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"Tatort"-Faktencheck: Sind Depressionen vererbbar?
ARD

Schmerzen, Selbsthass, Depressionen: Im Tukur-"Tatort" wählt der Mörder Opfer aus, die aus seiner Sicht unheilbar krank waren. Wie lassen sich die Leiden behandeln? Und sind Suizid-Gedanken vererbbar? Der Faktencheck.

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Candy_Cloud 21.11.2016, 06:31
1. Möglich ist es schon

Es gibt sehr wohl psychische Krankheitsbilder bei denen eine Vererbung naheliegend ist. Richtig ist, man muss es erst mal herausfinden.
Als Betroffener ist diese Tatsache jedoch mehr als unwichtig. Wichtiger ist es den Weg aus der Situation zu finden und ihn dann auch beharrlich zu gehen. Selbst wenn es in der Familie innerhalb des zweiten Grades vier mal die selbe Erkrankung gibt. Mann muss sich gegenseitig helfen so gut es geht und notfalls den anderen auch in die Klinik begleiten.
Der schwierigste Punkt der einem widerfährt ist meistens die Stigmatisierung am Arbeitsplatz durch die Kollegen. Jene sind leider sehr oft nicht in der Lage zu erkennen was eine psychische Behinderung bedeutet. Und ja man kann sie anerkannt bekommen.

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patras 21.11.2016, 06:37
2. Da ist es

wieder: Der Realitätscheck für einen Film.Mit ner Menge Erklärungen,die man auch in Wikipedia finden könnte.Es war ein rund um spannender Krimi, die Handlung in sich logisch,tolle Musik,gute Atmospähre,keine langatmigen Durchhänger. Aber es war ein Film,ein Krimi eine Fiktion-es war und sollte keine Dokumentation sein und auch kein Gesundheitsmagazin.

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franxinatra 21.11.2016, 06:52
3. Die Fragestellung ist schon so oberflächlich...

dass man nicht weiter lesen möchte.

Die Sympotmatik ist zu komplex da zu individuell gestrickt um sie über eien Kamm zu scheren.

Und: die Thematik ist zu ernst, um daraus eine Küchenpsychologie zu kreieren.

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PaulWalker 21.11.2016, 08:05
4. Das stimmt dann wohl so nicht.

Ich trete hiermit den Gegenbeweis an. Mein Opa hatte Depressionen, mein Vater und ich. Inwieweit Äußere Umstände bei diesen eine Rolle gespielt haben kann ich letztlich nicht beurteilen. Mindestens aber bei mir ist ein Trauma oder der gleichen nicht der Fall. Ob das Y-Chromosom eine Rolle spielt, ist wohl Mutmaßung, aber eine Vererbung an sich erscheint mir sehr wahrscheinlich. Mir hat dann passend dazu auch keine Psychotherapie, sondern der Serotoninwiederaufnahmehemmer Ecitalopram geholfen.

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notenbuch 21.11.2016, 08:47
5. Psychologen fragen hilft weiter

Bezüglich der genese von Depressionen ist der Grundmodus wissenschaftlich recht unstrittig. Danach handelt es sich um eine Wechselwirkung zwischen einer bestimmten Genanlage und für den Einzelnen ungünstigen Lebensumständen. Etwa 40 Prozent aller Menschen (Achtung, Statistik, das bedeutet Hochrechnung, keine Einzelfallbetrachtung) tragen eine Genvariante, die dazu prädestiniert und vererbt wird. Ob es tatsächlich zu Depressionsschüben kommt, dazu tragen (besonders frühkindliche) ungünstige Lebensumstände bei: das erlernen negativer Denk- und Sprechmuster ("Es wird alles schlechter", "Ich bin von grundauf schlecht"), dieses ist oft familiär bedingt, dauerhafte Erfahrungen von erlernter Hilflosigkeit, Missachtung elementarer Bedürfnisse usw. Und es ist so: den einen helfen Medikamente, vielen Anderen Gesprächstherapie. Insofern: Gedanken selbst lassen sich nicht direkt vererben, die Anlagen für Depressionen schon. Allerdings, und das ist wichtig:Ein menschen mti diesen Anlagen ist nicht 24/365 depressiv, sondern in der Regel zeitweise. Ein Schub endet irgendwann. Und dann können er und sie wie andere Menschen leben...

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Eros1981 21.11.2016, 08:53
6. Verhaltensweisen der Vorfahren übernehmen

Kennt doch fast jeder von uns, dass wir bestimmte Verhaltensweisen und Stimmungen von unseren Vorfahren übernehmen, häufig ohne uns dagegen wehren zu können.

Das wird wohl auch bei Depressionen so sein. Da fällt mir ein Fall von Verwandten ein, der Vater hatte Depressionen, hat sich erhängt. Jahre später tat der Sohn es ihm im ähnlichen Alter gleich.

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jmore 21.11.2016, 09:03
7. 1. screen

Passiert bei mir selten, dass das Fernsehgerät first screen spielen darf. War bei diesem Tukur-Tatort wieder mal der Fall. Gtroßartig auch Jens Harzer als Arthur Steinmetz.

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CancunMM 21.11.2016, 10:37
8.

Zitat von patras
wieder: Der Realitätscheck für einen Film.Mit ner Menge Erklärungen,die man auch in Wikipedia finden könnte.Es war ein rund um spannender Krimi, die Handlung in sich logisch,tolle Musik,gute Atmospähre,keine langatmigen Durchhänger. .....
nun ja aber auch in einem Film einer Tatortreihe sollte es etwas realistisch zugehen. Spannend ? Ok, etwas. Obwohl man sich an die Brücke erinnert fühlte. Außerdem einen Ed Norton-Verschnitt als Täter. Und welche normale Kripo-Beamte trifft sich alleine ohne Not mit einem potentiellen Serientäter und fährt auch noch in ein verlassenes Haus. Ja klar, das war die Falle, aber als Täter würde ich doch denekn: Der hat nen Knall.

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ruhepuls 21.11.2016, 11:07
9. Trauma?

Zitat von PaulWalker
Ich trete hiermit den Gegenbeweis an. Mein Opa hatte Depressionen, mein Vater und ich. Inwieweit Äußere Umstände bei diesen eine Rolle gespielt haben kann ich letztlich nicht beurteilen. Mindestens aber bei mir ist ein Trauma oder der gleichen nicht der Fall. Ob das Y-Chromosom eine Rolle spielt, ist wohl Mutmaßung, aber eine Vererbung an sich erscheint mir sehr wahrscheinlich. Mir hat dann passend dazu auch keine Psychotherapie, sondern der Serotoninwiederaufnahmehemmer Ecitalopram geholfen.
Ein "echtes" Trauma ist gar nicht notwendig. Wenn eine genetische Veranlagung da ist, dann reicht es beispielsweise, wenn Eltern depressiv sind. Diese geben dann die "depressiven Verhaltensweisen" an die Kinder weiter, wo sie auf fruchtbaren Boden fallen. Als Kind lernt man schließlich primär am Beispiel der Bezugspersonen.
Andersherum könnte jemand ohne genetische Vorbelastung auch ein Trauma bewältigen, ohne depressiv zu werden. Man denke nur an Überlebende des Holocausts. Resilienz (psychische Robustheit) ist halt nicht "gleich verteilt".

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