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Transplantation: Warum werden in Deutschland so wenige Organe gespendet?
DPA

Die Zahl der Organspender in Deutschland ist auf den niedrigsten Stand seit 20 Jahren gesunken. Woran liegt das? Und wie kann man einer Spende zustimmen - oder sie ablehnen? Der Überblick.

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fredderfarmer 15.01.2018, 18:48
30. Nr. 5 trifft es auf den Punkt

Genau das ist auch für mich der Hauptgrund, warum ich mich gar nicht trauen würde, als wandelndes Organspendelager rum zu laufen.

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baronin 15.01.2018, 18:53
31. Stilfrage

Meine Eltern sind deutlich über 70 bzw. 80 und müssen immer häufiger diverse Kliniken aufsuchen, u.a. aufgrund von Unfällen und Krebs. Noch haben sie es immer wieder herausgeschafft. Ich war bisher immer dabei. Wie man diese alten Kassenpatienten behandelt, wie demütigend, würdelos und gleichgültig mit ihnen fast immer umgegangen wird, von den Pflegern wie von den Ärzten, das schien mir bislang in den meisten Kliniken vergleichbar. Es zeigt, was der Mensch im Krankenhaus noch wert ist: Er ist ein Nichts, ein Ärgernis und Kostenfaktor. Über die Ursachen dafür braucht man nicht zu reden, die sind bekannt. Und es wird schlimmer werden. Dass ein solches System einen der wenigen brauchbaren Sterbenden mit wertvollen Organen im Zweifelsfall auf einmal als Mensch behandelt, wie soll das gehen? Man wird ihn, der Logik der Kostenrechner gehorchend, eher zu früh als zu spät ausschlachten. Ich sehe darüber hinaus aktuell keine sorgfältige und nachvollziehbare Definition von Tod. Der Mensch lebt auch dann noch, wenn seine Gehirnströme nicht mehr messbar sind. Das Leben und das Bewusstsein sind nicht weg, wenn die Geräte schweigen. Wer aus Nächstenliebe bereit ist, mitzuerleben wie er ausgeweidet wird und am Ende den Meistbietenden und nicht den Bedürftigsten als Empfänger akzeptiert, soll spenden.

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ncpw 15.01.2018, 18:53
32. Gutes Recht!

Zitat von Nordstadtbewohner
Meine Organe würde ich nur an Familienangehörige spenden, jedoch nicht an unbekannte Dritte.
Das ist auch Ihr gutes Recht. Aber ich hoffe ebenso, dass wenn Sie mal so weit sein sollten ein Organ bekommen zu müssen es umgekehrt konsequent genau so halten. Wenn es erst mal so weit ist erweisen sich die meisten Menschen mit solchen Vorsätzen doch als sehr "flexibel"...

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ich2010 15.01.2018, 18:53
33.

Zitat von widower+2
Es gi9bt kein einziges wirklich vernünftiges und rationales Argument gegen Organspenden im gegenwärtigen System von Eurotransplant. Da bleiben nur (irrationaler) Egoismus und religiöse Verblendung.
doch und zwar ein sehr gutes. weil man keine 10ü% garantie hat dass man von den ärzten nicht vorschnell für tot erklärt wird wenn man organspender ist.

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darkmattenergy 15.01.2018, 18:54
34. Solange im Iran für Todesurteile Verantwortliche hier behandelt werden

...und es keineswegs auszuschließen ist, daß sie von ihrem Aufenthalt hier als (wie es ähnlich bereits geschah: bevorzugte und vorgezogene) glückliche Organempfänger profitieren - bevor ihnen dann völlig unbehelligt die Flucht ermöglicht wird, soll ich Organe bereitstellen? Ernsthaft?

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irobot 15.01.2018, 18:56
35.

Zitat von Röntgen
kann jj2005 nur Recht geben: neben der Anzahl öffentlich gewordener Unregelmäßigkeiten gibt es bekanntlich auch eine zu vermutende größere Anzahl noch unentdeckter Fälle. Das zu erwartende Geschäft bei einer Organtransplantation ist halt für Mediziner schon so groß, dass man als Patient eine gewisse Sicherheit möchte.
Bitte keinen Unfug erzählen. Der größte Skandal in diesem Bereich fand in Göttingen statt. Da haben Ärzte eigene Patienten auf der Liste nach oben gemogelt, um ihnen zu helfen. Da ging es niemals um Geld. Außerdem, bei einer ausreichenden Zahl von Spendern wäre das "Angebot" so groß, dass sich kriminelle Machenschaften schlichtweg nicht lohnen würden.

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foomen 15.01.2018, 18:59
36. Macht es wie die anderen, endlich

Gesetzlich verfügen, dass jeder Organspender ist, wenn er nicht widersprochen hat. Ich würde nicht widersprechen, aber ich sage auch von mir aus nicht ja, Grund mag ein Aberglaube sein, aber so bin ich.

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widower+2 15.01.2018, 19:00
37. Das passt

Zitat von Nordstadtbewohner
Vielleicht sollten sich die Autoren damit abfinden, dass es einfach weniger spendenwillige Menschen gibt. Meine Organe würde ich nur an Familienangehörige spenden, jedoch nicht an unbekannte Dritte.
Wenn man Ihre Beiträge - zu welchem Thema auch immer - liest, weiß man, dass Solidarität für Sie nicht existiert.

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mats73 15.01.2018, 19:06
38. Unfallopfer?

Das Potenzial für Spenden liegt doch ümeist bei Unfallopfern/ meist Verkehrstote - und da sind wir in der glücklichen Lage, dass sich die Anzahl der Verkehrtoten von über 20.000 in den 70ger Jahren auf etwas mehr als 3000 reduziert hat - damit allein deshalb der mögliche Spenderkreis früher mehr als 6x so hoch war. Dazu leben wir in einer massiv alternden Gesellschaft, daher wird der Anteil der Personen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht als Spender in Frage kommen, immer größer.
Das heißt natürlich nicht, dass man nicht versuchen muss möglichst viele von einer späteren Spende zu überzeugen. Aber die Kampagne, die der Bevölkerung latent latent ein schlechtes Gewissen einredet, weil die Bereitschaft zu helfen immer geringer wird, ist einfach fehl am Platz (und da sind die "Vorkommnisse" der letzten Jahre noch gar nicht mit betrachtet, die einem einer gerechten Vergabe durchaus zurecht zweifeln lassen.)

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Georg_Alexander 15.01.2018, 19:06
39. Sehr verständlich

Zitat von jakk-hammer
Wer garantiert mir, wenn man nach einem Unfall alles für meine Rettung tut, wenn man im Spenderausweis sieht, dass man 5-10 Leute durch meine Organe retten kann? Wer garantiert mir, dass nicht diejenigen ein Vorrecht auf meine Organe kaufen, die es sich leisten können, weil sie sich alles leisten können - indem sie sich auf der Warteliste nach oben kaufen? Wer glaubt noch, dass es in Deutschland gerecht und kompetent zugeht? Seit ADAC-Skandal, seit dem BER, seit Stuttgart21, seit "Wir schaffen das", oder spätestens seit der Bundestagswahl?
die Organspendeskandale haben genau die schlimmsten Befürchtungen bestätigt: Es ist möglich, sich nach oben auf der Warteliste 'einzukaufen' --> Vertrauen ist eine extrem flüchtige Ware!
Der Aufwand, verschwundenes Vertrauen wiederzugewinnen, dürfte exponentiell höher sein, als der kurzfristige 'Gewinn' durch Wartelistenmanipulation.
Ich bin der Organspende durchaus positiv gegenüber eingestellt, aber die Registrierung schafft unkontrollierbare Anreize und ein wirksamer Datenschutz ist in Deutschland leider niedrig priorisiert.

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