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Transplantationen: Wie Sie Organspender werden könnten - oder eben nicht
Axel Heimken/ DPA

Bald könnte jeder zum potenziellen Organspender werden, sofern er nicht zu Lebzeiten dagegen widersprochen hat. Was bedeutet das für Patienten? Der Überblick - von Ausweis bis Patientenverfügung.

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techriqui 03.04.2019, 09:20
30. Schockierend...

welche Einstellung hier von vielen vertreten wird. Hoffentlich kommt niemand hier je in die Situation ein Spenderorgan zu brauchen, denn dann wäre dsa Geschrei groß. Mein Vater besitzt von Geburt an nur eine funktionierende Niere, dies wurde aber erst mit MItte 50 festgestellt, da er vorher tatsächlich nie krank war. Weder meine Mutter noch wir 3 Geschwister kommen als Spender in Frage, da die Werte nicht übereinstimmen. Wie gerne würde ich helfen, kann es aber nicht. Davon zu sprechen, dass doch die bisherigen, registrierten Spender ausreichen würden, ist gelinde gesagt, nichts anderes als eine Milchmädchenrechnung. Ich habe einen Organspendeausweis und hoffe nach meinem Ableben jemanden damit retten zu können - wie es hoffentlich auch jemand für meinen Vater tut.

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odapiel 03.04.2019, 09:47
31.

Zitat von techriqui
welche Einstellung hier von vielen vertreten wird. Hoffentlich kommt niemand hier je in die Situation ein Spenderorgan zu brauchen, denn dann wäre dsa Geschrei groß. Mein Vater besitzt von Geburt an nur eine funktionierende Niere, dies wurde aber erst mit MItte 50 festgestellt, da er vorher tatsächlich nie krank war. Weder meine Mutter noch wir 3 Geschwister kommen als Spender in Frage, da die Werte nicht übereinstimmen. Wie gerne würde ich helfen, kann es aber nicht. Davon zu sprechen, dass doch die bisherigen, registrierten Spender ausreichen würden, ist gelinde gesagt, nichts anderes als eine Milchmädchenrechnung. Ich habe einen Organspendeausweis und hoffe nach meinem Ableben jemanden damit retten zu können - wie es hoffentlich auch jemand für meinen Vater tut.
Da ist doch alles bestens. Sie haben FREIWILLIG einen Spenderausweis. Das ist Ihre Entscheidung, und damit auch nicht zu beanstanden.

Zum Casus Knacktus wird die Organspende erst dann, wenn ich per staatlichem Dekret enteignet werde, und nach meinem Ableben beliebig ausgeweidet werden soll. Das ist nicht okay.

Und nein, eine Opt-Out-Lösung ist ethisch und moralisch und praktisch absolut NICHT dasselbe, wie ein Opt-In. Warum haben denn all die Verbraucherschutzverbände so darum gekämpft, das Opt-Out im allgemeinen Geschäftsverkehr in Deutschland zu verbannen? Und die Regierung hat dort doch mitgemacht und eingesehen, daß Opt-Out unethisch ist!

Und falls es Ihnen nicht aufgefallen ist, alleine die Diskussionen hier auf SPON und Spahns und Lauterbachs Pläne an sich haben in den letzten 72 Stunden dafür gesorgt, daß sehr viele Leute ihren Organspendeausweis zerrissen haben und keinen neuen ausfüllen wollen.

Sowas kommt dabei raus, wenn man Menschen den Arm auf den Rücken dreht!

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Softship 03.04.2019, 10:22
32.

Zitat von odapiel
Wenn die Hirntotrate nur unwahrscheinlich kleine 0,01% betrüge, dann wären es immer noch 2,500 Spender. Bei wahrscheinlicheren 0,1% bereits 25,000. Übrigens kolportiert sich die Regierung selbst mit ihren Forderungen nach Helmen für alle Sportarten, Tempolimits für Straßen und Autobahnen und sichereren Arbeitsbedingungen im Hochbau. Honi soit qui mal y pense.
In Deutschland sind im Jahr 2017 rund 930 Tsd Menschen gestorben.
Wenn sogar 1% davon an einem Hirntod gestorben wären, dann wären das maximal 9.300 Spender im Jahr. Aber, nicht alle Hirntote können Organe spenden - z.B. dann nicht, wenn sie auch eine Infektionserkrankung oder eine maligne Erkrankung haben.

Das ist gut so, dass die Regierung sich bemüht, dass es möglichst wenige Hirntote durch Unfälle gibt. Ist ja jedes mal ein tragischer Verlust von Leben. Aber wenn es diese tragische Unfälle gibt, dann wäre es schade, wenn die Organe mit eingebuddelt oder geäschert werden würden, wenn sie doch einen anderen Menschen retten könnte.

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peter_rot 03.04.2019, 10:23
33. Warum nicht auf die "Gesundheitskarte" oder den "Perso" eintragen?

Wie schon der Artikel zeigt, gibt es keine Registrierung von Organspendern. Statt dessen muss das Kärtchen mitgeführt werden. Die Widerspruchslösung ist eine Möglichkeit - aber auch da muss es etwas schnell verfügbares geben. Gesundheitskarte und Personalausweis sind Dokumente, die man bei sich führt oder im Krankheitsfall vorweisen muss. Das würde helfen. Ich jedenfalls bin potentieller Organspender.

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Softship 03.04.2019, 10:47
34.

Zitat von odapiel
... Und falls es Ihnen nicht aufgefallen ist, alleine die Diskussionen hier auf SPON und Spahns und Lauterbachs Pläne an sich haben in den letzten 72 Stunden dafür gesorgt, daß sehr viele Leute ihren Organspendeausweis zerrissen haben und keinen neuen ausfüllen wollen.
Na ja, zumindest haben viele behauptet, dass sie ihren Organspendeausweis zerrissen haben und keinen neuen ausfüllen wollen. Ob das nun stimmt ist eine andere Frage.

Sie wissen, dass 20 Länder in der EU die Widerspruchslösung haben, und dass Deutschland auch davon profitiert, weil es Organe aus dem Ausland "importiert"? Finden Sie das "ethisch und moralisch"?

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mtrutzschler 03.04.2019, 11:08
35. Sterben bei Organentnahme

Es findet viel zu wenig Beachtung dass es ernst zu nehmende Hinweise gibt dass das Sterben bei einer Organentnahme viel weniger friedlich empfunden vom Sterbenden empfunden wird als ohne Organentnahme. Ich glaube daran dass Menschen auch nach dem Hirntot noch empfinden. Aus diesem eigennützigen Grund lehne ich Organentnahmen an. Der Tod gehört zum Leben und muss nicht künstlich in letzter Konsequenz heraus geschoben werden

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odapiel 03.04.2019, 11:17
36.

Zitat von Softship
Na ja, zumindest haben viele behauptet, dass sie ihren Organspendeausweis zerrissen haben und keinen neuen ausfüllen wollen. Ob das nun stimmt ist eine andere Frage. Sie wissen, dass 20 Länder in der EU die Widerspruchslösung haben, und dass Deutschland auch davon profitiert, weil es Organe aus dem Ausland "importiert"? Finden Sie das "ethisch und moralisch"?
Also denen, die es auch erklärten, glaube ich das. Ebenso jenen, die beabsichtigen ihren Organspendeausweis zu zerstören, sollte Spahn sich mit dem Opt-Out durchsetzen.

Selbstverständlich halte ich diese 20 Staaten, sofern sie dieselbe Regelung haben, die Spahn vorschlägt, für genauso unethisch. Das Geschachere mit Organen unter Zwang ist ohne Wenn und Aber ebenso daneben.

Fakt ist, es könnten genug Organe von Organspendern entnommen werden, gäbe es in jedem Krankenhaus die entsprechenden medizinischen Möglichkeiten, würden Ärzte und Kliniken nicht dafür abgestraft, und hätten wir weder Fallpauschalen, noch profitoriente Krankenhausverwaltungen. Die Spender sind da, nur wird nicht entnommen. So sieht es doch aus.

Aber statt endlich unser Gesundheitssystem wieder auf solide Grundlagen zu stellen, sollen 85 Millionen über eine pure Mauschelei-Lösung zwangsenteignet werden. Wie hirnrissig!

Und noch was, bevor man sich dieser höchstens 1,000 potentiellen Toten pro Jahr annimmt, die ohne Spenderorgan sterben, hätte ich gerne gesehen, daß die 40,000 Toten verringert werden, die Jahr für Jahr an Krankenhauskeimen sterben. Das ist sogar möglich, ganz ohne irgendjemanden zu leichenfleddern.

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Softship 03.04.2019, 11:38
37.

Zitat von odapiel
Selbstverständlich halte ich diese 20 Staaten, sofern sie dieselbe Regelung haben, die Spahn vorschlägt, für genauso unethisch. Das Geschachere mit Organen unter Zwang ist ohne Wenn und Aber ebenso daneben. Fakt ist, es könnten genug Organe von Organspendern entnommen werden, gäbe es in jedem Krankenhaus die entsprechenden medizinischen Möglichkeiten, würden Ärzte und Kliniken nicht dafür abgestraft, und hätten wir weder Fallpauschalen, noch profitoriente Krankenhausverwaltungen. Die Spender sind da, nur wird nicht entnommen. So sieht es doch aus. Aber statt endlich unser Gesundheitssystem wieder auf solide Grundlagen zu stellen, sollen 85 Millionen über eine pure Mauschelei-Lösung zwangsenteignet werden. Wie hirnrissig! Und noch was, bevor man sich dieser höchstens 1,000 potentiellen Toten pro Jahr annimmt, die ohne Spenderorgan sterben, hätte ich gerne gesehen, daß die 40,000 Toten verringert werden, die Jahr für Jahr an Krankenhauskeimen sterben. Das ist sogar möglich, ganz ohne irgendjemanden zu leichenfleddern.
Ich habe nicht wissen wollen, ob Sie es ethisch finden, dass andere Staaten eine Widerspruchslösung haben, sondern ob Sie es ethisch finden, dass Deutschland davon profitiert, weil aus diesen Ländern Organe "importiert".

Es ist nicht Fakt, dass alleine wenn alle Krankenhäuser potentielle Spender melden würden, der Bedarf gedeckt wäre, aber es wäre schon sehr hilfreich. Sie müssten wissen, dass der Gesundheitsminister diesbezüglich auch schon aktiv gewesen ist.
http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/organspende-gesetzentwurf-soll-bedingungen-der-kliniken-verbessern-a-1236200.html

Wie kommen Sie auf die Idee, dass "nur" 1000 Menschen im Jahr sterben, weil kein Spenderorgan zu finden ist? Ansonsten ist Ihr "whataboutism" einfach schwach. Das hat nix mit dem Thema zu tun.

Von "Leichenfledderei" zu sprechen ist ebenfalls albern. Wenn Ihnen eine Gallenblase entfernt wird, ist das auch irgendeine "Fledderei"? Nee. Eine Organentnahme ist eine Organentnahme ist eine Organentnahme.

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Frida_Gold 03.04.2019, 11:43
38.

Zitat von Softship
Na ja, zumindest haben viele behauptet, dass sie ihren Organspendeausweis zerrissen haben und keinen neuen ausfüllen wollen. Ob das nun stimmt ist eine andere Frage. Sie wissen, dass 20 Länder in der EU die Widerspruchslösung haben, und dass Deutschland auch davon profitiert, weil es Organe aus dem Ausland "importiert"? Finden Sie das "ethisch und moralisch"?
Ich habe schon seit vielen Jahren einen Spendeausweis - auf dem "Nein" angekreuzt ist.
Und ich verwahre mich dagegen, mit "ethisch und moralisch" unter Druck gesetzt zu werden, wenn es um meine Selbstbestimmung geht. Ich möchte nicht an Maschinen hängend künstlich als Zombie vor mich hinvegetieren, bis jemand mich ausschlachten kann. Ich möchte auch keine Organe solcher armen Wesen in mir haben. Ich glaube eher, viele müssten sich mal "ethisch und moralisch" damit auseinandersetzen, was es bedeutet, eine "Spende" als gegeben vorauszusetzen, wenn der "Spender" nicht laut und deutlich "NEIN" brüllt.

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uwe4321 03.04.2019, 11:57
39. EU Ausland

Zitat von Softship
Wieso meinen Sie, dass Herr Spahn das Ausland mit einbeziehen müsste? Die Widerspruchslösung gilt bereits in 20 EU-Staaten.
Es wäre schön, die Entscheidung nur in einem einzigen zentralen europäischen Register wirksam hinterlegen zu können.
Wenn ich diese Seite: https://www.krankenkassen.de/ausland/organspende/
richtig verstehe, muß ich - wenn ich ganz sicher gehen will - eine Verweigerung der Spende in jedem (Urlaubs)-Land der EU separat eintragen lassen. Beim letzten Urlaub im Vinschgau hätte ich also in Österreich und in Italien meine Verweigerung in das dortige Register eintragen lassen müssen.
...ich weiß nicht, wie aktuell obige Seite ist, unten steht (c) 2019.

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