Forum: Gesundheit
Tabuthema: Angst vor der Geburt
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Aus Angst vor den Schmerzen bei einer natürlichen Geburt entscheiden sich immer wieder Schwangere für einen Kaiserschnitt - und täuschen medizinische Probleme vor. Ein Tabubruch kann nur mit intensiven Gesprächen gelingen, mahnen Ärzte und Hebammen.

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snigger 16.10.2013, 12:54
1. nicht vergessen!

was im artikel nicht erwähnt wird, ist die schlichte tatsache, dass viele kliniken die frauen zum kaiserschnitt drängen.
man(n) nennt das immer so schön "risiko-schwangerschaft".
dabei isses einfach so: für eine natürliche geburt bekommt eine klinik weniger geld von der krankenkasse und muss dafür länger räumlichkeiten zur verfügung stellen. ein geplanter kaiserschnitt ist als Operation abrechenbar, dauert meist einen bruchteil an zeit, benötigt mehr personal ...
und ein bisschen psychologie ist auch noch mit dabei:
wenn man(n) später sagen kann ... es war ja eine risikoschwangerschaft ... drückt man einerseits auf die mitleidsdrüse (denn es ist ja alles gut ausgegangen) und tut andrerseits was fürs selbstbewusstsein (denn wir haben es ja geschafft).

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specialsymbol 16.10.2013, 12:54
2. Haha!

Wenn ich alleine aus meinem Bekanntenkreis die Horrorgeschichten zusammenzähle (von überforderten Ärzten/Hebammen im Kreisssaal vergessen, Not-Kaiserschnitt ohne Hypnotikum wg. verstopfter Nadel, Fehldiagnoses bei der Kindslage in Hektik etc.) ist die Angst nicht unbegründet.

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Ishibashi 16.10.2013, 13:00
3. Welche Vorteile ?

wenn ich als Mann Kinder kriegen würde wäre die Entscheidung klar. Was soll denn an Schmerzen schon gut sein ? OK, bei einer natürlichen Geburt werden die Babies mehr Keimen ausgesetzt, was sicher ein Vorteil für das Immunsystem der babies ist aber man kann ja auch später noch etwas weniger Hygiene fanatisch sein und diesen Mangel ausgleichen.

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pinahannibal 16.10.2013, 13:10
4.

Habe unseren Sohn ohne Kaiserschnitt und ohne PDA auf die Welt gebracht.Und was soll ich sagen;in unserem Bekanntenkreis bin ich schon fast ein Unikat

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Senf-Dazugeberin 16.10.2013, 13:13
5. Vielleicht einfach eine PDA statt Kaiserschnitt

ZITAT: Bei bis zu 30 Prozent der Mütter träten danach Symptome eines traumatischen Erlebnisses auf. "Einige denken dann: Das will ich so nicht noch einmal erleben. Dann vergessen sie es wieder, das hat die Biologie so eingerichtet", sagt Reck. ZITATENDE

Das klingt so, als ob ALLE Frauen ganz automatisch die Schmerzen vergessen würden und diese Einschätzung halte ich für totalen Blödsinn. Nach 2 Geburten im Abstand von 23 Monaten (die 1. ohne PDA, die 2. mit PDA) kann ich für mich sagen,
dass ich die höllischen Schmerzen aus Geburt 1 NICHT vergessen habe. Ich wundere mich vielmehr, wie es Frauen gelingt, solche Schmerzen zu vergessen und dann beim nächsten Mal ganz erstaunt festzustellen, dass es ja doch weh tut.

Genau aus diesem Grund habe ich während der 2. Schwangerschaft (geplant) von Anfang an gesagt, dass ich auf jeden Fall eine PDA nehme und zumindest bei mir waren die Wehen kurz nach dem Setzen der PDA absolut erträglich geworden. Die normalen (auch schon extem schmerzenden Wehen) habe ich danach nur noch als leichten Schmerz wahrgenommen, die Presswehen taten ziemlich weh aber lange nicht so unerträglich wie bei Geburt 1.

Ich will hier schwangeren Müttern keine Bange machen. Man kann auch eine natürliche Geburt ohne PDA oder sonstige Schmerzmittel durchstehen und es ist tatsächlich so, dass man die Schmerzen direkt danach ganz schnell ausgeblendet (NICHT vergessen!) hat weil das Baby so viel schöner und wichtiger ist. Ich finde es nur unfair, dass einem eigentlich vorher niemand sagt, WIE SEHR es denn wirklich weh tut. Da wird was von "wie richtig heftige Regelschmerzen" erzählt aber ich denke, bei den meisten Frauen
geht es weit darüber hinaus. Es soll Frauen geben, die Wehen einfach so ohne Schmerzen veratmen können oder manchen geht es wohl auch in der Badewanne so prima, dass es fast von alleine rausflutscht. Aber sowas ist (zumindest in meinem Bekanntenkreis)
wohl eher die Ausnahme.

Also kann ich nur raten, macht euch schlau, informiert euch VORHER über die Alternativen und wenn ihr an eine der zahlreichen Hebammen geratet, die der Meinung sind, dass eine Geburt doch schließlich TOTAL NATÜRLICH sei und dass man das auch ohne
Hilfsmittelchen (bzw. nur mit pflanzlichen, die aber zumindest bei mir gar nichts bewirkt haben) gut hinkriegen könnte... dann überlegt euch mal, ob ihr eine Wurzelbehandlung auch ohne örtliche Betäubung machen würdet. Das wäre schließlich auch total natürlich.

Aber schließlich liegt nicht die Hebamme dort und schreit schlimmstenfalls vor Schmerzen also sollte man ruhig selbstbewusst um Hilfe bitten wenn man das gerne möchte.

Zum Thema Kaiserschnitt kann ich jetzt nur für mich selber sprechen. Da fand ich die Vorstellung, dass mir was aufgeschnitten wird, viel schlimmer als die Angst vor der Geburt. Außerdem habe ich dann immer gedacht, dass man bei der natürlichen Geburt zwar
mittendrin Schmerzen hat, bei einem Kaiserschnitt dann aber später noch viel länger, bis die Wunde wieder verheilt ist.

Alles Gute und eine leichte Geburt an alle, die kurz davor sind. Ihr schafft das und es lohnt sich!

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nic 16.10.2013, 13:20
6. optional

Soll auch Männer geben, die ihre Frau dazu drängen, weil sie sich sorgen machen, dass die Beschaffenheit des weiblichen Geschlechtsorgan darunter leiden könnte.

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nic 16.10.2013, 13:23
7.

Zitat von Ishibashi
wenn ich als Mann Kinder kriegen würde wäre die Entscheidung klar. Was soll denn an Schmerzen schon gut sein ? OK, bei einer natürlichen Geburt werden die Babies mehr Keimen ausgesetzt, was sicher ein Vorteil für das Immunsystem der babies ist aber man kann ja auch später noch etwas weniger Hygiene fanatisch sein und diesen Mangel ausgleichen.
Die Natur hat da vorgesorgt: Frauen bekommen körpereigene Schmerzmittel verabreicht und zwar recht ordentlich. Deswegen darf man das mit den Schmerzen nicht ganz in dem Ausmaß sehen.

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kathgl 16.10.2013, 13:24
8. man soll sich ruhig trauen!

danke für diesen Artikel. ich finde es richtig, mit den Frauen über die Ängste ehrlich zu sprechen. man sich nicht wirklich als Erstgebärende auf die Schmerzen vorbereiten. Unter der Geburt früher oder später wird man überrollt, mit Schmerzen und durchaus mit dem eigenen "Leistungsdruck", mit der ganzen Situation. Allerding muss man sich vor den Augen führen, am besten in so einem Aufklärungsgespräch, was die möglichen Alternative sind und welche Probleme damit verbunden sein können. ich habe alle meine drei Kinder klasisch natürlich geboren und weiss, wo von ich spreche. Meiner Erfahrung nach bzw. Erfahrung des Freundes- und Bekanntenkreises ist, dass es Frauen oft "einfach" gemacht wird, sich für die PDA oder gar Kaiserschnitt zu entscheiden. Na ja, weil es dann in den überfüllten Krankenhäusern (in HH) für die Mitarbeiter häufig einfacher ist. Eine natürlich Gebärende muss man mehr begleiten. So viel personal ist in den grossen Krankenhäusen (z.B. Barmbek) gar nicht da. Jede, die sich eine natürlich Geburt vorstellen kann, würde ich raten, über eine Beleghebamme nachzudenken. Leider wird es immer weniger von den und nicht alle Krankenhäuse bieten das an. Dann hat man eine vertrauete qualifizierte Person, die durch alle Phasen der Geburt (ohne 10 andere Patientinnen zu haben und ohne den Schichtwechsel) begleitet.

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helgamaus 16.10.2013, 13:26
9. Angst vor der Geburt ist völlig normal

Ich habe drei Kinder auf natürlichem Weg zur Welt gebracht. Ehrlich gesagt, hatte ich jedesmal Angst. Es war dann immer weniger schlimm, als befürchtet. Aber ich hätte noch mehr Angst vor Narkosen oder auch nur vor dieser Rückenmarksspritze gehabt.
Jede Frau sollte selbst entscheiden dürfen, wie sie ihr Kind auf die Welt bringt.

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