Forum: Gesundheit
Transplantationen: Wie Sie Organspender werden könnten - oder eben nicht
Axel Heimken/ DPA

Bald könnte jeder zum potenziellen Organspender werden, sofern er nicht zu Lebzeiten dagegen widersprochen hat. Was bedeutet das für Patienten? Der Überblick - von Ausweis bis Patientenverfügung.

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otto_lustig 02.04.2019, 20:05
10. Gemessen an der Zahl der Fälle,

in denen Organspender gebraucht werden, braucht man die Widerspruchsregelung nicht. Vielmehr könnte das zu Überschüssen führen, die dann international verwendet werden. Dagegen habe ich nichts, aber das Kind sollte man doch mal beim Namen nennen. Schon heute gibt es eine internationale Zusammenarbeit bei Organspenden. Und das ist gut so. Nicht jeder Deutsche bekommt auch eine deutsche Niere. Kalkuliert Spahn mit höheren Einnahmen durch Handel mit Organspenden?

Man sollte hier wirklich mal die Fakten auf den Tisch legen. Wieviele Organspenden kommen aus dem Ausland und wieviele Organspenden gehen ins Ausland? Das Thema Organspenden ist viel zu komplex,um sich nur mit dem populistischen Senf von Herrn Spahn auseinander zu setzen. Organspenden müssen sein! Populistische Pläne von Herr Spahn, ohne das Ausland mit einzubeziehen, dienen nur dem Ego von Herrn Spahn.

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susie.soho 02.04.2019, 20:08
11. Ich wehre mich dagegen,

dass ich moralisch dafür verantwortlich gemacht werde, wenn ein anderer todkranker Bürger stirbt, weil ich kein Organ gespendet habe! Ich habe bereits einen entsprechenden Ausweis mit "No!". Niemand von den Nein-Sagern verlangt für sich oder seine Angehörigen eine Organentnahme (-spende ist das falsche Wort!). Auch ist der sterbende Körper kein Ersatzteillager! Meine Krankheit gehört zu meinem Schicksal....

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alabama110 02.04.2019, 20:37
12. Sie....

Zitat von harald441
ausdrückte: (Fast) jeder Mensch kommt mit einem gesunden Satz an Organen zur Welt, die für ihn lebenslang arbeiten, und mit denen er infolgedessen vernünftig umgehen sollte. Wenn ich das tue, dann sehe ich nicht ein, warum ich jemandem eines meiner Organe spenden soll, nur weil dieser - ich will es mal so ausdrücken - liederlich mit seinen Organen, oder einem davon, umgegangen ist. Das heißt doch, daß die vernünftig Lebenden die unvernünftig Lebenden alimentieren sollten. Aber das kann doch nicht der Sinn des Lebens sein. Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel, und wenn beispielsweise eine Mutter aus Liebe zu ihrer nierengeschädigten Tochter dieser eine ihrer beiden Nieren sozusagen abtritt, dann ist das natürlich vollkommen in Ordnung, da es ein Akt der Liebe ist.
...haben eine interessante Sicht auf das Leben.

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J.Corey 02.04.2019, 20:41
13.

Würden für die Spenden Bezahlungen irgendwelcher Art als Gegenleistung erbracht werden, ist es keine Spende mehr und der Markt für Organhandel ist einen Spalt weit geöffnet - daher halte ich das für ein NoGo. Umgekehrt muss man sich auch fragen: Stellt sich jemand der ein Organ spendet schlechter als jemand der es nicht tut und muss deshalb irgendetwas kompensiert werden? Die diskutieren Kosten spiegeln einen solchen Nachteil nicht wieder und insofern besteht da auch kein anlassbezogener Ausgleichsanspruch der befriedigt werden müsste. Meiner Meinung nach lügt sich in die Tasche wer derartiges fordert, aber das ist nur meine persönliche Einschätzung.

Warum so viele Spendewillige den Bedarf nicht decken? Das liegt einfach daran, dass die Hürden extrem hoch sind und nur wenige Mensch so versterben, dass die bestehenden Regularien eine Organentnahme erlauben bzw. medizinisch ermöglichen. Letztendlich sollte sich jeder im Klaren darüber sein, dass hier darüber gesprochen wird anderen Menschen Lebenszeit zu ermöglichen ohne jemanden anderen Lebenszeit zu verkürzen. Ethisch eigentlich eine klare Sache. Wie dem aber auch sei - jeder, ob Spendewillig oder nicht, sollte einen Ausweis tragen und darin seinen persönlichen Willen erklären. Das schafft auch Klarheit für Angehörige im Fall der Fälle und entlastet alle dann noch Beteiligten davon schwierige Entscheidungen treffen zu müssen.

Als typisiert er Blutspender Tage ich seit etlichen Jahren einen Organspendeausweis spazieren und empfinde das eigentlich als eine ganz normale Sache, insofern finde ich es etwas befremdlich seit wieviele Jahren man diese Thematik von vorne bis hinten durchkaut ohne dass sich in der Sache auch nur ein Tausendstel Milligramm neuer Erkenntnis ergeben hätte.

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georgia.k 02.04.2019, 20:59
14. Widerspruchslösung - wie gutgläubig soll man sein

der Betrieb eines Universitätskrankenhauses kann unvorstellbar chaotisch sein. Dass man gern kleinere und größere Operationen vornimmt, habe ich auch erfahren dürfen. Dass ein Patient trotz vorheriger Mitteilung eines unproblematischen Untersuchungsergebnisses, einen schriftlichen Bericht erhält, der quasi operationspflichtig macht, irritiert dann schon erheblich. Die Reaktion des Kardiologen - kann man hier nicht wiedergeben - kein Fall zum Clippen steht in seinem ärztlichen Bericht. Ein paar Tage später renommiert ein örtliches Krankenhaus mit seinem erfolgreichen Clippen - eine über 90jährige wieder vollkommen fit. Sieht sehr nach Wetteifern aus, und bei starkem Sportlerherz ist die Erfolgsaussicht dann auch noch Welten besser. Dass es immer noch Chefärzte nebst Team gibt, die Patienten durch autoritäres Gebaren bestimmen wollen, gibt es leider auch noch - und noch mehr Patienten, die autoritätsgläubig nichts hinterfragen, keine Zweitmeinungen einholen. Das mag man schon an den vielen Knieoperationen erkennen, die überdurchschnittlich gerade in Deutschland durchgeführt werden. Eine Hamburger Klinik hat sich auf die Nachoperation fehlerhafter Knieoperationen spezialisiert. Und das soll jetzt ausgerechnet bei Organentnahmen anders sein. Angehörige, sehen sich im Nachhinein uninformiert. Ob eine solche gesetzliche Lösung vor den höchsten Gerichten Bestand haben wird, darf schon bezweifelt werden.

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odapiel 02.04.2019, 21:04
15.

Zitat von J.Corey
Als typisiert er Blutspender Tage ich seit etlichen Jahren einen Organspendeausweis spazieren und empfinde das eigentlich als eine ganz normale Sache, insofern finde ich es etwas befremdlich seit wieviele Jahren man diese Thematik von vorne bis hinten durchkaut ohne dass sich in der Sache auch nur ein Tausendstel Milligramm neuer Erkenntnis ergeben hätte.
Das Problem ist doch nicht der freiwillige Spender, der einen Ausweis mit sich trägt.

Das Problem ist, daß Spahn und Lauterbach planen, wegen weniger als 9000 Menschen, die Organe brauchen, 80 Millionen zur "Spende" zwangsverpflichten wollen, per Dekret sozusagen.

Und das muß nicht sein und ist im Übrigen unethisch.

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otto_lustig 02.04.2019, 21:06
16. Das ist aber deutlich komplexer

Zitat von J.Corey
Als typisiert er Blutspender Tage ich seit etlichen Jahren einen Organspendeausweis spazieren und empfinde das eigentlich als eine ganz normale Sache, insofern finde ich es etwas befremdlich seit wieviele Jahren man diese Thematik von vorne bis hinten durchkaut ohne dass sich in der Sache auch nur ein Tausendstel Milligramm neuer Erkenntnis ergeben hätte.
besonders bei getöteten Kindern und Jugendlichen, weil die quasi "ausgeschlachtet" werden. Würden sie als Elternteil erlauben, dass ihrem Kind, außer den inneren Organen auch die Augen entfernt werden? Hier fehlt es an Aufklärung!

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manicmecanic 02.04.2019, 21:33
17. Nr.7 Tom77 bester Kommentar

So sieht es aus,dieses Thema wird warum auch immer total hochgepusht.Sieht man aber nüchtern die Fakten an wirds seltsam,denn es ist tatsächlich so daß wegen 1000 Menschen hier 80 Millionen in ein sehr zweifelhaftes System gezwungen werden sollen.

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fada 02.04.2019, 22:05
18.

Was aus meiner Sicht schon viel helfen würde wäre die leidlichen Pappkarten abzuschaffen und einen Organspender auf dem Personalausweis oder der Krankenkassenkarte zu kennzeichnen.
Ich habe meinen "Spenderausweis" schon mehrmals wegen unlesbarkeit nach einiger Zeit wegwerfen müssen. Zudem besteht auch immer die Gefahr das einem ein solcher untergejubelt wird, eine Unterschrift zu fälschen ist keine große Kunst.
Wäre das ganze vernünftig und offiziell niedergelegt würde die Bereitschaft sich dafür zu entscheiden auch deutlich steigen.

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112211 02.04.2019, 22:06
19. Kostenlos?

Am besten alle verwertbaren Organe kostenlos entnehmen? Die Transplantationsindustrie reibt sich schon die Hände.

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