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Studie: Warum in Deutschland so wenige Organe gespendet werden
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In Deutschland ist die Zahl der Organspender gering. Laut einer Studie liegt das nicht an der Bereitschaft der Menschen - sondern an einem Problem in den Krankenhäusern.

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grandpalais 06.07.2018, 19:05
10. Mehrere Gründe...

Der von der Presse sensationsheischend hochgekochte Transplantationsskandal, der suggerierte, die Ärzte hätten sich bestechen lassen, um Patienten eine bessere Warteposition zu verschaffen, hat sicherlich dazu beigetragen. Dass die beteiligten Ärzte die Laborwerte aus Menschlichkeit manipuliert haben, um einem Patienten, den sie vielleicht seit Jahren betreuen, zu einer besseren Lage zu verhelfen, wurde nie, niemals diskutiert. Hätte ja auch schlecht in das Bild des Arztes gepasst. Somit hat sich die Presse mitschuldig am ganzen Skandal gemacht.
Dieses kann man an einem ganz konkreten Beispiel festmachen: Der Dokumentationsfehler an einer Bremer Klinik 2015. Die SZ suhlte sich auf einer extra für den Skandal eingerichteten Homepage, der es an jeglicher journalistischer Distanz mangelt (http://www.sueddeutsche.de/thema/Organspende-Skandal) mit einem 'EXCLUSIV'-Badge in den neuesten ärztlichen Fehltritten, und die BILD verstieg sich in typischer chipsfutternder Horrorfilmmanier zur nachweislichen Falschaussage "Klinik bricht OP ab – Spender lebte noch". Shame on you.

Darüber hinaus werden (vor allem private) Kliniken gezwungen, wirtschaftlich zu arbeiten. Und ein belegtes Intensivbett blockiert Kapazitäten, so dass weniger Patienten operiert werden können und der Gewinn sinkt. Also ist es für viele (private) Kliniken sicherlich profitabler, im Einverständnis mit den Angehörigen den Patienten gehen zu lassen, als ihn im Hinblick auf eine Organspende zu untersuchen (was dauert und aufwendig ist). Das ist meine Meinung aus regelmäßiger Organspendeerfahrung, natürlich kann man das nicht schwarz auf weiß nachweisen.
Und klar: wenn man den helfenden Ärzten am Ende einen Strick aus ihrem Engagement dreht, ziehen die sich halt zurück.

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cmann 06.07.2018, 19:06
11. Nach dem Organspendenskandal,

habe ich meinen Spenderausweis vernichtet und in meinem Neuen den Vermerk Nein, ich widerspreche einer entnahme von Organen oder Gewebe angekreuzt. Ich zweifele die von Herrn Schulte vorgestellten Zahlen massiv an. Es gibt zur Zeit kein wirklich faires Verfahren einer "Zuteilung" und nach Prioritäten in Deutschland Der Willkühr ist nach wie vor Tür und Tor geöffnet, daher: ohne mich. Mich würde brennend interessieren wie die Zahlen der Transplantationswilligen mit Spenderausweis erhoben worden sind. Die Kliniken tragen die geringste Schuld an der Misere. Fakt ist, das es noch immer kein wirklich effektives Transplantationsgesetz gibt. Wenn es nach mir ginge würde ich die "Norwegische Lösung" vorschlagen, zwar nicht unumstritten aber erfolgreich was die Anzahl der zur Verfügung stehenden Transplantate betrifft.

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heinrich.busch 06.07.2018, 19:09
12. Die Arbeiten offensichtlich nicht in einem Akutkrankenhaus

und der Bürokratieknüppel ist auch in diesem Fall zur Übergröße mutiert. Unser letzte potentielle 21 -jährige Spender ist genau daran gescheitert.

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herbix 06.07.2018, 19:13
13.

Die entscheidene Frage ist doch: Wann ist ein Mensch tot ?
Früher galt: Ein Mensch ist tot, wenn die drei untrüglichen Todesmerkmale auftreten.
- Leichenflecken
- Leichenstarre
- Verwesung
Das Problem ist, dass zu diesem Zeitpunkt auch die Organe eines Menschen "tot" und für eine Transplantation nicht mehr brauchbar sind.
Deshalb wurde der "Todeszeitpunkt" vorverlegt. Die Nulllinie im EEG bedeutet, dass das Bewustsein der Person erloschen ist.
Ob noch eine Schmerzempfinden vorhanden ist, kann niemand mit Sicherheit sagen.
Es könnte sein, dass gutmütigen Organspendern ein Höllentrip bevorsteht.

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marcaurel1957 06.07.2018, 19:35
14.

Zitat von scottbreed
Weil laut neusten Wissenschaften eben das Bewusstsein nicht nur im Gehirn verankert ist sonder überall im Körper.. Die Leber oder die Niere ist eben nicht nur nen dummes Organ wie ne lichtmaschiene die man austauschen kann sondern viel mehr und ein Teil des Bewußtsein was den Menschen ausmacht steckt in jedem Organ.
Ich denke nicht, dass derartiger esoterischer Unfug ein seriöser Beitrag zu einem solchen Problem ist...

Welche „neuste Wissenschaft“ zu ihren Erkenntnissen gekommen ist, sollte Sie erläutern.

Ich habe seit langem einen Spenderausweis und habe nichts dagegen, das alles was an mir brauchbar ist, genutzt wird.

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xxgreenkeeperxx 06.07.2018, 19:36
15. viel Geld und wenig Skrupel

Wer gibt einem in diesem Land die Garantie, das man als Organspender nicht plötzlich auf einer Liste von Leuten erscheint, die viel Geld und Macht dafür aber umso weniger Skrupel haben? In einem Land in dem Leistung nur von gestern zählt und dafür Beziehungen von heute das Allerwichtigste zu sein scheinen. Wenn ich meinem Leben vorzeitig ein Ende setzen will hol ich mir vorher noch einen Organspenderausweis, versprochen. Bis dahin möchte ich den "sudden death" gerne noch ein wenig hinauszögern. .

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Sueme 06.07.2018, 19:37
16.

Keine "Vergütung" , wie die z.B. Übernahme der Bestattungskosten o.ä. = Keine Organe, Kein Gewebe.
Warum soll sich jeder andere auf dem Weg des Organs seine Tasche vollmachen können aber der Spender geht leer aus?

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marcaurel1957 06.07.2018, 19:39
17.

Zitat von herbix
Die entscheidene Frage ist doch: Wann ist ein Mensch tot ? Früher galt: Ein Mensch ist tot, wenn die drei untrüglichen Todesmerkmale auftreten. - Leichenflecken - Leichenstarre - Verwesung Das Problem ist, dass zu diesem Zeitpunkt auch die Organe eines Menschen "tot" und für eine Transplantation nicht mehr brauchbar sind. Deshalb wurde der "Todeszeitpunkt" vorverlegt. Die Nulllinie im EEG bedeutet, dass das Bewustsein der Person erloschen ist. Ob noch eine Schmerzempfinden vorhanden ist, kann niemand mit Sicherheit sagen. Es könnte sein, dass gutmütigen Organspendern ein Höllentrip bevorsteht.
Sorry, eine Nulllinie schließt Schmerzemfinden eindeutig aus! In diesem Fall hat das Gehirn keine Funktionen mehr .....

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firenafirena 06.07.2018, 19:39
18. Unsinn

Zitat von i.dietz
habe seit Jahrzehnten einen Spenderausweis - selbstverständlich mit dem Vermerk: keine Organspende an Millionäre und Milliardäre - keine Organspende an Menschen, die selbst keinen Spenderausweis besitzen !
Und selbstverständlich ist das Blödsinn! Der behandelnde Arzt wird nicht wissen, an wen das Organ am Ende geht. Die Verteilung erfolgt nach Dringlichkeit und Kompatibilität über Eurotransplant. Wer Jahrzehnte schon einen Ausweis hat, sollte das wissen.

Im Übrigen: Was macht aus Ihrer Sicht Millionäre per se zu schlechten Menschen? Und nicht jeder kann selbst spenden.

Wenn Sie dermaßen Gott spielen wollen, sollten Sie es vielleicht gleicht lassen.

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widower+2 06.07.2018, 19:41
19. Unlogisch

Zitat von cmann
habe ich meinen Spenderausweis vernichtet und in meinem Neuen den Vermerk Nein, ich widerspreche einer entnahme von Organen oder Gewebe angekreuzt. Ich zweifele die von Herrn Schulte vorgestellten Zahlen massiv an. Es gibt zur Zeit kein wirklich faires Verfahren einer "Zuteilung" und nach Prioritäten in Deutschland Der Willkühr ist nach wie vor Tür und Tor geöffnet, daher: ohne mich.
Selbst wenn die von Ihnen postulierten Zustände herrschten und die Organvergabe nicht "fair" verlaufen sollte, würden Sie durch Ihre Spende die Chance erhöhen, dass ein Empfänger, der nicht über Geld und/oder Einfluss verfügt doch noch ein Spenderorgan erhält. Seine Organe dann doch lieber den Würmern zum Fraß vorzuwerfen, finde ich befremdlich, egoistisch und unsozial, zumal es Sie nach Ihrem Tod kaum noch jucken dürfte, wer nun Ihre Organe erhält.

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