Forum: Gesundheit
Traumatherapie: Mit drei Phasen zurück ins Leben
Corbis

Eine Therapie kann traumatisierten Menschen helfen, in den Alltag zurückzukehren und mit den Erinnerungen zu leben. Häufig reicht eine Stabilisierungsphase aus, in schwierigen Fällen folgen die Konfrontation mit dem Unglück und schließlich die Integration des Erlebten in die Lebensgeschichte.

hr_schmeiss 07.01.2013, 07:44
1. ...au weia...

"Ziel der Traumaexposition ist es, die versprengt abgelegten Bilder, Gefühle, Gerüche oder Überzeugungen zu verbinden und es dem Gehirn so möglich zu machen, diese als zusammengehörige Informationen in einem "alten Film" abzuspeichern und als Vergangenheit zu archivieren."

Und dann führt man vielleicht noch die Hand mit seltsamen Bewegungen durch das Blickfeld des "Traumapatienten".
Ja, das Ganze sollte man dann wirklich in einem Tresor ablegen. Was für ein Geschwurbel!
Kein Wunder, dass keine Traumatherapie immer noch die beste ist.

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g.lau 07.01.2013, 11:41
2. Trauma und Umgang damit - Therapie

Leider ein sehr komplexes Thema, mit dem nicht flapsig umgegangen werden sollte, da die Folgen unabsehbar für die Betroffenen wären. Leider sind unsere ursprünglichen Fähigkeiten, damit umzugehen, weitestgehend verloren gegangen oder wurden in jüngster Vergangenheit in die falsche (esoterische) Ecke geschoben. Die moderne Psychotherapie/Psychiatrie hat erst in den letzten Jahrzehnten Therapien erarbeitet, gezielter und rascher auf Traumata zu reagieren(bevor sie zum PTBS heranwachsen), die häufig bewusst oder unbewusst auf die alten Techniken in moderner Weise zurückgreifen. Sie als Humbug abzutun, schadet nicht nur diesem Methoden, sondern insbesondere den Menschen, die sich davon Hilfe versprechen und durch solches verunsichert werden könnten. Gerade aber in diesen Fällen ist Sicherheit oberstes Gebot. In diesem Sinne bitte ich hier um vorsichtige Argumentation.
G. Lau, HPG(R), Systemischer Aufsteller und Psychologischer Berater (umfangreiche Traumabehandlungserfahrung). www.familiensteller.de, www.pbo-coaching.de

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Frieden ist alles 07.01.2013, 14:35
3. Seelisches Leiden....

...wird leider in unserer Gesellschaft wenig beachtet oder ernst genommen.Insofern ist dieser Bericht zumindest ein Schritt in die richtige Richtung,denn er erkennt die schwere Belastung traumatischer Erfahrungen zumindest an.
Dabei kommt hier nach meinem Verständnis nur die Spitze des Eisbergs zum Vorschein.Noch viel wichtiger wäre es mehr Bewusstheit über die schweren Folgen frühkindlicher Traumatisierung zu fördern.Genauso oberflächlich empfinde ich die beschriebene Traumatherapie.Ich glaube nicht das sich Traumaerfahrungen in wenigen Stunden oder mit einer Stabilisierung bewältigen lassen.Dazu geht das Geschehen viel zu tief und meist sind die Menschen auch wenig gerüstet um mit traumatischen Erfahrungen umzugehen.Ich gehe dabei davon aus das die meisten Menschen in unserer Gesellschaft bereits aufgrund belastender Erziehungserfahrungen in der Verarbeitung von traumatischen Erlebnissen erheblich eingeschränkt sind.
Notwendig wäre aus meiner Sicht vor allem ein ganz anderer Umgang mit seelischer Not und eine viel stärkere Orientierung an zwichenmenschlichen Bedürfnissen,um so ein soziales Netz aufzubauen das unterstützend wirkt und Geborgenheit und Nähe vermittelt.So könnten auch schwere Belastungen verarbeitet werden und ein ganz anderes Sicherheitsgefühl entstehen.

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MalEbenSo 07.01.2013, 22:17
4. Kurz aber treffend

Ein kurzer aber treffender Einstieg ins Thema.

@hr_schmeiss: Ihr Kommentar vermittelt mir den Eindruck fehlender Sachkenntnis und fehlenden Einfühlungsvermögens.

Letzteres ist für mich nachvollziehbar, wenn man noch nie engen Kontakt mit Traumapatienten hatte … wie es mir bis vor wenigen Jahren erging.

Dann wurde eine scheinbar stabile Welt aufgewühlt, als eine nahestehende Person immer wieder Flashbacks ausgesetzt war … Auslöser, "Trigger" erzeugten diese Flashbacks.
Bekannte Trigger ließen sich umgehen zur Vermeidung der Flashbacks, doch wurde damit das Leben zum Spießrutenlauf um diese Trigger.
Noch schlummernde Trigger warteten wie Tretminen, damit tauchten Flashbacks aus heiterem Himmel auf.
Der allgegenwärtige Einfluss dieser Erfahrung verändert das Leben nicht nur der traumatisierten Person.

Genauso belastend war, dass diese hochgespülten Puzzlesteine kein ganzes Bild gaben. Alles war wirr. Die schreckliche Erfahrung der Kindheit kam in Fetzen an die Oberfläche.

Die im Artikel genannten Imaginationstechniken halfen, dass sich die betroffene Person den Flashbacks nicht mehr so hilflos ausgesetzt sah. Sie konnte die Gedanken "wegsperren" oder "ausschalten". Eine mühevolle Übung, wie jede geistige Disziplin. Aber hilfreich, wenn sie erlernt wurde.

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psychologiestudent 09.01.2013, 10:37
5.

Zitat von Frieden ist alles
...wird leider in unserer Gesellschaft wenig beachtet oder ernst genommen.Insofern ist dieser Bericht zumindest ein Schritt in die richtige Richtung,denn er erkennt die schwere Belastung traumatischer Erfahrungen zumindest an. Dabei kommt hier nach meinem Verständnis nur die Spitze des Eisbergs zum Vorschein.Noch viel wichtiger wäre es mehr Bewusstheit über die schweren Folgen frühkindlicher Traumatisierung zu fördern.Genauso oberflächlich empfinde ich die beschriebene Traumatherapie.Ich glaube nicht das sich Traumaerfahrungen in wenigen Stunden oder mit einer Stabilisierung bewältigen lassen.Dazu geht das Geschehen viel zu tief und meist sind die Menschen auch wenig gerüstet um mit traumatischen Erfahrungen umzugehen.Ich gehe dabei davon aus das die meisten Menschen in unserer Gesellschaft bereits aufgrund belastender Erziehungserfahrungen in der Verarbeitung von traumatischen Erlebnissen erheblich eingeschränkt sind. Notwendig wäre aus meiner Sicht vor allem ein ganz anderer Umgang mit seelischer Not und eine viel stärkere Orientierung an zwichenmenschlichen Bedürfnissen,um so ein soziales Netz aufzubauen das unterstützend wirkt und Geborgenheit und Nähe vermittelt.So könnten auch schwere Belastungen verarbeitet werden und ein ganz anderes Sicherheitsgefühl entstehen.
ich denke es handelt sich hioer um verschiedene Trauma-Definitionen. In der Psychotherapie spricht man von Trauma nur nach ungewöhnlich belastenden, wirklich traumatischen Erfahrungen mit Todes- oder schwerrer Verletzungsgefahr und Kontrollverlust. Erziehungsfehler o.ä. werden nicht als Trauma angesehen. Und die beschriebene Therapie hilft tatsächlich (da gibt es eine menge Studien zu) in relativ kurzer Zeit. Es geht darum, das Leiden durch das Trauma (Wiedererleben, Panikattacken etc.) zu beenden. Und das kann in der beschriebenen Weise funktionieren. Die theoretische Idee ist folgende: Im Gehirn ist durch die starke Stresssituation das Erlebnis nicht korrekt "gespeichert", sondern immer noch aktuell, weshalb auch kleinste Trigger Angstanfälle und Wiedererleben auslösen. Und wie jeder Angstpatient versuchen auch PTBS-Patienten zu vermeiden, also sich irgendwie abzulenken wenn die Angst kommt. Bei "Konfrontation" mit dem Erlebtem, also beim Bericht, werden sie wie bei einer Angsttherapie dazu gebracht, die Angstreaktion nicht mehr zu vermeiden, sondern sich ihr zu stellen und irgendwann löst die Geschichte nicht mehr die Angst aus und die Geschichte wird als Geschehenes "gespeichert".

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psychologiestudent 09.01.2013, 15:02
6.

Zitat von g.lau
Leider ein sehr komplexes Thema, mit dem nicht flapsig umgegangen werden sollte, da die Folgen unabsehbar für die Betroffenen wären. Leider sind unsere ursprünglichen Fähigkeiten, damit umzugehen, weitestgehend verloren gegangen oder wurden in jüngster Vergangenheit in die falsche (esoterische) Ecke geschoben. Die moderne Psychotherapie/Psychiatrie hat erst in den letzten Jahrzehnten.....
Ich finde es höchst unangebracht einen Kommentar als Eigenwerbung zu nutzen. Von der Berechtigung von psychologischen Beratern zur Traumabehandlung mal ganz abgesehen.

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Chriki 01.06.2013, 00:52
7.

Zitat von hr_schmeiss
"Ziel der Traumaexposition ist es, die versprengt abgelegten Bilder, Gefühle, Gerüche oder Überzeugungen zu verbinden und es dem Gehirn so möglich zu machen, diese als zusammengehörige Informationen in einem "alten Film" abzuspeichern und als Vergangenheit zu archivieren." Und dann führt man vielleicht noch die Hand mit seltsamen Bewegungen durch das Blickfeld des "Traumapatienten". Ja, das Ganze sollte man dann wirklich in einem Tresor ablegen. Was für ein Geschwurbel! Kein Wunder, dass keine Traumatherapie immer noch die beste ist.

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Chriki 01.06.2013, 00:59
8.

Zitat von hr_schmeiss
Und dann führt man vielleicht noch die Hand mit seltsamen Bewegungen durch das Blickfeld des "Traumapatienten". Ja, das Ganze sollte man dann wirklich in einem Tresor ablegen. Was für ein Geschwurbel! Kein Wunder, dass keine Traumatherapie immer noch die beste ist.
Sie beschreiben die sog. EMDR-Technik. Diese Methode ist alles andere alles andere als "Geschwurbel": Mir wurde damit sehr geholfen, schwere Traumata nach körperlicher Gewalt zu heilen, die mich viele Jahre gequält haben. Die Technik ist in zahlreichen Studien untersucht worden, u.a. wurde sie zur Behandlung schwersttraumatisierter Kriegsveteranen eingesetzt, die als austherapierte, hoffnungslose Fälle galten. Ich möchte anderen traumatisierten Menschen an dieser Stelle Mut machen: Der Gewinn an Lebensqualität durch eine EMDR-Behandlung ist nahezu unbezahlbar... Nähere Infos unter EMDR Institut Deutschland

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rabenkrähe 01.06.2013, 18:08
9. jaja

Zitat von sysop
Eine Therapie kann traumatisierten Menschen helfen, in den Alltag zurückzukehren und mit den Erinnerungen zu leben. Häufig reicht eine Stabilisierungsphase aus, in schwierigen Fällen folgen die Konfrontation mit dem Unglück und schließlich die Integration des Erlebten in die Lebensgeschichte.
........

Fast allen Ansätzen fehlt die simple Erkenntnis, daß ein Trauma eine schwerwiegende, irreversible Verletzung ist. So, als würde jemandem, in einer physischen Analogie, ein Fuß oder ein Arm fehlen. Die wachsen nicht einfach so nach.
Beim traumatisierten Menschen ist das "Betriebssystem" verstellt, er sucht nicht mehr, wie ein seelisch unverletzter Mensch das Leben, sondern unwillkürlich und unablässig das Überleben. Ergo fühlt er sich fortwährend unter Druck und bedroht.
Damit läßt sich ein Umgang finden, muß ja, sonst wärs übel, aber wirklich heilen oder ändern läßt es sich nicht!
rabenkrähe

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