Forum: Gesundheit
Thailand, Laos, Myanmar: Resistente Malariaform breitet sich aus
AFP / Sanaria Inc. / Robert Thompson

In Südostasiens häuft sich ein Malaria-Erreger, der nicht mehr auf die üblichen Medikamente reagiert. Forscher befürchten, dass es die resistente Form bis nach Afrika schaffen könnte.

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permissiveactionlink 03.02.2017, 19:05
1. Zur Sprachregelung

Im Deutschen gibt es den DNS-Strang, der im englischen DNA-strand genannt wird. Im Originaltext ist aber nicht von malaria-strands die Rede, sondern von malaria-strains. Und die werden im deutschen als Malariastämme bezeichnet. So etwas wie Malariastränge existiert nicht. Bei Bakterien, Viren und Einzellern sollte man die Bezeichnungen Stamm, Serotyp, oder auch genetische Linie bevorzugen.

- - - - Vielen Dank für den Hinweis, wir haben den Fehler korrigiert.
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montecristo 03.02.2017, 19:20
2. Europa

Sobald die Malariaform in Europa oder Nordamerika auftauch, gibt es ganz schnell ein Impfstoff... wetten?

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Augustusrex 03.02.2017, 20:40
3. Ich wette dagegen

Zitat von montecristo
Sobald die Malariaform in Europa oder Nordamerika auftauch, gibt es ganz schnell ein Impfstoff... wetten?
Es gibt gegen keine Form der Malaria eine Schutzimpfung.

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permissiveactionlink 03.02.2017, 21:06
4. #2, montechristo

Da wette ich dagegen ! Natürlich gibt es immer wieder Vorbehalte gegen die Pharmaindustrie, sie sei zu wenig an tropischen Krankheiten interessiert, weil sich damit nicht so hohe Gewinne erwirtschaften lassen. Das ist für einige seltenere Krankheiten sicher zutreffend, nicht aber für die Malaria. Ein Impfstoff ist nicht deshalb so schwer herstellbar, weil der Parasit (Plasmodium, ein Einzeller mit Zellkern) schnell mutiert und immun wird (das tut er nebenbei auch, wie aus dem Artikel zu entnehmen). Der eigentliche Grund ist ein anderer : Plasmodien in ihren verschiedenen Entwicklungsphasen dringen in menschliche Zellen ein und verstecken sich dort vor den Antikörpern des Immunsystems, zu Beginn der Infektion z.B in der Leber. Am Ende ihrer Entwicklung leben sie in den roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Diese sind irgendwann am Ende, platzen, und geben die Plasmodien ins Blut frei wo sie neue Zellen kapern. Dadurch kommt es in Phasen zum "Wechselfieber". Die Armeen der Großmächte operieren oft in Malariagebieten (Vietnam wurde erwähnt !). Gäbe es die geringste Chance auf einen Impfstoff zum Schutz der Soldaten, so hätte man diese schon längst genutzt. Plasmodium wird sich nur dann eindämmen lassen, wenn in ihm ein Stoffwechselweg gefunden wird, den man mit einem Medikament vollständig blockieren kann, wobei das Medikament für den betroffenen Patienten unbedenklich sein muss, ohne jegliche Nebenwirkungen, gerade und besonders für Kleinkinder. Und selbst dann ist auf Dauer die Entwick!ung von Resistenzen gegen diesen Enzyminhibitor nicht völlig auszuschließen. Ausrotten lässt sich Plasmodium ohnehin nicht, es besitzt neben dem Menschen noch andere Wirte, z.B. andere Primaten und Vögel ! Ihre Wette haben Sie eigentlich schon verloren.

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Koda 03.02.2017, 21:11
5. Vielleicht sollte man keinen Impfstoff für die Menschen entwickeln, sondern für die Mücken

Damit die Mücken nicht erst Überträger werden.
Ansonsten bleibt vlt. erst nur wieder der Einsatz von DDT oder Ersatzstoffen. Aber diesmal planmäßig zur Eingrenzung und nicht flächendeckend.

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cassandros 03.02.2017, 21:33
6.

Zitat von permissiveactionlink
Der eigentliche Grund ist ein anderer : Plasmodien in ihren verschiedenen Entwicklungsphasen dringen in menschliche Zellen ein und verstecken sich dort vor den Antikörpern des Immunsystems, zu Beginn der Infektion z.B in der Leber.
Ist das wirklich der Grund? ;-)
Viren dringen auch in die Zellen des Wirtes ein - müssen dies sogar und verstecken sich dort vor den Antikörpern.
Trotzdem gibt es gegen zahlreiche Virosen wirksame Impfstoffe.

Eine kleine Knobelei fürs Wocheende! :-)

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permissiveactionlink 03.02.2017, 21:51
7. #5, koda

Ein sehr vernünftiger Vorschlag, zumindest im Ansatz. Leider besitzen die Insekten kein Immunsystem, das unserem ähnelt. Impfungen von Mücken sind also eher nicht zu realisieren. Man könnte sie durch Verpaarung mit genetisch veränderten männlichen Tieren ( nur die Weibchen stechen, saugen Blut, und stellen Vektoren für Plasmodium dar) dazu bringen, Eier zu legen, aus denen sich kein Nachwuchs entwickelt. Aber Vorsicht : Mücken stellen auch ein großes Nahrungspotential für andere Tiere dar. Besser wäre es da sicher, einen Weg zu finden, der die Plasmodien daran hindert, aus dem Darm der Mücken bis in deren Speicheldrüsen zu gelangen. Nur von dort aus nämlich gelangen Sie nach einem erneuten Stich wieder in den nächsten menschlichen Wirt, und das Schicksal kann erneut seinen zum Teil tödlichen Lauf nehmen.

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permissiveactionlink 03.02.2017, 22:12
8. #6, Hallo cassandros !

Nein, so einfach ist es wirklich nicht ! Die von Plasmodium befallenen Zellen werden nämlich vom Immunsystem nicht erkannt, nicht zur induzierten Apoptose getrieben und nicht von Makrophagen aufgefressen, die die teilverdauten Bestandteile der Erreger auf ihren Oberflächen präsentieren, um die Antikörperproduktion durch bestimmte B-Zellklone zu aktivieren ("Antigenpräsentation"). Manchmal muss man die Dinge ein bisschen vereinfachen. Dadurch werden sie etwas weniger richtig, aber für Nicht-Fachleute verständlicher. Die Meinungen dazu, ob eine Impfung gegen Malaria überhaupt möglich ist, gehen stark auseinander. Ich persönlich bin eher skeptisch, weiß allerdings auch, dass Ich nichts weiß. Oder zumindest nicht genug ;-).

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blurps11 03.02.2017, 23:00
9.

Zitat von Koda
Damit die Mücken nicht erst Überträger werden. Ansonsten bleibt vlt. erst nur wieder der Einsatz von DDT oder Ersatzstoffen. Aber diesmal planmäßig zur Eingrenzung und nicht flächendeckend.
Die Mücken könnnen zwar nicht geimpft werden, aber es gibt fortgeschrittene Bemühungen, sie per Genveränderung resistent gegen den Malariaparasiten zu machen.

Siehe z.B.: https://arstechnica.com/science/2015/11/mutagenic-chain-reaction-could-knock-malaria-out-of-mosquitoes-for-good/

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