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Sujew-Zwillinge: "Die Leichtathletik-Helden sterben aus"
New Balance/ Achilles

Die 1500-Meter-Läuferinnen Diana und Elina Sujew sind die schnellsten Zwillinge auf der Mittelstrecke. Im Interview sprechen sie über Sportförderung, das Leid der Ruderer - und über die Hahner-Twins.

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c1250336 02.09.2016, 16:31
1. wie viele sich über die Hahner-Zwillinge so aufregen können, ...

...ist mir schleierhaft. Sie haben sich nicht damit eine Doppelmedallie gesichert, sie haben die Plätze 81 und 82 belegt. Kirche. Dorf. Und so. Zeit 'ne andere Sau wodurch auch immer zu jagen.

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turbomix 02.09.2016, 17:20
2.

Zitat von c1250336
...ist mir schleierhaft. Sie haben sich nicht damit eine Doppelmedallie gesichert, sie haben die Plätze 81 und 82 belegt. Kirche. Dorf. Und so. Zeit 'ne andere Sau wodurch auch immer zu jagen.
Stimmt. Wenn man 81. und 82. geworden ist, spielt es überhaupt keine Rolle ob man Hand in Hand durchs Ziel Läuft. Hätte ich auch gemacht. Keine Ahnung warum sich auch Sport-Journalisten an so einer Petitesse aufgeilen können. Ich fand's schön.

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Nania 02.09.2016, 17:30
3.

Zitat von c1250336
...ist mir schleierhaft. Sie haben sich nicht damit eine Doppelmedallie gesichert, sie haben die Plätze 81 und 82 belegt. Kirche. Dorf. Und so. Zeit 'ne andere Sau wodurch auch immer zu jagen.
Genau das denke ich auch. Das Beste geben? Ja, kann man machen - muss man aber nicht. Und Platz 81 und 82 sind jetzt schon so weit hinten, dass man normalerweise nicht mehr darüber spricht. Wären es jetzt Platz 72 und 78 gewesen, hätte das keine Sau interessiert.

Im Übrigen sehe ich das Problem der deutschen Leichtathletik schon in der Schule verankert. Anstelle, dass einem dort nämlich "Technik" beigebracht wird, heißt es: "jetzt lauft mal". Gerade Atemtechniken wären auf längeren Strecken sinnvoll, man investiert aber keine Zeit hinein.

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stenni 02.09.2016, 18:14
4. Kein Verständnis für die Hahners

Ich kann nur vermuten, dass die Vorredner 1-3 noch nie ernsthaft Marathon gelaufen sind. Dass die beiden Damen sowohl von Profisportlern als auch von allen(!) Hobbyläufern aus meinem Bekanntenkreis - ich selbst laufe seit 30 Jahren Marathon, Bestzeit unter 3 Stunden - so hart kritisiert werden liegt daran, dass sie sich offensichtlich nicht ernsthaft bemüht haben ein gutes Ergebnis abzuliefern. Sie sind gerne auf Kosten der Öffentlichkeit nach Rio mitgefahren, haben dort zahllose und einträgliche PR- und Sponsorentermine wahrgenommen und sind dann meilenweit über ihren Bestzeiten entspannt lächelnd und publikumswirksam Hand in Hand ins Ziel gekommen. Man vergleiche das mit Anja Scherl, die im übrigen "nebenher" noch einem Vollzeitberuf nachgeht oder auch mit unseren Marathonherren. Auch die hatten von vorneherein keine Chance auf eine Medaille, haben aber im Gegensatz zu den Hahners absolut respektable Leistungen abgeliefert und sich nicht als reine Olympiatouristen verstanden!

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fishroro 02.09.2016, 18:39
5.

Zitat von Nania
Genau das denke ich auch. Das Beste geben? Ja, kann man machen - muss man aber nicht. Und Platz 81 und 82 sind jetzt schon so weit hinten, dass man normalerweise nicht mehr darüber spricht. Wären es jetzt Platz 72 und 78 gewesen, hätte das keine Sau interessiert. Im Übrigen sehe ich das Problem der deutschen Leichtathletik schon in der Schule verankert. Anstelle, dass einem dort nämlich "Technik" beigebracht wird, heißt es: "jetzt lauft mal". Gerade Atemtechniken wären auf längeren Strecken sinnvoll, man investiert aber keine Zeit hinein.
Nach 15 Jahren Leistungssport im Bereich Mittel- und Langstrecke kann ich ihnen versichern: Atemtechnik ist so ziemlich das einzige, was keinen Sinn macht zu trainieren und in Folge dessen auch nie trainiert wird.

Prinzipiell haben sie recht, dass Leichtathletik schon in dr Schule mehr gefördert werden müsste.

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mam71 02.09.2016, 18:40
6.

Zitat von Nania
Genau das denke ich auch. Das Beste geben? Ja, kann man machen - muss man aber nicht.
Klar, letzteres kann man dann aber auch gut zuhause praktizieren... alles hat seinen Platz, zum Rumdödeln gibt's an jeder Ecke einen Volkslauf und dann gibt's noch den Leistungssport (man beachte dabei den ersten Teil des Wortes...).

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michael1974 02.09.2016, 20:59
7. Die Hahners

haben ja wohl alles erreicht, was sie wollten:
Alles sprechen über sie.

Und nicht anderes war ihre Zielsetzung.

Das kann man aus ökonomischer Sicht respektieren, aus sportlicher Sicht ist indiskutabel.
Erinnert an Anna Kurnikowa, der haben ja auch viele - zu Recht - vorgeworfen, sie würde mehr ihr sexy Äußeres vermarkten als ihre sportlichen Fähigkeiten.

Wie gesagt, wenn man damit finanziell mehr erreicht, ist das aus persönlicher Sicht durchaus verständlich.

Aber man sollte sich nicht wundern, dass "richtige" Sportler sich darüber aufregen.

Leider ist es typisch für die heutige Zeit, dass viele Menschen die hübschen Hahners noch in Schutz nehmen: Es gibt eben nichts "Besonderes" mehr, vor dem man irgendwelchen "Respekt" haben sollte - Olympia ist ja ohnehin nur Kommerz und Doping!
Das Gleiche bei Christoph Harting, der sich in unreifer und kindischer Weise bei der Siegerehrung gründlich daneben benommen hat - dem jubeln diese Menschen noch zu: "Lass dich nicht verbiegen", "der macht sein Ding". Schlimm.

Natürlich kann man viel am IOC kritisieren, aber wenn selbst die Sportler aufhören, eine solche Veranstaltung ernst zu nehmen und sie aussschließlich (!) zur Selbstdarstellung nutzen - früher ging es ja auch mal darum, sein Land zu vertreten, das einen schließlich auch finanziell unterstützt hat - dann wird das Ganze endgültig zur Farce.

Wenn dann solche Selbstdarsteller auch noch anderen "ernsthaften" Sportler den Startplatz wegnehmen, wird es doppelt ärgerlich.

Peinlich für die Hahners, Harting und alle ihre "Fans", schade für den Sport.

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cave68 02.09.2016, 21:26
8.

Zitat von stenni
Ich kann nur vermuten, dass die Vorredner 1-3 noch nie ernsthaft Marathon gelaufen sind. Dass die beiden Damen sowohl von Profisportlern als auch von allen(!) Hobbyläufern aus meinem Bekanntenkreis - ich selbst laufe seit 30 Jahren Marathon, Bestzeit unter 3 Stunden - so hart kritisiert werden liegt daran, dass sie sich offensichtlich nicht ernsthaft bemüht haben ein gutes Ergebnis abzuliefern. Sie sind gerne auf Kosten der Öffentlichkeit nach Rio mitgefahren, haben dort zahllose und einträgliche PR- und Sponsorentermine wahrgenommen und sind dann meilenweit über ihren Bestzeiten entspannt lächelnd und publikumswirksam Hand in Hand ins Ziel gekommen. Man vergleiche das mit Anja Scherl, die im übrigen "nebenher" noch einem Vollzeitberuf nachgeht oder auch mit unseren Marathonherren. Auch die hatten von vorneherein keine Chance auf eine Medaille, haben aber im Gegensatz zu den Hahners absolut respektable Leistungen abgeliefert und sich nicht als reine Olympiatouristen verstanden!
vollste Zustimmung.
Ich selbst bin bisher nur Halbmarathon gelaufen,weiss aber,dass jeder Marathonläufer (mal ausgenommen diejenigen,die es nur einmal im Leben durchstehen wollen)seine bestmögliche Zeit abrufen möchte.
Die meisten probieren am Schluss noch einen letzten Spurt hinzulegen,sofern die Reserven noch da sind.
Mit Hand in Hand laufen ist dies mit Sicherheit nicht möglich.
Am Ende des Jahres wird wohl jeder sehen,dass diese Hahners mehr als die üblichen 2-3 Marathon-Wettkämpfe (Betonung auf Wettkampf) bestritten haben werden...ein Zeichen dafür,dass sie wohl in keinem ihrer Rennen ans Limit gegangen sind....zumindest bei Olympia ist es wohl das Mindeste was man von einem Telinehmer erwarten könnte.

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JKStiller 02.09.2016, 21:47
9. Es gibt Gamer-Weltmeisterschaften

Es gibt noch Schach. Wir leben 2016. Sport ist reine Unterhaltung für den Zuschauer geworden oder bleibt ein Hobby. Sicher habe ich Respekt vor den Kanuten und ihrer Leistung, doch fernsehtauglich ist der Sport eher weniger. Die Amis mögen Schießen mit der Pistole oder der Flinte toll finden, für mich bleibt so was Privatvergnügen. Manchmal kommt es mir so vor, als wären manche Sportler beleidigt, dass sie nicht so im Fokus stehen oder gefeiert werden. Sollen ich und Mio anderer zwangsweise zuschauen, oder wie? Sport ist immer Leistung, aber was attraktiv und dazu lukrativ ist, entscheidet der Konsument.

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