Forum: Gesundheit
Trisomie-Bluttest: Stark kritisiert, tausendfach genutzt
Corbis

Anhand einer Blutprobe der Schwangeren erkennen, ob das ungeborene Kind das Down-Syndrom hat: Das ist in Deutschland seit 2012 erlaubt und möglich. Kritiker sehen darin eine Diskriminierung und fordern ein Verbot dieser Tests.

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Weirdaholic 15.03.2014, 12:05
90.

Selbst wenn ich werdender Vater wäre könnte keiner Frau für ihre Entscheidung abnehmen oder sie für ihre kritisieren. Ich habe kein Mutterleib mit Kind im Bauch! Ich bin nicht derjenige, an dem die Abtreibung evtl. durchgeführt wird! Ich könnte zwar Argumente für/gegen eine Abtreibung oder einen Test bringen, meine eigenen Wünsche äußern und so bei der Entscheidung helfen. Aber letztendlich ist es nicht mein Körper.

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drehrumbum 15.03.2014, 12:16
91.

Zitat von Andyh1989
Ich finde das ja sehr schön für sie, aber das gibt Ihnen nicht das Recht zu fordern, dass alle Eltern ein Kind mit Behinderung bekommen sollen, wenn diese (zu einem Zeitpunkt, zu dem der Mensch nur eine Zellmasse ist) festgestellt wird.
Nun, eine Trisomie21 kann wohl ab der 10. Schwangerschaftswoche festgestellt werden:
http://www.docwell.de/schwangerschaf...als-screening/
und da sieht der Embryo bereits so aus:
http://www.babycenter.de/10-wochen-schwanger

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akompe 15.03.2014, 12:17
92. Mir friert die Seele ein

bei so manchem seelenlosen Kommentar, den ich bisher hier gelesen habe. Und mir graut davor, wie sich unsere Gesellschaft entwickelt. Meine Frau bringt in einem Monat ein hoffentlich kerngesundes Kind auf die Welt. Wir haben Fruchtwasseruntersuchung und Blutuntersuchung abgelehnt, da wir, oh Schande, Abtreibungsgegner sind, und jedwedes Ergebnis für uns keine Entscheidungsgrundlage gewesen wäre uns für oder gegen das Kind zu entscheiden. Und ja, für uns fängt das LEBEN mit der Befruchtung der Eizelle an. Und ein Leben kann nicht mit einem anderen Leben aufgewogen werden. Ein einfacher Grundsatz, der in unserer geld- und selbstverliebten Gesellschaft leider verloren geht. Perverser wird es noch, wenn, wie manche hier, Kostenrechnungen anstellen, wie teuer ein LEBEN sein darf. Der Kapitalismus durchdringt unsere Gesellschaft und Egoismus wird zur anerkannten Doktrin. Traurig, mehr fällt mir dazu nicht ein. Ich bin froh, dass viele Menschen in meinem Bekanntenkreis noch nicht von dieser KRANKHEIT befallen sind.

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areyoushure? 15.03.2014, 12:32
93. Eine zutiefst verlogene Diskussion

wird hier angezettelt.
Tatsache ist, dass der Anteil von Down an allen Behinderungen

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drehrumbum 15.03.2014, 12:34
94.

Übrigens, Angelina Jolie hat ja in der Familie gewisse genetische Probleme bezüglich einer Erkrankung an Brustkrebs. Das Gen wurde auch bei ihr festgestellt und sie hat sich deshalb operieren lassen. In einer nahen Zukunft, in der man dann so ziemlich alle abchecken kann, bestünde die Gefahr, daß es gar nicht erst zur Geburt kommt …

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maxkunze 15.03.2014, 12:41
95. optional

" Jetzt sollen Eltern auch noch gezwungener werden schwerst geistig behinderte Kinder zur Welt zu bringen."

Hören Sie doch bitte endlich auf, diesen Schwachsinn zu behaupten. Niemand hier im Forum, nicht ein einziger, hat derartiges verlangt. Alles, was diejenigen für sich wollen, die sich im Zweifelsfall für ein behindertes Kind entscheiden würden, ist, dass ihre Entscheidung genauso akzeptiert wird wie die Entscheidung gegen ein solches Kind. Woher nehmen Sie denn diesen Quatsch, dass hier irgendjemand zu irgendwas gezwungen werden soll?

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Galik 15.03.2014, 12:46
96.

Zitat von bafibo
Ich habe den Eindruck, da wollen manche Leute durch Verbieten von Tests das Rad der Geschichte in eine Zeit zurückdrehen, als solche Tests einfach noch nicht möglich waren. Dabei vergessen sie aber, daß die Lebenserwartung behinderter Kinder in dieser verklärten guten alten Zeit erheblich geringer war, so daß Eltern und Gesellschaft bei aller Zuneigung auch auf ein absehbares Ende der Belastung hoffen durften (und man täusche sich nicht: da wurde gelegentlich auch etwas nachgeholfen). Der medizinische Fortschritt hat dazu geführt, daß mindestens Menschen mit Down-Syndrom inzwischen eine annähernd "normale" Lebenserwartung haben. Und gerade bei dieser Behinderung liegt die Last weniger beim Träger der Behinderung selbst als bei seinem Umfeld, insofern kann ich die Empörung der Behindertenverbände halbwegs nachvollziehen. Allerdings ist das ja nicht die einzige Behinderung (wenn auch die am deutlichsten sichtbare), die man keinem Menschen wünschen möchte und die sich durch Gentests aufspüren läßt. Oder legt jemand Wert auf Glasknochen, Mukoviszidose, gestörte Blutgerinnung und Phenylketonurie? Auch von Chorea Huntington würde man gern verschont bleiben. Insofern halte ich die Tests für einen Segen, insbesondere wenn dadurch die Schwangerschaft nicht gefährdet wird. Daß ein positives Ergebnis durch eine andere Testmethode noch bestätigt werden muß, bevor ein möglicherweise gesundes Kind abgetrieben wird, weil der Bluttest eben eine gewisse Fehlermarge hat, ist ja wohl selbstverständlich.
So ist das mit fortschrittsfeindlichen Kreisen. Sie versuchen die Uhr zurückzudrehen, aber die Zunkunft lässt sich nicht aufhalten, nur verzögern.

Hier mal eine Anekdote:
Einige Leute aus meinem Umfeld sprechen sich des Öfteren aus gegen Gentechnik, Stammzellenforschung, etc.

Als dann ein mir sehr nahestehender Mensch mit Krebs im Sterben lag und die einzige Chance in einer Gentherapie lag, da haben diese Leute sich nicht getraut auch nur irgendwas dagegen zu sagen.
Leider hat die Therapie nicht geholfen. Es handelte sich um eine neue Technik, die noch in der Erprobung ist. In ein paar Jahren wird sie aber vielleicht viele Menschen retten können.
Und gäbe es nicht diese Fortschrittsbehinderer, die die medizinische Forschung seit vielen Jahren behindern, dann wäre diese Therapie womöglich schon längst ausgereift gewesen und hätte auch in unserem Fall geholfen...

Da bekommt man eine bestimmte Perspektive auf das Thema.

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atech 15.03.2014, 12:53
97.

Zitat von akompe
Und mir graut davor, wie sich unsere Gesellschaft entwickelt.
wirklich? - Im alten Sparta wurden erkennbar behinderte Kinder gleich nach der Geburt ausgesetzt. In vielen Ländern der Welt wird Behinderung oder Anderssein immer noch mit einer Schuld oder einem Fluch gleichgesetzt. So hält man in Afrika Kinder mit Albinismus für Kinder des Teufels, weil sie weiße und nicht schwarze Haut haben.
Bei uns dagegen werden behinderte Kinder nach dem aktuellen Stand der medizinischen Wissenschaft versorgt und durch gesetzliche Bestimmungen zur *Inklusion* wird ihnen von Anfang an eine Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ermöglicht.
Zitat von
Meine Frau bringt in einem Monat ein hoffentlich kerngesundes Kind auf die Welt.
schön zu hören, dass Sie dasselbe für Ihr Kind wollen, wie die meisten Eltern.
Zitat von
Wir haben Fruchtwasseruntersuchung und Blutuntersuchung abgelehnt
Ihr gutes Recht
Zitat von
Und ja, für uns fängt das LEBEN mit der Befruchtung der Eizelle an.
das Leben, ja. Es ist sogar menschliches Leben. Aber noch kein Mensch, weil ein Einzeller kein Mensch sein kann. Ebensowenig wie ein Hühnerei ein Huhn oder ein Hahn wäre. Denn sonst würden Sie das Ei zum Frühstück nie in kochendes Wasser werfen. Das macht man mit einem lebenden Huhn oder Hahn einfach nicht.
Zitat von
Und ein Leben kann nicht mit einem anderen Leben aufgewogen werden.
es gibt andere Paare, deren Entscheidung bezüglich der Tests und einer eventuellen Abtreibung (je nach Testergebnis) anders ausfällt, eben weil sie möglicherweise wissen, was auf sie zukommen könnte. Weil sie andere Paare mit behinderten Kindern kennen, möglicherweise im Verwandtschafts- oder Bekanntenkreis.

Neben der hier diskutierten Trisomie 21 gibt es schließlich noch andere Gendefekte. Wie beispielweise die Duchenne'sche Muskeldystrophie
Die davon betroffenen Söhne (X-chromosomaler Erbgang) verlieren ab dem dritten Lebensjahr zunehmend ihre Fähigkeit zu laufen, sich zu bewegen. Spätestens ab dem 12. Lebensjahr sind die meisten auf einen Rollstuhl angewiesen. Es folgt die absolute Pflegebedürftigkeit. Der Tod tritt meist vor dem 18. Lebensjahr ein. Das alles bei völliger, geistiger Gesundheit.

Es gibt Paare, die ihren Kindern so ein Schicksal nicht antun wollen. Leben, um zu leiden und früh zu sterben.
Eine Abtreibung kann bei bekannten Gendefekten in der Familie vermieden werden, wenn sich die Paare zu einer Reagenzglas-Befruchtung und zu einer Gendiagnostik vor der Implantation entscheiden. So können dann die defekten Zellkugeln schon im Reagenzglas aussortiert werden.

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holyfetzer86 15.03.2014, 12:55
98. Meine Meinung

Zitat von maxkunze
"Sie schaden nicht nur den Krankenkassen sondern der gesamten Gesellschaft, also allen ihren Nachbarn und Freunden. Dem Vorwurf können sie nicht entgehen, sie können ihn höchstens ignorieren." WIE BITTE? Das wird ja immer abenteuerlicher... Das Argument mit den Krankenkassen kann ich wirklich nicht mehr hören. Dieses Denken "Ich zahle doch nicht für jemanden anderes" wird Ihnen an irgendeinem Punkt in Ihrem Leben auf die Füße fallen. Wenn Sie einen schweren Autounfall haben und vielleicht berufsunfähig sind (was ich Ihnen wirklich nicht wünsche). Wenn sie nach der Verrentung noch dreißig Jahre leben, die letzten zehn davon im Heim mit Rundumbetreuung. Und so weiter und so fort. Wollen Sie wirklich in einer Gesellschaft leben, die dann mit den Achseln zuckt und sagt "Tja, Pech gehabt!"? Und inwiefern genau schadet man seinen Nachbarn und Freunden, indem man ihnen den Anblick des behinderten Kindes zumutet oder was?
1) Ein behindertes Kind ist sehr wahrscheinlich eine Beeinträchtigung von Lebensqualität. Nicht nur für Eltern, sondern auch für die Umwelt. Das ist nicht fair, aber das ist die Realität. Ich würde mich beispielsweise nicht ohne Not in der Bahn neben ein Kind mit Down-Syndrom setzen und 99% der nicht-behinderten Bevölkerung würden es ebenso wenig tuen. Ebenso leiden u.U. im Einzelfall auch Nachbarn, wenn es beispielsweise zu Anfällen kommt und es mal lauter wird.

2) Muss man unterscheiden zwischen der Möglichkeit eine Behinderung aktiv vorab zu vermeiden oder nicht. Einen Unfall können Sie nicht vorhersagen. Daher ist der Vergleich von Ihnen natürlich absolut unzutreffend und nur der Versuch die Rassismuskeule zu schwingen.

3) Natürlich erfordert es unsere moderne Sozial-Gesellschaft mit dem Thema Behinderung sachgerecht und menschlich umzugehen. Dazu gehört neben der gerechten Versorgung der Betroffenen auch die Erschaffung und Unterstützung von Maßnahsmen, um das gesellschaftliche Problem zu lindern und die Gefahr von Behindertengeburten zu senken so weit wie nur möglich.

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CompressorBoy 15.03.2014, 13:18
99.

Zitat von firenafirena
Doch genauso hat die Gesellschaft zu akzeptieren, wenn sich werdende Eltern nicht in der Lage sehen, ein Kind mit einer bestimmten,garantierten Behinderung zu versorgen.
Ziemlich unverschämt, der Gesellschaft vorschreiben zu wollen, was sie zu "akzeptieren" hat, finden Sie nicht?

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