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Transplantationen: Uni Leipzig gibt Manipulation bei Organspende zu
DPA

Am Universitätsklinikum Leipzig sind Patienten kranker gemacht worden, als sie tatsächlich waren. Mit dieser Manipulation wurden sie auf der Warteliste für neue Organe weiter nach oben geschoben. Der zuständige Direktor und zwei Oberärzte wurden beurlaubt.

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Cotti 02.01.2013, 18:04
50. Machbarkeitswahnsinn

Zitat von vincentius
...Es gab eine Ausführung im "Klinikbewertungsforum", wo eine Frau beschrieb, wie Ihre - noch lebende - (aber sehr kranke) Mutter nicht weiter behandelt wurde. Man konfrontierte die Tochter damit, in bezug auf ihre (wie gesagt, noch lebende) Mutter einer Organentnahme zuzustimmen (berichtete Klinikaussage "in diesem Stadium therapieren wir nicht mehr")...
Das ist der ganz normale Wahnsinnsalltag in "Unikliniken", in denen Organtransplantationen zur Routine gehören. Da werden noch lebende Patienten kurzum als "präfinal" eingestuft, was nichts anderes bedeutet, dass man vorhat, ihre Behandlung von "patientenzentriert", also in der Hoffnung, dass sie überleben, in "spendezentriert" zu verändern. Dann werden "organprotektive Maßnahmen" am ehemaligen "Patienten", der nun nur noch eine Art "Gefäß" von Organen ist, die ihm nicht mehr allein gehören, eingeleitet - es beginnt das sogenannte "justified killing" ("gerechtfertigte Tötung"), welches mit der Entnahme der Organe den Höhepunkt findet.

Die Ärzte in Leipzig, München, Göttingen... haben ihren Patienten geholfen - genau das getan, was die von ihren Ärzten erwartet hatten. So ist das eben im Kapitalismus - jeder ist sich selbst der Nächste. Dem kann man sich nur durch Ablehnung der eigenen Ausweidung entziehen - obwohl... bei den Meinungen, die man von den Befürwortern teilweise hört und liest, kann man sich da auch nicht sicher sein.

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W1nston 02.01.2013, 18:30
51. Tolle Idee

Zitat von weserwasser
man gut das ich mein Organ spende-ausweis , den ich fast 20 Jahre am Mann hatte , seit August 2012 nicht mehr habe
@weserwasser und alle anderen, die stolz verkünden, nicht mehr Organspender zu sein:

1) Die Organspendeskandale drehen sich nur darum dass bei der Verteilung von Organen getrickst und betrogen wird. Es gibt soweit ich weiß noch keinen Fall, in denen jemand durch Betrug zum OrganSPENDER gemacht wurde. Insbesondere nicht dadurch dass man einem Patienten eine Behandlung verweigert um ihn schneller in den Hirntod zu bringen. Das würde nämlich erstens juristisch als Mord durchgehen, zweitens ist es medizinisch schwierig - Organspender sind Menschen mit schwerem Hirnschaden und den medizinisch hinzubekommen ohne dass andere Organe geschädigt werden ist schwer.

2) Die Gefahr dass man wegen seiner Organe umgebracht wird dürfte also nur im Hirn von Paranoikern existieren. Wenn man also in die Lage kommt nach medizinischen und juristischen Kriterien seine Organe spenden zu dürfen ist das schlimmste was passieren kann, dass die Organe nicht dem Empfänger auf Listenplatz 1 gegeben werden, sondern dem der sich von Listenplatz 200 hochgemogelt hat.

Und jetzt kommt der Punkt zum Nachdenken:
Die *sichere* Alternative zur Organspende ist, dass ihre Organe im Grab verrotten. Dann füttert man damit ein paar Würmer.
Wenn ich mir persönlich aussuchen kann ob mein Herz Würmerfraß werden soll oder einem anderen Menschen - Betrüger oder Heiliger - ein paar Jahre mehr Leben schenken soll, dann muss ich nicht lange überlegen. Für andere transplantierbare Organe gilt natürlich das gleiche. Von mir aus könnte meine Leber auch einem Alkoholiker gegeben werden, damit der die innerhalb von sechs Monaten wieder kaputtsäuft. Von allen Menschen auf der Welt brauch ich meine Organe am wenigsten wenn ich tot bin.

Ich gehe nicht davon aus, dass alle die nach diesem Skandal verkünden, ihre Organe lieber verschimmeln lassen als anderen Menschen damit zu helfen, krankhafte Egomanen sind. Ich vermute gedankliche Kurzschlüsse als Ursache. Viele hören vermutlich "Organspendeskandal" und denken an mafiöse Zustände bei denen alleinstehende Patienten im Krankenhaus in den Hirntod behandelt werden um dann vor dem Einäschern alles rauszuschneiden und zu verkaufen was Geld bringt. So konkret glauben das wohl nur die abgedrehtesten Paranoiker, aber für die breite Masse reicht die Assoziation vermutlich aus.

Wer seine Organe mit ins Grab nehmen möchte darf das natürlich tun. Aber man sollte darüber nachdenken wie selbstsüchtig diese Haltung ist - und man sollte darüber nachdenken dass der größte Teil der Patienten auf den Wartelisten "ehrlich" auf ihr Transplantat warten. Und die warten häufig vergeblich, zum Beispiel weil der mögliche Spender irgendwann mal froh verkündet hat dass er diese manipulierte Organvergabe nicht unterstützen möchte.

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mazzerath 02.01.2013, 18:31
52. Nur verquer

Zitat von global payer
jetzt kann man sich aufregen über Ärzte, die sich nicht an Spielregeln halte, aber ist der Arzt nicht zuerst der Rettung "seines" Patienten verpflichtet? Wieviel mutet man einem Arzt zu, der ehrliche Angaben macht, vielleicht ahnend, dass in anderen Häusern das nicht so ist. Würden wir uns als Patient nicht alle wünschen, dass mein Arzt etwas mogelt, damit er mir hilft? Man muss also fragen, ob die Kriterien des Systems zur Vergabe von Organen in der Mangelsituation angemessen ist.
Sie geben hier ihre unglaubliche Scheinheiligkeit als Verständnis für Kranke aus. Mit diesem "Logik-Ersatz" können Sie natürlich jede Schweinerei rechtfertigen.
Leider greift diese Denkungsart immer mehr um sich und ist mitverantwortlich für die zunehmende moralische Verkommenheit unserer Gesellschaft.

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TomRohwer 02.01.2013, 18:38
53.

Glaubt denn wirklich ernsthaft immer noch jemand, dies sei die "Ausnahme"?

Es ist das System. Ausnahme ist nur, daß es aufgeflogen ist.

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TomRohwer 02.01.2013, 18:42
54.

Grundvoraussetzung, um überhaupt über die Bereitschaft zur Organspende nachzudenken, wäre als allererstes, daß ich als Spender grundsätzlich allein entscheide, wer meine Organ bekommen darf und wer nicht.

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ruediger5050@googlemail.c 02.01.2013, 19:12
55. organe u. profit ?

"...und immer Uni-Kliniken... es scheint System zu haben ".
Es scheint nicht nur so, es sind Tatsachen und Politiker schließen Angesichts wachsenden Macht der Ärzteschaften, der Mitgliedern und Gefolge hilflos oder ängstlich die Augen.Es ist ersichtlich nur die zufällige Entdeckung krimineller Aktivitäten und es werden doch "nur" die Listen der Organverteilung manipuliert.
Wo es zu kriminellen Organverteilungen kommt, dort gibt es mit hoher Wahrscheinlichkeit auch kriminelle Organbeschaffungen.
In ganz Europa blüt der Organhandel bis in das Verbrechen. Was gibt es für Gründe zu glauben, Deutschlands Mediziner sind weiße Engel der Demokratie u. Freiheit.

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vikfro 02.01.2013, 19:18
56. @vincentius

Ein doch recht interessanter Bericht, den Sie da zitieren... Wenn es um einen Fall geht, in dem eine Person noch reale Heilungschancen hatte, dann würde ich der Tochter doch stark zu einer Strafanzeige raten (diese hätte dann übrigens auch eine gute Aussicht auf Erfolg). Ich vermute aber, dass es - sofern wahr - um eine terminale Erkrankung ging bei der die Behandlung ohne jegliche Aussicht auf Erfolg ist. In diesem Fall sind einige Interessen gegeneinander abzuwägen. Als erstes kommt das Interesse der Patientin / des Patienten, also wird gefragt was im Rahmen des möglichen(!) gewünscht ist - wenn diese Person den Willen nicht mehr äußern kann werden die nächsten Verwandten bzw. bei Fehlen jeglicher Verwandten ein rechtlicher Vormund bestellt, der / die den mutmaßlichen Patientenwillen nach allen Informationen über die Person, die zu kriegen sind, vertritt. Sollte eine Patientenverfügung vorliegen (zu der ich unabhängig vom Gesundheitszustand raten würde) wird natürlich nach dieser entschieden.
Danach kommt das Interesse anderer Patienten - es gibt nunmal Menschen die eine Organtransplantation brauchen um zu überleben (und oftmals leben sie tatsächlich deutlich länger als ein paar Monate und brauchen auch nicht ständig intensivmedizinische Betreuung, es sollen sogar schon welche beobachtet worden sein die eine gewisse Lebensfreude wiedergewinnen konnten). Man mag das pietätlos finden bei einer noch nicht toten Person die Frage nach Behandlungsmöglichkeiten mit der Frage von Organspende zu verbinden, aber wenn eine Person im Sterben liegt und dieser Wille noch nicht dokumentiert ist, bleibt nunmal keine andere Wahl als diese Frage zu stellen um möglicherweise die Leben zu retten, die zu retten sind. Gezwungen Organe zu spenden wird man in Deutschland nun mal nicht.
Und dann kommt da natürlich der Wille der Krankenkasse. Wenn eine teuere Behandlung keine Chance auf Verbesserung des Zustands oder Verlängerung des Lebens bietet, dann wird diese auch nicht bewilligt. Nun kann man sich viel darüber streiten wie wenig die Krankenkassen zahlen, aber in dem Fall geht es dann eher um so etwas wie einen Hirn-MRT zu machen wenn sich jemand lediglich mal am Kopf gestossen hat (Kosten: Sehr Hoch, Verbesserung der Prognose: Vernachlässigbar gering).

Es bleibt für mich festzuhalten, dass man die Fakten richtig lesen sollte: In Deutschland ist kein Fall bekannt, in dem ein Patient zum Zwecke der Organentnahme von einem Arzt ermordet wurde. Es ist auch denkbar schwierig weil zwei Ärzte vor einer Explantation unabhängig voneinander den Hirntod feststellen müssen und diese beiden Ärzte kein direktes oder indirektes eigenes Interesse an der Organentnahme haben dürfen.
Die in letzter Zeit ans Tageslicht gekommenen Fälschungen sind schändlich und für mich absolut unverständlich. Es muss aber richtig gelesen werden: Es wurden keine nicht-Toten für tot befunden um Organe zu explantieren, sondern es wurden über den Zustand von Organempfängern falsche Angaben gemacht, die diese fälschlicherweise in der Reihenfolge nach oben gebracht haben. Es gibt keinen akuten Grund sich der Organspende aus der Furcht zu verweigern, dass man wegen einem Organspendeausweis getötet wird.
Entscheidet selbst darüber ob ihr Organspender sein wollt oder nicht - am besten mit einer Patientverfügung bei der ihr rechtlich verbindlich festlegt was im Falle dessen getan werden soll, dass ihr nicht für euch selbst entscheiden könnt (auch im Sinne von Behandlung) - und bitte seid nicht stolz drauf euren Organspendeausweis weggeschmissen zu haben. Damit habt ihr euren Willen nicht zum Ausdruck gebracht sondern die Entscheidung nur auf Andere abgewälzt. Wenn ihr für euch eine Organspende ausschließt, dann seid zumindest so konsequent und dokumentiert es (ja, das Feld gibt es auf dem Ausweis). Ich persönlich würde nicht für andere entscheiden wollen, ob ihre Organe entnommen werden sollen oder nicht und würde euch bitten eure Verwandten eben nicht in diese Situation zu bringen.

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spielzeugland 02.01.2013, 19:21
57.

Hallo ruediger,

sie sollten nicht zuviele Horrorfilme/Thriller gucken.

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global payer 02.01.2013, 19:31
58. nicht scheinheilig sondern menschlich

Zitat von mazzerath
Sie geben hier ihre unglaubliche Scheinheiligkeit als Verständnis für Kranke aus. Mit diesem "Logik-Ersatz" können Sie natürlich jede Schweinerei rechtfertigen. Leider greift diese Denkungsart immer mehr um sich und ist mitverantwortlich für die zunehmende moralische Verkommenheit unserer Gesellschaft.
eher der Versuch, die möglichen Beweggründe für so ein Verhalten zu analysieren. Der Mensch ist so, ich kenne das aus langjähriger Berufspraxis im Labor und als Auditor: Die Bereitschaft, einen Meßwert passend in eine Meßreihe zu fügen ist grundsätzlich weit verbreitet. Der Mensch neigt zum Lügen und wenn man das weiß, muß man Sicherheitsmechanismen entsprechend (auch) soziologisch gestalten, ob nun bei Ärzten oder Politikern im frisierten Armutsbericht, oder beim "runden" der Entfernung zum Arbeitsplatz in der Steuererklärung. Mein Schluß war ja auch nicht, dass die Ärzte alles richtig machen, sondern das die Vergabepraxis geprüft werden muß.

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allereber 02.01.2013, 19:45
59. Großes Verbrechen

Bei uns in Wolfsburg sterben viele Bürger die nach dem Kriege geboren sind.
An ihnen wurden Versuche von ehemaligen
Naziärzten vollbracht.
z.b. Metalllegierungen in den Körper
einpflanzen oder Medikamente ausprobieren.
Sie arbeiteten weiter wie sie es in den
Zwangsarbeiterkrankenlagern gelernt haben.
War den Gesundheitsbehörden bekannt.
Geld und Machtgehabe.

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