Forum: Gesundheit
Tuberkulose: "Niemand von denen hat jemals einen Patienten behandelt"
AP/dpa

Tuberkulose droht, als Seuche zurückzukehren - auch nach Deutschland. In Südafrika forschen Ärzte nach neuen Antibiotika. Eine von ihnen erzählt, warum sie Medikamente stahl, von ihrer Arbeit in überfüllten Kliniken und ihrem größten Problem: Anwälte.

Seite 2 von 2
variofox 29.01.2014, 08:06
10.

Und wenn man die Aufklärung vereinfacht, dann berichten die Medien, daß Menschenversuche gemacht werden, ohne die Menschen richtig aufzuklären. Das war doch vor Kurzem der große Skandal. http://gutepillen-schlechtepillen.de/pages/topics/21.10.13-fuer-uns-in-afrika-getestet-3.php

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mr_stagger_lee 29.01.2014, 08:08
11. Diese böse Pharmaindustrie,

die Medikamententests in Afrika durchführt und die Menschen dort bestechen lässt. Indien und China reichen wohl nicht mehr. Da Frau Novelijc Zahlungen der Pharmaindustrie erhält ist sie übrigens gekauft und was man dann von den Ergebnissen halten kann, ist klar. Ironie aus.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
bstendig 29.01.2014, 08:15
12. Moralisch einwandfrei..

Zitat von studibaas
... das das Interview von keine Politiker, BWL er, VWLer und Juristen kommt? Es scheint ehrlich und ist moralisch einwandfrei, aber rechtlich höchst fragwürdig.
aber rechtlich fragwürdig, würde ja bedeuten, dass das "Recht" nicht moralisch einwandfrei ist.

In diesem Fall scheiß ich auf das Recht. Die Frau hat RECHT und ich würde mir mehr Menschen wünschen, die mehr Wert auf die Moral aus auf irgendwelche dubiosen Rechtsauffassungen legen.
Zitat aus einem Roman zu Zeiten des kalten Krieges: "Was können wir tun, um der UdSSR zu schaden? - Schick ihnen 300.000 Rechtsanwälte, mehr Schaden kann das Militär auch nicht anrichten.."
Daran hat sich leider bis heute nichts geändert, im Gegenteil.
Im Gegenteil.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Avantime2000 29.01.2014, 09:18
13.

Zitat von triak
Seit 10 Jahren arbeite ich mit Tuberkulosepatienten in der dritten Welt. Ich kann Frau Kollegin Noveljic nur beipflichten und freue mich, dass endlich ausser der gewohnten Regierungslyrik auch einmal persönliche Erfahrungen und Standpunkte veröffentlicht werden. Die Tuberkuloseforschung wurde 50 Jahre vernachlässigt. Deshalb sind Millionen Menschen an einer heilbaren Krankheit verstorben. Noch viele werden sterben, bis es besser wird.
Arbeiten Sie wirklich mit Tuberkulosepatienten in der dritten Welt? Dann müssten Sie eigentlich wissen, dass das Hauptproblrm erst einmal eine nicht vorhandene medizinische Infrastruktur ist. Darüber hin aus können sich Patienten selbst billigste Medikamente nicht leisten und sind auch nicht aufgeklärt, wie man diese korrekt einnimmt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
asentreu 29.01.2014, 10:08
14. Als wenn das hier anders wär...

Zitat von Otto Bess
wuerdest Du in Südafrika leben, würdest Du die Ärztin verstehen. Übrigens. . . verstehen wir besser Gebildeten all die Verträge, die wir mit zwei Mausklick rechtswirksam "unterschreiben"? Sicher nicht, wir haben keine Zeit sie zu lesen.
Hier ist es doch das Selbe, wenn man Patienten einfachste fragen stellt können Sie trotzdem von vielen nicht beatnwortet werden, weil sie es nicht verstehen. Meine Erfahrungswerte:

40% der Patienten, die ich frage "Leiden Sie an Diabetes?", verstehen die Frage nicht, ohne das man "die Zuckerkrankheit" dazu sagt.

80% aller Patienten wissen nicht, wie die von ihnen eingenommen Medikamente heißen (Präparatname oder Wirkstoff).

60% aller älteren Patienten haben nicht einmal eine Ahnung WARUM sie eigentlich dieses oder jenes Medikament nehmen ("Ja, diese großen Metformin- Tabletten nehme ich, aber ich bin doch nicht zuckerkrank!").

50% aller Patienten mit Allergien wissen gar nicht, wogegen sie alles allergisch sind (das kann gefährlich werden!).

80% aller Patienten über 80-85 Jahren wissen so gut wie gar nichts mehr, weder das heutige Datum, vielleicht gerade noch wo sie gerade sind, Vorerkrankungen, Medikamente, Voruntersuchungen etc. alle diese Infos wären zuviel verlangt (und die dürfen IMMER NOCH wählen, damit erklärt sich das Phänomen CDU/ CSU!!!)

10% aller Frauen die ich frage "Ist es möglich, das Sie schwanger sein könnten", können es nicht beantworten, schlichtweg weil sie keinen blassen Schimmer haben (ich rede nicht von Frauen mit aktuellem Kinderwunsch, sondern von solchen die echt keinen Plan haben, das man ohne Verhütung schwanger werden kann und wann eigentlich die fruchtbaren Tage sind und das sind nicht nur Teenies!!!).

Ich habe bei vielen Patienten den Eindruck, das es eine Mischung aus Unwissen aber auch Unlust und Ignoranz ist. Frei nach dem Motto "Schwesterchen, mach mal, ich will gesund werden, aber bitte nichts dafür tun müssen".

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Miere 30.01.2014, 03:58
15. bewundernswerte Ärztin

Alle Achtung. Allerdings möchte ich in einem Punkt widersprechen: Es werden keine neuen Antibiotika gebraucht. Das ist nicht der Punkt. Die alten werden nur deshalb unwirksam, weil sie oft schludrig eingesetzt werden und dadurch Resistenzbildung auftritt, die es bei extrem sorgfältigem Einsatz nicht gäbe. Davon unabhängig weiß niemand, ob es überhaupt möglich ist, neue zu finden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Avantime2000 30.01.2014, 09:02
16.

Zitat von Miere
Alle Achtung. Allerdings möchte ich in einem Punkt widersprechen: Es werden keine neuen Antibiotika gebraucht. Das ist nicht der Punkt. Die alten werden nur deshalb unwirksam, weil sie oft schludrig eingesetzt werden und dadurch Resistenzbildung auftritt, die es bei extrem sorgfältigem Einsatz nicht gäbe. Davon unabhängig weiß niemand, ob es überhaupt möglich ist, neue zu finden.
Resistenzbildung ist ein normaler und unaufhaltsamer Prozess. Daher werden durchaus neue Antibiotika benötigt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 2 von 2