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Studie: Warum in Deutschland so wenige Organe gespendet werden
Getty Images/Westend61

In Deutschland ist die Zahl der Organspender gering. Laut einer Studie liegt das nicht an der Bereitschaft der Menschen - sondern an einem Problem in den Krankenhäusern.

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Softship 09.07.2018, 09:21
120.

Zitat von wortgewalt87
Sie wissen aber schon, dass die "Toten" "reflexartige" Abwehrbewegungen machen? Dass ihr Blutdruck steigt, wenn man das Skalpell ansetzt? Dass dies alles dazu geführt hat, dass die "Toten" in der Schweiz vor der Explantation narkotisiert werden?
Da handelt es sich um das Lazarus-Phänomen - und zählt zu den typischen Erscheinungen beim Hirntod.
Der Grund, warum dann eine Narkose eingeleitet wird: es ist etwas schwierig eine OP durchzuführen wenn der Hirntote bei der Explantation sich bewegt.

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Softship 09.07.2018, 09:27
121.

Zitat von murksdoc
... Das heisst aber auch: bei Privatversicherten bekommen die Hinterbliebenen (als Erben) die Rechnung. Die müssen sie halt bezahlen und zur Erstattung einreichen, wie alle anderen Privatversicherten auch. Wenn die Kasse das nicht erstattet, ist es ein Problem dieser Kasse. Dann muss man sie verklagen. Dafür kann aber der Arzt oder das Krankenhaus nichts.
Ich finde das schon traurig, dass man das nicht hin bekommt, dass die Abrechnung für die Esplantation nicht direkt mit der Kasse/Versicherung des Empfängers geregelt wird. Die Angehörigen der Spender brauchen diese zusätzliche psychische Belastung wirklich nicht.
Wäre eigentlich eine gute Aufgabe für die DSO - immerhin erhält sie ziemlich viel Geld für die "Organisation" rund um die Transplantation.
Aber Sie haben natürlich recht - dafür kann das Krankenhaus oder die Ärzte nichts.

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Grummelchen321 09.07.2018, 10:23
122. Die Betreuung

für die Hinterbliebenen der Spender die es heute gibt gab es damals noch nicht.Im übrigen wollte die Klinik doch tatsächlich 145 DM für den Totenschein.

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markus_wienken 09.07.2018, 10:27
123.

Zitat von widower+2
Und insoweit kann ich noch halbwegs zustimmen. Aber "einfach" kann eine derartige Lösung eben nicht sein. Wie ich schon sagte: Was ist mit Kindern? Haften die dann für ihre Eltern, die keinen Organspenderausweis für sich beantragt ......
Meine Idee wäre.
Minderjährige sind davon ausgenommen und bekommen ohne Registrierung bei Bedarf Organe.
Erwachsene bekommen Organe nach Bedarf (ich denke, die jetzige Regelung ist durchaus brauchbar und hat sich bewährt, sollte es hier Änderungs/Verbesserungsbedarf geben, kann man darüber natürlich gerne sachlich diskutieren), sofern sie sich als Organspender registriert haben...und das natürlich bevor abzusehen war, dass sie ein Organ benötigen werden.
Dann würde auch die vom Vorposter angedachte Wartezeitregelung entfallen, die ich ebefalls als unsinnig betrachte.

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Softship 09.07.2018, 11:21
124.

Zitat von markus_wienken
Meine Idee wäre. Minderjährige sind davon ausgenommen und bekommen ohne Registrierung bei Bedarf Organe. Erwachsene bekommen Organe nach Bedarf (ich denke, die jetzige Regelung ist durchaus brauchbar und hat sich bewährt, sollte es hier Änderungs/Verbesserungsbedarf geben, ...,.
Sie sind in Sachen Transplantation ziemlich blauäugig.
Also ohne Registrierung bei Bedarf würde nur funktionieren, wenn es ausreichend Organe in ausreichender Größe/Prägung gibt.
Man kann z.B. das Herz oder die Lunge eines 100-Kilo Mannes in ein 10-jähriges Mädchen einpflanzen.
Bei der "Registrierung" (Listung) geht es um viel mehr als nur einen Eintrag in einer Liste zu machen - es muss erst festgestellt werden, ob eine Transplantation überhaupt medizinisch möglich ist. Es gibt einige Gründe, warum eine Tx überhaupt nicht infrage kommt, z.B. bei Vorhandensein von Krebs (außer bei einigen Leber-CA-Arten). Es muss sichergestellt werden, dass der Organempfänger überhaupt willens und in der Lage ist, nach der Tx compliant zu sein - soll heißen, dass er z.B. seine Immunsuppressiva nimmt, sich laufend nachuntersuchen lässt - und das sein Leben lang. Dann müssen natürlich Blutgruppe und andere Merkmale festgehalten werden, um sicherzustellen, dass überhaupt eine Kompatibilität mir dem Spenderorgan hergestellt werden kann.
Alleine die Anzahl Jahre, die man als potentieller Spender registriert ist, darf nicht ausschlaggebend sein. Damit würde ein 80 Jähriger, der mit 60 seine Spendewilligkeit erklärt hat, einem 20 Jährigen, der mit 18 seine Spendewilligkeit erklärt hat, vorgezogen werden. Dann meine ich , sollte der Prozentsatz der Jahre seit erlangen der Volljährigkeit zugrundegelegt werden (wenn überhaupt). Also in meine Fall, hat der 20 Jährige 100% seiner Zeit als spendewillig verbracht, also soll er vor dem 80 Jährigen der nicht mal die Hälfte seiner Erwachsenenzeit spendewillig war.
Welche "Vorposter angedachte Wartezeitregelung" halten Sie für unsinnig? Es kann durchaus sein, dass Sie eine Regelung für "unsinnig" halten, die überhaupt nicht existiert.
Und last but not least - Sie scheinen anzunehmen, dass Menschen tatsächlich glauben, es könnte ihnen mal passieren, dass Sie ein Organ benötigen (und dann auch noch haben möchten) und deswegen sich eine Spenderausweis holen. Ich denke Sie irren sich. Ich glaube eher, dass die meisten Menschen denken, ihnen könnte nie ein solches Schicksal widerfahren, und wenn sie tatsächlich ein Organ benötigen würden, sie lieber sterben würden.

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