungesunder Ernährung? Fragen über Fragen.
nee das können wir Nichtraucher und Nichttirnker nicht. Da uns ja wegen der fehlenden Drogen die Kreativität fehlt.
Da meinten Sie jetzt nicht ersnts, oder ?
Es gibt beim Rauchen keine nicht schädigende Dosis. Jede Zigarette schädigt. Beim Alkohol scheint es nicht so stark zu sein.

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fisschfreund 19.01.2017, 09:13
28.

So ist es leider - für jeden Mist muss man hierzulande einen Führerschein machen, nur nicht zum wählen und Kinder kriegen.

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Ryker 19.01.2017, 09:26
29. Ärztlicher Rat

Ich war vor einigen Jahren im Krankenhaus. Spät abends brach in der Waschküche ein Feuer aus und das KKH musste teilweise evakuiert werden. Wir wurden in einer Kapelle untergebracht, unter uns eine sehr aufgewühlte Hochschwangere. Beruhigungsmittel o. ä. wollte man ihr aus naheliegenden Gründen nicht geben. Ein Arzt sagte ihr: "Wenn es zu arg wird, dann setzen Sie sich hin und trinken Sie ein Glas Rotwein!". Wahre Geschichte, selbst erlebt. Ist halt die Frage, ob dieses Glas nicht tatsächlich besser war, als ein Beruhigungsmittel oder die Aufregung.

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