Forum: Gesundheit
Überfüllte Rettungsstellen: Chef der Kassenärzte fordert Gebühr für die Notaufnahme
DPA

Lange Wartezeiten, Personalmangel: Um Rettungsstellen bundesweit zu entlasten, will der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung Patienten zur Kasse bitten, die sich dort unnötig vorstellen.

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le.toubib 17.07.2018, 18:55
100. Cui bono?

Der werte Herr der KV möchte doch nur, dass Notfallpatienten erst die Notfallpraxis besuchen, denn dann landet zumindest etwas Geld bei der KV! Ich glaube, er sieht Notaufnahmen der Kliniken als Konkurrenz zu seinen KV-Notfallpraxen. Honi soit qui mal y pense ...

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le.toubib 17.07.2018, 19:05
101. Tja.

Zitat von m.ecker
[...] Der "Schnupfen" muss eben wieder gehen [...]
Wirklich nur schnöder Schnupfen oder nicht vielleicht doch ein nasales Liquorleck bei Z.n. Schädelbasisfraktur? Und das soll die Pforte entscheiden? Nungut, dann zurück zu Albert Schweitzers [b]Lambaréné-Medizin[/b, nur dieses Mal in Deutschland ...

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le.toubib 17.07.2018, 19:16
102. Bitte entschuldigen Sie!

Zitat von lathea
[...] Es ist viel zu willkürlich, denn Ärzte in einer Notfallambulanz arbeiten auch gewinnirientiert. Wenn weniger Patienten da sind oder wenn lukrative Fälle kommen, werden sicherlich mehr Fälle zu Notfällen erklärt als wenn viele Patienten mit weniger lukrativen Beschwerden erscheinen [...]
Aber das ist nun der grösste Mumpitz, den ich zu diesem Thema lesen musste. Glauben Sie wirklich, dass man als Dienstarzt für solche Gedanken Zeit entbehren kann? Entweder kommt man mal Zum Essen oder Schlafen oder man therapiert eben! Und wenn mal kein Notfall kommen sollte, arbeitet man eben den Papierstapel in seinem Arztzimmer ab ...

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le.toubib 17.07.2018, 19:31
103. Meine werte Frida_Gold!

Zitat von Frida_Gold
Sie meinen das Proletariat, das sich dann nicht mehr hintraut und die Schnittwunde dann eben zuhause mit Pflastern zupappt, wird schon irgendwie gehen und wenn nicht, hey, ein bisschen Wundbrand oder Blutvergiftung hatten Arme doch immer?
Sowohl bei meinem Herzinfarkt als auch meiner Sepsis kam ich immer mit RTW und Notarzt in die Notaufnahme!

Und wenn ich es mir recht überlege, als ich noch im Notfall arbeitete, nahm ich Patienten, die nicht im RTW kamen, schon einmal für nicht gar schon wichtig - mein Motto war: [i]"Ein Notfall wird erst dann zum Notfall, wenn ich als Notarzt den Notfall auch zum Notfall erkläre!"/i], siehe im anderen Thread, derjenige, der dachte, einen akuten Herzinfarkt zu haben, mit seinem eigenen PKW zur Klinik fuhr (http://www.spiegel.de/forum/gesundhe...-779220-1.html)! Dümmer geht's ja wohl nimmer ...

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le.toubib 17.07.2018, 19:39
104. Aber klar doch!

Zitat von Jonas B.
Warum den Schnupfenpatienten nicht einfach warten lassen bis alle ernsteren Patienten bedient sind. Gern auch über 24Std. sitzen lassen. Wenn sonst wirklich kein Notfall da ist, kann man ja auch einen Schnupfen behandeln. Aber vorher sollte man gnadenlos nach Dringlichkeit unf nicht nach Wartezeit behandeln.
Wenn der Schnupfen allerdings eine Rhinoliquorrhoe aufgrund einer Schädelbasisfraktur ist, haben Sie mir Ihrer Einblickdiagnose direkt ins Klo gegriffen! Viel Spass vor dem Ärztekammergericht und das wird nicht das einzige bleiben ...

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le.toubib 17.07.2018, 19:47
105. Sagen Sie:

Zitat von die_waldfeh
[...] Das Argument, dass der arme Rentner dann evtl. einmal zu wenig die Nothilfe aufsucht und sich erst am nächsten Morgen mit einem Herzinfarkt beim Hausarzt vorstellt, weil ihm 50Euro wehtun, ist ein ernsthaftes Problem in dem Konstrukt der Gebühr, ein Arzt kann jedoch sehr gut zwischen einem bedrohlichen oder vom Patienten als akut und bedrohlich eingeschätzt Fall und der unangemessenen, teils sogar unverschämte Missbrauch der Nothilfe unterscheiden. Als Nothilfemitarbeiter bin ich deshalb sehr für die Einführung der Gebühr, um den gedankenlosen Missbrauch der Nothilfen zu stoppen. Leute, die wegen eines zu späten Termins die Nothilfe aufsuchen, stellen sich auch in Schlangen vorne an. Je eher die Gebühr kommt, umso besser.
Sie schrieben so sehr oft das Wort Nothilfe. Sagen Sie, was meinen Sie denn damit? Denn ein gängiger terminicus technicus ist es weiss Gott nicht.

Und nein, auch mit Approbation weiss ich ohne Untersuchung nicht, ob mein Gegenüber nun einen HI hat oder nicht ...

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practicus 17.07.2018, 22:45
106. Nix wissen, aber rumtönen

Zitat von malliki
Es sollte auch eine Investitionspflicht der sogenannten Spezialistenärzte geben. Diese kaufen aber lieber ein Yacht, anstatt ein zweites oder drittes MRT. Und das bei einem Einzugsgebiet von 100Td. Menschen. Eine Frechheit. Termine werden erst 6 - 8 Woche in der Zukunft vergeben und für diese Schlamperei und Habgier soll auch noch die "Voll-Kasko-Versicherung" der gesetzlich Versicherten herhalten. Genug ist genug. Die Versicherung bezahlt eben nur noch den halben Preis, wenn der Patient so lange warten muss. Sie werden sehen, wie schnell und flexibel plötzlich die Ärzteschaft wird, wenn es um die berühmte "Kohle" geht. Muss erst ein Donald Trump kommen, damit wir Deutschen verstehen, wie verhandelt wird?
Nachdem die Begrenzung der Großgeräteanzahl 1997 aufgehoben wurde, wird die Zahl der Untersuchungen durch lausige Bezahlung begrenzt. Ihre Wartezeiten kommen daher, dass es sich für einen Betreiber nicht rechnet, zusätzliche MRTs aufzustellen. Wenn es die Bezahlung zuließe, das notwendige Personal zu bezahlen, ließe sich ein MRT auch rund um die Uhr betreiben. Dass das nicht geschieht, zeigt doch deutlich, dass sich damit kein Geld verdienen läßt. Nur zum Spaß stellt sich keiner ein Millionen teures Gerät in die Praxis, das nichts zum wirtschaftlichen Ergebnis beiträgt.
Für ambulante Medizin bei Vertragsärzten - vom Allgemeinarzt bis zum MRT - geben die Krankenkassen seit Jahrzehnten nur 16% ihrer Gelder aus - und 8% für ihre eigene Verwaltung inkl Pensionslasten

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m.ecker 18.07.2018, 06:54
107. @le.toubib

Sie argumentieten unzulässig.
Nicht die Pforte, die sie mit Ihrer Äusserung übrigens herabwürdigen, soll entscheiden sondern ein qualifizierter Mediziner. Zum Anderen hat mein Hausarzt mir, so lange ich denken kann, bei Schnupfen die üblichen Mittel verschrieben, mich jedoch noch nie auf Schädelbruch untersucht.

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le.toubib 18.07.2018, 16:47
108. Nicht unzulässig, sondern überspitzt.

Zitat von m.ecker
Sie argumentieten unzulässig. Nicht die Pforte, die sie mit Ihrer Äusserung übrigens herabwürdigen, soll entscheiden sondern ein qualifizierter Mediziner. Zum Anderen hat mein Hausarzt mir, so lange ich denken kann, bei Schnupfen die üblichen Mittel verschrieben, mich jedoch noch nie auf Schädelbruch untersucht.
1.: Wenn sich ein Arzt einen Wartenden anschaut, ist der Wartende rechtlich gesehen Patient und hat damit ein Anrecht auf Behandlung. Das, was man ja vermeiden möchte.

2.: Ob Sie es glauben oder nicht, aber so manche Liquorrhoe wurde schon anfänglich als simpler Schnupfen abgetan - auch in Notaufnahmen. Dabei reicht ein simpler Blutzucker-Stix völlig aus, zeigt der Zucker, ist es Liquor. Irgendwie ist es schade, dass die guten alten "Lambaréné-Tricks" aussterben und nur noch die Hightech-Medizin etwas zählt. Ebenso vergessen sehr viele Jungkollegen, dass eine Untersuchung nur dann sinnvoll ist, wenn ihr Ergebnis auch eine therapeutische Konsequenz nach sich ziehenkönnte, nicht nur aus rein medizinischem Interesse ...

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johnnypony 22.07.2018, 04:09
109. Lösungsvorschlag

Natürlich ist es ärgerlich und teuer Patienten in der Notaufnahme zu sehen, die dort nicht hingehören. Es ist aber nicht Aufgabe der Patienten zu entscheiden, ob ihr Leiden gerechtfertigt ist, oder nicht! Das muss vor Ort überprüft werden und im Zweifel muss dieser Patient dann aufgenommen werden. Diese Überprüfung könnte man während des Anmeldeprozesses veranlassen. Was ich nicht in Ordnung finde ist die Sanktionierung; das könnte Akutfälle daran hindern, ins Krankenhaus zu gehen. Das würde ich unverantwortlich finden. Man kann diese Diskussion mit der Quartalszahlung vergleichen, die auch vollkommen daneben war und nicht sinnstiftend. Also bevor man wieder die schwächsten Mitglieder unserer Gesellschaft abstraft, sollte man eine sinnvolle Lösung finden.

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