Forum: Gesundheit
Tote in Guinea: Rotes Kreuz fürchtet weitere Angriffe auf Ebola-Helfer
AFP

Aus Helfern wurden Opfer: Nach dem tödlichen Angriff auf ein Ebola-Aufklärungsteam in Guinea warnt das Rote Kreuz vor weiteren Gewalttaten. Indien verschiebt wegen der Seuche eine Konferenz ins kommende Jahr.

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mork101 20.09.2014, 21:17
1. Bitter

Das traurige ist doch auch, dass eigentlich recht simple hygienische Maßnahmen ausreichen würden, um eine weitere Ausbreitung des Ebolavirus zu verhindern, welches ja - anders als Vogelgrippe, SARS und MERS - nicht durch die Atemluft übertragen wird. Es ist schockierend, was den Helfern, die selbstlos Kopf und Kragen riskieren, dort angetan wurde. Warum können nicht einheimische Helfer die Aufgabe übernehmen, ihre Mitmenschen über die erforderlichen Hygienemaßnahmen aufzuklären? Ihnen würde vielleicht weniger brutales Misstrauen entgegenschlagen.

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Thunder79 20.09.2014, 21:20
2. krass,

wenn man das hier so liest. Das Ganze kann tierisch ins Auge gehen. Ich kann die Bevölkerung in Afrika verstehen, leider sind es zumeist ungebildete Menschen, die nicht verstehen, woher dieser Virus kommt und denken, dass dies ein Spuk der Weißen Menschen ist. Schwierig, Herr über die Lage zu werden.

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praetor300 20.09.2014, 21:49
3. Nicht über die Atemluft übertragbar?

Schön wäre es, aber ganz richtig ist das nicht:

"There is considerable misunderstanding concerning the potential for aerosol transmission of filoviruses. The data on formal aerosol experiments leave no doubt that Ebola and Marburg viruses are stable and infectious in small-particle aerosols, and experience of transmission between experimental animals in the laboratory supports this [49, 56–63]. Indeed, during the 1989–1990 epizootic of the Reston subtype of Ebola, there was circumstantial evidence of airborne spread of the virus, and supporting observations included suggestive epidemiology in patterns of spread within rooms and between rooms in the quarantine facility, high concentrations of virus in nasal and oropharyngeal secretions, and ultrastructural visualization of abundant virus particles in alveoli [17, 50]. However, this is far from saying that Ebola viruses are transmitted in the clinical setting by small-particle aerosols generated from an index patient [64]. Indeed patients without any direct exposure to a known EHF case were carefully sought but uncommonly found [65]. The conclusion is that if this mode of spread occurred, it was very minor."

http://jid.oxfordjournals.org/content/179/Supplement_1/ix.full

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lalito 20.09.2014, 22:53
4. konkret

Alleine die Resonanz in den Foren zu Ebola zeigt anhand des geringen Interesses - verglichen mit weit irrelevanteren Themen - das Wegschauen und Nihilieren angesichts einer aufkommenden Seuche.

Im Text wurden nun einige der wenigen konkreten Aussagen bestätigt. Scheinbar wird es der Weltgemeinschaft nunmehr langsam klar, dass dieser Ausbruch sie in ihrer Gesamtheit betrifft.

Meine Hochachtung vor den Menschen, die seit Ausbruch den Mut besitzen in dieser Situation und unter den gegebenen Umständen helfen zu wollen und dies auch tun.

Gedenken an die, die es taten und daran zugrunde gehen mussten. Der Artikel und die genannten Hintergründe lassen die Entsendung von 3000 Soldaten aus den Vereinigten Staaten nachvollziehbar und die Perspektiven duster erscheinen.

Houston, oder wer immer uns hört - wir haben da ein Problem!

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kolejnik 20.09.2014, 23:25
5. @praetor300

Nein, Ebola is NICHT über die Luft übertragbar. Die vielzitierete Studie von 2012 zeig nunmal eben nicht das das Virus über die Luft übertragbar ist. Zwar wurde das Virus von Schweinen auf Affen übertragen, über einen Weg von 50cm aber es gab keine Übertragen von Affe zu Affe, obwohl die Käfige direkt nebeneinander standen.
Und zum Thema, ob das virus so mutieren kann, das es über die Luft übertragbar ist, hat Vincent Racaniello Ph.D., Professor of Microbiology & Immunology in the College of Physicians and Surgeons of Columbia University, einen schönen Beitrag geschrieben: http://www.virology.ws/2014/09/18/what-we-are-not-afraid-to-say-about-ebola-virus/

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a130689 21.09.2014, 00:05
6. Es liegt an der Kultur

Das Gesundheitssystem in anderen Ländern wie z.B. Sudan, Kongo, Uganda usw. wo auch Ebola Fälle aufgetreten sind, ist nicht viel besser als in West-Afrika. Es liegt also hauptsächlich daran, das die Menschen immer noch an gefährlichen Traditionen festhalten. Es ist schwierig in so einer Situation vorzugehen. Ich habe großen Respekt vor Menschen die sich in diese Gefahrenzone wagen und ihr Leben riskieren.

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otelago 21.09.2014, 02:32
7. letztlich

Zitat von Thunder79
wenn man das hier so liest. Das Ganze kann tierisch ins Auge gehen. Ich kann die Bevölkerung in Afrika verstehen, leider sind es zumeist ungebildete Menschen, die nicht verstehen, woher dieser Virus kommt und denken, dass dies ein Spuk der Weißen Menschen ist. Schwierig, Herr über die Lage zu werden.
wissen wir wenig über Viren und die Frage ist ob es jetzt stärker ausbricht wegen Bevölkerungszunahme, wegen Verkehrsmitteln oder wegen eines Wandels der Eigenschaften.

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drumdidum 21.09.2014, 03:46
8. Ist das wirklich so?

Zitat von mork101
Das traurige ist doch auch, dass eigentlich recht simple hygienische Maßnahmen ausreichen würden, ...
Da bin ich skeptisch. Das Virus ist ausser Kontrolle, und es wird wohl seinen Lauf nehmen. Die Zahl der Infizierten steigt seit einem halben Jahr exponentiell an und verdoppelt sich jeden Monat. Jeden Monat wird es dementsprechend unmöglicher das Virus noch einzudämmen. Die Pflege pro infiziertem Patient, und das Ausfindigmachen und Durchchecken jener Personen die mit diesem Patienten in Kontakt waren wird immer schwieriger, einfach schon aus dem Grund weil es immer mehr werden. Heute sind es rund 5000 Infizierte. Ende Oktober werden es sehr wahrscheinlich 10000 sein. Für Weihnachten könnten es schon rund 50000 sein. Das entspräche im Januar rund 50000 Neuerkrankungen. Nun ist die Frage, wie isolieren wir 50000 Erkrankte? Wie machen wir deren Verwandte, Freunde, letzte Personen mit denen sie Kontakt hatten, ausfindig? Ganz genau : Gar nicht mehr. Es wird ekelhaft werden. Wir werden zu haarsträubenden, widerlichen Mitteln greifen müssen, weil die Isolation infizierter Patienten logistisch einfach nicht mehr möglich sein wird. Es wird wohl auch Europa erreichen. Und unsere "hygienische Maßnahmen" auf die Probe stellen.

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t dog 21.09.2014, 03:59
9. Herr Steinmeier

ausser im Nordirak ein paar Tonnen Waffen auszuliefern und Schiffe vor dem Libanon zu kontrollieren, macht Deutschland in den angesprochenen humanitären Grosskriesen gar Nichts.

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