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Studie zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch Koffein: Wie viele Tassen Kaffee am Tag s
Mara Ohlsson/ Getty Images

Exzessiver Kaffeekonsum steht im Verdacht, den Blutdruck zu erhöhen. Herz-Kreislauf-Erkrankungen können die Folge sein. Es gibt laut einer Studie eine klare Obergrenze für Koffein.

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CobCom 15.05.2019, 20:52
30.

Zitat von Beat Adler
Statistische Ausreisser Einzelner werden durch die grosse Zahl der Probanden geglaettet. Deswegen sind Studien mit grosser Ausgangsmenge zuverlaessige Datenlieferanten. Wer schreibt, dass Kinder, die in der Naehe von Atomkraftwerken wohnen, haeufiger an Leukaemie erkranken, luegt. Warum? Weil Atomkraftwerke und an Leukaemie erkrankte Kinder Beide, ZUM GROSSEN GLUECK, sehr seltene Ereignisse sind. Wenn nun aber 340'000 Personen auf ihre Ernaehrungsweise erfasst sind, darunter die Meisten Kaffee trinken, dann ist das eben kein seltenes Ereignis. Die Aussagen, dass bei geringem Kaffeekonsum eher Positive und bei zu hohem Kaffeekonsum eher negative Effekte auftreten, ist deswegen statistisch sinifikant richtig. Wenn es auch im Einzelfall total falsch sein kann. mfG Beat
Aber: Eine Relevanz setzt voraus, dass jeder im Grundsatz mehr oder weniger gleich auf den Faktor reagiert, über den die Aussage getroffen wird. Und genau das kann diese Datenbank offenbar nicht leisten. Der genannte Glättungseffekt ignoriert das.
So wurden z.B. in der Vergangenheit Menschen ohne Probleme des Salzhaushalts von Pseudowissenschaftlern mit Ratschlägen zu salzarmer Ernährung gequält, obwohl deren Stoffwechsel eben keinerlei Probleme mit Normalkost oder sogar erhöhten Salzgehalten hätte.
Laktose schadet statistisch den meisten Menschen auf der Erde. Anderen wenig, weiteren überhaupt nicht.
Im Einzelfall müsste man wissen, wie man persönlich, in diesem Fall auf verschiedene Koffeinmengen reagiert. Da kennt aber fast jeder schon im engeren Umfeld extreme Unterschiede bei der Reaktion.

Diese "Studie" hilft also wobei genau?
Für eine Kausalität fehlen relevante Daten zu den Einzelwerten, eine reine Korrelationsaussage ist wertlos. Wenn ich empfindlich bin, ist u.U. eine Tasse schon zuviel, ein anderer mag eine Kanne vor dem Schlafengehen vertragen.

Machen wir mal ein Extrembeispiel:
Es wird ein Stoff gefunden, der bei einer Gruppe A lebensverlängernd wirkt. Gruppe B wird davon aber krank, im Saldo gleichen die gewonnenen A-Jahre die B-Tode ungefähr aus. Was nützen jetzt Durchschnittsaussagen bzw. wie sollten diese lauten?

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CobCom 15.05.2019, 20:56
31.

Zitat von kayakclc
"Aus den Daten geht jedoch nicht hervor, wie groß die Tassen waren und auf welche Art der Kaffee zubereitet wurde." Das würde doch die Studie völlig entwerten. Wenn in unterschiedlichen Datenbanken unterschiedliche Masseinheiten verwendet werden, wie soll da was verglichen werden. Ein "cup" kann ein angloamerikainsche Volumeneinheit sein: US cup=236ml, imperial cup = 284ml, metrisches Cup = 250ml. Über die Brühstärke und den Koffeininhalt pro cup wird auch nichts gesagt. Nichts genaues weis man nicht!
Wer behauptet, bei einer Erfassung von über 300.000 Personen via Befragung zu den Punkten in Ihrem vorletzten Satz belastbare Informationen erlangt zu haben, ...
Sagen wir mal, ich wäre mit der Wertung, ob ich das glauben würde, sehr, sehr vorsichtig.

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derschmidtmitdt 15.05.2019, 21:03
32. Na ja

Also das Nichttrinker ein größeres Risiko haben, kann ja auch daran liegen, das sie keinen Kaffee trinken, weil sie sowieso ein größeres Risiko haben.
Ich trinke zum Beispiel deswegen keinen Kaffee. Da ich ein größeres Risiko habe.
Daraus dann zu machen, Nichtrinker hätten ein größeres Risiko an Herz Kreislauferkrankungen zu erkranken ist doch schon zweifelhaft...

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hans_g 15.05.2019, 21:04
33. „Forscher streiten, wie gesund die Brühe ist“

Zum Glück trinke ich schon ewig keine „Brühe“ mehr, sondern nur noch leckeren, frisch aufgebrühten Kaffee - nicht aus der Kapsel, sondern direkt aus der Bohne. Wenn ich mich nicht gut fühle, trinke ich keinen Kaffee, dann schmeckt er mir nämlich nicht. Mir genügt es, auf meinen Körper zu hören, dann passt das schon.
Keine Forschung notwendig, sorry.

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herjemine 15.05.2019, 21:59
34. Was ist denn eine Langzeitstudie?

Zitat von Ichbines2
[…] Bei FB propagiert einer dass seine "Langzeit"studie schon 10 Jahre alt sei (das ist in Wirklichkeit nicht mal eine Kurzzeitstudie) […]
Kein Medikament wird 10 Jahre lang studiert bevor es zugelassen wird. Was ist denn Ihrer Meinung eine Langzeitstudie? Die Taschentelefone sind ja erst 25 Jahre alt, sollen wir noch 75 Jahre warten bis wir sie zulassen? Achso, sind ja schon in jeder Hand. Aber erinnern Sie sich noch was die alles Schlimmes verursachen sollten? Bis hin zu Hirntumoren hiess es.
Sollten Sie einen Kind haben welches gerne mit Autos spielt: Der brummt und tutet, ja, hin und wieder crasht und explodiert sogar sein Auto: dennoch ist es kein Auto und deshalb nicht versicherungspflichtig und solange er oder sie es nicht verschluckt auch nicht lebensgefährlich.

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DönerMan 15.05.2019, 23:30
35.

Wieder eine Studie, die in die Tonne zu kloppen ist :) In meinen Augen ist die Studie, so wie sie ist, kaum eine Nachricht wert. Wenn Menschen mit über 6 Tassen Kaffeekonsum pro Tag nicht mit Menschen verglichen werden, die sich fast nur durch den Kaffeekonsum in ihrer Ernährung und Lebensweise unterscheiden, dann erhält man kaum Aussagekraft.

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grooveear 15.05.2019, 23:35
36.

Zitat von kalsu
1. Die Tassengröße? Weniger als sechs Tassen Filterkaffee. Was ist in Australien die Standard Bezugsgröße für Filterkaffee-Tassen. 2. Die Menge Kaffee-Pulver? Wie viel Gramm werden in Australien für eine Standard-Tasse Filterkaffee verwendet. 3. Die Kaffeesorte und Anbaugebiet? Welche Kaffeesorte wurde für die Studie verwendet. Robusta und Arabica unterscheiden sich da, und auch das Anbaugebiet ist wichtig. 4. Wie wurde der Kaffee zubereitet? Handgefiltert, maschinengefiltert, Americano (Verlängerter), French-Press oder türkisch? Eine Tasse mit 125 ml Filterkaffee enthält zirka 80–120 mg Koffein (Quelle: Stiftung Warentest). Weniger als sechs Tassen wären fünf Tassen. Fünf Tassen mit 80 mg Koffein könnten demnach 400mg Koffein ergeben - oder 600mg bei 120mg je Tasse. 600mg könnte man also auch erst mit siebeneinhalb Tassen erreichen - je nach Kaffee-Sorte und Zubereitung. Merke: Berichte über Studien sind mit Vorsicht zugenießen - genau wie heißer Kaffee.
Lieber Herr Kalsu,

ist ihr Beitrag eventuell darauf ausgerichtet, die Leser dieser Kommentarspalte mit Ihrer umfangreichen Kenntnis der Kaffeewelt bekannt zu machen ?
Gelungen.
Merci!

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te36 16.05.2019, 01:21
37. Bürokafffee ?

Der meiste Kaffee wird ja wohl auch in Australien inzwischen aus Automaten von kommen, die mit normierten Mengen von Kaffeepulver weniger Lieferanten befüllt werden. Da hätte man ja wenigstens erwarten können, das solche Forscher mal versuchen anhand solcher leicht zu erfassenden Daten auch die durchschnittliche Koffeinmenge pro Tasse zu ermitteln. Ohne diesen Wert sind diese ganzen Ergebnisse ziemlich sinnfrei.

Aber klar, wie bereits gesagt ist wahrscheinlich die ganze Studie sinnfrei weil mehr als 6 Tassen Kaffee bloss die Folge eines ungesunden Lebensstils sind, aber nicht deren Ursache.

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Studente 16.05.2019, 08:00
38. Blutdruck Hin oder Her

Kaffee ist durch den auf hohen Temperaturen stattfindenden Röstvorgang mit krebserzeugendem Acrylamid versetzt. Ich weiß nicht, ob das in irgendeinem Verhältnis zu einem eventuell positiven Nutzen für den Blutdruck oder der Gesundheit generell steht.

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intercooler61 16.05.2019, 08:27
39. Epidemologen ...

Zitat von grooveear
Lieber Herr Kalsu, ist ihr Beitrag eventuell darauf ausgerichtet, die Leser dieser Kommentarspalte mit Ihrer umfangreichen Kenntnis der Kaffeewelt bekannt zu machen ? Gelungen. Merci!
Machen uns durchaus klüger, aber die praktische Verwertung der gewonnenen Klugheit nicht unbedingt einfacher (siehe NO2).

Die in von Leser kalsu geschätzten 400 mg/d Coffein sind mir auch andernorts schon mal als oberer Orientierungswert begegnet. (Ich persönlich reiße die gern mal, halte mich aber jenseits unserer natürlichen MTBF für alt genug, auf sowas keine Rücksicht mehr nehmen zu müssen. Erst recht nicht als Hypotoniker.)

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