Forum: Gesundheit
Tabuthema: Angst vor der Geburt
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Aus Angst vor den Schmerzen bei einer natürlichen Geburt entscheiden sich immer wieder Schwangere für einen Kaiserschnitt - und täuschen medizinische Probleme vor. Ein Tabubruch kann nur mit intensiven Gesprächen gelingen, mahnen Ärzte und Hebammen.

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frieda1975 16.10.2013, 13:28
10. Schwieriges Thema

Ich hatte bei meiner Tochter eine sehr schlimme Geburt mit nciht erkannter Stirnlage, stundenlangen entsetzlichen Schmerzen, weil der eh schongroße Kopf in dieser Lage trotz vollständigen MM nicht austreten konnte. Da ich dann nicht mehr konnte, habe ich trotz volsständigen MM noch eine PDA bekommen und wurde für fast 5 Stunden komplett ruhig gestellt. Dann wurde wieder Wehenmittel gespritz, was nicht mehr anschlug. Letztlich wurde die Kleine wegen absackender Hertztöne und der Gefahr einer Ruptur des Uterus (wurde uns nicht erzählt, wir haben das alles über den Geburtsbericht im Nachhinein erfahren) mit der Saugglocke geholt. Das macht man bei Stirnlage eigentlich auch nicht; die ging haarscharf am Auge der Kleinen vorbei. Das wir ein gesundes Kind haben, grenzt an ein Wunder, über das wir jeden Tag dankbar sind. Und ich habe in einer bekannten Uniklinik entbunden. Arbeitsflucht (@Spiegelleserin) empfinde ich fast als eine Frechheit.
Nun soll bald unsere zweite Tochter kommen. Mir ist mulmig bei dem Gedanken. Ich werde es trotzdem ohne Kaiserschnitt versuchen. Sage ich jetzt, denn wie es mir kurz davor geht, weiß ich nicht. Ich weiß nur und das wurde mir ärztlich bestätigt; weder das Kind und ich hätten diese Geburt früher überlebt.
Ich wünsche allen schwangeren Frauen viel Glück und Kraft.

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romyal 16.10.2013, 13:29
11. Kaiserschnitt tut auch weh...

Vielleicht sollte man die Frauen mal darüber aufklären, dass auch ein Kaiserschnitt nicht schmerzfrei ist. Klar, während der Vollnarkose merkt man nix, aber danach...Ich hatte zwei (unfreiwillige aber notwendige) Kaiserschnitte. Dabei wird die komplette Baumuskulatur durchtrennt. Nach dem Aufwachen und in den folgenden Tagen und Wochen merkt man dann sehr schmerzhaft, bei welchen Bewegungen (eigentlich fast immer, beim Husten oder Niesen, aufstehen, sitzen, Autofahren usw) die Bauchmuskeln eine Rolle spielen. Eigenlich geht nur ruhig liegen und flach atmen. Während alle andern Mütter schon kurz nach der Geburt wieder herumlaufen und ihre Babys betreuen liegt man erstmal 3 Tage nur da. Man ist länger im Krankenhaus und bei Fahrt von der Klinik nach Hause, habe ich noch bei jedem Schlagloch gestöhnt. nach der Entlassung merkt man noch eine ganze Weile (Wochen) bei bestimmten Bewegungen die Schmerzen. Beim ersten Kaiserschnitt kam dann noch eine leichte Wundinfektion hinzu, so dass ich erst nach 13 Tagen entlassen wurde. Insgesamt betrachtet, hätte ich ein paar Stunden Wehen lieber in Kauf genommen.

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kangootom 16.10.2013, 13:30
12. Kampf um die PDA

Nach sehr positiven Erfahrungen aus dem Freundeskreis mit eine PDA bei der Geburt hat meine Frau sich auch von vorneherein dafür entschieden und das auch bei der Anmeldung Monate vor der Geburt so angegeben. Im Kreissal musste sie die Hebamme und den dienstabenden Arzt, unter starken Schmerzen mehrfach anbrüllen, endlich die PDA zu legen. In so einer Situation ist der Patient ein Kunde, dessen Wunsch entsprochen werden sollte, solange es medizinisch vertretbar ist.

Die Geburt war dannach sehr entspannend und schön. Kein Vergleich zu den Schmerzschreien aus den anderen Kreissälen, was das ganze Ambiente wie eine Folgerkammer erscheinen ließ, statt eines Ortes an dem etwas wunderbares geschieht. Wir waren froh, als wir den Kreissalbereich verlassen durften, da die Schmerzschreie der anderen (armen) Frauen unerträglich wurde und die Freude über das Neugeborene sehr geschmälert haben.

Ein Kaisersschnitt ist durch die PDA unnötig und medizinisch spricht auch nichts dagegen. Wer wieder mit dem Argument kommt, das die Schmerzen natürlich seien, der soll seine nächste Blinddarmoperation oder Zahnoperaion bitte auch ohne Narkose durchführen lassen.

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kathgl 16.10.2013, 13:30
13. zum Kaiserschnitt

nicht zu vergessen sind die Folgen des Kaiserschnittes für die Rückbildung. abgesehen von OP Narben (auch seelischen!) leiden Frauen, dass sie kein Gefühl im Bauch bzw. keine /schlechte Kontrolle der Bauchmuskeln haben.

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oddah 16.10.2013, 13:31
14. auch...

noch Erwähnt werden sollte vielleicht dass die Frau nach dem Kaiserschnitt nicht einfach mit dem Baby im Arm (oder im Bettchen) aus dem Zimmer maschieren kann.
Ferner können die Schmerzen, die nach so einer OP auftauchen, bisweilen stärker sein als der Geburtsschmerz. Und das nicht nur einige Stunden (wie bei der natürlichen Geburt) sondern Tage oder Wochen lang!

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eatyourgreens 16.10.2013, 13:31
15. 2x Geburt schmerzfrei ohne irgendwelche Medikamente

Habe drei Kinder. Beim ersten habe ich die Wehen vollkommen ohne Schmerzmittel überhaupt nicht gemerkt und die Hebamme mußte sogar noch jede Wehe ansagen, sonst hätte ich das gar nicht richtig mitbekommen. Die zweite Geburt war auch relativ frei von Schmerzen, nur erschöpft war ich. Die dritte Geburt war Horror, aber wohl auch nur, weil das Baby falsch lag (Sterngucker) und dass keinem aufgefallen war....
Ich habe mich stets auf die Geburt gefreut und konnte es gar nicht erwarten, dass es losgeht. Vielleicht hat das ja geholfen? Eine Nachbarin hatte ebenfalls keine Schmerzen bei der Geburt.

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helgamaus 16.10.2013, 13:33
16.

[QUOTE=Senf-Dazugeberin;14000061]ZITAT: Ich wundere mich vielmehr, wie es Frauen gelingt, solche Schmerzen zu vergessen und dann beim nächsten Mal ganz erstaunt festzustellen, dass es ja doch weh tut.
Genau aus diesem Grund habe ich während der 2. Schwangerschaft (geplant) von Anfang an gesagt, dass ich auf jeden Fall eine PDA nehme und zumindest bei mir waren die Wehen kurz nach dem Setzen der PDA absolut erträglich geworden. Die normalen (auch schon extem schmerzenden Wehen) habe ich danach nur noch als leichten Schmerz wahrgenommen, die Presswehen taten ziemlich weh aber lange nicht so unerträglich wie bei Geburt 1.
QUOTE]

Also mir wurde von meiner Mutter schon gesagt, dass es richtig böse Geburtsschmerzen gibt. Sie hat nichts beschönigt. Auch in der Geburtsvorbereitung wurde von starken Schmerzen gesprochen.
Vergessern hab ich die Schmerzen allerdings nicht von einer Geburt zur nächsten. Ich fand sie schon heftig, aber man kann sie aushalten.

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testthewest 16.10.2013, 13:35
17.

Zitat von specialsymbol
Wenn ich alleine aus meinem Bekanntenkreis die Horrorgeschichten zusammenzähle (von überforderten Ärzten/Hebammen im Kreisssaal vergessen, Not-Kaiserschnitt ohne Hypnotikum wg. verstopfter Nadel, Fehldiagnoses bei der Kindslage in Hektik etc.) ist die Angst nicht unbegründet.
Ja, es kann so oder so laufen. Bei uns lief es 3 mal sehr gut, vor dem 4ten Mal ist meiner Frau auch nicht besonders bange.

Ich denke das Problem ist die Kinderarmut dieser Generationen. Früher, als die Frauen mal locker 8 -10 Kinder bekamen, waren die Ängste wohl auch nicht so groß. Was soll einen schon bei Geburt Nr. 5 groß schocken?

Weil aber heutzutage ein immer größerer Anteil der Geburten Erstgebährende sind, ist der Anteil verängstigter Schwangere auch größer. Zudem hat man auch immer weniger mit dem Thema zu tun, während man früher sicher schon ein paar Hausgeburten miterlebt hat bevor man selber Schwanger war.

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udenmig 16.10.2013, 13:37
18. optional

Warum weiß hierzulande eigentlich niemand, dass frau in den Niederlanden zuzahlt, wenn sie im Krankenhaus entbinden möchte. Habe selbst drei Kinder zuhause bekommen - Schmerzen inklusive - aber ohne Angst, weil voller Verlass auf meine Hebammen vor, während und nach der Geburt. Im KH hätte ich beim ersten sicherlich mit Kaiserschnitt entbunden - und damit hinterher VIEL MEHR Schmerzen gehabt. Hausgeburt ist sicher nichts für jedermann. Aber die Stärkung der Rolle der Hebammen, ihrer Erfahrung und Entlohnung - und vor allem Minderung der Haftpflichtsätze - wäre gesellschaftlich sicherlich sehr sinnvoll!

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teufelsküche 16.10.2013, 13:41
19. Gratulation

Zitat von pinahannibal
Habe unseren Sohn ohne Kaiserschnitt und ohne PDA auf die Welt gebracht.Und was soll ich sagen;in unserem Bekanntenkreis bin ich schon fast ein Unikat
und meine aufrichtige Bewunderung! Ich als Mann kann wohl kaum nachvollziehen, wie schmerzhaft eine Geburt ist. Immerhin denke ich, daß mein Blinddarmdurchbruch einen kleinen Vorgeschmack gegeben hat...
Meine Schwester und ich kamen auch noch ganz ohne Schnickschnack auf die Welt, ich selbst zuhause auf der Couch (eine Hebamme war da, die kamen damals noch ganz selbstverständlich ins Haus).

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