Forum: Gesundheit
Transplantationen: Wie Sie Organspender werden könnten - oder eben nicht
Axel Heimken/ DPA

Bald könnte jeder zum potenziellen Organspender werden, sofern er nicht zu Lebzeiten dagegen widersprochen hat. Was bedeutet das für Patienten? Der Überblick - von Ausweis bis Patientenverfügung.

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darthmax 02.04.2019, 17:26
1. Todeszeitpunkt

Eigentlich ist es mir egal, ob aus meinem Körper Teile entnommen werden, aber...warum eigentlich als kostenlose Spende. Meine Erben müssen Krankenhauskosten , bei Koma Patienten kann das lange dauern, dann die Beerdigungkosten, dann noch die Erbschaftsteuern übernehmen , da wäre ein bisschen Vorsorge nicht schlecht, denn seit wann gibt es im Kapitalismus irgend etwas kostenlos.
Das hört sich böse an, aber ein künstliches Organ als Alternative ist nun richtig teuer

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LottaCanis 02.04.2019, 17:49
2. Kostenlose Organspende?

Wie auch "darthmax" geschrieben hat, werde ich sicher bei einer "Widerspruchslösung" gegen eine "Spende" votieren. Wenigstens die (einfachen) Entsorgungskosten (Beerdigung) sollten von den Kassen übernommen werden. Die Ärzte arbeiten ja sicher auch nicht umsonst? Im Zeitalter der ökonomischen Medizin ist mein Anliegen nur konsequent. Meine Angehörigen werden es mir danken :-))

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hileute 02.04.2019, 17:55
3. Mal im ernst

32 Prozent sind doch mindestens 25mio, da sollten doch auch mit der jetztigen Regelung genug organe anfallen. Sie müssen nur auch entnommen werden.

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wdiwdi 02.04.2019, 18:16
4. Aber immer noch kein Einfluss auf die Empfängerliste?

Ich fände es nur fair, wenn sich Spendenverweigerer automatisch ganz am Ende der Transplantations-Empfängerlisten wiederfinden würden, also nur Organe erhalten würden, für die es sonst keine Abnehmer gibt (und nein, ein Rückzug von der Widerspruchsliste erst nach Diagnose einer schweren Krankheit zählt nicht). Geben und Nehmen.

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may4th_be_with_u 02.04.2019, 18:29
5.

Zitat von LottaCanis
Wie auch "darthmax" geschrieben hat, werde ich sicher bei einer "Widerspruchslösung" gegen eine "Spende" votieren. Wenigstens die (einfachen) Entsorgungskosten (Beerdigung) sollten von den Kassen übernommen werden. Die Ärzte arbeiten ja sicher auch nicht umsonst? Im Zeitalter der ökonomischen Medizin ist mein Anliegen nur konsequent. Meine Angehörigen werden es mir danken :-))
Interessant, viele andere Diskussionen gehen dahin, dass man Angst davor hat, dass das Ganze finanziell ausgeschlachtet wird und dass sich Ärzte im Zweifelsfall nicht um das Überleben kümmern.
Ich möchte Ihren Angehörigen nix Böses unterstellen, aber es kann dann schon praktisch sein, wenn Sie plötzlich ableben...

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harald441 02.04.2019, 18:41
6. Wie sich ein Kollege mal so treffend

ausdrückte: (Fast) jeder Mensch kommt mit einem gesunden Satz an Organen zur Welt, die für ihn lebenslang arbeiten, und mit denen er infolgedessen vernünftig umgehen sollte. Wenn ich das tue, dann sehe ich nicht ein, warum ich jemandem eines meiner Organe spenden soll, nur weil dieser - ich will es mal so ausdrücken - liederlich mit seinen Organen, oder einem davon, umgegangen ist. Das heißt doch, daß die vernünftig Lebenden die unvernünftig Lebenden alimentieren sollten. Aber das kann doch nicht der Sinn des Lebens sein.
Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel, und wenn beispielsweise eine Mutter aus Liebe zu ihrer nierengeschädigten Tochter dieser eine ihrer beiden Nieren sozusagen abtritt, dann ist das natürlich vollkommen in Ordnung, da es ein Akt der Liebe ist.

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Tom77 02.04.2019, 19:17
7. Heuchlerische Debatte

Die Debatte über Organspenden ist ziemlich heuchlerisch. Natürlich ist es für jeden Einzelfall schlimm, wenn durch mangelnde Spenderorgane Menschen sterben (hier sollte aber lieber in die Wissenschaft investiert werden, um Alternativen zu Organen von Toten zu finden). ABER: Wir reden hier von ca. 1000 Toten pro Jahr durch fehlende Organspenden. Im Verkehr sterben jedes Jahr über 3000 Menschen. Die Debatte über Geschwindigkeitsbegrenzungen wird hier aber sehr leise geführt. Es sterben über 120.000 Menschen pro Jahr aufgrund des Rauchens. Wo ist hier denn bitte die große Diskussion der Regierung? Hier würden härtere Maßnahmen mehr Leben retten als 80 Mio. Deutsche zu entmündigen und sie zwangsweise zu Organspendern zu machen, es sei denn sie widersprechen. Aber der Staat verdient natürlich daran, wenn Raucher Zigaretten kaufen, also lieber die Füße still halten. Durch Alkohol sterben über 70.000 Menschen in Deutschland pro Jahr. Über 30.000 sterben durch Fehlmedikation, also falsche Medikamente oder nicht beachtete Wechselwirkungen. Und und und... Genauso gut könnte man zwangsweise Menschen zu Geldspendern machen. 1 Euro pro Woche, automatisch abgebucht, es sei denn sie widersprechen. Und das Geld gibt man dann Obdachlosen, Armen, Kranken etc. - das würde ebenfalls Leben retten. Aber nein, es wird über Organspende geredet. Rein statistisch schießt man hier mit extrem dicken Kanonen auf ganz, ganz kleine Spatzen. Eine reine Scheindebatte, damit sich Deutschland nach außen mal wieder als besonders ethisch korrekt darstellen kann. Wie gesagt, das soll nicht abwertend gegenüber Menschen sein, die auf Organspenden angewiesen sind. Aber hier mit solch einer Maßnahme zu reagieren (Widerspruchsregel) ist dermaßen überdimensioniert, dass ich nach wie vor aggressiv werde. Hier wird massiv die Freiheit der Menschen beschnitten - wegen 0,001 % der Bevölkerung sollen alle 80 Mio. zwangsweise Spender werden. Einfach unfassbar.

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Hamberliner 02.04.2019, 19:25
8. Steinzeitliche Entmündigung der Spender

Nicht nachvollziehbar ist, wieso potenzielle Spender immer noch nicht bei der Auswahl potenzieller Empfänger unterstützt werden. Wer beispielsweise sein Leben lang systematisch und institutionalisiert versucht hat, Unschuldige hinter Gitter zu bringen oder in den Selbstmord zu treiben, hat sein Anrecht, mit meinen Organen weiterzuleben, verwirkt. Andererseits bin ich strikt dagegen, dass Rauchern meine Lunge oder Alkoholgenießern meine Leber verweigert wird.
Anstelle einer simplen Ja-Nein-Entscheidung sollte doch der Wille des Spenders auch als Prioritätenliste darstellbar sein: Wer soll meine Organe am ehesten bekommen, wem sollen sie zu allerletzt angeboten werden.
Das lässt sich alles automatisieren und würde dann nicht im geringsten irgendeinen Arzt mit irgendwelchem Quatsch belasten. Die Kombination von Persönlichkeitsmerkmalen lässt sich maschinenlesbar darstellen, demzufolge die Vorstellungen des Spenders ebenso, und mit geeigneten Datenbanken und Algorithmen lässt sich vollautomatisch entscheiden, wer wessen Organe bekommen darf.

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may4th_be_with_u 02.04.2019, 19:33
9.

Wo steht denn, dass Sie dann Ihre Organe spenden müssen? Sie können doch einfach widersprechen.
Der Rest ist wie üblich Whataboutism.

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