Forum: Gesundheit
Trisomie-Bluttest: Stark kritisiert, tausendfach genutzt
Corbis

Anhand einer Blutprobe der Schwangeren erkennen, ob das ungeborene Kind das Down-Syndrom hat: Das ist in Deutschland seit 2012 erlaubt und möglich. Kritiker sehen darin eine Diskriminierung und fordern ein Verbot dieser Tests.

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OlafKoeln 14.03.2014, 17:37
1. optional

Eine unmögliche Diskussion. Wer die Möglichkeit nutzen will, soll sie bitte nutzen. Es spricht nichts dagegen. Wir haben bei unseren Kindern auch jegliche Möglichkeit der Voruntersuchungen genutzt. Glücklicherweise alle gesund. Wenn es diesen Test schon früher gegeben hätte, wäre er auch von uns selbstverständlich genutzt worden. Je früher mögliche (erhebliche) Probleme entdeckt werden, um so besser, auch für Mutter und Vater.

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NoName2 14.03.2014, 17:51
2. nach dieser Logik...

...wäre auch das ausstellen des Behindertenausweis eine Diskriminierung. Handelt es sich nun um eine Behinderung? Ja/nein - sollten Eltern das Recht haben ggf. abzutreiben wenn die Behinderung ersichtlich ist? Meiner Meinung nach ja; Mit einer Selektion in Richtung blond, 1,80, schlau, sportlich hat dies nichts zu tun. (Anmerkung: Das das Kind lebensfähig wäre keine Frage - diese Frage tangiert aber alle Arten von Abtreibung und ist eine andere!)

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Blaue Fee 14.03.2014, 17:57
3.

Zitat von OlafKoeln
Eine unmögliche Diskussion. Wer die Möglichkeit nutzen will, soll sie bitte nutzen. Es spricht nichts dagegen. Wir haben bei unseren Kindern auch jegliche Möglichkeit der Voruntersuchungen genutzt. Glücklicherweise alle gesund. Wenn es diesen Test schon früher gegeben hätte, wäre er auch von uns selbstverständlich genutzt worden. Je früher mögliche (erhebliche) Probleme entdeckt werden, um so besser, auch für Mutter und Vater.
Danke!

Ich habe es ähnlich gehalten und eine Fruchtwasseruntersuchung machen lassen.

Dass sich die Grünen bzw. in diesem Fall die SPD so rechtskonservativ äussern erstaunt mich wirklich. Wer ist überhaupt dieser SPD-Fundi Gerd Weimer? Ex-Paritätischer-Wohlfahrtsverband-Vorsitzender!
Aha, der hat natürlich seine eigene Agenda.

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firenafirena 14.03.2014, 17:59
4. Die Mehrzahl der Behinderungen

entsteht nach der Geburt. Es ist und bleibt die Pflicht einer Gesellschaft, behinderten Menschen die größtmögliche Unterstützung zukommen zu lassen um ihnen ein würdevolles und gutes Leben zu ermöglichen. Es wird immer Behinderte geben, ob mit Gentest oder ohne. Doch genauso hat die Gesellschaft zu akzeptieren, wenn sich werdende Eltern nicht in der Lage sehen, ein Kind mit einer bestimmten,garantierten Behinderung zu versorgen. Niemand hat das Recht, diese Entscheidung zu erzwingen, weder dafür noch dagegen. Und ja: Die Methode verhindert Fehlgeburten!

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Tilly 14.03.2014, 18:04
5.

Ich bin gerade schwanger und froh, dass die Diagnoseverfahren immer besser werden. Eine befruchtete Eizelle ist noch kein Baby, dass weiß jeder Mensch, in dessen Umfeld es ein oder mehrere Fehlgeburten gegeben hat. Unsere Medizin ist inzwischen so fortschrittlich, dass auch Schwerstbehinderte Kinder mit der Intelligenz eines Pflastersteins noch viele Jahre mehr oder weniger lebend an den Apparaten hängen können - warum nicht auch moderne Diagnoseverfahren nutzen, nach Abwägung abtreiben. Gut, Downsyndrom ist noch weit entfernt von schwerstbehindert, aber warum wird das Wohl einer Frau, einer Ehe, einer Familie für einen Fötus/Embryo auf's Spiel gesetzt. Ich habe noch 10 fruchtbare Jahre vor mir, ich kann noch einen Haufen gesunder Kinder zur Welt bringen, aber unsere Kraft würde sich wohl in einem behinderten Kind erschöpfen. Es gibt genügend Kinder, die in Heime abgeschoben werden - sind die glücklich(?), es gibt genügend Ehen, die unter der Last kaputtgehe und es gibt genügend Geschwisterkinder, die mehr Aufmerksamkeit benötigen würden und weniger Verantwortung dem behinderten Kind gegenüber. Jedes geborene Kind ist ein Segen, ja, und dann sollte man das Beste daraus machen, aber Mutter Natur selektiert auch nach lebensfähig und nicht lebensfähig. Ich will meine Kinder aufwachsen und sich entwickeln sehen! Ich will gesunde Kinder. So egoistisch das ist, aber das ist der Sinn des Lebens - Arterhaltung durch gesunde Reproduktion.

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Tjoffke 14.03.2014, 18:11
6. Wie bitte?

In Frankreich, wo ich lebe, wird schon seit Jahren standardmäßig in den ersten Schwangerschaftsmonaten ein Trisomie-Test durchgeführt, der aus einer Kombination von Bluttest (auf bestimmte Hormone) und Sonographie besteht.

Wird so etwas in Deutschland etwa bisher nicht gemacht?

Im vorliegenden Fall geht es doch, wenn ich das richtig verstehe, nur darum, die bestehenden Diagnosemethoden (die genannten und/oder vor allem die nicht ganz ungefährliche Fruchtwasseruntersuchung) durch eine andere, neuartige zu ersetzen, bei der es mit einer Blutentnahme getan ist.

Was soll denn daran verkehrt sein? Kommen die geäußerten Bedenken noch von woanders als aus der ultrareligiösen Ecke, die sowieso jegliche pränatale Diagnostik ablehnt? Kann ich mir nicht vorstellen.

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Drake_De 14.03.2014, 18:15
7. Schizophren

Wer jetzt hier nur deshalb, weil es ein "Gentest" ist dagegen wettert, dass das zum Designerbaby führt, hat nicht beachtet, dass es schon seit vielen Jahren die Fruchtwasseruntersuchung gibt, die den Test anhand von Untersuchungen der Chromosomen auch schon angeboten hatte.
Bei diesen Punktionen liegt die Fehlgeburtsrate übrigens zwischen 0,6 und 5,1% je nach Ausbildungsgrad der durchführenden und Alter der Schwangeren.
Also wird mit dieser Methode nur eine vorher risikobehaftete Untersuchungsmethode durch eine sehr viel risikoärmere ersetzt. Man gewinnt aber die gleichen Erkenntnisse!
Weiterhin wird die risikobehaftetere Methode auch erst ab der 13 Schwangerschaftswoche durchgeführt, also 1 Monat später als der "Gentest".

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kritischergeist 14.03.2014, 18:21
8. Wer wird hier diskriminiert?

Diskriminieren kann man nur jemanden der bereits existiert. Der Test verhindert aber dass solche geschädigten Kinder überhaupt geboren werden. Wie kann man hier dagegen sein. Das erschließt sich keinem mit normal funktionierendem Verstand. Erfreulicherweise setzen sich Paare aber über die Bedenkenträger und Moralapostel hinweg und tun das was richtig und vernünftig ist.

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queeni 14.03.2014, 18:34
9. Schockiert

Ich bin ehrlich gesagt total schockiert über die jetzigen Forenbeiträge. Ich bin selbst gerade schwanger und lebe in Spanien, wo die Gentest zur Kassenleistung gehören, und ich nicht einmal gefragt wurde, ob ich diese Tests machen möchte. Und ich war super irritiert als ich gehört habe, dass diese Tests anstehen. Zum Einen mache ich mir jetzt wesentlich mehr Sorgen, als ich mir vorher gemacht habe: Was soll ich machen, wenn ich höre, dass mein Kind einen Chromosomenfehler hat??? Ich möchte dieses Kind wirklich bekommen, und ist ein Chromosomenfehler wirklich ein Grund für eine Abtreibung? Wäre ich wirklich damit überfordert, ein behindertes Kind großzuziehen, oder bin ich einfach nur egoistisch weil ich ein pflegeleichtes "normales" Kind möchte?

Ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass ich das Kind so nehme, wie es ist. Und wenn ich nächste Woche erfahren sollte, dass es eine Chromosomenfehlbildung hat, dann nutze ich die nächsten 6 Monate, um mich darauf vorzubereiten, dem Kind die beste Betreuung zu geben. Aber ich werde mir von NIEMANDEM vorwerfen lassen, dass ich mit der Geburt dieses Kindes den Krankenkassen unnötig schade. Auch wenn dieses Kind vielleicht nie einer hochqualifizierten, geregelten Arbeit nachgehen werden kann (vielleicht ja auch wohl), wird sein Leben vielleicht für irgendetwas gut sein. Und wenn es nur Glück in unsere Familie bringt, und uns lehrt die Ansprüche herunterzuschrauben. Es kann doch im Leben nicht nur ums Geld gehen.

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